Foren  •  Suche
Registrieren  •  Login
Foren > Kommentare > Sonstiges > PR-Profis sollen bloggen lernen > Seite: 
Neues Thema  •  Ansicht wechseln Artikel: PR-Profis sollen bloggen lernen

Der Blog-Hype kotzt mich an!

Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 23.03.05 - 14:05
Autor: Damage Inc.
Mann, wie arm sind unsere Medien- und PR-Profis doch.

"Blogging" ist nichts anderes als Online-Journalismus - nur dass jeder Privatmensch sich jetzt dazu berufen fühlt, weil die Software zum Publizieren einfacher geworden ist. Entsprechend fallen viele Blogs auch völlig dilettantisch und tendenziös aus.

Aber PR und Medien entdecken einen neuen Internet-Hype, Blogging, Podcasting, dat isses, da läßt sich doch ´n schneller Euro mit machen...

Was sie dabei aber vergessen: Jede professionelle News-Site wie Golem, Heise etc. erreicht x-mal mehr Leute als so ein Blog! Ausnahmen wie der von SPON verlinkte Spreeblick bestätigen die Regel. Insofern ist Blogging zwar nett, zur Meinungsbildung aber nur ein Werkzeug von vielen. Und, gerade durch PR-Manager, niemals zu kontrollieren, unterwandern oder instrumentalisieren.

Blogging ist IMHO nichts anderes als das Grundrauschen des Netzes, das sich früher in Foren, und noch früher im Usenet abgespielt hat. Nix Neues, aber von Medien und PR völlig überbewertet.

Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 23.03.05 - 15:09
Autor: rene
Damage Inc. schrieb:
-------------------------------------------------------
> Mann, wie arm sind unsere Medien- und PR-Profis
> doch.
>
> "Blogging" ist nichts anderes als
> Online-Journalismus - nur dass jeder Privatmensch
> sich jetzt dazu berufen fühlt, weil die Software
> zum Publizieren einfacher geworden ist.
> Entsprechend fallen viele Blogs auch völlig
> dilettantisch und tendenziös aus.
>
> Aber PR und Medien entdecken einen neuen
> Internet-Hype, Blogging, Podcasting, dat isses, da
> läßt sich doch ´n schneller Euro mit machen...
>
> Was sie dabei aber vergessen: Jede professionelle
> News-Site wie Golem, Heise etc. erreicht x-mal
> mehr Leute als so ein Blog! Ausnahmen wie der von
> SPON verlinkte Spreeblick bestätigen die Regel.
> Insofern ist Blogging zwar nett, zur
> Meinungsbildung aber nur ein Werkzeug von vielen.
> Und, gerade durch PR-Manager, niemals zu
> kontrollieren, unterwandern oder
> instrumentalisieren.
>
> Blogging ist IMHO nichts anderes als das
> Grundrauschen des Netzes, das sich früher in
> Foren, und noch früher im Usenet abgespielt hat.
> Nix Neues, aber von Medien und PR völlig
> überbewertet.
>
>

ich versuch immrnoch zu raffen was denn das genau ist - Diesen BLOGGEN ;)
Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 23.03.05 - 15:36
Autor: Eheh!
Dinge, die die Welt nicht braucht...


rene schrieb:
-------------------------------------------------------
> Damage Inc. schrieb:
> --------------------------------------------------
> -----
> > Mann, wie arm sind unsere Medien- und
> PR-Profis
> doch.
> > "Blogging" ist
> nichts anderes als
> Online-Journalismus - nur
> dass jeder Privatmensch
> sich jetzt dazu
> berufen fühlt, weil die Software
> zum
> Publizieren einfacher geworden ist.
>
> Entsprechend fallen viele Blogs auch völlig
>
> dilettantisch und tendenziös aus.
> > Aber
> PR und Medien entdecken einen neuen
>
> Internet-Hype, Blogging, Podcasting, dat isses,
> da
> läßt sich doch ´n schneller Euro mit
> machen...
> > Was sie dabei aber vergessen:
> Jede professionelle
> News-Site wie Golem,
> Heise etc. erreicht x-mal
> mehr Leute als so
> ein Blog! Ausnahmen wie der von
> SPON
> verlinkte Spreeblick bestätigen die Regel.
>
> Insofern ist Blogging zwar nett, zur
>
> Meinungsbildung aber nur ein Werkzeug von
> vielen.
> Und, gerade durch PR-Manager, niemals
> zu
> kontrollieren, unterwandern oder
>
> instrumentalisieren.
> > Blogging ist IMHO
> nichts anderes als das
> Grundrauschen des
> Netzes, das sich früher in
> Foren, und noch
> früher im Usenet abgespielt hat.
> Nix Neues,
> aber von Medien und PR völlig
>
> überbewertet.
> >
>
> ich versuch immrnoch zu raffen was denn das genau
> ist - Diesen BLOGGEN ;)
>


Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 23.03.05 - 15:59
Autor: LH
Eheh! schrieb:
-------------------------------------------------------

> ich versuch immrnoch zu raffen was
> denn das genau ist - Diesen BLOGGEN ;)

Ist ein Webtagebuch, da kann dann Hinz und Kunz die Welt darüber informieren, wie der eigene Morgenstuhl beschaffen ist.

L.


Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 23.03.05 - 16:09
Autor: Johnny Cache
rene schrieb:
-------------------------------------------------------
> ich versuch immrnoch zu raffen was denn das genau
> ist - Diesen BLOGGEN ;)

Blogs sind sowas wie Tagebücher von 15-jährigen Mädels, nur daß die Typen meistens älter sind und deren Niveau oft nicht erreichen.
Blogs sind das sinnvollste seit Erfindung des künstlichen Blinddarms...
Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 23.03.05 - 16:12
Autor: Johnny Cache
LH schrieb:
-------------------------------------------------------
> Ist ein Webtagebuch, da kann dann Hinz und Kunz
> die Welt darüber informieren, wie der eigene
> Morgenstuhl beschaffen ist.

... und das ist meistens nichts handfestes! ;)
Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 23.03.05 - 16:39
Autor: Oliver Gassner
Damage Inc. schrieb:
-------------------------------------------------------

> "Blogging" ist nichts anderes als
> Online-Journalismus - nur dass jeder Privatmensch
> sich jetzt dazu berufen fühlt, weil die Software
> zum Publizieren einfacher geworden ist.

Das täuscht zu etwa 200%

Insofern ist es selbst schwierig zu erklären, was an obiger Ansicht falsch ist ;-).

Erstmal ist Bloggen gar kein Journalismus, genausowenig wie E-Mails-Schreiben und 'Mailings texten' das selbe sind. Oder Podcasten und Radio.

Bloggen und Journalismus finden zu so verschiedenen Bedingungen statt, das sie nahezu nicht vergleichbar sind. Nicht mal die Einkommensmodelle sind halbwegs ähnlich. 8Auch wenn es auf Blogs Anzeigen gibt.)

Sicher sind 99,99% aller Blogs private "Tagebücher" - und die haben nun mit Online-Journalismus erst gar nix zu tun.

So etwa ;)
Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 23.03.05 - 16:43
Autor: hihi
> Blogs sind das sinnvollste seit Erfindung des
> künstlichen Blinddarms...

also ich hab mir gleich 2 einbauen lassen - und siehe da, 10 FPS mehr in Doom3.






omg :P
Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 23.03.05 - 17:07
Autor: Damage Inc.

> Sicher sind 99,99% aller Blogs private
> "Tagebücher"

Ja.

- und die haben nun mit
> Online-Journalismus erst gar nix zu tun.

Tja, da fehlen noch die Urteile - eine Haftung für Inhalte auch auf privaten Webseiten gibt es in Deutschland ja.

Und das Beispiel Apple vs. Blogs zeigt, dass es durchaus strittig ist, ab wann man ein Blog als journalistische Leistung bezeichnen kann. Und ich vermute mal, um diese Blogs geht es den "PR-Profis" aus der Meldung.
Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 23.03.05 - 17:48
Autor: Oliver Gassner
Damage Inc. schrieb:
-------------------------------------------------------
> Und das Beispiel Apple vs. Blogs zeigt, dass es
> durchaus strittig ist, ab wann man ein Blog als
> journalistische Leistung bezeichnen kann. Und ich
> vermute mal, um diese Blogs geht es den
> "PR-Profis" aus der Meldung.


Ich denk eher die wollen selbst Infos streuen als Leute verklagen.

Dass das schlecht kommt, weiß Klaus Eck. (Der Anbieter des Kurses.)
Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 24.03.05 - 11:46
Autor: Michael
Damage Inc. schrieb:
-------------------------------------------------------
> Mann, wie arm sind unsere Medien- und PR-Profis
> doch.

Die Medien auf jeden Fall.

> "Blogging" ist nichts anderes als
> Online-Journalismus - nur dass jeder Privatmensch
> sich jetzt dazu berufen fühlt, weil die Software
> zum Publizieren einfacher geworden ist.

So ist das - die simpelsten Erfindungen haben die größten Auswirkungen.

> Entsprechend fallen viele Blogs auch völlig
> dilettantisch und tendenziös aus.

Absolut. Nur sind die Blogs, die du und ich so bezeichnen würden vermutlich verschieden. Das ist doch das tolle: Jeder kann schreiben was er will, jeder kann lesen was er will.

> Aber PR und Medien entdecken einen neuen
> Internet-Hype, Blogging, Podcasting, dat isses, da
> läßt sich doch ´n schneller Euro mit machen...

Da kann ich dir nicht ganz folgen. Wer will einen schnellen Euro machen? Deine Medien?

> Was sie dabei aber vergessen: Jede professionelle
> News-Site wie Golem, Heise etc. erreicht x-mal
> mehr Leute als so ein Blog!

Das ist dasselbe Argument das der SpON Redakteur in der Diskussion auf der Buchmesse verwendet hat. Aber da fehlt ein "noch".

> Insofern ist Blogging zwar nett, zur
> Meinungsbildung aber nur ein Werkzeug von vielen.

Kannst du mir nochmal erklären warum ich mich zur Meinungsbildung auf z.B. SpON verlassen sollte, wenn ich in Blogs lesen kann was Menschen in Bagdad oder US amerikanische Soldaten denken?

> Und, gerade durch PR-Manager, niemals zu
> kontrollieren, unterwandern oder instrumentalisieren.

Instrumentalisieren schon, Kontrollieren und Unterwandern nicht.

> Blogging ist IMHO nichts anderes als das
> Grundrauschen des Netzes, das sich früher in
> Foren, und noch früher im Usenet abgespielt hat.

Eine Ähnlichkeit ist definitiv da, aber er sagt denn dass das Usenet, das Internet nicht schon immer der Grundstein war für die Richtung in die sich das ganze jetzt entwicklt? Deine Aussage klingt als ob Foren/Usenet schlecht sind und "früher" vor 1000 Jahren war.

Abgesehen davon dass die Einfachheit von Blogs, die persönliche Bindung des Blogs an eine bestimmte Person/Personengruppe und etwa Schlagworte wie Syndizierung das sind, was Blogs vom Usenet unterscheiden.
Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 24.03.05 - 11:57
Autor: Michael
Oliver Gassner schrieb:
-------------------------------------------------------
> Erstmal ist Bloggen gar kein Journalismus,
> genausowenig wie E-Mails-Schreiben und 'Mailings
> texten' das selbe sind. Oder Podcasten und Radio.

Das kommt auf deine Definition von Journalismus an. Und komm' mir ja nicht mit irgendeinem Wörterbuch ;-) Podcating und Radio? Sind natürlich nicht daselbe. Sondern zwei unterschiedkliche Mittel der Distribution von Audio, die deswegen aber trotzdem vergleichbar sind.

> Bloggen und Journalismus finden zu so
> verschiedenen Bedingungen statt, das sie nahezu
> nicht vergleichbar sind.

Blogs sind Teil der Mediendemokratisierung, und damit Teil der Zukunft der Medien. Es bleibt gar nichts anderes übrig als beides zu vergleichen.

> Sicher sind 99,99% aller Blogs private
> "Tagebücher" - und die haben nun mit
> Online-Journalismus erst gar nix zu tun.

Wieso kann ein privates Tagebuch nicht Journalismus sein?
Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 24.03.05 - 14:35
Autor: Damage Inc.
> Absolut. Nur sind die Blogs, die du und ich so
> bezeichnen würden vermutlich verschieden. Das ist
> doch das tolle: Jeder kann schreiben was er will,
> jeder kann lesen was er will.

Und das ist auch gut so. Ich habe ja nichts dagegen, dass jeder seinen Senf ins Netz stellt - nur was gegen die "Spin Doctors", die da so einen Wirbel drum machen.


> > Aber PR und Medien entdecken einen neuen
>
> Internet-Hype, Blogging, Podcasting, dat isses,
> da
> läßt sich doch ´n schneller Euro mit
> machen...
>
> Da kann ich dir nicht ganz folgen. Wer will einen
> schnellen Euro machen? Deine Medien?

Jein, denn die Berichterstattung hat damit ja auch ein neues Thema. Mir ging´s im Bezug zu der Meldung vor allem um die "Berater", die den Unternehmen jetzt erzählen, wie wichtig diese Blogs doch wären, und was man da PR-technisch alles anstellen könnte.

> > Was sie dabei aber vergessen: Jede
> professionelle
> News-Site wie Golem, Heise
> etc. erreicht x-mal
> mehr Leute als so ein
> Blog!
>
> Das ist dasselbe Argument das der SpON Redakteur
> in der Diskussion auf der Buchmesse verwendet hat.
> Aber da fehlt ein "noch".

Nein! Das ist so wie "Video killed the radio star" - eben nicht wahr. Die Nutzungsgewohnheiten ändern sich aber, doch um zum Beispiel bei allgemeinen Nachrichten zu bleiben, sind die führenden Lieferanten hier immer noch Agenturen, Tageszeitungen und Öffis.

Ein einzelner Blogger kann vielleicht einmal, evtl. mehrmals, einen Hype um _ein_ Thema entfachen - die Kompetenz zu einem Thema x wird immer dem zugesprochen, der ständig berichtet. Und wenn er das tut, wird der Blogger, weil er auch von irgendwas leben muss, irgendwann zum Profi. Diese Geschichte haben x Sites im Web hinter sich. Als Hobby gestartet, und später professionalisiert.

> Kannst du mir nochmal erklären warum ich mich zur
> Meinungsbildung auf z.B. SpON verlassen sollte,
> wenn ich in Blogs lesen kann was Menschen in
> Bagdad oder US amerikanische Soldaten denken?

Weil das nur einzelne Meinungen und Erlebnisse sind. Der Journalist hat den Auftrag, Dir das Gesamtbild zu vermitteln und dafür ganz andere Ressourcen. Freilich sind unmittelbar Beteiligte zur Meinungsbildung wichtig, aber nur ein Teil des Mosaiks.

> Instrumentalisieren schon, Kontrollieren und
> Unterwandern nicht.

Ersteres vielleicht in engen Grenzen. Die Claqueure fallen in den Foren schon heute schnell auf ;-)

> Eine Ähnlichkeit ist definitiv da, aber er sagt
> denn dass das Usenet, das Internet nicht schon
> immer der Grundstein war für die Richtung in die
> sich das ganze jetzt entwicklt? Deine Aussage
> klingt als ob Foren/Usenet schlecht sind und
> "früher" vor 1000 Jahren war.

In "Internet-Jahren" schon ;-) Aber die waren und sind eben nicht so im Blick der Öffentlichkeit wie jetzt Blogs.

> Abgesehen davon dass die Einfachheit von Blogs,
> die persönliche Bindung des Blogs an eine
> bestimmte Person/Personengruppe und etwa
> Schlagworte wie Syndizierung das sind, was Blogs
> vom Usenet unterscheiden.

Finde ich gar nicht. Crossposts, Rubrizierung, Verschlagwortung, FAQs etc. sind genau die Strukturen, die das Usenet groß gemacht haben. Blogs mit Kommentarfunktion unterscheiden sich da wenig.

Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 24.03.05 - 15:41
Autor: Michael
Damage Inc. schrieb:
-------------------------------------------------------
> Und das ist auch gut so. Ich habe ja nichts
> dagegen, dass jeder seinen Senf ins Netz stellt -
> nur was gegen die "Spin Doctors", die da so einen
> Wirbel drum machen.

Well. Ich schätze du müßtest mich fast zu denen zählen.

> Ein einzelner Blogger kann vielleicht einmal,
> evtl. mehrmals, einen Hype um _ein_ Thema
> entfachen - die Kompetenz zu einem Thema x wird
> immer dem zugesprochen, der ständig berichtet.

Ich kann da nicht ganz folgen - vieleicht reden wir ja aneinander vorbei. Was hat "Hype entfachen" damit zu tun? Das ist in der Regel weder das Ziel von Bloggern, noch von traditionellen Medien.

> wenn er das tut, wird der Blogger, weil er auch
> von irgendwas leben muss, irgendwann zum Profi.

Wieso kann ich von meinem Beruf leben und privat bloggen? Es gibt in zwischen eine ganze Reihe von Blogs die seit den Anfängen (5-6 Jahre) aktiv sind und das immer noch rein privat machen.

> Weil das nur einzelne Meinungen und Erlebnisse
> sind. Der Journalist hat den Auftrag, Dir das
> Gesamtbild zu vermitteln und dafür ganz andere
> Ressourcen.

Welche da wären? Der traditinalle Journalist versucht auch nur verschiedene Quellen und Standpunkte (hoffentlich) neutral zusammenzufassen.
Noch dazu sind Blogs viel direkter, persönlicher und unmittelbarer. Mehr miteinander als von oben herab.

> Ersteres vielleicht in engen Grenzen. Die
> Claqueure fallen in den Foren schon heute schnell
> auf ;-)

Der Unterschied scheint zu sein dass "Instrumentalisieren" bei dir negativ konnotiert ist. Ich meinte das eher im positiven Sinne.

> Finde ich gar nicht. Crossposts, [...]

Kann leider nicht nachvollziehen wie diese Begriffe eine Ähnlichkeit herstellen sollen.
Trotzem: Newsgruppen sind ein zentraler Platz wo alle posten, Blogs sind dezentral. Das ist schonmal ein prinzipieller Unterschied. Eine Newsgoup liefert Material von verschiedenen Personen zu einem Thema, ein Blog von einer Person zu (möglicherweise) verschiedenen Themen.
Damit ist das Usenet eher eine Diskussionrunde, während Blogs mehr in Richtung "Journalist schreibt für Leser" gehen.
Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 24.03.05 - 16:13
Autor: Damage Inc.
> nur was gegen die "Spin
> Doctors", die da so einen
> Wirbel drum
> machen.
>
> Well. Ich schätze du müßtest mich fast zu denen
> zählen.

Daran hatte ich keinen Zweifel ;-)

> Ich kann da nicht ganz folgen - vieleicht reden
> wir ja aneinander vorbei. Was hat "Hype entfachen"
> damit zu tun? Das ist in der Regel weder das Ziel
> von Bloggern, noch von traditionellen Medien.

Das Ziel vielleicht nicht - aber das, wodurch einzelne Blogs im Moment ständig ins Blickfeld der Massenmedien rücken. Und mich stört, daß Blogs wieder der nächste Internet-Hype sind, auf den alle anspringen.

> sind. Der Journalist hat den
> Auftrag, Dir das
> Gesamtbild zu vermitteln und
> dafür ganz andere
> Ressourcen.
>
> Welche da wären?

Nachrichtenagenturen, eine Redaktion, ein Archiv (Google zählt nicht ;-), eigenes Text- und Bildmaterial und vor allem: Seine Kontakte und manchmal sogar eine Ausbildung. Auf all das kann der von Dir beschrieben Privat-Blogger, wenn er´s denn nicht wirklich professionell betreibt, nicht zurückgreifen.

> versucht auch nur verschiedene Quellen und
> Standpunkte (hoffentlich) neutral
> zusammenzufassen.
> Noch dazu sind Blogs viel direkter, persönlicher
> und unmittelbarer. Mehr miteinander als von oben
> herab.

Oder: Subjektiver. Dagegen ist, nochmal, nichts einzuwenden. Ich finde nur den nachrichtlichen, kulturellen oder wie auch immer bemessenen Wert von Blogs völlig überzogen.

> Der Unterschied scheint zu sein dass
> "Instrumentalisieren" bei dir negativ konnotiert
> ist. Ich meinte das eher im positiven Sinne.

Natürlich, als Spin Doctor ist das Dein Beruf. Ich finde es höchst bedenklich, wenn zum Beispiel kritische Foren von bezahlten Radaumachern (was ich Dir nicht unterstelle!) unterwandert werden.

Gerade weil Du Blogs als so "persönlich" lobst, sollte man immer drauf achten, wer da was schreibt, und welche Ziele er verfolgt.
Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 24.03.05 - 16:28
Autor: Damage Inc.
Weil ich´s eben erst sehe: Warum findest Du meinen Kommentar auf Deiner Site "bedenklich kompetent"? Fehlt da ein "in", oder erkenne ich die Ironie nicht?
Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 24.03.05 - 21:44
Autor: Oliver Gassner
Damage Inc. schrieb:
-------------------------------------------------------
> Weil ich´s eben erst sehe: Warum findest Du meinen
> Kommentar auf Deiner Site "bedenklich kompetent"?
a) > Fehlt da ein "in",
b) > oder erkenne ich die Ironie nicht?

b)

Denn ich schreib dann ja was dazu und hab zum Thema 'Blogger sind Journalisten' (und zum Thema 'echte Journalisten bloggen nicht') in meinem Blog schon geschrieben. Suchfunktion ;)

Ich mag das hier nicht noch alles durchkauen.
Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 24.03.05 - 21:56
Autor: Oliver Gassner
Michael schrieb:
-------------------------------------------------------
> Oliver Gassner schrieb:
> --------------------------------------------------
> -----
> > Erstmal ist Bloggen gar kein
> Journalismus,

> Das kommt auf deine Definition von Journalismus
> an. Und komm' mir ja nicht mit irgendeinem
> Wörterbuch ;-)

Dann definier doch Du mal. Du sagst doch 'Bloggen ist Online-Journalismus'. Bzw. 'Tagebuchschreiben ist journalistisches SChreiben'.

Oder ist "journalistisch" = 'macht satzoides mit Buchstaben und lässt es andere lesen.'?

Wie tief legst Du die Schwelle?

Dass Blogs Teil einer demokratisierung der Medien ist, ist korrekt. Sie sind auch ein Medium. Sie können auch journalistische Funktionen übernhemen bzw. in ihnen kommen journalistische Texte vor.

99% der Blogs sind aber eben keine 'jourlaistischen Produkte' im engeren Sinne. (Weder Nachricht, Kommentar, Feature noch Reportage noch Glosse noch whatever.)

99% des Usenet sind auch sinnlos, und dennoch hab ich letze woche da wieder n Problem gelöst gekriegt und jahrelang anderen bei Problemen geholfen. 99% der Blogs sind sinnlos, 99% de TV-Sendungen, Bücher etc. Ist vollkommen normal. In jedem Medium gibt es 'wertlose Info'.

Wenn aber z.B. PR-Leute lernen, auf die Kunden in den Blogs zu hören,w as dei über Produkte sagen, isses doch prima. wen PR-Leute Texte absondern, dei genug Infowert haben, dass sie in der Blogosphere 'durchgereicht' werden, auch schön. Wenn PR-Leute lernen, dass man Blogger nicht verarschen kann oder ihne nicht mit dem Kadi drohen sollte anstatt mit ihnen zu reden: Auch gut.

Fakt ist, dass GROSSE Unternehmen Blogs zur Orga interner Infoströme nutzen. (So wie es da zuerst E-Mail gab und dann bei den KMUs) Ich hab am Dienstag abend zwei Leute kennengelernt, die das in ihrer 'Kleinfirma' (einer mit 2 Leuten, einer mit mehr) auch probieren wollen.

Fakt ist, dass große Firmen öffentlich bloggen, dass manche ihre Mitarbeiter und 'Freelancer' zum Bloggen ermuntern. Klar, alles nur Hype.

Jetzt reden mal dei Konzerne mit den Leuten und im GM-Blog sind dei Kommentare offen, dann passt es nicht ins Feindbild. den einen sind Blogs zu privat, den anderen zu corporate. Die Dritten machen es halt.

Mich irritieren die Aggressionen, die hier hochkochen - schon im Thread-Titel... wozu? Was ist das Problem?

Foren waren mal cool, es gibt sie noch. Newsletter, gibbet auch noch, Communities und Portale: Täglich gibbet neue. All dasw ar auch mal gehypt, so ist hakt er 'Markt'.

Blogs werden auch ihren Platz finden, und die Zahl dürfte auch noch ne Weile wachsen.
Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 25.03.05 - 09:08
Autor: Michael
Oliver Gassner schrieb:
-------------------------------------------------------
> 99% des Usenet sind auch sinnlos, und dennoch hab
> ich letze woche da wieder n Problem gelöst
> gekriegt und jahrelang anderen bei Problemen
> geholfen. 99% der Blogs sind sinnlos, 99% de
> TV-Sendungen, Bücher etc. Ist vollkommen normal.
> In jedem Medium gibt es 'wertlose Info'.

Das kann ich ehrlich gesagt schon nicht mehr hören. Du findest 99% sinnlos? Ok, so geht es mir auch. Aber die Blogs die ich sinnlos finde, sind ganz andere als die, die du als sinnlos bezeichnen würdest (obwohl es dabei rein mathematisch gesehen Überschneidungen geben sollte :)). Wessen Qualitätsstandard wird bitte schön angelegt? Es gibt auch Leute die die Bild lesen.

> Wenn aber z.B. PR-Leute lernen, auf die Kunden in
> den Blogs zu hören, was dei über Produkte sagen,
> isses doch prima. wen PR-Leute Texte absondern,
> dei genug Infowert haben, dass sie in der
> Blogosphere 'durchgereicht' werden, auch schön.
> Wenn PR-Leute lernen, dass man Blogger nicht
> verarschen kann oder ihne nicht mit dem Kadi
> drohen sollte anstatt mit ihnen zu reden: Auch
> gut.

Schön dass wir einer Meinung sind ;-) PR kann ja schließlich auch was positives sein.

> Jetzt reden mal dei Konzerne mit den Leuten und im
> GM-Blog sind dei Kommentare offen, dann passt es
> nicht ins Feindbild. den einen sind Blogs zu
> privat, den anderen zu corporate. Die Dritten
> machen es halt.

Hm, kann hier nicht ganz folgen...

> Blogs werden auch ihren Platz finden, und die Zahl
> dürfte auch noch ne Weile wachsen.

Ich glaube die strittige Frage in diesem Thread ist welches dieser Platz sein wird...
Re: Der Blog-Hype kotzt mich an!
Datum: 25.03.05 - 09:24
Autor: Michael
Damage Inc. schrieb:
-------------------------------------------------------
> Nachrichtenagenturen, eine Redaktion, ein Archiv
> (Google zählt nicht ;-), eigenes Text- und
> Bildmaterial und vor allem: Seine Kontakte und
> manchmal sogar eine Ausbildung. Auf all das kann
> der von Dir beschrieben Privat-Blogger, wenn er´s
> denn nicht wirklich professionell betreibt, nicht
> zurückgreifen.

Die Frage ist ob man das alles braucht. Eine Redaktion? Scheint mir eher hinderlich zu sein. Die schränkt ein was ich schreiben/veröffentlichen kann. Ein Archiv? Das Netzwerk aller Blogs ist ein gigantisches Archiv. Nachrichtenagenturen, ok. Zum jetztigen Zeitpunkt sind die Blogs insofern auf Nachrichtenagenturen angewiesen, als dass sie meistens nur auf die von den Agenturen verbreiteten Nachrichten Bezug nehmen können. Aber ich kann mir durchaus vorstellen dass irgendwannmal jemand direkt aus dem Stadion das Ergebnis des Spiels bloggt, ein Zuschauer aus dem Gerichtssahl direkt kommentiert etc.. Wobei ich mir da nicht sicher bin. Vieleicht braucht man tatsächlich auch in Zukunft sowas wie professielle Nachrichten-Agenturen...

> Oder: Subjektiver. Dagegen ist, nochmal, nichts
> einzuwenden. Ich finde nur den nachrichtlichen,
> kulturellen oder wie auch immer bemessenen Wert
> von Blogs völlig überzogen.

Ok. Vieleicht könnten wir uns zumindest darauf einigen, dass Blogs eine gute Ergänzung zu traditionellen Medien darstellen können.

> Natürlich, als Spin Doctor ist das Dein Beruf. Ich
> finde es höchst bedenklich, wenn zum Beispiel
> kritische Foren von bezahlten Radaumachern (was
> ich Dir nicht unterstelle!) unterwandert werden.

Nur um das klarzustellen: Ich habe keinerlei finanzielle Interessen an der Sache. Ich biete keinerlei Kurse oder sonst was an. Ich bin einfach davon überzeugt dass in Blogs etc.. eine Menge journalistisches Potential steckt. "Spin" impliziert absichtliches Lügen - das möchte ich an der Stelle mal von mir weisen ;-)

> Gerade weil Du Blogs als so "persönlich" lobst,
> sollte man immer drauf achten, wer da was
> schreibt, und welche Ziele er verfolgt.

Absolut. Wenn du die kleinen Steinchen betrachtest, um mal bei deiner Analogie zu bleiben, musst du selber dafür sorgen dass du dir das Mosaik zusammensetzt. Das macht dann kein Journalist für dich. Aber wenn der Journalist Mist baut, haben alle ein falsches Bild. Wenn du dabei einen Fehler machst, bist du selbst schuld :)

Autor:
Thema:
Ich stimme der Datenschutzerklärung und den Nutzungsbedingungen zu.

Sichern Sie sich Ihren eigenen Benutzernamen und zudem zahlreiche Vorteile des neuen Golem.de-Forums:

  • per E-Mail informiert
  • Beiträge ändern
  • eigene Signatur
  • private Nachrichten
  • alle Beiträge auf einen Blick oder in Baumstruktur

 Zur Registrierung...

Aktuelle Artikel

Itanium 9300 Tukwila: Vier Kerne bis 1,73 GHz und 185 Watt
Itanium 9300 Tukwila: Vier Kerne bis 1,73 GHz und 185 WattAls "Itanium 9300" hat Intel nun den bisher als "Tukwila" bekannten ersten Quad-Core der Serie vorgestellt. Er passt in eine neue Plattform, deren Sockel noch zehn Jahre halten soll. Damit geht eine Verschmelzung der Infrastrukturen von Xeons und Itaniums einher.
EOS 550D: Canon-DSLR mit SDXC, Full-HD und 18 Megapixel
EOS 550D: Canon-DSLR mit SDXC, Full-HD und 18 Megapixel Canons neue digitale Consumer-Spiegelreflexkamera (DSLR) 550D bietet nun einen Full-HD-Modus, der auch mit hohen Bildraten Videoaufnahmen erlaubt. Obendrein unterstützt die Kamera jetzt den SD-Kartenstandard SDXC und damit besonders große Speicherkarten jenseits der 32 GByte.
Blu-ray - Über 100 Millionen Euro Umsatz
Der Bundesverband Audiovisuelle Medien vermeldet für 2009 einen neuen Absatzrekord: Erstmals wurden in einem Jahr mehr als 110 Millionen Bildtonträger verkauft. Der Umsatz mit Blu-ray-Medien lag bei mehr als 100 Millionen Euro.
Spieletest: Bioshock 2 - Ballern als Big Daddy
Spieletest: Bioshock 2 - Ballern als Big DaddyRapture ruft: In der Unterwasserstadt gehen auch in der Fortsetzung von Bioshock seltsame Dinge vor sich. Eine neue Herrscherin kämpft um die Macht, kleine und große Schwestern suchen Drogen und den direkten Kampf - und mittendrin steckt der Spieler als mysteriöser Big Daddy.