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Der vernachlässigte Punkt namens "Erfahrung"

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  1. Der vernachlässigte Punkt namens "Erfahrung"

    Autor ralf.wenzel 20.11.12 - 09:43

    Moin moin,

    ich bin ziemlich genau bei den 15 Jahren und habe in dieser Zeit eines festgestellt: In SAP-Projekten werden seit vielen Jahren immer wieder dieselben Fehler gemacht; aber immer von anderen Leuten.

    Ein guter Berater / Entwickler wird Projektleiter (wobei das nicht bedeutet, dass er ein GUTER PL wird) - nicht selten auch in einer anderen Firma, womit er als guter Berater / Entwickler wegfällt; und eben auch seine Erfahrung. Die Youngsters, die nachrücken, machen dann dieselben Fehler, die die erfahrenen Kollegen früher auch gemacht haben.

    Erfahrung hat keinen Wert, da zahlt man lieber, dass junge Leute immer wieder dieselben Fehler machen. Hatte ich neulich noch: Anfrage einer Firma nach einem Entwickler, 550 EUR pro Tag. Das habe ich entrüstet abgelehnt, weil es WEIT unter dem liegt, was ich sonst kriege. Nach zwei Wochen klingelte das Telefon, man suche nun doch einen GUTEN Entwickler, die bisher konsultierten haben die Erwartungen nicht im Ansatz erfüllt. Man brauche wohl jemanden mit Erfahrung und sei nun auch bereit, den entsprechenden Preis zu zahlen.

    q.e.d.

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  2. Re: Der vernachlässigte Punkt namens "Erfahrung"

    Autor KleinerWolf 20.11.12 - 09:51

    bei SAP werden die Leute absichtlich dumm gehalten, damit man nicht abhängig wird. Projekte die normalerweise von 1-2 Personen gemacht werden können, kommt SAP mit 4-5, weil die Aufgabengebiete so klein wie Möglich gehalten werden sollten.
    Logisch will man sie dann nach 15 los werden weil sogar dann deren Wissen zu groß geworden ist.

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  3. Re: Der vernachlässigte Punkt namens "Erfahrung"

    Autor Pukys 20.11.12 - 09:55

    Ich glaube, du siehst das von genau der falschen Seite. Die Logik folgt dem Peter-Prinzip, nach dem Leute, die in einer Position herausragend sind, aus missverstandener Belohnung von dieser Position abgezogen und befördert werden. Das erfolgt aus der standesbezognene Logik, dass, wer gute Leistung bringt, sich eine Beförderung "verdient" hat. Das ist weniger der Wunsch, Wissen und Erfahrung zu vernichten, sondern ein rein sozialer Prozess. Leider sind die Leute, die gut in ihrer alten Position waren, nicht unbedingt gut in der neuen und versagen dort unter Umständen. Sind sie zu stolz, wieder auf eine hierarchisch niedrigere Position zurückzukehren und Lohneinbussen in Kauf zu nehmen, haben wir das typische Peter-Prinzip-Ergebnis: Jeder wird bis zu seiner maximalen Inkopetenz befördert. Dieses System zeigt zweierlei:
    Aufstieg in der Hierarchie durch kompetente Arbeit kann sehr unglücklich machen. Zweitens, nur wer sich schnell (und skrupellos) an eine veränderte Situation anpasst, hat die Chance auf unbegrenzten Aufstieg. Kompetenz und Hingabe zu Details ist da zum Teil eher hinderlich.

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  4. Re: Der vernachlässigte Punkt namens "Erfahrung"

    Autor ralf.wenzel 20.11.12 - 09:59

    Pukys schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube, du siehst das von genau der falschen Seite.

    Nein, ich bin davon überzeugt, dass ICH das von der RICHTIGEN Seite sehe ;)

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  5. Re: Der vernachlässigte Punkt namens "Erfahrung"

    Autor theonlyone 20.11.12 - 10:02

    Pukys schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube, du siehst das von genau der falschen Seite. Die Logik folgt dem
    > Peter-Prinzip, nach dem Leute, die in einer Position herausragend sind, aus
    > missverstandener Belohnung von dieser Position abgezogen und befördert
    > werden. Das erfolgt aus der standesbezognene Logik, dass, wer gute Leistung
    > bringt, sich eine Beförderung "verdient" hat. Das ist weniger der Wunsch,
    > Wissen und Erfahrung zu vernichten, sondern ein rein sozialer Prozess.
    > Leider sind die Leute, die gut in ihrer alten Position waren, nicht
    > unbedingt gut in der neuen und versagen dort unter Umständen. Sind sie zu
    > stolz, wieder auf eine hierarchisch niedrigere Position zurückzukehren und
    > Lohneinbussen in Kauf zu nehmen, haben wir das typische
    > Peter-Prinzip-Ergebnis: Jeder wird bis zu seiner maximalen Inkopetenz
    > befördert. Dieses System zeigt zweierlei:
    > Aufstieg in der Hierarchie durch kompetente Arbeit kann sehr unglücklich
    > machen. Zweitens, nur wer sich schnell (und skrupellos) an eine veränderte
    > Situation anpasst, hat die Chance auf unbegrenzten Aufstieg. Kompetenz und
    > Hingabe zu Details ist da zum Teil eher hinderlich.

    Heute macht man das in manchen betrieben schlichtweg über 2 Karrie Wege.

    Einmal Soziale Verantwortung, sprich man ist ein "Vorgesetzter" ein entscheider, man weiß wer was kann und ist demnach im Stande Arbeit sinnvoll zu verteilen.

    Für solche "Chef" Positionen sind sehr sehr wenige geeignet, die müssen u.U. nicht mal viel Know-How mitbringen über das Produkt an sich, die müssen einfach gut mit Leuten kommunizieren können und "Menschenkenntnis" mitbringen, was viele meinen zu haben, aber die wenigsten haben es.


    Die Karrie Rolle für die Arbeiter macht dich mehr und mehr zum Spezialisten, die kannst bestimmte Arbeiten sehr gut und schneller machen als andere, demnach bekommst du auch mehr Geld, mehr Verantwortung in diesem Sektor.


    Jemanden der ein "Fach-Idiot" ist in eine Chef Rolle zu hiefen ist absolut kontra produktiv, den wie du auch sagst, der höhere Lohn kostet dich als Unternehmen im Endeffekt Geld, du hast eine Fachkraft "verloren" und die leute die für diesen "chef" arbeiten werden auch immer schlechter, im Endeffekt der Super gau ist vorprogrammiert, da langsam aber sicher alle unglücklicher werden und abspringen, oder aktiv Projekte "sabotieren" , wissentlich oder nicht.

    Dann werden Leute "entlassen", selten der Chef, weil ja nichts funktioniert, neue geholt und irgendwie funktionierts trotzdem nicht, außer Leute setzen sich so extrem ein in einem Projekt, das sie das nach 1-2 Jahren bereits komplett auslaugt und dann ist Burn-Out Zeit.



    Die 2-Wege Karriere ist da schon ein sehr guter Anfang der das Problem anpackt, den das wichtigste Argument einer Beförderung ist nunmal das Geld.

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