In diesem zweiten Teil unseres Interviews spicht Eben Moglen, Professor für Recht und Rechtsgeschichte an der Columbia Law School in New York und unter anderem Justiziar für die Free Software Foundation, über freie Netze, seine Forderung zur Freigabe des Frequenz-Spektrums, SCOs Feldzug gegen Linux und die Zukunft des US-Urheberrechts. Im ersten Teil des Interviews sprach Moglen über die Zukunft der GPL, Microsoft sowie die Gefahren, die durch Trusted Computing und Softwarepatente für freie Software drohen.
http://www.golem.de/0406/31796.html
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@Golem: Wie heißt das im Interview erwähnte Buch von Eben Moglen und wann erscheint es (in deutsch)?
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Hallo Nils,
> @Golem: Wie heißt das im Interview erwähnte Buch
> von Eben Moglen und wann erscheint es (in
> deutsch)?
Das hat er leider nicht verraten. :-(
Aber ich hatte den Eindruck er ist noch nicht ganz fertig.
...jens
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Hallo Jens,
danke für die schnelle Antwort. Das ist ein super interessantes Interview. Die Argumentation zum SCO Prozess war auch sehr interessant. Als Europäer empfindet man ja das amerikanische Rechtssystem als eher skurill - so ein Einblick durch einen Insider ist da sehr informativ. Faszinierend ist auch die Vorstellung das mobile Endgeräte zukünftig die Knoten des Internets darstellen könnten. Der Zugang müsste dann aber pauschal abgegolten werden, da man ja jederzeit auch Relay ist.
Gruss,
Nils
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Nils schrieb:
> Das ist ein
> super interessantes Interview. Die Argumentation
> zum SCO Prozess war auch sehr interessant. Als
> Europäer empfindet man ja das amerikanische
> Rechtssystem als eher skurill - so ein Einblick
> durch einen Insider ist da sehr informativ.
Absolut. Sowas liest man nicht alle Tage.
Solche Rechtsprofessoren wie Moglen brauchen wir mehr - vor allem auch europäische.
> Faszinierend ist auch die Vorstellung das mobile
> Endgeräte zukünftig die Knoten des Internets
> darstellen könnten.
Daher der "Kampf um die" Frequenzspektren. So langsam wird alles klarer...
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Die Aussage zum Thema SCO freut mich sehr, denn sie spiegelt das wieder, was ich hier im Forum schon seit langem behaupte. Überrascht war ich über seine Ansicht zur Qualität der Anwälte. Das hätte ich nicht gedacht. Was ich allerdings nicht weiß ist, ob es, wie in Strafprozessen auch Laienrichter gibt, die alles durcheinander bringen. Diese würden eine Gefahr darstellen.
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Moglen ist endlich mal ein versierter Rechtswissenschaftler auf der Höhe der technischen Entwicklung.
Sehr interressand fand ich neben dem Einblick in das amerikanische Rechtssystem auch die Passage über das Recht eines Jeden auf Bandbreite. Tatsächlich geht es hier auch nicht um ein Postulat, die bestehenden Verhältnisse im Sinne eines Kommunistischen Ansatzes umzustürzen, sondern um eine Umverteilung bzw. eine Nivellierung der unnatürlichen Bündelung der Bandbreite auf einige Wenige. Moglen zeigt ganz deutlich, dass große Medienmogule und -Konzerne praktisch die Bandbreite für viele Menschen unaufgefordert verwalten ohne dass sie im eigentlichen Sinne ein "Recht" dazu hätten (wenn die technische Notwendigkeit wegfällt - und sie fällt mit jedem Tag im Zeitalter des Internets).
Ganz deutlich wird das, wenn man sich zum Beispiel die Zustände in Italien anguckt, wo ein Konzern und ein Mann dahinter bis in die Spitze der Regierung kommen kann.
Klasse fand ich auch den Satz mit dem Seil, dass man lang lassen kann, damit sich die Monopolisten daran erhängen. Im Zusammenhang mit der Bandbreite sehen wir schon langsam, dass sich die Gesellschaft langsam gegen das Vorgehen der Monopolindustrie wehrt.
Beim Lesen musste ich auch an die deutsche Musikindustrie denken, die die Urheberrechte für die fünf größten Labels verwaltet. Synonym für die Bandbreitenmonopolisten verwaltet Sie Urheberrechte. Darüber hinaus sieht sie - ähnlich wie SCO im Bezug auf seine IP - diese Urheberrechte als ein Mittel zur Kapitalbeschaffung an. Wie sonst lassen sich die verlangten Preise in Relation zu den Produktkosten sehen? Ein so starkes Missverhältnis zu den tatsächlichen Kosten bietet nicht einmal der Bezinpreis, wie ich zuletzt auf einem schönen Tortendiagramm meiner Tankstelle sehen konnte). Als Monopolverwalter stellt sich die MI als Samariter für das Gute dar, der für die Rechte und Löhner der Künstler einsteht. Schön und gut, aber angenommen, die Qualität der Werke entspräche dem fantastischen überhöhten Preis der Medien, selbst dann kriegen die Künstler auch nur einen verschindend geringen Anteil der Einnahmen, der Rest versackt in den Tiefen der Verwaltungsapparate. Die Künstler sind darüber nicht froh (die hätten wie jeder auch gerne mehr Geld), aber was bleibt Ihnen übrig. Sich mit der Musikindustrie anlegen?
Noch funktioniert das Abstrafen von Musiktauschern im Rahmen der Gesetze, tatsächlich ist es in Deutschland gerade erst angelaufen, aber irgendwann ist ein tipping-point erreicht, wo der Anteil der Leute, die diesen Zustand hassen, den der Gleichgültigen überwiegt, und dann ändern sich die Gesetze zwangsläufig.
Thx an Golem für dieses wirklich gute Interview. Ich werde mir Infos von oder über Moglen in Zukunft genauer angucken. Der ist so etwas wie der William Gibson der Rechtsprechung - er bringt da den cyberpunk mit hinein ;) Er hat zumindest einen Zugang zu diesen Dingen, die die meisten Anwälte/Richter nicht haben, geschweige denn die Rechtssprechung, die in Dingen wie dem Bandbreitenmonopol oder dem Urheberrecht noch auf dem Stand der 60er Jahre ist - unbemerkt von uns meisten.
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Degreco schrieb:
(..)
> Thx an Golem für dieses wirklich gute Interview.
Genau. Und an die Leser für ihre fundierten Beiträgen in den Foren zum Artikel (wie der von Degreco, Michael-alt, uam.).
Tolles IT-Portal. :-)
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Dieser Professor ist für mich ein dummer weltfremder Kommunist! Es ist nicht möglich das jeder das Frequenzspektrum nutzen kann wie er will auch nicht mit inteligenten Endgeräten.
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Außerdem ist noch nicht geklärt ob die drahtlose Kommunikation die Gesundheit schädigt. Man sollte auch beachten dass drahtlose Kommunikation immer unsicher ist.
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Raiden schrieb:
> Außerdem ist noch nicht geklärt ob die drahtlose
> Kommunikation die Gesundheit schädigt.
Es ist nicht bewiesen ob die Belastung durch elektromagnetische Strahlung in kleinen Dosen gesundheitsschaedliche oder unbedenklich ist.
Kann es unter diesem Gesichtspunkt gut sein, wenn einige wenige Unternehmen nach eigenem Ermessen fuer uns alle entscheiden, dass unser kompletter Lebensraum mit elektromagnetischer Strahlung in Form von GSM-Sendemasten und groszen Rundfunksendemasten eingedeckt wird?
(Dieser Effekt wird sich durch WLAN-Hotspot-Roaming, Aufbau div. UMTS-Netze und DVB-T sowie DAB noch deutlich steigern.)
Raiden schrieb:
> Dieser Professor ist für mich ein dummer weltfremder
> Kommunist! Es ist nicht möglich das jeder das
> Frequenzspektrum nutzen kann wie er will auch nicht mit
> inteligenten Endgeräten.
Zu dieser Argumentation kann ich nur das Wort and Albert Einstein abgeben:
"Der Horizont eines Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null. Und das nennt er seinen Standpunkt." - Albert Einstein
Um dem grossen Denker die Ehre zu erweisen, gebe ich meinen Standpunkt zum Besten:
Die Analyse zum SCO-IBM-Prozess ist sehr scharfsinnig, die vorhersage des KPNQ-West-Zusammenbruchs ist schon beinahe erschreckend weitsichtig und trotzdem die Gedanken zur "Freien Bandbreite" erscheinen auch mir etwas "abgehoben".
Die "freie Bandbreite" scheint mir aber eine mittel- bis langfristige (im Hightech-Umfeld 10-20Jahre) Projektion zu sein und daher Masze ich mir nicht an diese Idee von vornherein als "kumministich angehauchte Tagtraeumerei" abzulehnen.
Es ist meine ganz persoenliche Ueberzeugung, dass wir in dieser Welt in naher Zukunft (sehr wahrscheinlich noch in dieser Generation) nur noch in einem kooperativen Miteinander ueberleben koennen.
In solch einem Umfeld hat eine kapitalistische Mentalitaet, die sich nach dem "Recht des Staerkeren" alles nimmt, sofern nicht durch ein (mit Waffengewalt abgesichertes) Verbot (Gesetz) belegt, keinen Platz.
Je mehr unsere Zivilisation sich auf Hochtechnologie stuetzt desto leichter wird es fuer Einzelne und kleine Menschengruppen mit verhaeltnismaessig einfachen Mitteln moeglich sein, verheerende Stoerungen/Unfaelle zu verusachen.
Unter diesen Gesichtspunkten wird eine Aufrechterhaltung der aktuellen Verhaeltnisse nur durch radikale Kontrollstaaten moeglich sein und selbst diese koennen nur Jene kontrollieren die den Ausstoss aus der Gesellschaft, den Verlust von Konfor und Privilegien und in letzter Konsequenz des eigenen Lebens fuerchten.
snafu,
Suomynona
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na, du "verkehrtherum"? 100% deiner meinung.
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Freie Bandbreite... diese Nerds! Freibier!!!
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Die Luftbuchungen der freien Softwareszene
Mit der freien Software verbinden sich große Hoffnungen. Aber je lauter diese Hoffnungen beschworen werden, desto deutlicher wird auch, dass sie von einer haarsträubenden Naivität getragen sind, die sich um historische Erfahrungen und reale gesellschaftliche Machtverhältnisse nicht im Mindesten kümmert.
Eben Moglen zum Beispiel hat jüngst während der Wizards of Oz-Konferenz wieder Behauptungen geäußert, die nur knapp an der Idee vorbeischrammen, die freie Software mache unmittelbar den Weg ins Paradies frei. Enthusiasmus in allen Ehren, aber wenn das die ideologische Marschrichtung für die Zukunft der freien Software sein sollte, wird der Katzenjammer größer sein als beim Platzen der Dotcom-Blase. Ein paar kritische Anmerkungen.
Abstrakter Freiheitsidealismus und konkrete Unterdrückung
Schon allein der inflationäre Gebrauch des Adjektivs "frei" im Zusammenhang mit Software sollte Verdacht erregen. In unserer, der "freien" Welt, ist alles mögliche frei. Die freiheitlich-demokratische Grundordnung, die FPÖ so wie die freien Waldorfschulen kümmern sich alle um ihr spezielles Konzept von Freiheit. Bei genauerer Untersuchung bleibt in vielen Fällen wenig davon übrig.
Wenn man George W. Bush glaubt, dann er ist von Beruf Freiheitskämpfer, studentische Burschenschaften singen bei ihren Mai-Aufzügen gerne das Lied von der Freiheit der Gedanken und sind doch eines der krassesten Beispiele für überkommene Formen der Unfreiheit, das sich denken lässt. Überspitzt gesagt könnte man behaupten, dass in unserer Gesellschaft Freiheit vor allem dann beschworen wird, wenn es um das Gegenteil geht. Die Anhänger der freien Software mögen es nicht wahr haben wollen, aber die freie Software ist dabei, sich zu einem weiteren Beispiel dafür zu entwickeln, dass sich abstrakter Freiheitsidealismus bestens mit konkreter Unterdrückung versteht.
Mehr unter:
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/mein/17676/1.html
Grüße,
M. Hammerschmitt
http://www.cityinfonetz.de/homepages/hammerschmitt/high.html
http://www.cityinfonetz.de/homepages/hammerschmitt/low_linkskurve.html
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