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Praxistest

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  1. Praxistest

    Autor Paxter 21.04.09 - 12:17

    Was bedeutet das in der Praxis liebe Redaktion. Die Festplatte fällt mir aus 1 Meter Höhe auf den Steinboden (dauert das länger wie 2ms?) und die Festplatte bleibt ganz oder nicht? 400G wo wird sowas erreicht, mit was ist das zu vergleichen, bitte gebt doch mal ein Praxisbeispiel damit ich einschätzen kann ob das nützlich ist oder halt nur Werbung ohne Realitätsbezug.

    Euer untertänigster aber interessierter Leser

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  2. Re: Praxistest

    Autor ................. 21.04.09 - 12:20

    Dito, wäre interessant, wenn das noch zum Artikel hinzugefügt würde.

    Vielen Dank im voraus!

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  3. Re: Praxistest

    Autor BNO 21.04.09 - 12:52

    Seagate schreibt z.B. zu deren G-Force Protection (350 G an / 1000 G aus) folgendes:

    "G-Force Protection bietet verbesserten Schutz der Daten vor Erschütterungen, die beim Betrieb der Festplatte auftreten können. Diese Funktion verringert die Wahrscheinlichkeit von Datenverlust, indem sie den Aktuator parkt, bevor es bei einem Fall aus über 20 Zentimeter Höhe (nominell) zu einer Erschütterung kommt."

    Bei Samsung hab ich noch nix gefunden.

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  4. Ein bisschen Schulphysik

    Autor craesh 21.04.09 - 13:31

    Es geht ja um den freien Fall. Hier mal die Formel für die Maximalgeschwindigkeit, die das ding drauf haben sollte, wenn es heil abgebremst werden soll:

    v = a * t

    Mit a = 400m/s^2 und t = 2ms ergibt das 0,8 m/s. Zum Vergleich: Was aus einem Meter Höhe runter fällt, erreicht fast 4,5m/s!

    Die maximale Fallhöhe errechnet sich aus (g = 9,81 m/s^2 - vereinfacht 10 m/s^2)

    s = 1/2 v^2 / g = 3,2cm


    Das ganze muss natürlich auch abgebremst werden. Ist der Untergrund zu hart, verkürzt sich der Bremsweg und die Verzögerung wird zu hoch. Der Bremsweg lässt sich mit der selben Formel berechnen, wobei nun g durch a zu ersetzen ist. Man kommt auf einen Mindest-Bremsweg von 0,8mm.

    Das Material um die Platte (die "Knautschzone", also Notebookgehäuse, Teppichboden, gesprungene Kachel, etc) muss sich um mind. 0,8mm verformt haben, um die Festplatte zu schützen.


    Leute, ihr hättet eure Physikbücher nicht nach dem Abi verbrennen sollen :P

    Grüße
    craesh

    ---

    "und ich finde, jeder verdient ein wenig belebende Konkurrenz."

    Steve Ballmer - http://www.golem.de/0604/44995.html


    "Microsoft warnt vor Google-Monopol" - http://www.golem.de/0704/51679.html

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  5. Negative Beschleunigung

    Autor Mass Effect 21.04.09 - 13:33

    Nein, der Fall Richtung Boden an sich macht der Platte ja noch nichts aus - in dem Moment besteht für das "System" Festplatte quasi Schwerelosigkeit - der Aufprall ansich ist das Entscheidende!
    Die Geschwindigkeitsänderung in einer bestimmten Zeit macht die Beschleunigung und damit den Schock für die Platte aus.
    Genau in dem Moment, wo die Festplatte aufprallt, gibt's quasi eine "Vollbremsung" (eine negative Beschleunigung) in einer extrem kurzen Zeit.
    Und je kürzer der Zeitraum, in dem sich die Geschwindigkeit ändert, desto größer die Beschleunigung und der damit verbundene Schock.
    Zum Vergleich:
    Wenn Du Deinen Kopf gegen eine Betonmauer haust,
    tut das sehr weh, weil er so abrupt von der Mauer gebremst wurde;
    im Auto sorgt der Airbag dafür, daß Dein Kopf langsamer gebremst wird,
    also weniger Beschleunigung erfährt -> weniger Aua.
    Daher hast Du es bei solchen Stößen schnell mit so großen "G"s (Beschleunigungen) zu tun.
    Hoffe, ich konnte Dir helfen ;)
    Ciao,
    Christian

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  6. Re: Negative Beschleunigung

    Autor Paxter 21.04.09 - 13:49

    Danke Mass Effect für die gute Beschreibung. Nur ohne Praxistests ist so eine Angabe ohne jedwede Bedeutung. Ergo Werbung, hört sich toll an dürfte aber der Realität nicht standhalten.

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  7. Re: Ein bisschen Schulphysik

    Autor Die Allwissende Müllhalde 21.04.09 - 16:06

    craesh schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Es geht ja um den freien Fall. Hier mal die Formel
    > für die Maximalgeschwindigkeit, die das ding drauf
    > haben sollte, wenn es heil abgebremst werden
    > soll:
    >
    > v = a * t
    >
    > Mit a = 400m/s^2 und t = 2ms ergibt das 0,8 m/s.
    > Zum Vergleich: Was aus einem Meter Höhe runter
    > fällt, erreicht fast 4,5m/s!

    Du hast nun ausgerehnet wie schnell die Platte wird wenn sie 2ms lang mit 400m/s^2 beschleunigt wird.

    Was schaft es denn eine Platte (oder das ganze Laptop) mit 400m/s^2 zu beschleunigen?

    Und btw.: 400 G sind 400 * 9,81 m/s^2 .. also rund 4000 m/s^2

    > Die maximale Fallhöhe errechnet sich aus (g = 9,81
    > m/s^2 - vereinfacht 10 m/s^2)
    >
    > s = 1/2 v^2 / g = 3,2cm

    und hier rechnest du aus nun aus wie weit die Strecke ist um bei 10m/s^2 auf die oben errechnete geschwindigkeit zu kommen.

    Welchen Bezug haben nun diese errechneten 3,2cm zu der Angabe das die Platte 400 G über 2ms aushällt?

    > Leute, ihr hättet eure Physikbücher nicht nach dem
    > Abi verbrennen sollen :P

    Es soll ja auch welche geben die das Physikbuch verbrannt, aber die Formelsamlung behalten haben. :o)

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  8. Re: Ein bisschen Schulphysik

    Autor craesh 21.04.09 - 16:47

    Die Allwissende Müllhalde schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Du hast nun ausgerehnet wie schnell die Platte
    > wird wenn sie 2ms lang mit 400m/s^2 beschleunigt
    > wird.

    Ja genau. Ob sie von 0 auf fallend oder von fallend auf 0 beschleinigt (="verzögert") wird, ist das selbe. Klassische Mechanik ist zeitinvariant ;)


    > Und btw.: 400 G sind 400 * 9,81 m/s^2 .. also rund
    > 4000 m/s^2

    Uuuuuuups :) Da hast du vollkommen Recht - da hab ich nicht nachgedacht. Kommt halt auf jedes Ergebnis die ein oder andere Zehnerpotenz dazu.


    Hier die korrigierten Ergebnisse:

    Maximale Geschwindigkeit: 8 m/s

    Maximale Fallhöhe: 3,2 m

    Bremsweg, wenn die Platte aus dieser Höhe fällt: 8 mm (das muss schon ein dicker Teppich sein!)

    Wenn die Platte aus einem Meter Höhe fällt, reicht ca. 1 mm

    Grüße
    craesh

    ---

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