1. Foren
  2. » Kommentare
  3. » Wissenschaft
  4. » Alle Kommentare zum Artikel
  5. » Ohne FTTH: 24 Millionen Telekom…

Der Teufel *** auf den größten Haufen

Anzeige
  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Der Teufel *** auf den größten Haufen

    Autor /mecki78 19.11.12 - 12:27

    So sagt zumindest ein altes Sprichwort; aber schön zu sehen, dass es sich immer wieder bewahrheitet.

    Während auf dem Land nach wie vor viele gar kein DSL haben können, einige froh sind, dass sie DSL haben, auch wenn sie kaum über 1 MBit/s erreichen und andere gerade mal 10 MBit/s zu total überzogenen Preisen haben können, bekommen jetzt als die Leute, die bisher *NUR* 50 MBit/s haben konnten (ach die Armen, wie bedauerlich!) also 100 MBit/s hinterher geschmissen.

    Mit anderen Worten: Die, die heute schon unglaublich viel haben, die bekommen jetzt noch viel mehr und die, die heute fast gar nichts haben, haben auch in Zukunft fast gar nichts. Das gilt natürlich nicht nur für schnelles Internet, erstaunlicher Weise passt dieser Satz auf sehr vieles, aber sozial oder gerecht ist es dennoch nicht.

    Was kann man dagegen tun? Das Problem ist nicht, dass der Ausbau der ländlichen Regionen so viel kostet, das Problem ist, dass er so wenig einbringt, d.h. bis die Kosten wieder rein kommen, dauert es ewig. In Städten hingegen kostet der Ausbau häufig viel mehr, aber das ist egal, denn hier kommt das Geld auch 10x schneller wieder rein. Aber 10x so viel für den gleichen Anschluss am Land zu verlangen, ist natürlich auch keine Lösung.

    Ich bin nach wie vor dafür eine Steuer einzuführen. Zuerst wollte ich die an der Geschwindigkeit ausrichten, also wer 50 MBit/s hat zahlt mehr als wer nur 25 MBit/s hat und der zahlt mehr als jemand der nur 16 MBit/s hat, usw., aber das wäre auch unfair, denn viele bekommen ja gar nicht so viel Geschwindigkeit, wie sie auf dem Papier eigentlich haben sollten. Daher muss sie sich nach dem tatsächlichen Datenvolumen richten, dass jemand empfangen/senden konnte. Mein Vorschlag: Jeder der mehr als 10 MBit/s theoretisch bekommen könnte (egal ob er diese auch wirklich bekommt) muss pro GB Daten 5 Cent Steuern zahlen. Das macht als 50 Cent bei 10 GB, 1 Euro bei 20 GB, 5 Euro bei 100 GB, usw. Dieses Geld darf ausschließlich für den Breitbandausbau verwendet werden, d.h. von diesem Geld werden LWL Leitungen am Land gezogen. Ziel ist es natürlich, dass die Leute dort auch über 10 MBit/s bekommen, da sie sonst ja keine solche Steuer zahlen würden.

    Wer dieser Steuer gänzlich entgehen will, der kann sich ja einen DSL Anschluss mit nur 3 oder 6 MBit/s holen, dann wäre er komplett von dieser Steuer befreit. Leute die nur diese neue 10 MBit/s Satellitenverbindung haben, sind auch befreit, DSL 16 MBit/s Nutzer hingegen müssten zahlen. Wer weniger als 1 GB pro Monat Traffic hat muss auch nie etwas zahlen. Für die meisten Leute dürfte die Abgabe bei 2-3 Euro im Monat liegen, dennoch dürften 3-stellige Millionenbeträge pro Jahr dabei heraus kommen (ich schätze mal so 300-500 Mio Euro pro Jahr).

    Alle paar Jahre würde man diese Steuer anpassen, d.h. irgendwann hebt man z.B. die Grenze dann von 10 MBit/s auf 25 MBit/s (weil praktisch schon jeder mehr als 10 MBit/s haben kann) oder weil das durchschnittliche Datenvolumen natürlich auch steigt, könnte man irgendwann statt 5 Cent pro GB nur noch 5 Cent pro 2 GB (oder 2,5 Cent pro GB) verlangen, usw. Ziel ist es immer, dass die Leute, die gerade am wenigsten bekommen (also das langsamste Internet haben) immer nichts zahlen müssen und die Einnahmen dafür verwendet werden, diese Leute (also die unter der Grenze) auf lange Sicht über diese Grenze zu heben, damit man die Grenze hinterher wieder nach oben anpassen kann.

    Was die Verteilung der Gelder angeht, so würde ich sagen, dass jede Gemeinde, die hier Bedarf hat, diesen beim Bund anmeldet und das Geld wird dann zwischen allen Gemeinden mit Bedarf aufgeteilt, wobei hier ein Einwohnerschlüssel zum tragen kommt (also eine Gemeinde mit 1000 Leuten bekommt mehr Geld, als eine mit nur 500 Leuten, usw.). Die Gemeinde wiederum ist verpflichtet die Anbindung auszuschreiben, d.h. sie macht eine Ausschreibung, für die LWL Erschließung eines Gebietes zu einen gewissen Höchstpreis. Melden sich mehrere Anbieter, dann darf sie den günstigsten Wählen, meldet sich keiner, dann muss sie das Geld bei Seite legen und noch ein Jahr warten, worauf der Geldtopf immer weiter anwächst. Irgendwann wird sich jemand finden.

    Um zu verhindern, dass Anbieter in veraltetet Technik investieren, nur um den Geldtopf abzugreifen, muss es noch ein paar Grundregeln geben: Die Anbindung muss prinzipiell über LWL erfolgen (Kupfer ist TOT!), Kupfer darf lediglich für max. die letzten 250 Meter verwendet werden. Das Garantiert Bandbreiten bis 100 MBit/s synchron (also 100 MBit/s Down- und 100 MBit/s Upload) wenn VDSL2 zum Einsatz kommt, siehe hier:
    http://www.bognerpage.at/Technik/ADSL/was_is8.gif

    Wer jetzt sagt, wie unfair, ich muss dann ja ein paar Euro pro Monat mehr bezahlen, nur damit irgend welche Deppen am Land schnelles Internet bekommen. Zum einen sind es "diese Deppen" am Land, die dafür sorgen, dass die Regale in deinem Supermarkt nicht größtenteils leer sind (wo kommt denn der Weizen her, mit dem dein Brot gebacken wird, wo kommt denn der Raps her für dein Bratöl, wo kommt denn dein Obst/Gemüse her, z.B. deine Kartoffeln, deine Zwiebeln, deine Salate?), zum anderen muss jeder von euch ab nächsten Jahr fast 18 Euro Rundfunkgebühr pro Monat zahlen, für ein veraltetes Rundfunksystem, das verglichen mit Internet an Unwichtigkeit kaum zu übertreffen ist, und das um Sender zu finanzieren, deren Zuschauer ein Durchschnittsalter von 60+ Jahren haben; siehe hierzu folgende Statistik:
    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/183279/umfrage/durchschnittsalter-der-fernsehzuschauer-nach-sender/

    Ganz ehrlich, da schaffen wir lieber die Rundfunkgebühr ab und eine Internetsteuer ein, das *spart* dann den meisten Haushalten sogar noch jede Menge Geld pro Jahr (wir reden hier von ca. 150 Euro pro Jahr, die ein durchschnittlicher Haushalt sparen würde).

    /Mecki

    Benutzer wird von Ihnen ignoriert. Anzeigen

  2. Re: Der Teufel *** auf den größten Haufen

    Autor jaykay2342 19.11.12 - 13:29

    Sehr schöne Idee. Dafür brauch man aber keine Steuer. Einfach 2 Regulierungen, die TCom muss alle mit Breitband versorgen. Der Preis ist einheitlich nach MBit/s. Weil sie dann kein Geld mehr mit 1Mbit/s Anschlüssen machen bauen sie dort aus und holen sich das Geld über eine misch Kalkulation wieder rein.

    Benutzer wird von Ihnen ignoriert. Anzeigen

  3. Re: Der Teufel *** auf den größten Haufen

    Autor hachre 23.11.12 - 12:28

    Ja genau noch mehr 'Regulationen' braucht das Land.

    Benutzer wird von Ihnen ignoriert. Anzeigen

Neues Thema Ansicht wechseln


Entschuldigung, nur registrierte Benutzer dürfen in diesem Forum schreiben. Klicken Sie hier um sich einzuloggen


Anzeige

Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


IMHO - Heartbleed und die Folgen: TLS entrümpeln
IMHO - Heartbleed und die Folgen
TLS entrümpeln

Die Spezifikation der TLS-Verschlüsselung ist ein Gemischtwarenladen aus exotischen Algorithmen und nie benötigten Erweiterungen. Es ist Zeit für eine große Entrümpelungsaktion.

  1. Revocation Zurückziehen von Zertifikaten bringt wenig
  2. TLS-Bibliotheken Fehler finden mit fehlerhaften Zertifikaten
  3. Verschlüsselung E-Mail nur noch mit TLS

Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


Test LG L40: Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter
Test LG L40
Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter

Mit dem L40 präsentiert LG eines der ersten Smartphones mit der aktuellen Android-Version 4.4.2, das unter 100 Euro kostet. Dank der Optimierungen von Kitkat überrascht die Leistung des kleinen Gerätes - und es dürfte nicht nur für Einsteiger interessant sein.

  1. LG G3 5,5-Zoll-Smartphone mit 1440p-Display und Kitkat
  2. LG L35 Smartphone mit Android 4.4 für 80 Euro
  3. Programmierbare LED-Lampe LG kündigt Alternative zur Philips Hue an

  1. "Leicht zu verdauen": SAP bietet Ratenkauf und kündigt vereinfachte GUI an
    "Leicht zu verdauen"
    SAP bietet Ratenkauf und kündigt vereinfachte GUI an

    SAP will ein neues Ratenkauf-Modell anbieten und die Benutzeroberfläche einfacher bedienbar machen. Rund 80 Prozent der Kunden von SAP sind kleine und mittelgroße Unternehmen.

  2. Test The Elder Scrolls Online: Skyrim meets Standard-MMORPG
    Test The Elder Scrolls Online
    Skyrim meets Standard-MMORPG

    Es ist so groß wie mehrere Rollenspiele zusammen und bietet auch Soloabenteurern Unterhaltung für Wochen und Monate. Vieles in The Elder Scrolls Online erinnert an Skyrim - und leider noch mehr an das altbekannte Strickmuster gängiger MMORPGs.

  3. AMD-Vize Lisa Su: Geringe Chancen für 20-Nanometer-GPUs von AMD für 2014
    AMD-Vize Lisa Su
    Geringe Chancen für 20-Nanometer-GPUs von AMD für 2014

    Im Gespräch mit Analysten hat AMD-Vizepräsidentin Lisa Su die Hoffnungen auf eine baldige Verkleinerung der Strukturbreite bei Grafikprozessoren ihres Unternehmens gedämpft. Die Nachfolger der R7- und R9-Grafikkarten dürften demnach wohl erst 2015 erscheinen - eine kleine Hintertür ließ sich Su aber offen.


  1. 12:36

  2. 12:00

  3. 05:16

  4. 18:28

  5. 16:31

  6. 12:00

  7. 09:20

  8. 16:32