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Die Realität ist viel banaler

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  1. Die Realität ist viel banaler

    Autor BalouBear67 07.12.12 - 01:51

    Glasfaser? Fibre-to-the-home? 50 MBit? 100Mbit? Klingt für mich als Einwohner einer niedersächsischen Kreisstadt wie die Mission to Mars - it's a possibility!

    Telekom bietet mir hier einen 3000er Anschluss an - auf Nachfrage, ob das ausgebaut wird, erhielt ich die Antwort: In absehbarer Zeit nicht.

    Jetzt bin ich bei Kabel Deutschland und habe wenigstens eine 32000er-Verbindung. Was für mich als Privatperson vielleicht nicht kriegsentscheidend ist - aber auch Unternehmen bekommen hier nicht mehr. Und damit kommen eben keine Unternehmen in unsere Region, sondern siedeln sich woanders an - und das wiederum hat eine unmittelbare Auswirkung auf die Region.

    Schön also, wenn die Telekomiker in Ballungszentren wie Berlin, Hamburg oder München die Welle machen - die Fläche bleibt aussen vor und kann zusehen, wie sie im Netz dran bleibt. Freunde, wenn Ihr Entertain verkaufen wollt, dann müsst Ihr auch die Bandbreite dazu anbieten - ich würd Euch das ja sogar abkaufen, aber nur, wenn ihr mir auch die Bandbreite ins Haus legt... wozu soll ich einen 7er-BMW erwerben, wenn in meiner Region nur Feldwege existieren? Dann werde ich doch besser Kunde bei Fendt und kauf mir einen Vario

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  2. Re: Die Realität ist viel banaler

    Autor barforbarfoo 07.12.12 - 07:06

    Warum soll bei die Telekom was tun, warum schimpfst du nicht auf Vodafone ?

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  3. Re: Die Realität ist viel banaler

    Autor Otakon32 07.12.12 - 08:30

    Ich wohne auch in einer "Kreisstadt" in Niedersachsen, hier kann die Telekom nicht einmal eine 1Mbit Leitung zur Verfügung stellen (zuviele Multiplexanschlüsse), UMTS/LTE sind auch nicht verfügbar.
    Von Kabel können wir hier auch nur träumen. Die einzige Chance hier "relativ" schnell ins Internet zu kommen bietet nur Eplus per UMTS an, dies ist allerdings auch der einzige Anbieter, welcher sein Netz ausgebaut hat.

    Trotz Ausbau einer durch Fördermittel unterstützten Firma hat es für die Ecke nichts gebracht, sprich es gibt weder mehr noch schnellere DSL Anschlüsse.

    Wir haben hier im Umfeld viele ungenutzte Gewerbegebiete, verständlich, dass sich kaum eine Firma ansiedeln mag, wenn die Kommunikationsnetze noch auf dem Stad von vor 10-20 Jahren sind.

    Von daher, bevor hier groß 200 MBit an Download-raten geplant werden, sollte man einfach mal sehen, wieweit es überhaupt DSL gerade im Ländlichem Raum gibt und dort evtl ein wenig ausbauen.

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  4. Re: Die Realität ist viel banaler

    Autor 7hyrael 07.12.12 - 08:40

    Seh aus dem ganzen mist nur 2 wege raus:
    1. es wird ein zwangszusammenschluss aller großen provider gebildet (telekom, vodafone, o2, 1&1 usw..) die alle in einen topf einzahlen müssen wenn sie ein nutzungsrecht der leitungen wollen.
    2. die netze werden den besitzern enteignet und diese bekommen eine art "guthaben" für die weitere nutzung.

    anschließend kümmert sich wieder der staat drum. aber hier ist das 2. problem...
    infrastruktureller ausbau durch deutsche, staatliche einrichtungen ist heute in etwa so aussichtsreich wie die griechenland-geschichte. Ein milliardengrab, wo geld in löchern und gruben versickert, wo es eigentlich gar keine gab.

    der staat reguliert an dieser stelle einfach falsch, viel zu wenig oder bereits viel zu sehr, was es den providern unattraktiv macht, auszubauen.

    ein gesetz, das alle provider dazu verpflichtet ihren kunden bis 2014 min. eine 32MBit leitung, die auch das bringt was drauf steht, oder den anschluss kostenlos zur verfügung zu stellen zu müssen könnte beispielsweise helfen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 07.12.12 08:41 durch 7hyrael.

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  5. Re: Die Realität ist viel banaler

    Autor Raulsinropa 07.12.12 - 08:58

    Vodafone hat nicht die "letzte Meile" vom Steuerzahler geschenkt bekommen.
    Die Telekom hockt doch auf den Leitungen und kommt nicht aus dem Knick.

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  6. Re: Die Realität ist viel banaler

    Autor norinofu 07.12.12 - 08:59

    > Wir haben hier im Umfeld viele ungenutzte Gewerbegebiete, verständlich,
    > dass sich kaum eine Firma ansiedeln mag, wenn die Kommunikationsnetze noch
    > auf dem Stad von vor 10-20 Jahren sind.

    Das liegt sicher nicht nur an den Kommunikationsnetzen bzw. fehlendem oder langsamen DSL Anschluss.
    Es gibt (für Firmen) durchaus auch andere Möglichkeiten einen Datenanschluss - auch von der DTAG - zu bekommen, nur eben nicht für 30 EUR im Monat.

    Ich wohne übrigens in einem 800 Einwohner Kaff in BaWü, bekomm aber immerhin DSL 16000. Warum? Weil unser Bürgermeister den A... in der Hose hatte und mit der Telekom den Ausbau vorangetrieben hat.

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  7. Re: Die Realität ist viel banaler

    Autor Overlord 07.12.12 - 09:16

    Ich bin für die technische Planung meines Unternehmens zuständig und glaub mir - es spielen ganz andere Faktoren eine Rolle wo sich ein Unternehmen ansiedelt. Und die Technik gehört meist eher zu den letzteren Faktoren worüber man sich Gedanken macht.

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  8. Re: Die Realität ist viel banaler

    Autor anwelti 07.12.12 - 09:26

    Und vergleicht nicht Privat mit Business-Produkten

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  9. Re: Die Realität ist viel banaler

    Autor Vradash 07.12.12 - 10:42

    norinofu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich wohne übrigens in einem 800 Einwohner Kaff in BaWü, bekomm aber
    > immerhin DSL 16000. Warum? Weil unser Bürgermeister den A... in der Hose
    > hatte und mit der Telekom den Ausbau vorangetrieben hat.

    Kannst du uns den mal ausleihen? :D

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  10. Re: Die Realität ist viel banaler

    Autor soulflare 07.12.12 - 11:33

    Raulsinropa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vodafone hat nicht die "letzte Meile" vom Steuerzahler geschenkt bekommen.
    > Die Telekom hockt doch auf den Leitungen und kommt nicht aus dem Knick.

    Die "Deutsche Bundespost Telekom" ist in eine Aktiengesellschaft (Deutsche Telekom AG) übergangen. Zunächt gehörten alle Anteile dem Bund. Der Bund hat seine Anteile dann verkauft, und dafür eine Menge Geld bekommen. Niemand hat hier Leitungen geschenkt bekommen.

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  11. Re: Die Realität ist viel banaler

    Autor TTX 07.12.12 - 12:11

    Ist bei mir ähnlich, unsere Dörfer haben sich zusammengeschlossen und nun wird Glasfaser bis in den Keller gelegt...also gibt es bald 100Mbit Anschlüsse. Auch selber initiiert.

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  12. Re: Die Realität ist viel banaler

    Autor u21 07.12.12 - 12:40

    soulflare schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Raulsinropa schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Vodafone hat nicht die "letzte Meile" vom Steuerzahler geschenkt
    > bekommen.
    > > Die Telekom hockt doch auf den Leitungen und kommt nicht aus dem Knick.
    >
    > Die "Deutsche Bundespost Telekom" ist in eine Aktiengesellschaft (Deutsche
    > Telekom AG) übergangen. Zunächt gehörten alle Anteile dem Bund. Der Bund
    > hat seine Anteile dann verkauft, und dafür eine Menge Geld bekommen.
    > Niemand hat hier Leitungen geschenkt bekommen.

    Was haben die "Anschaffungskosten" der AG für die betrieblich genutzten Leitungen mit den Kosten der (neuen) Gesellschafter für Anteile an der AG miteinander zu tun?

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  13. Re: Die Realität ist viel banaler

    Autor y.m.m.d. 07.12.12 - 15:19

    7hyrael schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Seh aus dem ganzen mist nur 2 wege raus:
    > 1. es wird ein zwangszusammenschluss aller großen provider gebildet
    > (telekom, vodafone, o2, 1&1 usw..) die alle in einen topf einzahlen müssen
    > wenn sie ein nutzungsrecht der leitungen wollen.
    > 2. die netze werden den besitzern enteignet und diese bekommen eine art
    > "guthaben" für die weitere nutzung.
    >
    > anschließend kümmert sich wieder der staat drum. aber hier ist das 2.
    > problem...
    > infrastruktureller ausbau durch deutsche, staatliche einrichtungen ist
    > heute in etwa so aussichtsreich wie die griechenland-geschichte. Ein
    > milliardengrab, wo geld in löchern und gruben versickert, wo es eigentlich
    > gar keine gab.
    >
    > der staat reguliert an dieser stelle einfach falsch, viel zu wenig oder
    > bereits viel zu sehr, was es den providern unattraktiv macht, auszubauen.
    >
    > ein gesetz, das alle provider dazu verpflichtet ihren kunden bis 2014 min.
    > eine 32MBit leitung, die auch das bringt was drauf steht, oder den
    > anschluss kostenlos zur verfügung zu stellen zu müssen könnte
    > beispielsweise helfen.

    Damit die Anbieter dann "theoertisch bis zu 32MBit/s" LTE-Stationen in die schwarzen Flecken werfen und alle weiter fluchen? Ich halte eine (reine) Geschwindigkeitsvorgabe nicht für praktikabel.
    Die Telko-Unternehmen müssen in Technik der Zukunft investieren und keine Milliarden in weitere Kupfer-Leitungen oder Frickel-Lösungen investieren.

    Ich habe es sowohl mit Arcor (Internet über Festnetz-Telefon) als auch bei E-Plus (Internet über Mobiles-Netz) mitbekommen wie die Anbindung am selben Ort zu den selben Zeiten mit den selben Endgeräten stetig schlechter geworden ist.
    Erklärung? Mehr Kunden, kein Ausbau.
    Bei beiden Firmen ging es so weit das irgendwann das Netz komplett zusammengebrochen ist. Bei Arcor hatte ich zeitweise über mehr als 2 Monate kein Internet mehr, bei E-Plus mehrmals Stundenlang gar kein Netz mehr (nicht einmal zum Telefonieren).

    Nun bin ich bei keiner der beiden Firmen mehr Kunde und werde diese in Zukunft meiden. Da kann mir die "Kundenrückgewinnungs-Hotline" auch noch so in den Arsch kriechen und mit Gutschriften wedeln.
    Wer nicht bereit ist in die Zukunft zu investieren, der hat keine Zukunft.

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  14. Re: Die Realität ist viel banaler

    Autor soulflare 07.12.12 - 16:16

    u21 schrieb:
    -------------------------------------------------------------------------------->
    > Was haben die "Anschaffungskosten" der AG für die betrieblich genutzten
    > Leitungen mit den Kosten der (neuen) Gesellschafter für Anteile an der AG
    > miteinander zu tun?

    Es ging darum, dass behauptet wurde (indirekt), der Bund hätte der Telekom AG damals die (vom Steuerzahler bezahlten) Leitungen der Post einfach "geschenkt". Das ist leider so eine Geschichte die nicht totzukriegen ist, die aber so überhaupt nicht stimmt.

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  15. Re: Die Realität ist viel banaler

    Autor u21 07.12.12 - 21:31

    soulflare schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > u21 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > ----->
    > > Was haben die "Anschaffungskosten" der AG für die betrieblich genutzten
    > > Leitungen mit den Kosten der (neuen) Gesellschafter für Anteile an der
    > AG
    > > miteinander zu tun?
    >
    > Es ging darum, dass behauptet wurde (indirekt), der Bund hätte der Telekom
    > AG damals die (vom Steuerzahler bezahlten) Leitungen der Post einfach
    > "geschenkt". Das ist leider so eine Geschichte die nicht totzukriegen ist,
    > die aber so überhaupt nicht stimmt.

    Worum es geht, war mir schon klar.
    NUR, was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?
    DAS war doch meine Frage.

    Will sagen:
    Wenn der Bund es zulässt, dass die Telekom AG die Leitungen im Erdreich wie Eigentum betrieblich (nicht hoheitlich als Bundespost) nutzt und die Telekom dafür kein Entgelt entrichten musste, dann hat die AG nichts dafür bezahlt.

    Wenn der Bund "anderen Leuten" Anteile an der AG verkauft, dann haben diese als neue Gesellschafter für ihre Anteile Anschaffungskosten. Diese Anschaffungskosten sind für den Bund als (Noch-)Gesellschafter "persönliche" Einnahmen und haben grundsätzlich nichts mit der betrieblichen Gewinn (oder Verlust) der AG zu tun.

    Daher sehe ich hier in dem Hinweis auf die EINNAHMEN des Bundes keinen Beleg für eine entgeltliche Anschaffung der Leitungen (AUSGABEN) durch die AG.

    Der Bund hat bei dieser Sache (!) Geld von den Neuaktionären erhalten, aber eben nicht von der Telekom.

    Also: Bitte ein echtes Argument für die behaupteten Anschaffungskosten der AG nennen...

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