Ich arbeite in diesem Bereich und weiss nicht nur
was Hilfsmittel für Blinde kosten, sondern weiss auch,
dass die allermeisten Blinden, alte Menschen sind.
Geburtsblinde, oder Leute die erst später ihr Augenlicht
verloren haben(z.B. durch Krankheit oder Unfall), sind
klar in der Minderheit.
Daraus ergibt sich zwangsläufig die Kosten/Nutzen-Frage.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass auf absehbare Zeit
die Kostenträger bereit sein werden, einem z.B. 80Jährigen
Blinden so eine Retina-Prothese(inkl. Operation) zu bezahlen.
Denn dazu sind die heutigen Hilfsmittel im Vergleich, deutlich
billiger.Und selbst da wird seit Jahren an der Preisschraube
gedreht. bzw.müssen Blinde immer häufiger ihren Anspruch
auf ein Hilfsmittel auf dem Rechtsweg einklagen.
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Menschen die keinen Nutzen mehr erbringen sollten eingeschläfert werden, wie Tiere. Das spart noch mehr Geld als wenn man ihnen nur die Behandlung verweigert. Das gesparte Geld kann der Staat dann für sinvollere Dinge einsetzen, z.B. das Retten von Banken oder Wirtschaftssubventionen für reiche Großkonzerne. Dann würde die Kosten/Nutzen Relation im sinne des Kapitalistischen Systems endlich wieder Stimmen. Wäre das nicht wunderbar ?
[Wers nicht versteht, das hier ist finstere Ironie]
1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.08.12 23:53 durch Basisdemokratisch-Freiheitliche-Weltrevolution.
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Ich glaube deine Kosten/Nutzen Rechnung berücksichtigt lange nicht alle Parameter. Blinde wieder sehen zu lassen ist eine der naheliegensten Anwendungsmöglichkeiten. Aber lange nicht die einzige.
Vermutlich lassen sich die Erkenntnisse zum En- und Decodieren des Augensignals zum Hirn auch auf andere Sinnesorgane anwenden. Nicht 1 zu 1, aber helfen wird das sicher.
Wenn wir dann jetzt bei der 'Heilung' von Behinderten bleiben, dann wäre wohl der nächste Schritt passende Hörgeräte bei denen man das hören nicht neu erlernen muss und Protesen mist Tastsinn.
Wenn man aber mal noch einen Schritt weiter geht kommt man bald bei dem an was wir heute noch Cyberpunk nennen. Dann gehört Cyborg nicht mehr zur Kategorie Sience-Fiction, sondern nur noch zu Fiction. Dann werden solche Implantate nicht mehr nur zur Wiederherstellung des Körpers verwendet, sondern auch zur Verbesserung. Und glaub mir, da wird es einen Markt für geben ;-)
Klar ist das alles noch Zukunftsmusik. Genau wie es Smartphones und die heutigen Computer von 20 Jahren auch noch waren. Es ist nun aber erwiesen, dass das ganze durchaus machbar ist!
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Bei Kosten/Nutzen kann man von mehreren Phasen ausgehen:
0. Entwicklungsphase
Zeit bis die ersten für Menschen geeigneten Prototypen vorliegen.
1. Versuchsphase
Nur wenige ausgewählte "Freiwillige" erhalten das noch nicht ausgereifte Produkt Wahrscheinlich sogar teilweise zu Nullkosten, denn um das Produkt wirklich fertig zu entwickeln müssen quasi Versuche am Menschen durchgeführt werden.
2. Einführungsphase
Die Produkte sind noch teuer und teilweise noch nicht völlig ausgereift. Ausserdem ist die Anzahl der dafür befähigten Ärzte noch recht gering.
3. Massenmarkt
Die Technik ist ausgereift genug, daß sich eine Massenproduktion lohnt durch die die Kosten für die nötige Technik deutlich sinken. Die Anzahl der Ärzte, die so einen Eingriff vornehmen können nimmt auch stetig zu. Dadurch sinken dann auch die Kosten. Ob es allerdings jemals auf Krankenschein kommt ist offen.
Bestes Beispiel: Lasertechnik zur Korrektur von Sehfehlern.
Die gab es früher auch nur für wenige Patienten zu hohen Preisen.
Inzwischen wird das schon sehr offensiv vermarktet.
Die Preise sind noch hoch, aber gute Brillen sind auf Dauer auch nicht billig.
Da dürften wir derzeit am Anfang von Phase 3 stehen, während die Entwicklung künstlicher Augen noch bei Phase 0 steht.
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