Zunächst einmal Danke für die Antwort und sorry das ich dich nicht ganz verstanden habe. Nun zu meiner Antwort:
TheHeitmann schrieb:
*zu Entwicklerteams die Aufgrund von Raupkopien aufgelöst werden*
> So zum Beispiel geschehen in der jüngeren
> Vergangenheit mit dem Entwicklerstudio, dass das
> Spiel "Titan Quest" Produziert hat.
Leider habe ich das wirklich nicht mitbekommen. Jedoch trauer ich persönlich nicht darum. Das Spiel kam wohl einige Jahre (ca.10) zu spät. Es war in meinen Augen grafisch und spielerisch auf dem level von Diablo und die Vermarktung war fehlerhaft. Ein vernünftiges Onlineangebot wie bei Diablo mit einer Seriennummerabfrage hätte ihnen die Raubkopierer vom Hals gehalten. Zudem war das Spiel meiner Meinung nach super langweilig. Jetzt davon auszugehen, dass ein Spiel, dass in meinen Augen totaler crap ist, ausschliesslich aufgrund von Raubkopierern geflopt ist, kann ich nicht nachvollziehen. Es könnte eventuell den Untergang beschleunigt haben.
*raubkopierer und ihr Einfluss auf den Markt*
> Aus dem Gleichgewicht bringen halte ich für
> übertrieben. Aber Arbeitsplätze sind definitiv
> betroffen. Wenn eine Firma Einnahmeneinbußen hat,
> und Mitarbeiter nicht einstellen oder gar
> entlassen muss, ist das harte Realität für jeden
> betroffenen. Es ist natürlich nicht immer direkt
> zurückführbar auf fehlende Einnahmen durch
> Raubkopien. Aber der Schaden trägt mit dazu bei
> ...
ok, ich stimme dir zu, dass es einen negativen Effekt auf einige einzelne Firmen geben kann. Die Frage der Zurechnung des negativen Effektes ist jedoch sehr schwierig. Greifbarer sind da, schlechtes Management, schlechtes Konzept, schlechte Umsetzung, schlechte Vermarktung. Raubkopierer gibt es nicht seit heute. Wenn man ein Produkt auf den Markt bringt, muss man Konzepte entwickeln, Raubkopierer zu Kunden zu machen und nicht zu Verbrechern! Auf dem Markt gibt es genung Produkte und Firmen die zur Zeit einen Boom erleben. Die Branche (ich rede gerade von der Spieleindustrie) wächst seit Jahren.
* Raupkopierer und Urheberrechtsverletzungen
> Die Differenzierung hier auszuführen würde den
> Rahmen deutlich sprengen. Mir ging es darum,
> meinen Standpunkt klar zu machen. Und der ist: Ein
> Unrecht (Diebstahl) ist nicht gleich Recht, nur
> weil es von vielen praktiziert wird. Wäre dem so,
> bedeutete dies den Untergang des Rechtssystems.
Das ist eine zu starke Verallgemeinerung. Recht bildet sich zum einen aus der Gewohnheit, zum anderen aus der Wissenschaft, der Wirtschaft (inoffiziell durch einfluss von Lobbys) und Politik. Wenn ein Bereich ungenügend oder gar nicht rechtlich geregelt ist, so bestimmt die tägliche Gewohnheit das Recht. Sprich, wenn es immer schon so war, dass man einen Dieb gehängt hat, dann ist das auch rechtens gewesen, wenn kein anderes Gesetz dem nicht widerspricht. Und Grundgesetze, wie dass auf Eigentum oder Körperliche Unversehrtheit, können auch durch Gesetze beschränkt werden. Ich bin kein Jurist, nur Wiwiss, aber ich glaube dass entspricht den tatsachen.
Wenn du nun sagst, dass unser Rechtssystem untergehen würde, wenn das zur Anwendung käme, dass Unrecht zu recht wird, wenn es nur genug tun, dann sag ich dir, genau so funktioniert das Recht! Glaubst du es war erlaubt, dass die Demos in der DDR abgehalten wurden? Oder sonstige Dinge, wie dass Kiffen (jetzt bis 5g straffrei glaub ich), die Abtreibung, Homosexualität. Es ist nuneinmal so, dass die Gesellschaft die Gesetze ihrer Politiker tragen muss. Wenn nun aber Politiker, anstatt ernsthafte Lösungen oder alternativen für ihre Gesellschaft zu entwickeln, Gesetzestexte ungelesen und von den Lobbys geschrieben, ratifizieren, soll sich niemand wundern, wenn teile der Gesellschaft diese Gesetze nicht mittragen. Es wird die Zeit kommen, wo die Leute über unsere Politiker die Augen verdrehen werden. Gewaltspiele hier, Raubkopierer da, usw. Mal sehen was passiert, wenn der erste Raubkopierer und Egoshooterfan zum Kanzler gewählt wird.
* Raubkopie aufgrund eines Fehlkaufrisikos
> Hmm, ok. Dem stelle ich aber gegenüber, dass Du
> Dich andererseits auch genauer informieren
> könntest. Die Medien dazu stehen Dir ja zur
> Verfügung. Das heißt, die Gefahr des Fehlkaufs
> wäre schon gering. Das halte ich für ein recht
> schwaches, aber zumindest nachvollziehbares
> Argument.
Also ich habe mich bei sovielen Spielen vorher informiert und fast immer waren die Infos genauso nutzlos wie mein getippse hier. Beispiel: Viele von euch mögen doch Bioshock. Ich hab mir das Spiel gekauft, weil die Athmosphäre des Spiels so gelobt wurde... Na ja. Hab keine Ahnung, welches niveau die anderen haben, aber meines hat es nicht einmal annähernd erreicht. Meine Beurteilung wäre gewesen: 0815 Egoshooter mit einem kleinen Psychokind, das auf dem rücken eines Riesen sitzt und wie bekloppt durch die gegend rennt.
*Firmen gehen durch Raubkopierer kaputt
> Siehe oben. Es geschieht. Bei den großen eher
> weniger, die haben andere Business-Modelle und
> sind auf Krisen durch ein gutes Finanzpolster
> besser vorbereitet. Es trifft auch dort immer
> zuerst die kleinen.
Wie bereits oben gesagt, der kausale Zusammenhang zwischen Anzahl der Raubkopien und Umsatz ist nicht eindeutig nachweisbar oder Prognostizierbar. D.h., dass man von der Anzahl an Raubkopien nicht auf den theoretischen Umsatz des Spiels ohne Raubkopien zurückrechnen kann. Genausogut könnte der niedergang der Firma auch so ausgesehen haben: Es regnet in China > Bauer Ji geht fürhzeitig nach hause > Reispreise gehen in die höhe > Nahrung wird im Westen teurer > Entwicklerteam arbeitet nicht konzentriert genug, weil es nicht genug zu essen bekommt > Produkt ist kaum innovativ und technisch kaum beeindruckend > Spiel floppt > Entwickler verhungern
*Antwort auf meine Theorie: Das Gute spiele es dennoch schaffen Gewinne einzuspielen und schlechte spiele es sowieso nicht anders verdienen.
> Das ist eine sehr eingeschränkte Sicht der Dinge.
> Was ist den gut? Wer entscheidet über die
> Qualität? Doch letzten Endes nicht der illegale
> downloader sondern die Kunden, welche die Produkte
> an der Kasse bezahlen. Wer kostenlos und illegal
> an Ware herankommt, und darin keine Nachteile
> erfährt, wird dies auch weiterhin tun. Eben weil
> er es kann. Und weniger, weil er sich Gedanken
> macht über die Qualität eines Produktes.
Genau! Ich stimme dir völlig zu. Doch du leitest aus dieser Erkenntnis etwas anderes ab, als ich. Du denkst: Bestrafen wir diejenigen die das Produkt illegal besitzen. Denn wie du es gesagt hast, wenn sie ohne Probleme an das Produkt herankommen, werden sie es immer wieder tun.
Ich denke: Gestalten wir unsere Produkte so, dass wir die illegalen Nutzer zu Kunden machen. Entweder durch Onlineangebote oder sonstige zusatzoptionen. Wenn 1,000,000 Menschen etwas downloaden, dann kannst du sie dafür nicht zur verantwortung ziehen! Du könntest ja auch nicht Leute einsperren, wenn nun 1,000,000 Menschen nach Berlin kommen und Autos klauen würden. Ja, es ist gesetzlich strafbar. Aber die entscheidende frage ist nicht, wie kriegen wir diese 1,000,000 Menschen nun in unsere Gefängnisse, sondern WARUM haben die das getan! Mit Strafen bekämpfst du nur sympthome, aber keine Ursachen.
> Aber einen Bekanntheitsgrad als
> Argumentationshilfe zur Rechtfertigung einer
> strafbaren Handlung herzunehmen halte ich für
> billig und abgedroschen.
Es ist nicht von relevanz, ob eine Unternehmensstrategie billig, oder abgedroschen ist. relevant ist nur, ob es nützlich ist oder nicht. Und diese strategie ist für eine Marktdurchdringung optimal. Es schädigt im zweifelsfall den Konkurrenten mehr als das eigene Unternehmen. Zudem ist das Unternehmen in einer moralisch "Guten" position und kann den Shareholdern glauben machen, dass das Produkt mehr Wert ist, als es bis jetzt auf dem Markt realisieren konnte.
> Demzufolge ist Ferrari, Porsche etc. nur so eine
> Edelmarke, weil sie bei Autodieben so begehtt
> sind. Richtig? Falsch!!! Ich führe das aber jetzt
> mal nicht weiter aus *g*
Genau! Falsch! Aber nicht weil es bei den Autodieben so begehrt ist, sondern weil es so rar ist! Angebot und Nachfrage. Zudem Verkauft Ferrarie kein Auto, sondern einen Lifestyle. Es ist ein Luxusgut. Das kannst du nicht mit einem Spiel vergleichen, dass auf eine unbestimmte Menge an "normal" Kunden ausgerichtet ist. Zudem interessiert es Ferrarie nicht, wieviele Leute ihre Autos klauen. Und warum nicht??? Na... Ja genau, weil sie sich für ihre Kunden interessieren. Und wenn die Software und Unterhaltungsindustrie das gleiche täte, wären wir schon dem ziel etwas näher.
Allerdings vergleicht du wieder Autodiebe mit Raubkopierern. Dieser vergleich ist nicht zu halten. Zum einen müssten die Autodiebe die Autos alle direkt bei Ferrarie klauen und zum anderen müssten die Autodieben diese Autos zum eigenkonsum klauen. Beides tun sie nicht. Sie tun dies eher gewerblich. Wir reden allerdings hier über causual downloader, die nichts weiterverkaufen.
Ist spät geworden und ich kann leider den rest nicht mehr kommentieren. Aber dass was ich bisher geschrieben habe, sollte meine Sicht der Dinge etwas ins rechte licht gerückt haben.
P.S.:
Werde ab jetzt nur noch kurze antworten geben, da es mich sonst zuviel meiner Freizeit kostet.
Gut nacht und viel Spaß
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danke, aber ich glaub nicht das ich ihn überzeugen könnte...
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