Bei einer Gewinnsteigerung von 28 Prozent auf 2,2 Mrd. US$ in Kombination mit der Stellenstreichung fällt mir spontan ein Lied ein:
http://www.youtube.com/watch?v=ZvOPFl03JvU
Möge den HP-Managern, die sich nur der Gewinnmaximierung und nicht ihren Angestellten (und schon gar nicht den Kunden) gegenüber verpflichtet sehen, der Bankrott mit einem reservierten Platz unter der nächsten Brücke ins Haus stehen.
ach du scheiße...ramstein und ich hab raufgeklickt -.-
Wer in einem so grossen Laden arbeitet, hat eben nicht nur Annehmlichkeiten, wie allerlei Rahmenverträge und Mitarbeitermodelle für Fuhrpark und Versicherungen, sondern auf der Sollseite auch das Risiko einer grösseren Umstrukturierung, wo mal eben ein ganzer Bereich/Abteilung aufgelöst wird.
Das hat aber nichts mit Kapitalismus an sich zu tun, das wird in marktfreien Bereichen wir Behörden genauso gemacht.
Wenn das Unternehmen ohne die 9000 Leute noch annähernd genauso gut arbeitet, warum soll es die Leute noch weiter mitschleifen? Wenn man das gut findet, sind wir wieder im Sozialismus, da wurden auch Stellen geschaffen soviele wie Leute unterzubringen waren, und nicht wieviel Arbeit sinnvoll leistbar war.
Wenn man als Betroffener dies als Chance sehen kann, so hat derjenige *jetzt* die Chance sich einen zukunftssichereren Job zu suchen, als noch Monate oder Jahre mitgeschleift zu werden, um dann nachher unter deutlich schlechteren Bedingungen doch einen anderen Job suchen zu müssen. Aber das kann nicht Härtefälle verhindern, auch wenn der Hang zur Vollkaskomentalität für viele Leute ein Lebensmotto zu sein scheint.
Und 3% der Mitarbeiter entlassen spielt doch eh keine Rolle. Aber das kapieren die Leute halt nicht. Da wäre vielleicht ein bisschen mehr Aufklärung in der Schule angesagt. Wichtiger als der Zitronensäurezyklus, den man spätestens nach einem Jahr wieder vergessen hat, wäre das allemal.
Eine andere Sache, die den Deutschen nicht klarzumachen ist, dass in den USA Aufschwung/Rezession auch spürbar sind. Nicht so wie in Deutschland, wo sich die stärkste Rezession seit dem Krieg fast genauso anfühlt wie angeblich starkes Wachstum. In den USA hat sich die Arbeitslosigkeit fast verdoppelt, das kann in 5 Jahren aber schon wieder auf dem alten Niveau sein. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile.
tachauch schrieb:
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>
> Wenn das Unternehmen ohne die 9000 Leute noch annähernd genauso gut
> arbeitet, warum soll es die Leute noch weiter mitschleifen?
Das weiss man ja vorher nicht, schon garnicht die Powerpoint-Helden.
Ausserdem.. sie haben den Gewinn um 28% gesteigert.
Da bedankt man sich nicht bei seinen Mitarbeitern mit Rauswurf.
[blahblah Sozialismus, Vollkaskomentalität u.ä. gelöscht]
Sind "die Mitarbeiter" eine homogene Masse? Deine Formulierung legt dies nahe.
Ich behaupte, dass die für die Gewinnsteigerung verantwortlichen Abteilungen nicht von Kürzungen betroffen sind. Um mich noch weiter aus dem Fenster zu lehnen: Ich würde behaupten, dass der Gewinn vor allem mit relativ leicht zu vermehrenden Artikeln erzielt wurde, wie z.B. Software und Hardware. Dann wäre jedenfalls die Steigerung des Vertriebs die naheliegenste Folge.
tachauch schrieb:
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Ich würde behaupten, dass der Gewinn vor allem mit
> relativ leicht zu vermehrenden Artikeln erzielt wurde, wie z.B. Software
> und Hardware. Dann wäre jedenfalls die Steigerung des Vertriebs die
> naheliegenste Folge.
Jawoll, Hardware und Hardware hatten miteinander Sex und herauskam neue Hardware, ganz im Sinne der Vermehrung.
Bis zu diesem Satz hattest du ja noch Argumente, aber damit hast du echt den Vogel abgeschossen, BWL-Student.
Was ist genau der Vorteil vom absoluten Kapitalismus wo das goldene Kalb angebetet wird und Plutokratie regiert?
Die einzigen Verlierer sind immer Menschen die von der Oberschicht ausgebeutet werden. Die paar Gewinner die es in den 'nächsten Level' schaffen dürften bei Weitem die Minderheit sein.
Nur um das klarzustellen, Sozialismus muß ich auch nicht haben.
HP hat während der Rezesion in den USA keinen Tag Verluste gemacht und trotzdem Mitarbeiter entlassen, kurzfristig lang geplante Weihnachtsfeiern weltweit abgesagt, den Mitarbeitern das Gehlat um 5% gekürzt...
Soll ich fortfahren mit der Liste?
Alles nur damit der Gewinn gesteigert wird. Das ist Kapitalismus pur.
Ach ja, fast hätt' ich's vergessen: Mark Hurd hat auf 10% seines Gehalts verzichtet, um als gutes Beispiel voran zu gehen! Um genauer zu sein 10% seines Grundgehalts von ca 1,5 Millionen USD. Insgesamt hat er im letzten Jahr 24 Mio und das Jahr zuvor 42 Mio bekommen (Boni, Optionen ...). Kann man alles in SEC Veröffentlichungen nachlesen.
Mehr Hohn den Mitarbeitern gegenüber geht doch kaum mehr. HP ist ein Moloch und die Mitarbeiter nur Nummern, die austauschbar sind. Jeder der was anderes behauptet hat noch nie für so einen Konzern gearbeitet.
> Wer in einem so grossen Laden arbeitet, hat eben nicht nur
> Annehmlichkeiten, wie allerlei Rahmenverträge und Mitarbeitermodelle für
> Fuhrpark und Versicherungen, sondern auf der Sollseite auch das Risiko
> einer grösseren Umstrukturierung, wo mal eben ein ganzer Bereich/Abteilung
> aufgelöst wird.
Aha und in einem kleineren Unternehmen hat man also weniger Risiko, aber dafür nicht so "Annehmlichkeiten, wie allerlei Rahmenverträge für Fuhrpark und Versicherungen"? Mal ehrlich, mir scheint, du hast gehst noch zur Schule oder zur Uni. Von der Geschäftswelt hast du jedenfalls noch nichts mitbekommen.
>
> Das hat aber nichts mit Kapitalismus an sich zu tun, das wird in
> marktfreien Bereichen wir Behörden genauso gemacht.
> Wenn das Unternehmen ohne die 9000 Leute noch annähernd genauso gut
> arbeitet, warum soll es die Leute noch weiter mitschleifen? Wenn man das
> gut findet, sind wir wieder im Sozialismus, da wurden auch Stellen
> geschaffen soviele wie Leute unterzubringen waren, und nicht wieviel Arbeit
> sinnvoll leistbar war.
Die Mitarbeiter arbeiten motiviert, der Laden fährt Rekordgewinne ein und wenn man dann die Leute, die diesen Gewinn erarbeitet haben, daran teilhaben lassen soll, ist das plötzlich Sozialismus. Dass ihr auch immer diesen Quatsch von unserem 'Außenminister' nachplappern müsst. Bald ist es schon Sozialismus wenn man einer alten Frau nicht die Handtasche klaut.
>
> Wenn man als Betroffener dies als Chance sehen kann, so hat derjenige
> *jetzt* die Chance sich einen zukunftssichereren Job zu suchen, als noch
> Monate oder Jahre mitgeschleift zu werden, um dann nachher unter deutlich
> schlechteren Bedingungen doch einen anderen Job suchen zu müssen. Aber das
> kann nicht Härtefälle verhindern, auch wenn der Hang zur
> Vollkaskomentalität für viele Leute ein Lebensmotto zu sein scheint.
Und wieder: Du hast scheinbar noch nie gearbeitet. Ein Rauswurf als Chance? Was für ein Blödsinn. Und wo soll das zukunftssichere Job sein, in Zeiten von Zeitarbeit und Jahresverträgen, auch für qualifizierte Arbeiten. Im Großunternehmen ja nicht, wie du selbst sagst. Bei kleineren Firmen weiß man nie, wie lange der Laden überhaubt noch exisitert.
Was du Vollkaskomentatität nennst, nennen andere gesichertes Leben. Wenn du erstmal von der Uni runter bist und nicht mehr Mama und Papa deine Vollkaskoversicherung sind, dann wirst du dich vielleicht freuen, wenn dein Arbeitgeber dich rausschemeist, obwohl du gerade ein Haus gekauft hast und deine Frau schwanger ist. Dann sagst du, hey, jetzt suche ich mir einen zukunftssicheren Job und zwei Jahre später ist es wieder vorbei. Dann musst du das Haus wieder loswerden, weil du merkst, dass du die nächsten 15 Jahre kein geregeltes Einkommen hast und deine Frau schaut dich schräg an und bandelt schonmal mit jemandem an, der ihr was "bieten kann".
Und spätestens dann würdest du dir wünschen, dass es wenigstens ein kleines bisschen Sicherheit gibt, etwas, was du heute Vollkaskomentalität nennst.
Wir hatten mal was, das sich "soziale Marktwirtschaft" nannte. Heute nennt man die gleiche Idee Sozialismus und die einzigen, die versuchen, ein bisschen soziale Marktwirtschaft zu erhalten, werden als weltfremde Spinner oder Stasi-Fans hingestellt.
Und jetzt frag dich mal, wer davon profitiert.
Dem ist nichts hinzuzufügen. Dein Kommentar zeigt wie unterschiedlich die Auffassungen von Milchgesichtern die noch in der Uni/FH durch das BWL-Verblödungsprogramm gehen und Menschen die arbeiten ist ...
Sommerzeit schrieb:
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> ach du scheiße...ramstein und ich hab raufgeklickt -.-
Danke für die Warnung. Ich mag die auch nicht.
Man kann es hinstellen wie man mag - ich denke, dass die Fehler schon lange vorher begannen - nicht erst heute. Hier fiel das Stichwort von sozialer Marktwirtschaft und die wurde sukzessive abgebaut - in einer Welt in der der Finanzmarkt die Real-Wirtschaft untergräbt.
Sicherlich, warum sollte HP Leute mitschleppen, die man nicht braucht. Hier lässt sich wieder nur sagen: reagieren statt agieren. Warum lässt Abteilungen unnütz aufblähen - auf Grund von Konzepten holt man sich Leute ins Boot, damit diese Konzepte dann eben doch nicht umgesetzt werden. Warum kaufe ich ein Unternehmen, wenn ich weiß, dass ich dieses stark umstruktieren muss und dann eben auch Leute entlassen muss. Wäre es hier nicht sinnvoller gewesen, sich ein Bild über die Lage zu verschaffen und abzuwägen, ob ein Kauf wirklich Sinn macht?! Aber auch hier kann man wieder getrost auf den Finanzmarkt verweisen. Ob das nun bei HP der Fall ist, weiß ich nicht genau, aber wenn man als Großkonzern sich den ein oder anderen Hoffnungsträger auf dem Finanzmarkt einverleibt, dann mögen die Zahlen auf den Papier und die Prognosen vielleicht irgendwie nett aussehen, aber ob das in der realen Welt dann wirklich der Fall ist?! Hier bestehen so viele Abhängigkeiten, welche berücksichtigt werden müssen, nicht nur Logistik, Infrastruktur, Personal- und Materialkosten, sondern eben auch soziale, menschliche Faktoren. Haben meine Mitarbeiter die entsprechende Qualifikation? Können sie miteinander richtig arbeiten? etc...Das scheinen mir Faktoren, welche doch zunehmend vernachlässigt werden oder anders: welche von vornherein nicht die angemessene Bedeutung erhalten - reagieren statt agieren. Doch in der Vergangenheit haben sich Unternehemen darum nicht gekümmert, sie wollen Profit, sie wollen dass genügend Investoren bereitstehen.
Nun sind jedoch die Mitarbeiter immer jene, die es ertragen müssen. Es stellt sich mir nicht die Frage, ob man Leute entlassen muss, sondern es stellt sich eher die Frage, ob man es nicht hätte verhindern können - brauch die Leute überhaupt? Sind meine Ziele realistisch/umsetzbar? Das macht die Situation zwar per se nicht besser, da man da vielleicht die 9 000 Leute erst gar nicht im Unternehmen hatte und sie wo anders einen Job sich hätten suchen müssen, aber es schafft eine gewisse Sicherheit des Arbeitnehmers, zu wissen, dass man nur dann angestellt wird, wenn das auch wirklich sinnvoll ist.
Was man in deutschen Schulen anscheinend mal ganz ausdrücklich vermitteln sollte, weil scheinbar 99% unserer "mündigen Bürger" das nicht wissen:
Wir sind laut Grundgesetz - noch - eine SOZIALE Marktwirtschaft, keine Freie Marktwirtschaft !
Und um in die Sozial-ismus-Polemik einzusteigen:
Wem das nicht paßt, der kann ja nach drüben gehen, wobei drüben dann ganz weit im Westen liegt !
Es gibt viele Gesellschaftsformen und Wirtschaftsformen, die nicht funktioniert haben, aber die Freie Marktwirtschaft steht da nunmal mit riesen Abstand an erster Stelle ! Nicht umsonst erfüllt keine der westlichen Industrienationen die Kriterien, um sich Wohlstandsgesellschaft nennen zu dürfen.
tja ähmm, ich sags ja nur ungern, aber die 9.000 Arbeitsplätze werden aufgrund der Vermutung des Managements gestrichen, dass diese obsolet seien.
Um das zu wissen, muss man das allerdings schonmal erlebt haben.
Manchmal beruht diese Überflüssigkeit z. B. auf der Vermutung, pro Kunde nur noch einen Supportaufwand von 5,- $ haben zu wollen. Was tut man also? Man reduziert das Personal im Support solange, bis diese Sohle erreicht ist. Am Supportaufwand ändert das aber leider nicht das Geringste.
Nur so als Denkanstoß wie solche Entscheidungen entstehen/ - könnten.
Man sollte das nicht sofort für bare Münze nehmen
Ich werde jetzt hier nicht mehr jedem einzelnen Antworten, denn die Aussagen wiederholen sich doch.
Etwas allgemeines: Verschwendet bitte keine Zeit mit Spekulationen über meine Person. Wenn Ihr sachliche Argumente habt, lasst doch die für sich sprechen, die Anfeindungen und Beleidigungsversuche disqualifizieren Euch und euer Anliegen.
Offensichtlich scheinen hier einige Leute nur in Extremen denken zu können. D ist WEIT von einem puren Kapitalismus oder Sozialismus entfernt. Was hier einige zu stören scheint sind Folgen der Globalisierung, die einfach jedes Land berühren (die Auswirkungen sind nur unterschiedlich).
Und Hopp:
> Aha und in einem kleineren Unternehmen hat
> man also weniger Risiko ...
Du ziehst einen Umkehrschluss, von dem ich nichts schrieb. Die Aussage ist doch nichts bahnbrechendes, doch die Aufregung hier verkennt wiedermal: Nur weil sie in einem grössen Unternehmen arbeiten, ist der Arbeitsplatz nicht so sicher, wie das Überleben des Unternehmens.
> ... und wenn man dann die Leute, die diesen Gewinn
> erarbeitet haben, daran teilhaben lassen soll ...
Es gibt gerade bei HP die Möglichkeit, sogar Miteigentümer zu werden, ganz ohne politischen Zwang. Warum dann jammern? Vielleicht ist dir auch aufgefallen, dass gerade die nicht börsennotierten, gebeutelteren Unternehmen (z.B. Schaeffler, Opel) zum Wiederaufbau auf Mitarbeiterbeteiligung setzen. Das scheint in Mode zu kommen. Wenn die Betriebsräte in anderen Firmen da auch hinterher wären, gäbe es das auch schon deutlich flächendeckender. Bloss gibt es diese Veränderung nicht noch zum StatusQuo oben drauf, sondern nur als Teilumwandlung, und da kommt dann die in Deutschland mit abstand grösste Lobby, der Besitzstandswahrer, zum Zuge.
Zu Jobsicherheit: Das Problem deiner Szenarien mag sehr lebensnah zu sein, aber mal im Ernst,
- wem die Frau wegrennt, weil der Mann weniger verdient als vorher, der hat die falsche Frau, die würde auch noch wegen 1001 anderer Dinger weglaufen.
- wer in seinem aktuellen Job mehr verdient als für seine qualifikation in anderen Firmen am Markt gezahlt wird, sollte sich auch nur so ein Haus, Auto etc leisten, was er mit dem marktüblichen Lohn auch noch finanzieren kann. Alles andere ist dümmeres Zocken als es je einer der "bösen Banker" gemacht hat.
- wie definierst Du ein "geregeltes Einkommen"? Wer nach einer Kündigung 15 Jahre lang nicht schafft, einen Job zu kriegen, der macht etwas falsch. Alerdings muss man dann ggfs umziehen, ja.
... hast du ausser deinem Lieblingsreizwort "Sozialismus" auch noch etwas anderes wahrgenommen, verstanden und kannst dazu noch konstruktiv argumentieren?
Hatte dir weg, der "neuen" Threaddarstellung schon dort geantwortet:
http://forum.golem.de/kommentare/wirtschaft/restrukturierung-hewlett-packard-streicht-9.000-arbeitsplaetze/turbo-kapitalismus-in-seiner-reinform.../41925,2273544,2276532,read.html#msg-2276532
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