Warum fühlen sich hier eigentlich alle auf den Schlips getreten und meinen, ihre persönliche Sicht sei viel aussagekräftiger als die Studie einer Universität?
Die Überschrift des Artikels ist gewiss etwas reisserisch, aber der Text ist durchaus interessant. Den Sinn von Prozessoren in CTs, MRTs usw. wird wohl niemand bestreiten. Es wird aber darauf hingewiesen, dass sich die Verwaltungskosten durch den Einsatz von Computern nicht verringert haben. Dieses Ergebnis kann man doch einfach mal so hinnehmen und darüber nachdenken.
Vielleicht haben sich viele Kosten verlagert. Ist es nicht möglich, dass es vor der Einführung der EDV mehr (schlechtbezahlte) Schreibkräfte gab, heute hat man dafür teure Rechner inkl. (gutbezahltem) Admin. Und die Zeit, die durch Neuerlernen von Arbeitsabläufen und Schwächen in der Benutzbarkeit der digitalen Helfer verloren geht, muss natürlich berücksichtigt werden.
Den Nutzen von Computern wird wohl generell niemand bestreiten. Aber ist es nicht möglich, dass es einen Bereich (z.B. Krankenhaus-Verwaltung) gibt, in dem die "Modernisierung" nicht bedingungslos zu einer Verbesserung der Situation beigetragen hat, weil z.B. viele Dinge aus rechtlichen Gründen der Schriftform bedürfen, weil der erfahrene, 60jährige Arzt eben nicht mit einem Tablet-PC umgehen kann? Usability und Effizienzprobleme wurden bereits im Text benannt.
Warum nicht mal kurz darüber nachdenken, ob es nicht auch so sein könnte, wie es im Artikel steht? Oftmals sind die Begründung für die Einführung von EDV Kostenersparnis, Effizienzsteigerung usw. Nun ist es doch interessant, zu wissen, ob dieses Versprechen auch immer eingelöst wird, oder ob man nur EDV einführt, weil es ja moderner als ein Aktenschrank ist und ob aus einem Teil der Verwaltungskosten einfach nur EDV-Kosten geworden sind.
Schlechte Progger proggern keine gute Software, die dem Benutzer hilft.
Man sollte die Android-Progger zwingen, ihre Apps mit ihren Eltern zu testen.
Oder überflüssige Schreibkräfte von Accenture müssen in der Verwaltung mit ihrer eigenen (vermutlich nicht optimalen) Software arbeiten, bis die !schriftlich!versprochenen! Ersparnisse eingetreten sind. Das Versprechen dient als Kalkulationsgrundlage und Accenture muss so lange kostenlos nachliefern !und!kostenlose!(weil Einführungsphase die mit dem Festpreis abgedeckt ist!!!) Wartung machen.
Ach so: Die Zahlen werden natürlich veröffentlich. Sowas sind keine Geschäftsgeheimnisse. Und selbst wenn, dann nur für 6 Monate. Danach sollen auch andere Krankenhäuser sehen, welche Investitionen lohnen, und welche nicht.
Wenn ich Finanzminister wäre, würde ich gnadenlos zusehen, das minderwertige Software ohne wahre Wirkung nicht mehr gekauft werden darf und öffentlich geächtet wird.
Software sieht man halt nicht. Jeder Gartenbauer wo man die Arbeit gleich sieht oder Anstreicher/Lackierer ist anständiger, weil man das Ergebnis gleich sieht. Andere Sachen (Fenster mit Bauschaum abdichten ist verboten) und Fehler sieht man leider nicht.
Der Vergleich von Software und Handwerksarbeit ist zwar gut, um etwas zu verdeutlichen. Es hinkt aber stark, wenn man die Geschäftsprozesse eines Krankenhausbetriebs entwickelt und es mit der Arbeit eines Gartenbauers oder Lackierers vergleichen möchte.
Um es mal zu verdeutlichen:
Alle Softwareprozesse werden mathematisch beschrieben. Meistens in einer Form, die nur von Fachpersonal verstanden wird.
Oder:
Beschreibe einen exakten Algorithmus, der unumstößlich für jegliche Arbeit eines Handwerkers - Gartenbauer, Lackierer u.a. gleichermaßen - zutrifft und dabei mindestens 90% aller Anforderungen erfüllt.
Das ist kein Scherz! So wird Software programmiert.
In der Uniklinik Düsseldorf ist vor ein paar Jahren SAP eingeführt worden. Die Kosten und der damit verbundene Mehraufwand für die Mehrzahl aller Abteilungen dürfte die Kosten zum Beispiel ernorm erhöht haben. Wobei gleichzeitig nur ein minimaler Nutzen für wenige Abteilungen sichtbar ist.
Forenschreiber schrieb:
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> Oftmals sind die Begründung für die Einführung von
> EDV Kostenersparnis, Effizienzsteigerung usw. Nun ist es doch interessant,
> zu wissen, ob dieses Versprechen auch immer eingelöst wird, [...]
Was mich an einen alten Spruch aus Uni-Zeiten erinnert, wenn es um Berichte und Grafiken per Rechner ging, damals noch nicht die Regel: "Mit dem Computer wird's doppelt so schön - und dauert dreimal so lang."
Anderes Beispiel, wo Technik nicht zwangsläufig zu einer Erleichterung führt. Ist mir tatsächlich so ähnlich passiert, Ort: Kneipe.
Ich: "Ein Bier bitte."
(Kellnerin schreibt ein Bier auf ihren Block)
Kollege: "Für mich bitte ein kleines Bier."
(Kellnerin schreibts auf)
Ich: "Wie groß ist denn hier normalerweise ein Bier?"
Kellnerin: "0.4"
Ich: "Dann nehm ich auch lieber ein kleines."
Kellnerin: "Alles klar, dann zwei mal ein kleines Bier."
Die zwei Bier kommen nach kurzer Wartezeit
Andere Kneipe:
Ich: "Ein Bier bitte."
(Kellnerin tippt bestimmt eine halbe Minute lang auf ihrem elektronischen Handheld-Terminal rum.)
Kollege: "Ein kleines Bier."
(Wieder gefühlt ewiges Herumgetippe)
Ich: "Wie groß ist denn hier normalerweise ein Bier?"
Kellnerin: "0.4"
Ich: "Dann nehm ich auch ein kleines."
Kellnerin: "Das geht jetzt nicht mehr, sie haben schon ein normales bestellt."
Ich: "Sorry, ich hätte halt gern lieber ein kleines Bier, vielleicht können Sie das ja noch ändern."
Kellnerin (etwas pampig): "Die Bestellung ist aber bereits abgeschickt, eine Änderung ist nicht mehr möglich."
Ich kürze jetzt mal ab, nach einigem hin und her ist sie dann genervt abgerauscht und hat (wieder Ewigkeiten) an der Kasse herumgetippt, um die Bestellung zu ändern.
Ob die hier eingesetzte Technik wirklich eine Vereinfachung bringt? Natürlich, ein Usability-Problem könnte man sagen. Aber ob die Bilanz beim Technik-Einsatz immer positiv ist, möchte ich mal anzweifeln.
Dubu schrieb:
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> Was mich an einen alten Spruch aus Uni-Zeiten erinnert, wenn es um Berichte
> und Grafiken per Rechner ging, damals noch nicht die Regel: "Mit dem
> Computer wird's doppelt so schön - und dauert dreimal so lang."
Und warum braucht man eigentlich, um Berichte zu schreiben, regelmäßig neue Betriebssysteme und Rechner? Ich habe bereits umfangreiche Texte auf einem 486er (66Mhz) mit Word 6.0 unter Windows 3.11 geschrieben. Heute kommt man mit 1 GHz kaum mehr aus, aber das Schreiben geht weder schneller, noch ist das Ergebnis qualitativ hochwertiger.
Deshalb nutzen viele Arztpraxen heute auch noch ihren alten 486 ...
Forenschreiber schrieb:
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> Anderes Beispiel, wo Technik nicht zwangsläufig zu einer Erleichterung
> führt. Ist mir tatsächlich so ähnlich passiert, Ort: Kneipe.
Die Technik dient hier in erster Linie aber auch nicht der Erleichterung der Kellnerarbeiten, sondern zur Vereinfachung der Buchhaltung.
__________
Whisky, Ferraris and gambling; aren't they rather more amusing than knitting, housekeeping and one's savings.
- Francoise Sagan
gagabubu schrieb:
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> Der Vergleich von Software und Handwerksarbeit ist zwar gut, um etwas zu
> verdeutlichen. Es hinkt aber stark, wenn man die Geschäftsprozesse eines
> Krankenhausbetriebs entwickelt und es mit der Arbeit eines Gartenbauers
> oder Lackierers vergleichen möchte.
> Um es mal zu verdeutlichen:
> Alle Softwareprozesse werden mathematisch beschrieben. Meistens in einer
> Form, die nur von Fachpersonal verstanden wird.
> Oder:
> Beschreibe einen exakten Algorithmus, der unumstößlich für jegliche Arbeit
> eines Handwerkers - Gartenbauer, Lackierer u.a. gleichermaßen - zutrifft
> und dabei mindestens 90% aller Anforderungen erfüllt.
>
> Das ist kein Scherz! So wird Software programmiert.
Du verwechselt Ergebnis und Handwerker. Die Software soll etwas machen und der Springbrunnen oder Wasser-Hahn oder Steckdose sollen auch etwas machen.
Auch geht es hier nicht um quantenmäßige ElektrosynchroMagnetResonanzSuperDuper-Messungen in 10 Dimensionen (übertrieben ausgedrückt) sondern um kleine Normalo-Software für die die Verwaltung.
Das ist Business-Software. Sowas ist Standards und Easy ohne Ende. Das sind nicht mal mehr Algorithmen.
Höchstens Teile, wie man den Cash-Flow optimiert um maximalen Gewinn zu machen.
Lies doch mal die anderen Postings zu dieser News. Dann weisst Du, worum es geht:
Patientenberichte, Patienten-Daten, Krankenkassen-Rechnungen, Termine, Stundenpläne, Arbeitspläne, Arbeitszeit-Konten,... usw. Das ist Business-Krams und da laufen normalerweise keine komplexen Algorithmen drüber.
Du bist wohl noch jung.
Du glaubst noch an das Gute oder sowas...
Schau TV, dann wirst Du schlau. 1extra/1muxx/zdfDoku/zdfInfo,... und Du siehst, das Du täglich abgezockt und verarscht werden sollst.
Siga4982747 schrieb:
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> Du verwechselt Ergebnis und Handwerker. Die Software soll etwas machen und
> der Springbrunnen oder Wasser-Hahn oder Steckdose sollen auch etwas
> machen.
Oja, danke für den Hinweis, aber großkotziger gehts nicht ?
<ironie>
Kaffeetassen und Handys sollen auch etwas machen. Ist ja ein absolut zulässiger und nahliegender Vergleich.
</ironie>
> Auch geht es hier nicht um quantenmäßige
> ElektrosynchroMagnetResonanzSuperDuper-Messungen in 10 Dimensionen
> (übertrieben ausgedrückt) sondern um kleine Normalo-Software für die die
> Verwaltung.
> Das ist Business-Software. Sowas ist Standards und Easy ohne Ende. Das sind
> nicht mal mehr Algorithmen.
Software und Algorithmen ist atomar unteilbar.
> Höchstens Teile, wie man den Cash-Flow optimiert um maximalen Gewinn zu
> machen.
Auch Patientendaten, Rechnungen, Berichte etc. benötigen gewisse unterliegende Algorithmen, um abgerufen, verarbeitet oder erstellt zu werden. Das ist zwar alles schnell schön getippt, aber alles was man nicht sieht, Speicherung, nebenläufige Zugriffe, Zugriffsrechte und sowas.. das alles basiert auf Algorithmen.
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