Selbst in den USA haben die öffentlichen Auftraggeber begonnen sich ökologisch zu orientieren und kauft z.B. Hybrid-Polizeiwagen. Da hat dann Frau Künast schon Recht, dass unsere öffentliche Hand (übrigens ist das nicht die Politik sondern sowas wie das Landschaftsbauamt, die Stadtwerke, Bauhof und Ähnliches) als Vorbildfunktion die ökologischeren Produkte einkaufen sollte, sofern sie bei antizipierter Nutzungsdauer einen mindestens gleichgroßen Nutzen bringen. Und natürlich sollten sie ökonomisch nicht völliger Unsinn sein, sonst kommt (zu Recht) der Bund der Steuerzahler. Aber auch politische Ziele kosten etwas Geld und im Endeffekt ist es doch besser, wenn der Staat Beta-Tester ist als wenn es die Bürger sein müssen oder?
Für Subventionen bin auch ich nicht, aber die werden gar nicht oder kaum nötig sein, wenn laut konservativen Prognosen in 40-50 Jahren das Öl, wenn nicht ganz alle, doch zumindest nur noch ein Luxusgut für Wenige sein wird...
Ist übrigens mal jemand auf die Idee gekommen, dass es vielleicht insgesamt trotz aller technischen Probleme ökonomisch günstiger sein könnte, jetzt Schritt für Schritt (Plug-In Hybrids und Biosprit) umzusteigen als auf einmal ganz plötzlich binnen sehr kurzer Zeit? Mal ganz davon abgesehen, dass sich mit Technologieführerschaft auch noch Geld verdienen ließe... Ein sanfter Übergang bedeutet nämlich auch noch eine längere Verfügbarkeit des Rohöls, was mittelfristig die Kosten für Öl zumindest nicht völlig explodieren lässt und damit Geld für die Entwicklung des technologischen Wandels vorhanden bleibt.
Nicht auszudenken, was für eine Ölkrise wir noch bekommen werden angesichts der Menge an Produkten/Dienste, für die wir aktuell Öl brauchen... Antriebsenergie ist nur eines: Motorschmierung, Basis für Kosmetik, Technik, Chemie, Medikamenten, Nutzung in Herstellungsprozessen etc. bei denen wir Durchschnittsbürger nie an Öl denken würden brauchen alle Öl und auch synthetisches Öl muss erstmal teuer hergestellt werden (http://de.wikipedia.org/wiki/Synthetisches_%C3%96l), von der Umweltfreundlichkeit dieses Prozesses mal ganz zu schweigen (Coal-to-Liquid: http://de.wikipedia.org/wiki/Kohleverfl%C3%BCssigung)-Baut China grad im großen Stil auf.
Ich wage die Prognose, dass wir irgendwann nicht mehr in Jahren nach Christus sondern in Jahren nach dem Ölende rechnen werden, so nachhaltig wird das unsere Welt verändern. Bin mal auf Transatlantikreisen gespannt nach dem Öl, da wird dann das gute alte Segelboot wieder ausgepackt, da ohne Öl kein Flugzeug und kein Schiff und vieles mehr. Daher ist es wichtig JETZT Alternativen zu entwickeln, auch wenn die erstmal teurer sind, als nur "kleingeistig" die Probleme zu sehen und vor lauter Angst vor Mehrkosten und technischer Probleme (Akkus, Ladestationen etc) den Kopf in den Sand zu stecken.
Und jetzt komme bitte niemand und erkläre mir, dass auch Flugzeuge und Schiffe mit Biosprit funktionieren. Das weiß ich, aber hat mal jemand ausgerechnet, wieviel Anbaufläche wir dafür benötigen und was mit den ganzen Böden bei Monokulturen passiert? Ja haben einige Forscher gemacht und halten das für höchst problematisch. Regenwaldabholzung für Palmölplantagen ist schon jetzt ein großes Problem und die erforderliche Düngung der Monokultur-Böden ist sehr teuer.
Also müssen wir die Sonne/Wind/Wellen/Wasser ernten und für weite Reisen wahrscheinlich (zumindest mittelfristig) doch noch auf den Wasserstoff kommen. Die ökonomischen Kosten mögen hoch sein, aber sich gegen natürliche Notwendigkeiten zu wehren hat sowas von Nichtakzeptanz von Regenwetter im Urlaub, den kann man sich auch nicht "wegkaufen", zumindest noch nicht :-)
Übrigens ist es völlig egal welche Partei das sagt...: Es ist notwendig. Das werden wir spätestens im Jahre 4 n.Öl. noch erkennen.
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