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Bild & Qualitätsjournalismus ?

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  1. Bild & Qualitätsjournalismus ?

    Autor DaM 08.08.09 - 09:09

    Interessant, wenn man sich überlegt, dass der Spiegel und die Zeit und andere mittlerweile ihr vollständiges Archiv kostenlos online gestellt haben...

    Möge der Springerschund kostenpflichtig werden. Dann lesen die Menschen andere Medien. Ich glaube, dass dies eine gute Entwicklung wäre.

  2. Re: Bild & Qualitätsjournalismus ?

    Autor Zeitungsleser 08.08.09 - 09:49

    > Spiegel und die Zeit und andere mittlerweile ihr vollständiges Archiv
    > kostenlos online gestellt haben...

    Genau DIESE Schraube soll jetzt zurückgedreht werden. Das fängt bei Springer an und wird über lang oder kurz überall eingeführt, wenn die damit Erfolg haben.
    Das Internet besteht danach wohl nur noch aus einem Haufen Werbeanzeigen, mit verstreuten Bezahl-Links für die tatsächlichen Inhalte dazwischen. Mach' Dir nichts vor: Die ganzen Hobbyschreiber in ihren Blogs schreiben doch auch nur da ab. Das wird rigoros unterbunden werden müssen, wenn die Zeitungen online Geld aus ihren aktuellen Artikeln und alten Hüten im Archiv schlagen wollen.

    Das ganze macht - sofern es tatsächlich umgesetzt wird - das Internet extrem unttraktiv, denn seine Stärke ist ja grade der sofortige *ungehinderte* Zugriff auf Information aus den verschiedensten Blickwinkeln. Wird das alles hinter Türen mit der Aufschrift "Privat! Zutritt nur gegen Bezahlung" versteckt, die man einzeln passieren muss, verkommt das Internet endgültig zur reinen Massen-Verkaufsveranstaltung.

    Andererseits: Wenn man dann eine Flatrate für den Zugriff auf diese neuen Bezahlinhalte einführte, über die man ungehinderten Zugriff auf die Inhalte aller Anbieter hochwertigen Contents erhält, wäre es akzeptabel.

    Aber warum dann nicht gleich eine komplette internationale Kulturflatrate, aus der die Anbieter von Inhalten gleich welcher Art befriedigt werden und gut?

  3. Re: Bild & Qualitätsjournalismus ?

    Autor Windows Puh 08.08.09 - 10:08

    Zeitungsleser schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > > Spiegel und die Zeit und andere mittlerweile
    > ihr vollständiges Archiv
    > kostenlos online
    > gestellt haben...
    >
    > Genau DIESE Schraube soll jetzt zurückgedreht
    > werden. Das fängt bei Springer an und wird über
    > lang oder kurz überall eingeführt, wenn die damit
    > Erfolg haben.

    Warum auch nicht? Artikel zu schreiben ist aufwendig und will bezahlt sein. Mit Online-Werbung kommt man da nicht weit.

    > Das ganze macht - sofern es tatsächlich umgesetzt
    > wird - das Internet extrem unttraktiv

    Wenn das so ist, spricht das ebenfalls dafür, sich die hohe Attraktivität bezahlen zu lassen, denn große Attraktivität hat auch einen großen Wert.

    > Wird das alles hinter Türen mit der
    > Aufschrift "Privat! Zutritt nur gegen Bezahlung"
    > versteckt, die man einzeln passieren muss,
    > verkommt das Internet endgültig zur reinen
    > Massen-Verkaufsveranstaltung.

    Ach was. Erstens musst Du nicht kaufen. Zweitens gibt es im Internet viel mehr als nur professionellen Zeitungsjournalismus. Die Blogs, die Du erwähnst, sind so schlecht gar nicht, wie Du hier tust: Das mit dem Abschreiben halte ich für eine Mär. Meist ist es doch so: Blogbetreiber bekommen eine Info mit, informieren sich darüber (AUCH über Online-Zeitschriften, aber auch anderswo) und schreiben dann den eigenen Artikel. Abschreiben geht anders.

    > Andererseits: Wenn man dann eine Flatrate für den
    > Zugriff auf diese neuen Bezahlinhalte einführte,
    > über die man ungehinderten Zugriff auf die Inhalte
    > aller Anbieter hochwertigen Contents erhält, wäre
    > es akzeptabel.

    Na also. Du willst also zahlen, nur nicht so viel. Dachte ich mir schon. ;)

    > Aber warum dann nicht gleich eine komplette
    > internationale Kulturflatrate, aus der die
    > Anbieter von Inhalten gleich welcher Art
    > befriedigt werden und gut?

    Weil gegen eine Kulturflatrate eine Menge spricht. Eine Diskussion darüber würde aber den Rahmen dieses kleinen Forums sprengen. ;)

  4. Re: Bild & Qualitätsjournalismus ?

    Autor Zeitungsleser 08.08.09 - 11:15

    > Na also. Du willst also zahlen, nur nicht so viel. Dachte ich mir schon. ;)

    Falsch. Ich will zahlen, aber nicht für jeden veröffentlichten Furz von neuem das Portemonnaie zücken und fünf Minuten an der Kasse verbringen müssen, und das in acht Läden nacheinander. Das ist mir einfach zu zeitaufwendig, und für den Alltag nicht praktikabel. Deshalb eine konzernübergreifende Flatrate, mit der man sich diesen Luxus (sofortigen ungehinderten Zugang zum kompletten im Internet verfügbaren Artikelfundus) weiterhin erkaufen kann, wenn die wirklich ihre Bezahlideen realisieren.

  5. Re: Bild & Qualitätsjournalismus ?

    Autor strontium 267 08.08.09 - 11:16

    Zeitungsleser schrieb:
    -------------------------------------------------------

    > Mach' Dir nichts vor: Die ganzen
    > Hobbyschreiber in ihren Blogs schreiben doch auch
    > nur da ab.


    Also auch nichts anderes was die Profi-Journalisten bei BILD usw. machen.

    http://www.titanic-magazin.de/uploads/pics/1211a-infogesellschaft_01.gif

  6. Re: Bild & Qualitätsjournalismus ?

    Autor Skandaaal 08.08.09 - 12:01

    > Artikel zu schreiben ist aufwendig und will bezahlt sein. Mit Online-Werbung kommt man da nicht weit.
    Zeitungen haben sich schon immer über Werbung finanziert. Die Abogebühren/Kioskpreis sind in Wirklichkeit nur dafür da, den Druckprozess inkl. Transport und Verteilung zu zahlen. Das fällt jetzt glücklicherweise im Internet weg.

  7. Re: Bild & Qualitätsjournalismus ?

    Autor Wällt die PARTEI! 08.08.09 - 12:03

    Hehe, Titanic sind die Besten...
    ich habe mir vorhin noch einmal die Anrufe der Bild-Leser bei der Titanic-Redaktion wegen der WM-Affäre damals angehört. Köstlich!

  8. Re: Bild & Qualitätsjournalismus ?

    Autor Windows Puh 08.08.09 - 13:00

    Zeitungsleser schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > > Na also. Du willst also zahlen, nur nicht so
    > viel. Dachte ich mir schon. ;)
    >
    > Falsch. Ich will zahlen, aber nicht für jeden
    > veröffentlichten Furz von neuem das Portemonnaie
    > zücken und fünf Minuten an der Kasse verbringen
    > müssen, und das in acht Läden nacheinander. Das
    > ist mir einfach zu zeitaufwendig, und für den
    > Alltag nicht praktikabel.

    Dazu habe ich mal 'ne Frage:

    Wie hast Du das nur vor dem Internet gemacht?

  9. Re: Bild & Qualitätsjournalismus ?

    Autor Windows Puh 08.08.09 - 13:00

    Skandaaal schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > > Artikel zu schreiben ist aufwendig und will
    > bezahlt sein. Mit Online-Werbung kommt man da
    > nicht weit.
    > Zeitungen haben sich schon immer über Werbung
    > finanziert.

    Das stimmt nicht. Sie haben sich darüber MITfinanziert.

    > Die Abogebühren/Kioskpreis sind in
    > Wirklichkeit nur dafür da, den Druckprozess inkl.
    > Transport und Verteilung zu zahlen. Das fällt
    > jetzt glücklicherweise im Internet weg.

    Das ist Unsinn.

  10. Re: Bild & Qualitätsjournalismus ?

    Autor Korrekturleser 08.08.09 - 13:28

    Windows Puh schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Dazu habe ich mal 'ne Frage:
    >
    > Wie hast Du das nur vor dem Internet gemacht?

    Also im Mittelalter kamen ab und an fahrende Händler vorbei und haben Dir die News beim Einkaufen der Waren nebenbei erzählt. Das war vielleicht kompliziert damals...

    OMG
    Vielleicht schon mal was von Fortschritt gehört? Es interessiert keine Sau wie es vor dem Internet ablief. Du kannst das doch nicht vergleichen!

  11. genau

    Autor Volker Hett 08.08.09 - 13:29

    gegen die Kulturflatrate spricht insbesondere das ich jetzt nicht für Bild und Silbereisen bezahle und das in Zukunft auch nicht tun möchte.

  12. Re: Bild & Qualitätsjournalismus ?

    Autor DaM 09.08.09 - 10:58

    Zeitungsleser schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > > Spiegel und die Zeit und andere mittlerweile
    > ihr vollständiges Archiv
    > kostenlos online
    > gestellt haben...
    >
    > Genau DIESE Schraube soll jetzt zurückgedreht
    > werden. Das fängt bei Springer an und wird über
    > lang oder kurz überall eingeführt, wenn die damit
    > Erfolg haben.
    Wenn... Das bleibt die Frage. So, wie es ist, könnte es auch bleiben. Man schaue sich zB das Online-Portal der FAZ an, und vergleiche die FAS in Printausgabe. Da liegen Welten dazwischen. Online-News sind meist kleine komprimierte Happen. Die langen, literarisch gut geschriebenen Artikel bleiben eher in den Printausgaben.

    > Das Internet besteht danach wohl nur noch aus
    > einem Haufen Werbeanzeigen, mit verstreuten
    > Bezahl-Links für die tatsächlichen Inhalte
    > dazwischen. Mach' Dir nichts vor: Die ganzen
    > Hobbyschreiber in ihren Blogs schreiben doch auch
    > nur da ab. Das wird rigoros unterbunden werden
    > müssen, wenn die Zeitungen online Geld aus ihren
    > aktuellen Artikeln und alten Hüten im Archiv
    > schlagen wollen.
    Bloggerei zu unterbinden halte ich für sehr schwierig. Sollte es tatsächlich so kommen wird das die Geburtstunde seriöser Blogs. Dort gibts dann Werbeeinblendungen etc, aber ertragbar.

    > Das ganze macht - sofern es tatsächlich umgesetzt
    > wird - das Internet extrem unttraktiv, denn seine
    > Stärke ist ja grade der sofortige *ungehinderte*
    > Zugriff auf Information aus den verschiedensten
    > Blickwinkeln.
    Wenn es tatsächlich umgesetzt wird dürfte dies auch für Google extrem übel werden. Die News-Seite von Google lebt ausschließlich davon, sich die Inhalte anderer Seiten abzusaugen.

    > Wird das alles hinter Türen mit der
    > Aufschrift "Privat! Zutritt nur gegen Bezahlung"
    > versteckt, die man einzeln passieren muss,
    > verkommt das Internet endgültig zur reinen
    > Massen-Verkaufsveranstaltung.
    Du hast noch die Pornografie vergessen. ;) Die hat ja auch ihren Anteil im Netz.

    > Andererseits: Wenn man dann eine Flatrate für den
    > Zugriff auf diese neuen Bezahlinhalte einführte,
    > über die man ungehinderten Zugriff auf die Inhalte
    > aller Anbieter hochwertigen Contents erhält, wäre
    > es akzeptabel.
    Ja. Wäre es wohl. Dann beginnt aber wieder der Streit um die Höhe der monatlichen Gebühr. Und "alle Anbieter" kriegst Du nie unter einen Hut.

    > Aber warum dann nicht gleich eine komplette
    > internationale Kulturflatrate, aus der die
    > Anbieter von Inhalten gleich welcher Art
    > befriedigt werden und gut?
    Nicht durchsetzbar. Bedenke, dass der Journalist an der Wallstreet und der in Mumbai doch recht unterschiedliche Monatsbrutto haben. Dieses alles exakt aufzuschlüsseln düfte so aufwendig werden, dass zunächst ein großer Betrag der Einnahmen auf die Verwaltung und Verteilung verbrannt wird. Und dann weiß ich schon, was die Leute schreien: Ich zahle für die Inhalte, nicht für die Verwaltung...

    Warum macht man es denn nicht wie derzeit noch die http://www.washingtonpost.com ? Dort kann man die Artikel nur im eingeloggten Zustand vollständig lesen. Hierdurch kann man die Interessen der Leser analysieren, erhält Nutzer (und bei Facebook wird ja jeder Nutzer bekanntlich mit einem Wert von ~ 100 USD gehandelt), kann personalisierte Services und Werbung anbieten und refinanziert dadurch ein wenig.

    Dies sollte dann über openID oder meinetwegen auch Google laufen. Datenschutz hin oder her. Läuft ja eh nicht mehr heutzutage. Wer online ist, ist drin.

    Schlußthesen:

    1. Zumindest in Deutschland werden die Webseiten von GEZ-gestützten Webseiten kostenfrei bleiben müssen, da diese vorab bezahlt werden.

    2. Weltweit gibt es einen großen Markt an Newsseiten im Netz. Viele Sprachen, automatisierten Übersetzungstools, etc. Alles wird nicht kostenpflichtig werden.

    3. Prognose: Selbstständige Marktregulierung. Wenn die Preise bei einem gewissen Portal zu hoch sind bleiben die Leser weg und das Portal verschwindet. Die angestellten Journalisten werden sich umsehen müssen. Leser werden auf einige, gute Blogs ausweichen.

    4. Wenn die Einführung von Entgelten dazu führt, dass weniger Leute die Bildzeitung lesen, dann unterstütze ich dieses Vorhaben ausdrücklich.

    Die fetten Jahre sind vorbei! Musikindustrie,

  13. Re: Bild & Qualitätsjournalismus ?

    Autor tomek 09.08.09 - 11:48

    Windows Puh schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Abschreiben geht anders.

    Jupp... in etwa so: http://www.bildblog.de/9610/was-journalismus-von-pr-unterscheidet/

  14. Re: Bild & Qualitätsjournalismus ?

    Autor John2k 10.08.09 - 09:02

    Sobald meine besuchten Newsseiten Geld dafür wollen, dass ich mir ihre Werbung anschaue, dann widme ich mich anderen Freizeitbeschäftigungen.
    Ich denke ich kann auf das Internet verzichten und diese auch auf mich. Vielleicht ist es gar keine so schlechte Entwicklung und mehr Menschen werden dann in den Park gehen und sich hinsetzen, um Zeitschriften zu lesen oder so^^

  15. Re: Bild & Qualitätsjournalismus ?

    Autor nicoledos 10.08.09 - 10:17

    > Warum auch nicht? Artikel zu schreiben ist
    > aufwendig und will bezahlt sein. Mit
    > Online-Werbung kommt man da nicht weit.
    >

    Wenn ich auf die Seiten der Presse gehe, da ist kaum mehr eigenes Angebot vorhanden. Kleinanzeigen, Stellenmarkt, Kontaktbörsen, Immobilienanzeigen, ... alles alles nur Weiterleitungen zu den teuersten "kommerziellen Anbietern" im Netz. Genau so verlieren die Blätter ihre Attracktivität und werden beliebig, zumal die Nachrichten meist direkt von den Agenturen kommen.

    Natürlich würde jemand auch für die Dienste bezahlen, doch hier gibt man das Heft in die Hand der üblichen Dienste.

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