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  5. › Solarstrom: Desertec verliert…

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  1. Übersetzt

    Autor: Ranjid-IT 13.11.12 - 17:40

    ... heisst das, dass Solaranlagen sich selbst in der Wüste nicht rechnen.

    Würden die Unternehmen (Siemens und Bosch sind keine Kleinen!) dies als Zukunftsmarkt wahrnehmen würden sie es zumindest als strategisches Investment ansehen und dabei bleiben, wenn vielleicht auch nur auf Sparflamme.

    Tatsache aber ist dass es sich um politische Kopfgeburten handelt die ohne Subventionen aus dem Steuersäckel keine Chance hätten.

    Die Energiewende macht mich ehrlich gesagt ratlos. Ich kann weitere Erhöhungen des Strompreises verkraften, doch wie sieht das mit den jenen aus, bei denen das nicht so ist, wie sieht es mit den Arbeitsplätzen aus, die auch (aber nicht nur) am Energiepreis hängen?

    Die nächste effektive Lohnkürzung wird dann damit begründet werden dass die Energiepreise gestiegen sind, was sachlich auch korrekt ist.Jedoch: Der Arbeitnehmer zahl die Zeche 3x - 1x als Arbeitnehmer, 1x als Privatmann, 1x als Steuerzahler.

    Hätte man die Milliarden besser in die Erforschung von Fusionskraftwerken gesteckt statt in bewegte Luft und Sonnenschein.

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  2. Re: Übersetzt

    Autor: kinderschreck 13.11.12 - 18:21

    Und die Belege dafür sind die von Dir aufgestellte These dass der Ausstieg aus den vor spekullierten Gründen erfolgte?

    Was Bosch dazu meinte:

    > http://www.tlz.de/web/zgt/wirtschaft/detail/-/specific/Solar-rechnet-sich-Zellen-sind-gruener-als-oft-angenommen-1123915908

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  3. Re: Übersetzt

    Autor: Ranjid-IT 13.11.12 - 19:01

    Das meinte(!) Bosch dazu, dein Artikel stammt aus dem August. Was Bosch heute, nachdem sie die Sache abgeblasen haben, meint - das würde interessieren.

    Braucht man aber im Prinzip nicht in Erfahrung zu bringen, wer sein geschäftliches Engagement zurückzieht gibt bereits Antwort genug.

    Hier ein paar Belege:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article108706329/Naechste-Solarfirma-pleite-1000-Jobs-sind-weg.html

    Bereits Weg vom Fenster:
    Schüco
    Solarwatt
    Sovello
    Q-Cells

    Dass das von dir verlinkte Thüringen-Journal den Jubelperser gibt kann nicht verwundern, liegt das "Solarvalley" doch zufällig in genau diesem Bundesland.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.11.12 19:03 durch Ranjid-IT.

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  4. Re: Übersetzt

    Autor: rsalex 13.11.12 - 20:41

    Leider ist Photovoltaik nicht das gleiche wie Solarthermie. Während deutsche Unternehmen ersterer v.a. durch günstig in Fernost hergestellte Module Probleme bekommt, weil an Innovation in Zeiten des Booms gespart wurde, ist letztere eine Technik, die zumindest in Großanlagen wie bei Desertec geplant durchaus zukunftsfähig ist.
    Problematisch ist leider, dass das ganze als riesiges Gesamtprojekt geplant ist, bei dem unzählige Entscheidungsträger mitwirken. Da Konsens zu finden ist mit unter sehr schwierig und langwierig. Da Bosch und auch Siemens im Moment wirtschaftlich schwere Zeiten durchmachen, zieht man sein Engagement zurück, weil nicht abzusehen ist, wie lange es noch bis zur tatsächlichen Stromproduktion dauert.

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  5. Re: Übersetzt

    Autor: bstea 13.11.12 - 20:45

    Arnstadt Bosch profitiert massiv von Subventionen und befristeten Arbeitsverträgen/ Niedriglohn. Billige Praktikanten gibts außerdem von der nahegelegenden Uni(Ilmenau). Bosch muss keine Leuten entlassen, die Verträge laufen einfach aus und günstigere Arbeitskräfte bekommen sie sonst nur noch in MV.

    --
    Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!

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  6. Re: Übersetzt

    Autor: mag 13.11.12 - 21:03

    Du hast die Symptome erkannt, liegst aber etwas daneben, was die Ursachen angeht.

    Zum Niedergang der deutschen Solarbranche: Die ist keinesfalls darin begründet, dass Solarzellen sich nicht lohnen würden. Vor ein paar Monaten gab es einen ausführlichen Artikel in der Bild der Wissenschaft, der es auf den Punkt brachte: _Deutsche_ Solarzellen lohnen sich nicht mehr. Die deutsche Solarbranche hat es verpasst, rechtzeitig auf Forschung zu setzen und lieber Gewinne eingefahren, auch als Fernostzellen bereits genauso leistungsfähig und zuverlässig waren. Das klappte aufgrund der hohen Förderung auch ganz gut. Die Schlüsselrolle spielen hier die Monteure. Die haben sich großflächig verweigert, Importmodule aufzubauen. Die Kunden akzeptierten das, weil sich die Investition dank hoher Förderung trotz des hohen hiesigen Preisniveaus lohnte. Mit Wegfall der Förderung bleiben nur noch billige Zellen lohnenswert, und die Monteure können zwischen denen oder gar keinen Aufträgen wählen... Hieraus zu schließen, Solarzellen würden generell nicht funktionieren, wäre, als ob du schließt, die Produktion von Smartphones wäre nicht wirtschaftlich, weil in Deutschland keine gebaut werden.

    Desertec ist ein anderes Thema. Erstmal geht es überhaupt nicht um Solarzellen, aber das nur am Rande. Zum anderen ist bei diesem Projekt vermutlich nur eine Sache über jeden Zweifel erhaben, nämlich dass die Sahara prinzipiell ein hervorragender Ort ist, um Solarenergie zu ernten. Die Frage ist viel eher: Braucht das wer? Da die Investitionen in die Infrastruktur, unter anderem die Leitungen nach Europa, enorm sein werden, kann dieses Projekt nur lohnen, wenn es richtig groß angelegt wird. Allerdings schreitet der Ausbau erneuerbarer Energien in den interessierten Teilen Europas in den eigenen Ländern überraschend zügig voran. Möglich, dass wir hier den Desertecstrom gar nicht mehr brauchen, wenn er dann irgendwann mal bereitsteht. Es muss also schnell gehen, Sparflammeninvestitionen sind sinnlos. Entweder oder. Und letztlich kommt man auch nicht um die Frage umhin, ob es geopolitisch opportun ist, die europäische Stromversorgung von der nordafrikanischen Region abhängig zu machen.

    Zur Kernfusion: Dieser Einwand deinerseits ließ mich schmunzeln. Der Vorschlag, Desertec oder am besten sämtliche EE-Investitionen zugunsten der Kernfusion zu kippen, ist vorsichtig ausgedrückt verwegen. Ich darf daran erinnern, dass die Kernfusion bis heute keine einzige Nettowattsekunde Energie eingebracht hat. Es werden Jahre bis Jahrzehnte ins Land gehen, ehe dies realistisch zu erwarten ist. Und dieser Vorgang lässt sich auch durch unendlich viel Geld nicht beliebig beschleunigen. Völlig ergebnisoffen ist dabei noch die Frage, ob sich dieser Vorgang je in einem wirtschaftlich lohnenswerten Rahmen bewerkstelligen lässt. Im Moment ist Kernfusion eine interessante Idee, die zu verfolgen sicherlich geboten ist. Darauf zu setzen wäre jedoch wie das Hoffen auf einen Sechser im Lotto.

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  7. Re: Übersetzt

    Autor: Ranjid-IT 13.11.12 - 21:46

    > Die deutsche Solarbranche hat es verpasst, rechtzeitig auf Forschung zu setzen
    > und lieber Gewinne eingefahren,

    Da muss ich dann ein wenig schmunzeln, denn...
    > dieser Vorgang [Anm.: Forschung] lässt sich auch durch unendlich
    > viel Geld nicht beliebig beschleunigen. Völlig ergebnisoffen ist dabei
    > noch die Frage, ob sich dieser Vorgang je in einem wirtschaftlich
    > lohnenswerten Rahmen bewerkstelligen lässt.

    Wobei ergebnisoffen ist das nicht, die Unwirtschaftlichkeit in Sachen Solar liegt auf der Hand, ob Voltaic oder Thermie spielt keine Rolle.

    Es gibt keinen technolgischen Fortschritt in Sachen Solar weil die Forschung eben keinen derzeit darstellbaren Ansatz hat. Das Pulver ist erstmal verschossen, es wird keine nennenswerten Effizienzsteigerungen mehr geben.

    Hier wurden planlos Subventions- und Umverteilungslawinen ausgelöst die jedem denkenden Menschen die Haare zu Berge stehen lassen müssten. Anstatt dessen singen sie das hohe Lied der Energiewende. Die Generation Internet ist doch so aufgeklärt und kritisch, an die Energiewende glauben ist GEZ-Fernsehen!

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  8. Re: Übersetzt

    Autor: Technikfreak 14.11.12 - 07:48

    Ranjid-IT schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hätte man die Milliarden besser in die Erforschung von Fusionskraftwerken
    > gesteckt statt in bewegte Luft und Sonnenschein.
    Vielfach ist eine Erforschung nicht alleine eine Sache der Erforschung, sondern der Kapazität und des Zufalls...

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  9. Re: Übersetzt

    Autor: mag 14.11.12 - 09:30

    Dein Zitat war eine wilde Mischung meiner Äußerungen zur Solar- und zur Fusionstechnik. Bitte zitiere richtig oder gar nicht, aber verdreh mir nicht die Worte im Mund. Danke!

    Wieso Solartechnik insbesondere in sonnenverwöhnten Regionen unwirtschaftlich sein soll, hast du immer noch nicht begründet. Das der Solarausbau ausgerechnet im Trüben Deutschland auch nach steter Senkung der EEG-Vergütung für Photovoltaik noch immer voranschreitet, spricht für das genaue Gegenteil.

    Dass es keinen Fortschritt in Sachen Solartechnik mehr gäbe, ist schlichtweg eine Falschaussage. Es wird sowohl an höheren Wirkungsgraden, beispielsweise durch Mikrolinsenarrays oder durch neue Siliziumstrukturen (siehe http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/photovoltaik-winzige-siliziumdraehte-fangen-sonnenlicht-ein-a-677942.html für ein allgemeinverständliches Beispiel) gearbeitet, als auch an besonders kostengünstigen, wenngleich mit niedrigerem Wirkungsgrad versehenen, Zellen.

    Und an die Energiewende muss man nicht glauben, man muss nur die Augen aufmachen. Wir sind mittendrin. Und das wird sich auch nicht ändern, denn die klassische Energiegewinnung wird mit steigenden Rohstoffkosten wird mittelfristig teurer werden als erneuerbare Energie auch nach Wegfall aller Subventionen.

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  10. Re: Übersetzt

    Autor: Bouncy 14.11.12 - 10:43

    mag schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und an die Energiewende muss man nicht glauben, man muss nur die Augen
    > aufmachen. Wir sind mittendrin. Und das wird sich auch nicht ändern, denn
    > die klassische Energiegewinnung wird mit steigenden Rohstoffkosten wird
    > mittelfristig teurer werden als erneuerbare Energie auch nach Wegfall aller
    > Subventionen.
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/boom-fossiler-rohstoffe-in-amerika-wie-die-neue-us-energiepolitik-die-welt-veraendert-1.1522501
    Sonderlich sicher bin ich mir da nicht, die bisher nur herbeigeredete Wende ist noch immer nicht geschehen, auch mittelfristig könnten fossile Brennstoffe dominieren während AKWs weiter in beschleunigtem Maße gebaut werden (nicht in D, aber wir sind nicht der Spiegel der Welt). Es muß auch die Option betrachtet werden, dass in mittelfristiger Zukunft es überhaupt keinen Bedarf an einem Mehr an erneuerbarer Energie geben wird.
    Ob das nun gut ist oder nicht steht auf einem anderen Blatt, darüber entscheiden nicht wir...

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  11. Re: Übersetzt

    Autor: Technikfreak 14.11.12 - 17:54

    Bouncy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >Welt). Es muß auch
    > die Option betrachtet werden, dass in mittelfristiger Zukunft es überhaupt
    > keinen Bedarf an einem Mehr an erneuerbarer Energie geben wird.
    Warum?

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