Sicher ist das hier noch Grundlagenforschung. Die Richtung gibt jedoch zu denken, ist die Heilung doch mittelfristig nur ein Vehikel, um Forschungsgelder zu aquirieren.
Sobald Sampels von Terror-Regionen bildlich gefasst wurden können gibt es mit Sicherheit eine Debatte um die Erweiterung der Befugnisse der Exekutive, vorsorglich Hirnscans durchzuführen, mittels denen eindeutige Personenidentifikation und preemptiv verwendbare Erkenntnisse zu generieren...
Schonmal dran gedacht, dass diese Forschung auch der Medizin dienen kann? Man stelle sich vor Stottern wäre heilbar.
Oder im Allgemeinen: Wie unser Gehirn elektrisch und biochemisch funktioniert wissen wir. Aber die "Software" ist noch längst nicht verstanden. Wir kratzen mit solchen Dingen noch sehr an der Oberfläche. Das Potential aus medizinischer Sicht ist enorm.
Und zum Thema Gehirnscanner: Ich finde diese Panikmache idiotisch.
Für Leute die das immernoch nicht verstanden haben:
Ein wichtiger Eckpfeiler unsrer angeblichen Demokratie ist es den Leuten Probleme in den Medien aufzutischen (Schweinegrippe, Nacktscanner,...), die gar keine Sind. So lenkt man von eigentlichen Problemen ab. Denn nur wenn die breite Masse dumm gehalten wird, haben Politiker freie Hand und müssen sich in keinster Weise an Wahlversprechen halten...
> Schonmal dran gedacht, dass diese Forschung auch der Medizin
> dienen kann? Man stelle sich vor Stottern wäre heilbar.
Stottern hat meines Wissensstandes nach nichts mit der lokalen oder semantischen Abspeicherung von Worten zu tun, spielt hier also keine Rolle.
> Oder im Allgemeinen: Wie unser Gehirn elektrisch und biochemisch
> funktioniert wissen wir.
Aber auch hier wissen wir noch längst nicht alles.
Beispiel: warum wirken SSRI (Antidepressiva) erst nach einer Verzögerungszeit von 2-4 Wochen?
Diese Frage (obwohl die SSRI schon seit einigen Jahren verschrieben, also verwendet werden) ist noch nicht mit letzter Gewissheit beantwortet. (Es scheint wohl mit der reaktiven Ab-/Zunahme gewisser entsprechender Rezeptoren zu tun haben).
> Aber die "Software" ist noch längst nicht verstanden. Wir
> kratzen mit solchen Dingen noch sehr an der Oberfläche. Das
> Potential aus medizinischer Sicht ist enorm.
Richtig. Wir wissen, was wir nicht wissen ;)
Dennoch können wir mit dem heutigen Wissen schon sehr erfolgreich behandeln.
Als kleinen Denkanstoß: Ein Handwerker muss wissen, mit welcher Säge er welches Holz am besten sägen kann. Er muss dafür aber keine physikalischen Kenntnisse haben, die die Abspaltung der Holzmoleküle (ich habe auch keine Ahnung davon, sorry für die platte Bezeichnung "Holzmoleküle"^^) erklärt.
Genau so muss ein guter Therapeut wissen, bei welcher Störung (und abhängig vom Individuum!) er welche Technik anwenden muss.
Exakte Kenntnisse einzelner neurologischer Prozessen sind für eine erfolgreiche Behandlung nicht unbedingt notwendig (auch wenn sie im Studium und in der Ausbildung in Grundzügen gelehrt werden).
...es bleibt festzuhalten: Forschung ist immer gut, und bildet die Grundlage für weitere Forschung - die dann vielleicht wirklich mal (klinisch-)"praxis"relevant wird.
Jedenfalls in der Verhaltenstherapie.
Gruß.
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