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Das Thema ist derart vielschichtig, das wird fast nirgendwo berücksichtigt

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  1. Das Thema ist derart vielschichtig, das wird fast nirgendwo berücksichtigt

    Autor: achkeule 15.10.12 - 12:28

    Ein Problem ist aus Grundkurs Wirtschaftslehre. Es gibt heute einfach keinen Markt der groß genug wäre für ein Geschäftsmodell Elektroauto mit den aktuellen Preisen. Um diesen Markt zu entwickeln wird von vielen nur die Subvention des Kaufpreises als Lösung gesehen. Bezahlen wollen das die Autohersteller auf keinen Fall, weil Sie ja schon ein funktionierendes Geschäftsmodell mit Verbrennungsmotoren haben, das vom Staat auch kaum beeinträchtigt wird.

    Elektroautos haben eigentlich nur Nachteile für die Automobilindustrie. Ihr fehlt das Know-How, Sie müssen also teuer die Motoren zukaufen und dazu ist das Elektroauto auch noch derart einfach aufgebaut, das den Vertrags-Werkstätten schon der Angstschweiß auf der Stirn steht.

    Sie spielen einfach seit Jahren mit, indem Sie alle paar Jahre einen neuen Prototypen zeigen, den es bald zu kaufen gibt, um "bereit" zu sein, falls sich der Markt für Elektroautos wider erwarten vergrößern sollte. Diese Testfahrzeuge werden dazu auch noch aus Steuergeldern bezahlt.

    Der Beitrag ist ohne Anspruch auf Vollständigkeit

  2. Re: Das Thema ist derart vielschichtig, das wird fast nirgendwo berücksichtigt

    Autor: Raistlin 15.10.12 - 16:32

    Ich stimme dir da zu.
    Aber was wäre der Lösungsvorschlag? Beschneidung der Hersteller durch den Staat? Förderung beim Kauf durch den Staat? EU Beschluss?

  3. Re: Das Thema ist derart vielschichtig, das wird fast nirgendwo berücksichtigt

    Autor: achkeule 15.10.12 - 17:17

    Da kann ich, oh Wunder, auch keine realistische Lösung anbieten. Der deutsche Staat will die deutschen Automobilkonzerne und Zulieferer natürlich nicht behindern, der Arbeitsplätze wegen. Deshalb wird auf europäischer Ebene durch Deutschland auch jegliche Maßnahme behindert oder zumindest abgemildert.

    Mal ganz davon abgesehen ist die millionenfache Herstellung von großen Akkus ein viel größeres Umweltrisiko, wenn man sich den Abbau von Seltenen Erden genauer anschaut, als das Fahren von privaten PKWs und deren CO2-Ausstoß je an Problemen für das Klima verursachen könnte.

  4. Re: Das Thema ist derart vielschichtig, das wird fast nirgendwo berücksichtigt

    Autor: Ach 16.10.12 - 05:17

    Das Problem mit den Seltenen Erden betrifft doch nicht moderne Lio Akkus, oder? So viel ich weiß, sind die Seltenen Erden unumgänglich zum magnetisieren starker Permanentmagneten. Und da gibt es inzwischen Motorsteuerungen die so geschickt geschaltet sind, dass sie ohne diese Magneten auskommen, weil ihr Stator wie Rotor aus Spulen bestehen, also Seltene Erden frei sind.

    Bleibt noch das Problem mit der Arbeitswelt, eine echte Nuss. Da aber der Übergang vom Verbrennungsantrieb zum Elektrofahrzeug allmählich geschieht, bleibt der Industrie einiges an Zeit um sich umzuorientieren. Zu lange sollte sie aber auch nicht warten um den Zug nicht zu verpassen. Der Wegfall betrifft aber auch nicht alle Fahrzeugsparten. Lastwagen, Schiffe und natürlich auch Flugzeuge und deren Antriebe werden uns noch auf unabsehbare Zeit begleiten.

    In Bezug auf Batterien finde ich ja sehr interessant, dass gerade die Massenfertigung großer Akkupakete in .de ein breites Forschungsgebiet darstellt. Es ist auch eine wahrliche technische Herausforderung, weswegen selbst nach Jahren noch viel Handarbeit im Fertigungsprozess nötig ist. Für bestimmte und kritische Arbeitsschritte wurden schlicht noch keine Automaten erfunden. Am Ende winken aber demjenigen dem es als erstes gelingt hohe Gewinne, da im Moment die Materialkosten der Akkus nur eine Drittel des Preises ausmachen und den Rest die teure Fertigung mit ihrem Handarbeitsanteil. Wäre in meinen Augen ein interessantes Gebiet für .de, denn Akkutechnik ist zu komplex als dass sie so leicht nachgeahmt werden könnte wie die Solarzellentechnik. Das wäre zumindest ein teilweiser Ausgleich für die verlorenen Arbeitsplätze. Es ist also interessant, dass man in Asien nicht an der Spitze steht. Rein vom Gefühl her hatte ich dass immer anders gedacht. :]

    Zwei Hersteller sind mir bekannt:
    Litec:
    >http://www.auto-motor-und-sport.de/eco/batterie-fertigung-ein-besuch-bei-akku-hersteller-litec-1445935.html
    und natürlich die Kolibri AG, also die mit dem kritisch beäugtem Rekordfahrzeug:
    >http://www.kolibri-ag.com/


    Insgesamt hört sich Akkutechnik für viele Ohren wohl noch etwas sehr exotisch an, man darf aber nicht vergessen, dass, sollte es wirklich zur Massenfertigung von Elektroautomobilen kommen, sich Batterietechnik zu einem Boommarkt entwickeln wird. Und in diesem Fall werden Fahrzeuge nicht die einzigen Abnehmer bleiben. Man sollte also die Augen offen halten.

    Ein Video über die Großforschung in Karlsruhe:
    >http://www.hyperraum.tv/2012/01/26/kit-competencecenter/

  5. Re: Das Thema ist derart vielschichtig, das wird fast nirgendwo berücksichtigt

    Autor: Clown 16.10.12 - 08:55

    Lithium ist zwar nicht ultraselten, der Gewinnungsprozess aber umso schwieriger, weil das Lithium in der Erdkruste stark verteilt ist.
    Auf lange Sicht ist die Li-Ion Technologie also auch nicht das Gelbe vom Ei.

  6. Re: Das Thema ist derart vielschichtig, das wird fast nirgendwo berücksichtigt

    Autor: Ach 16.10.12 - 18:25

    Also mit Lithium(sry dass ich das anfangs falsch geschrieben habe) ist es nicht so wie mit Selen und anderen Spurenelementen. Es ist eher so, dass Lithium bis vor wenigen Jahren eher nur selten zum Einsatz kam, und als man sich dann über die Mengen bewusst wurde die zur elektrischen Mobilisierung der Welt nötig wären, die Skepsis in der Ingenieurs- und Presswelt um sich griff. Je mehr man sich aber, und eigentlich das erste mal, wirkliche Gedanken darüber machte große Mengen von dem Element zu erschließen, um so mehr poppten neue Fundstellen und Fördermöglichkeiten aus dem Boden auf. Inzwischen sieht man der Herausforderung eher gelassen entgegen. Nicht zu vergessen: Lithium selber ist zu 100% recycelbar, es geht dem Kreislauf also nicht mehr verloren nachdem es gefördert wurde.

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