Nach dem LiveSearch-Flop - das war nun wirklich völlig unbrauchbar - nutze ich mittlerweile Google und Bing praktisch immer parallel. Microsoft hat mit Bing in relativ kurzer Zeit ein erstaunlich gutes Produkt abgeliefert. Inzwischen erscheinen mir die Suchergebnisse von Bing durchaus gleichwertig.
Die Luft könnte für Google sehr schnell dünn werden, denn bis heute kann ich neben der Suchmaschine kein Geschäftsmodell erkennen, dass ausgereift und wirtschaftlich erfolgsversprechend wäre. Dinge wie Buzz und Wave sind maximal eine nette Spielerei, aber man braucht sie nicht wirklich.
Googles Strategie des "Wir bringen alles vom Desktop irgendwie ins Internet, nur langsamer und schlechter", ist nicht wirklich nachhaltig. Sie versuchen, in allen möglichen Marktsegmenten mitzumischen, aber nirgendwo wirklich gut. Google ist eine AG, und wenn ich Aktionär wäre, würde ich schon langsam mal die Frage stellen, womit Google Geld verdienen will, wenn das Quasi-Monopol im Suchmaschinenbereich einmal fallen sollte.
quasi11 schrieb:
> Die Luft könnte für Google sehr schnell dünn werden, denn bis
> heute kann
> ich neben der Suchmaschine kein Geschäftsmodell erkennen, dass
> ausgereift
> und wirtschaftlich erfolgsversprechend wäre. Dinge wie Buzz
> und Wave sind
> maximal eine nette Spielerei, aber man braucht sie nicht
> wirklich.
Das habe ich zu Googles Börsengang vor einigen Jahren irgendwie schon einmal gelesen. Damals wurde Google keine Zukunft eingeräumt, weil sich mit einer kostenlosen Suche kein Geld verdienen liesse.
Ihr liegt beide falsch, die Suche ist nicht kostenlos und Googles Produktschleuder ergibt durchaus Sinn. Für jeden G-Dienst braucht man einen Account und Google kann mit jedem Produkt Daten über dessen Benutzer sammeln. Diese Daten können verwendet werden, um die Werbung personenspezifisch anzupassen. Jemand, der nach Abnehmprodukten sucht, nach Abspeckkliniken bei Maps, bei Abspecktipps bei der Blogsuche usw. hat vermutlich ein Gewichtsproblem und ist für entsprechende Werbung eher suggestiv als jemand, der nach Sehhilfen sucht, um nur ein ganz banales Beispiel zu nennen. Der einzige große Werbemarkt, der noch nicht nennenswert erschlossen ist, ist der personenspezifische Markt, dafür kann man deutlich höhere Gebühren verlangen als für unspeifische oder kontextsensitive Werbung.
Quelle zum Thema
http://www.oliveira-online.net/wordpress/index.php/2010/01/11/was-will-google/
Das mit der Datensammlung trifft übrigens genauso auf Microsoft und andere Anbieter kostenloser Onlinedienste zu. Allerdings liegt man momentan voll im Trend, wenn man nur Google als Datenkrake bezeichnet und die Tatsache bei den anderen Anbietern völlig ignoriert, obwohl sie keinen Deut besser sind.
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