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Was die Presse aus seriöser Astrophysik macht

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  1. Was die Presse aus seriöser Astrophysik macht

    Autor joe43 12.10.12 - 22:56

    Heute hat die Frau Professor Doktor in meiner Astrophysik-Vorlesung diesen Artikel direkt angesprochen.
    Nur soviel: Wie schon gesagt wurde ist letztlich nur einiges über Größe bzw. Masse des Planeten bekannt (der übrigens schon 2004 entdeckt wurde), und man weiß etwas über seine ungefähre Oberflächentemperatur.
    Eine von vielen vielen vielen theoretischen Überlegungen zu der Zusammensetzung des Planeten erwähnt, dass ein sehr hoher Kohlenstoffgehalt möglich ist.
    DAS IST ALLES!!!
    Irgendein pressemensch hat wohl mal gelesen, dass Diamanten aus Kohlenstoff bestehen und in die Welt gesetzt, was sich jetzt wie eine Flutwelle verbreitet: Planet aus Diamant entdeckt!
    Wer in den Originalartikel guckt wird dort nirgendwo das Wort "Diamant" finden. (Ich habe ihn leider selber noch nicht gefunden, ich zitiere also bloß meine Professorin)

    Und jetzt kommt der Hammer: Meine Professorin wurde heute Morgen von einem Zeitschriften-Redakteur angerufen, der ERNSTHAFT gefragt hat, wann wir denn zu dem Planeten hinfliegen könnten und wie lange das wohl dauern würde. Auf ihre Antwort, bei der momentanen Technik würde der Flug etliche tausend Jahre dauern sagte der Redakteur völlig überrascht, dass er nun seinen Artikel korrigieren müsse.

    Echt faszinierend, wie Presse so funktioniert.

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  2. Re: Was die Presse aus seriöser Astrophysik macht

    Autor PizzaPill 13.10.12 - 09:21

    Kurze Frage: Du sagst der Planet wurde schon 2004 entdeckt. Warum gabs dann 2011/12 so ein großes Brimborium das man die ersten Exoplaneten entdeckt hat? Ich dachte vorher hätte man noch gar keine Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems nachweisen können?

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  3. Re: Was die Presse aus seriöser Astrophysik macht

    Autor joe43 13.10.12 - 11:20

    Naja, Himmelskörper an sich (auch kleinere) finden sich ja schon länger, auch außerhalb unseres sonnensystems, vor allem wenn sie so wie dieser andauernd vor ihrer sonne her fliegen. Nur diese genauer zu bestimmen als z.B. exoplanet ist so eine Sache. Unser pseudodiamat ist halt 2004 aufgefallen als "da ist irgendwas" und jetzt konnte man ihn halt genauer bestimmen.

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  4. Re: Was die Presse aus seriöser Astrophysik macht

    Autor PizzaPill 13.10.12 - 12:12

    Verstehe, danke das Du das für mich erklärt hast ;)

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  5. Re: Was die Presse aus seriöser Astrophysik macht

    Autor Paykz0r 13.10.12 - 22:08

    PizzaPill schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kurze Frage: Du sagst der Planet wurde schon 2004 entdeckt. Warum gabs dann
    > 2011/12 so ein großes Brimborium das man die ersten Exoplaneten entdeckt
    > hat? Ich dachte vorher hätte man noch gar keine Planeten ausserhalb unseres
    > Sonnensystems nachweisen können?

    Zitat aus Wikipedia:
    "Bereits in den 1980er-Jahren wurden die ersten Exoplaneten entdeckt, aber damals entweder als Brauner Zwerg klassifiziert (HD 114762 b) oder aufgrund der noch ungenügenden Messgenauigkeit zwischenzeitlich wieder verworfen"

    http://de.wikipedia.org/wiki/Extrasolarer_Planet

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  6. Re: Was die Presse aus seriöser Astrophysik macht

    Autor thomato 14.10.12 - 17:22

    Dann hat deine Frau Professor Doktor entweder nicht richtig gelesen, kann kein Englisch oder lügt ganz einfach.

    Zitat: “This is our first glimpse of a rocky world with a fundamentally different chemistry from Earth,” said lead researcher Nikku Madhusudhan, a Yale postdoctoral researcher in physics and astronomy. “The surface of this planet is likely covered in graphite and diamond rather than water and granite.”

    Quelle: news.yale.edu/2012/10/11/nearby-super-earth-likely-diamond-planet

    Yale ist die Universität an der die Studie durchgeführt wurde.

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  7. Re: Was die Presse aus seriöser Astrophysik macht

    Autor a user 15.10.12 - 10:56

    Ich hatte erst die Vermutung, dass die Profesorin sich vieleicht auf den Wissenschaftsartikel (Paper) bezieht und nicht auf den Yale-Zeitungsartikel (auch wenn es ne Unizeitung ist, so sind die Journalisten dort oft auch nur populistisch).

    Also hab ich nach dem Paper gesucht:
    http://arxiv.org/abs/1210.2720

    Und dort wird auch das Diamantvorkommen angesprochen. Zwar nicht so spektakulär aber es wird. Insofern scheint die Profesorin des TE quatsch zu erzählen.

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