"Möglicherweise, weil nicht ermittelt werden kann, ob tatsächlich jeder Artikel gekauft worden wäre, wenn er nicht kostenlos im Forum bereitgestellt worden wäre. Anm. d. A."
Ob Etwas gekauft worden wäre ist unerheblich. Es wurden Urheberrechte verletzt und eine kostenpflichtige Leistung in Anspruch genommen, von daher ist definitiv ein Schaden entstanden.
Aber ein Schaden entsteht doch nur, wenn sie weniger Geld verdienen, als sie sonst verdient hätten.
Wenn man nicht sagen kann, ob sie anders mehr verdient hätten, kann man auch nicht sagen, dass ein Schaden entstanden ist.
Eine Leistung wurde in Anspruch genommen, aber nicht dafür bezahlt. Wie würdest du das nennen, entsteht da kein Schaden im weitesten Sinne?
Häschenwitz schrieb:
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> "Möglicherweise, weil nicht ermittelt werden kann, ob tatsächlich jeder
> Artikel gekauft worden wäre, wenn er nicht kostenlos im Forum
> bereitgestellt worden wäre. Anm. d. A."
>
> Ob Etwas gekauft worden wäre ist unerheblich. Es wurden Urheberrechte
> verletzt und eine kostenpflichtige Leistung in Anspruch genommen, von daher
> ist definitiv ein Schaden entstanden.
Diese Anmerkung des Autors ist sowieso unglaublich und lässt auf eine bestimmte "Haltung" schließen.
Ein Artikel ist keine Leistung.
Und da entsteht nur ein Schaden, wenn man ihn sonst gekauft hätte.
dfs schrieb:
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> Ein Artikel ist keine Leistung.
Selbstverständlich ist er das.
Im Artikel steht auch das diese Artikel "Im Durchschnitt [...] mehr als vier Mal heruntergeladen" wurde.
Entweder "mehr als vier Mal" ist tief gestapelt um alles von 4 bis 4 Millionen mal abzudecken, wobei dieser Wert dann eigentlich total sinnlos ist, oder die Kopien spielen sich in einem so geringen Maß ab. Ich tippe mal locker auf letzteres, sonst hätte man sicher mit größeren Zahlen geprotzt...
-> Schaden entschaden? Vielleicht, mag sein, aber wahrscheinlich keiner in einem irgendwie nennenswertem Ausmaß...
tssss schrieb:
> -> Schaden entschaden? Vielleicht, mag sein, aber wahrscheinlich keiner in
> einem irgendwie nennenswertem Ausmaß...
Maximal 1,4 Millionen Dollar ist nicht nennenswert?
Selbst wenn davon nur 5% wirklicher Schaden sind, landen wir bei 70.000 US$.
Ich geb' Dir am besten mal meine Kontonummer. ;)
Das sind bei 2.867 Zeitschriften… ca. 25$
GruberSepp schrieb:
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> Das sind bei 2.867 Zeitschriften… ca. 25$
Ich habe mit 5% auch seeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeehr großzügig abgerundet. ;)
Aber im Artikel steht ja schon, dass sich die Last auf viele Zeitschriften verteilt.
1,4 Mio bei 2.867 Zeitschriften? Das wären satte 490$/Zeitschrift, und davon wolltest du dann 5%, also 25$. Ja, ich hoffe die Verlage gehn nicht gleich Pleite...
Im Artikel wird als Beispiel u.a. Nature genannt. Die Nature Publishing Group gehört zu "Georg von Holtzbrinck GmbH". Laut mediadb.eu machten die 2005 knapp 2.1Mrd Umsatz, die Bildungs- und Wissenschaftsverlage davon allein 640 Mio €, Gewinn 188Mio €. (Das ging die nächsten Jahre auch so weiter: http://www.mediadb.eu/datenbanken/internationale-medienkonzerne/georg-von-holtzbrinck-gmbh.html)
Keine Ahnung wieviele von diesen 2.867 Zeitschriften betroffen sind, aber selbst wenn es nur dieser einzige Konzern ist: hältst du 1,4 Mio $ bei einem 640 Mio € Umsatz(also einen Anteil im Promillbereich) für viel?
tssss schrieb:
> Keine Ahnung wieviele von diesen 2.867 Zeitschriften betroffen sind, aber
> selbst wenn es nur dieser einzige Konzern ist: hältst du 1,4 Mio $ bei
> einem 640 Mio € Umsatz(also einen Anteil im Promillbereich) für viel?
Relativ gesehen nein. Absolut gesehen ja.
Was, wenn der Umsatz "nur" 2 Millionen beträgt? Schon mal überlegt?
Dann würde der Manager von dem Verein sicher auch nicht ruhig auf paar Millionen schlafen, aber das ist wohl ein anderes Thema ;)
Wenn der Umsatz nur 2 Millionen betragen würde, dann hätten die Zeitschriften des Verlags wohl auch entsprechend geringere Auflage und dort würden folglich wohl auch weniger hochkarätige/hochdotierte Artikel veröffentlicht. Alles Faktoren die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch die Anzahl unkorrekter Kopien arg nach unten korrigieren würde... Was wäre wenn ist also nur Kaffeesatzlesen, sogar noch schlimmeres Kaffeesatzlesen als diese Studie selbst.
Ich finde aber eh das diese Diskussion daneben ist. Für den Fall das ich mal darauf angewiesen sein sollte, so möchte ich doch einen Arzt mit bestmöglicher Ausbildung. Es gibt einfach Dinge da ist das nach Profit schreiende System des totalen Kapitalismus irgendwie nicht gerade Zielführend. Wenn Medikamentenpreise künstlich hoch gehalten werden, nur damit sich das ganze für irgend eine Pharmabude rechnet, so finde ich das einfach nur falsch. Ebenso hab ich kein sonderlich gutes Gefühl wenn die Frage "heilendes Medikament A für X$ auf den Markt bringen, oder doch nur Medikament B zur Symtombehandlung für 1/20 X, das dafür monatlich bis zum Lebensende" einer Aktiengesellschaft gestellt wird...
Häschenwitz schrieb:
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> Eine Leistung wurde in Anspruch genommen,
> aber nicht dafür bezahlt. Wie
> würdest du das nennen, entsteht da kein
> Schaden im weitesten Sinne?
Was ändert sich, wenn der Student den Artikel _nicht_ kopiert hätte? Zwei Möglichkeiten: a) Für den Autor/Verlag ändert sich nix, weil der Student kein Geld für den Artikel hat. b) Er hätte ihn gekauft.
Wenn a), dann kann kein Schaden entstanden sein, weil sich ja nix ändert. Wenn b), dann entsteht ein Schaden i.S.v. weniger Umsatz.
Zu behaupten, es entsteht in jedem Fall ein Schaden, ist also falsch.
Interessante Frage nebenbei: Wenn ich heute nicht zum Griechen essen gehe, richte ich dann einen Schaden an?
diese zeitschriften sind sowieso reine abzocke und ein auslaufendes, veraltetes modell.
man muss die artikel fertig formatiert einschicken, dann gefällt denen eine grafik nicht und man muss es selbst ändern. redaktioneller aufwand so ein journal heraus zu bringen ist gleich 0.
es wird zeit, dass wissenschaftliche publikationen kostenfrei allen zugänglich gemacht werden und nicht über diese sinnlosen zeitungen
Penner schrieb:
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> Maximal 1,4 Millionen Dollar ist nicht nennenswert?
Wo steht was von Schaden?
Das sind die Einsparungen der Nutzer - die sie gezahlt hätten wenn sie die Zeitschriften gekauft hätten.
Was in der Untersuchung nicht erwähnt wurde (da nicht eruierbar) ist die Anzahl der Zeitschriften die vorher oder nachher von denselben Nutzern gekauft wurden.
Da könnte man jetzt spekulieren, daß die Verlage dadurch eventuell sogar Gewinne gemacht haben könnten.
Diese Tatsache wird gerne von den Rechteinhabern unterschlagen, obwohl es einen nicht unerheblichen Teil ausmacht.
Es gibt meines Wissens nach nur eine einzige seriöse Studie über Tauschbörsen die einen tatsächlichen Kauf aufgrund von Downloads berücksichtigt hat.
Z.B. hatte ich früher öfter mal Musik-Alben runtergeladen (download ist immer noch legal) die ich dann später gekauft habe - mein Musikgeschmack orientiert sich nicht an den Charts von daher braucht es manchmal eine Kostprobe ;-)
In meinem gesamten Bekanntenkreis sieht es nicht viel anders aus, d.h. es wird gekauft trotz oder gerade wegen Downloads.
Die angeblichen Verluste und Schäden durch jeden einzelnen Download und Behauptungen wie "jeder CD-Rohling ist automatisch eine illegale Kopie" sind ins Reich der Fantasie und Wahnvorstellungen anzusiedeln.
;-)
Das Volk bezahlt Wissenschaftler. Wissenschaftler schreiben arbeiten. Wissenschaftler schicken Arbeiten bei den Verlagen ein. Verlage verkaufen die Arbeiten ans Volk.
Das Volk hat doppelt bezahlt! Das seh ich nicht ein!
___
Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!
Wirkung und Gegenwirkung.
Variation und Selektion.
Wie im grossen, so im kleinen.
Nach der Logik des Themenerstellers würde ich bereits einen Schaden anrichten, wenn beim Rad fahren aus Versehen mein Blick auf die Zeitungskästen gelenkt wird und ich die Schlagzeilen lese.
Immerhin habe ich mich so an den Schlagzeilen gelabt ohne diese Leistung entsprechend honoriert zu haben? Oder sind Schlagzeilen eine von den generösen Verlagen gespendete Leistung, die keiner Entlohnung bedarf?
Wenn Du einen Fachartikel einer wissenschaftlichen Zeitung illegal tauschst, wirst Du es sicher nicht nur wegen der Überschrift (="Schlagzeile") tun, sondern Du wirst den Artikel (mindestens in Teilen, wohl eher ganz) lesen wollen. So, jetzt stell Dir vor Du hast einen Kiosk und da kommen lauter Leute rein, die in Deinen Tageszeitungen rumlesen ohne sie zu kaufen - wann bist Du pleite?
greetz
> Ob Etwas gekauft worden wäre ist unerheblich. Es wurden Urheberrechte
> verletzt und eine kostenpflichtige Leistung in Anspruch genommen, von daher
> ist definitiv ein Schaden entstanden.
LOL?
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