Hi,
ich frage mich schon seit ein paar Jahren, wie viel Euro bzw. % wohl Fernseher, Festplatte und Handy mehr kosten würden, wenn man sie
- in den USA bauen würde,
- in Deutschland bauen würde,
- in Japan statt China bauen würde
oder man den Mitarbeitern in Südostasien
- 10% mehr Geld bezahlt
- 50% mehr Geld bezahlt
- 100% mehr Geld bezahlt
- 200% mehr Geld bezahlt
- so viel Geld bezahlt, dass man eine durchschnittliche Familie gemessen an den Lebenshaltungskosten ernähren kann
- nur max 10 Stunden täglich inkl. Pausen beschäftigt
In den weiten des Internets sollte es wohl so eine ungefähre Liste für die jeweiligen Produkte bzw. Produktgruppen geben. Es hat nicht zufällig gerade jemand einen Link parat?
Dazu noch die Aufschläge für
- keine Kinderarbeit
- westliche Umweltstandards
- "menschliche" Arbeitsverhältnisse (siehe Foxconn)
und jeder könnte für sich entscheiden, ob ihn persönlich dieser Preisaufschlag zu den jetzigen Preisen zusagt.
Soweit hat sich das kapitalistische Denken nun schon in den Köpfen der Bevölkerung festgesetzt...
Ist doch eine berechtigte Frage: Was müssen wir drauflegen wenn wir solche "Machenschaften" verhindern wollen.
Wenn der Fernseher bei fairen Bedingungen 50 Euro mehr kostet wird es sicherlich viele Leute geben die den "fairen" TV kaufen. Bei 500 Euro mehr wirste wohl kaum ein Gerät los.
Und spätestens wenn Handys für Länder produziert werden wo die Leute selber nichts haben ist es vorbei.
Man könnte denen je nach Produkt locker 100% mehr Gehalt zahlen, ohne dass sich der Preis für den Endkunden um 1 Cent erhöhen würde. Aber die Gewinnspanne des Unternehmens würde kleiner ausfallen, die Gewinne der Anteilseigner damit ebenso und die haben eben das Sagen in jeder AG.
http://bestboyz.de/herstellungskosten-gunstiges-apple-iphone-4s-kostet-196-us-dollar/
Leute das Ihr es nicht versteht.. verstehe ich nicht ....
Die Hardware ist ein KLEINER TEIL dessen was ein Produkt kostet...
nehmen wir das IPhone
Das Gerät selber liegt bei 849¤ die 64gb Version (VK) das heisst reine Hardware 245$ (laut Tabelle) dann kommt noch Transport + Zoll (auch nur ein kleiner teil)
aber nun gehts los
Software?
(IOS, Siri etc. wird nicht wie bei Android von allen Usern die Google nutzen finanziert, sondern muss Apple selber Entwickeln, bearbeiten und Neuerungen sowie Schutz selber finanzieren!)
Patente?
(wie wir sehen können besitzt Apple nicht alle Patente die es braucht um seine Geräte herzustellen, Das gleiche gilt wohl für JEDEN Hersteller... also müssen die rechte auch gekauft werden ...)
Werbung?
(tja und nun werbung was das kostet werde ich wohl nie in meinem leben verdienen was die dafür ausgeben .....)
muss ich dazu noch etwas sagen?
jeder der sich im einzelhandel ist weiss das die Margen gerade bei einigen Produckten sehr sehr gering sind ... dazu gehört z.b. Apple Produkte
Elektronikfertigung ist in "Best-Cost"-Asien nicht immer billiger als in Europa, oft ist es andersrum. Der Lohnkostenanteil an den Produkten ist verschwinden gering. Ob ein Bestückungsautomat nun in China oder in der Schweiz steht ist völlig egal.
Nur: Die Komponenten werden i.d.R. auch da gefertigt, und die Auftragsfertiger haben da schon ihre Fabriken.
Das ist doch viel zu komplex um es pauschal sagen zu können. Du vergißt doch dabei unzählige Faktoren und machst es zu einer Stammtischdiskussion, aber Otto Normal wird diese Diskussion niemals führen können, dazu muß man schon einer der Wirtschaftsweisen sein.
Nur mal ein Denkanstoß:
Die Arbeiter bekommen dort mehr Lohn
> sie können sich mehr leisten
> ihr Lebensstandard steigt (noch rasanter als jetzt schon)
> sie wollen das Gerät selbst besitzen, das sie bauen
> Absatz steigt, massiv
> Rohstoffpreise steigen, Rohstoffe werden schneller knapp
> Preise steigen, weltweit
> Inflation, und zwar eine richtige, keine gesunde 2% Inflationsrate!
-> Teufelskreis, weil das die Welt in eine Inflation stürzen würde, aus der es kaum ein Entkommen gibt. Es können nunmal nicht 7 Milliarden Menschen mit Technologie versorgt werden, die auf natürliche Rohstoffe aufbaut, dafür gibt es schlicht zu wenig.
Fertigung in 1. Welt-Ländern:
> hohe Lohnkosten, weniger Gewinn
> Aktien sinken, Rendite sinkt
> Werte der Unternehmen sinken
> Kreditsicherheit sinkt, Bargeldbestand sinkt, Kreditausfallrate steigt
> weniger Maschinen können gekauft werden
> weitere Abwertung der Sektoren
> weniger Kredite werden vergeben
> weniger Geld für Weiterentwicklung
> Stagnation des Fortschritts
> Banken verleihen weniger, nehmen weniger ein, können dem Staat weniger leihen (worauf jeder Staat angewiesen ist, was durchaus Gesund ist)
> massive Einsparungen, Verarmung des Staates
-> 2. Welt-Land...
Und dazwischen sind unzählige Abzweigungen mit weiteren Komplikationen, jeder einzelne Punkt trifft auf x weitere Punkte. Aber klar ist: es würde auf einen Kollaps hinauslaufen, unser System würde das schlicht nicht verkraften. Das ist grundsätzlich so.
Das soll jetzt mal wertungsfrei einfach ein Denkanstoß sein, dass es so nicht weitergeht ist mir zwar auch klar, aber dass es nicht mit so simplen Stammtisch-Lösungen wie "erhöhen wir doch die Löhne" funktioniert muß sich auch jeder klarmachen...!
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