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200 Millionen für eine popelige Aufgabenliste

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  1. 200 Millionen für eine popelige Aufgabenliste

    Autor: sevenacids 07.09.19 - 16:00

    Ich verstehe nicht, wie ein Konzern wie Microsoft 100-200 Millionen für eine solch - relativ gesehen - simple App bezahlen kann. Es wäre vermutlich billiger gewesen, eine solche App in Form von To-Do direkt im Haus für weitaus weniger zu entwickeln. Selbst etwas anständiges auf die Beine zu stellen hätte auch nicht viel länger gedauert als einfach ein paar Features von anderswo einzubetten, schaut man sich mal den Zustand von To-Do heute an. Mehr als ein Jahr sollte man mit fähigen Leuten dazu nicht benötigen. Und selbst wenn man da 20 Entwickler für 100.000 pro Jahr dransetzen würde, was völlig übertrieben ist, wären das unterm Strich gerade mal 2 Millionen für Gehälter. Und der Rest der Entwicklungsumgebung (Hard- und Software, Arbeitsplätze...) kann unmöglich 195 Millionen verschlingen. Die laufenden Kosten für die Infrastruktur im Hintergrund kann man da nicht einrechnen, weil die kommen immer oben drauf, ob zugekauft oder nicht.

    So kommt man auch auf den mutmaßlich eigentlichen Grund für den Kauf: Man wollte sich eine unliebsame Konkurrenz vom Hals schaffen, die möglicherweise auch eine potentielle Bedrohung für das eigene Geschäft bedeutet. Nützliche Features werden dann zwar übernommen, aber i.d.R. wird das ursprüngliche Produkt dann an die Wand gefahren wenn es nicht zu 100% in die eigenen Vorstellungen passt. Siehe zum Beispiel Skype, was durch die Übernahme durch Microsoft auch sehr gelitten hat. Aber es war eben auch eine unliebsame Konkurrenz, die das eigene schwächelnde Produkt gefährdet hat.

    Das Problem mit Wunderlist/To-Do ist dann halt auch noch, dass es sich mehr an Endbenutzer richtet, und die spielen für Microsoft seit der Nadella-Ära immer weniger die Rolle. Alles dreht sich nur noch um Azure und das Unternehmensumfeld, also hat sowas vermutlich nicht gerade eine sehr hohe Priorität was die Integration/Weiterentwicklung angeht.

    Allerdings verstehe ich die jetzigen Ansprüche der Verkäufer dann auch nicht: Man hätte in so einem Fall eigentlichen wissen müssen, worauf man sich dabei einlässt und sich nicht vom Geld blenden lassen.

  2. Re: 200 Millionen für eine popelige Aufgabenliste

    Autor: regiedie1. 07.09.19 - 16:45

    Gute Analyse!

  3. Re: 200 Millionen für eine popelige Aufgabenliste

    Autor: mushid0 07.09.19 - 18:00

    Das wissen eine solche app neu zu schreiben sollte bei den verkäufern doch aber vorhanden sein. Können die nicht einfach was neues schreiben? Genug geldreserven müssten ja vorhanden sein um keinen investor zu benötigen.

  4. Re: 200 Millionen für eine popelige Aufgabenliste

    Autor: Codemonkey 07.09.19 - 18:31

    Marktanteile, Nutzer, Daten, Ökosystem. Das ist was heute interessiert.

    Niemand interessiert sich heute für die App, oder die Website.
    Wenn MS wollte hätten die das garantiert aus dem Boden gestampft, aber scheinbar hat nach dem Kauf eine Strategieänderung stattgefunden. Sowas passiert öfter, wenn man sein Kram vorher losgeworden ist, wunderbar.

    Wer eine Firma gegründet hat und es wird einem so ein großzügiges Angebot unterbreitet, dann verkauft man, arbeitet da noch 3 Jahre, falls der Käufer das will und wenn man keine Lust mehr hat kündigt man und fängt was neues an. (Oder das gleiche)

  5. Re: 200 Millionen für eine popelige Aufgabenliste

    Autor: theFiend 07.09.19 - 20:25

    Wenn ich das noch richtig im Kopf habe, stand hinter Wunderlist eine ganz andere Idee als eine simple to-do liste. Es ging dabei eher um eine dynamische Dokumentenverwaltung, aus der sich dann eben tasks ergeben.

    Und wie so häufig, hat der große Techkonzern nicht das bestehende Produkt gekauft, sondern eben die Idee der Weiterentwicklung. Die dann aber mit der Einbindung in Konzernstrukturen, wie eben so häufig, völlig verloren gegangen ist, weil plötzlich aus jeder Ecke einer der typischen Bedenkenträger kommt, die ganzen Konzernbremser usw...

    Warum sowas in größeren Konzernen nicht zum Erfolg wird, kann man sich in den Vorträgen von Gunter Dueck hervorragend nachvollziehbar anschauen.

  6. Re: 200 Millionen für eine popelige Aufgabenliste

    Autor: Merowinger1 07.09.19 - 20:39

    Peanuts für Microsoft. Das zahlen die aus der portokasse.

  7. Re: 200 Millionen für eine popelige Aufgabenliste

    Autor: bodsch 08.09.19 - 08:11

    Die haben die 200 mille nicht nur für den Code und die Programmierer hingelegt, sondern primär wegen dem Kundenstamm.
    Wunderlist hat mal echt gut funktioniert und hatte auch dementsprechend eine Nutzerbasis und - nicht zu vergessen - die passenden Bewertungen.
    Selbst wenn die Eigenentwicklung günstiger wäre, und damit auch die Integration ins O365 Universum, bis man solch eine Nutzerbasis aufgebaut hätte, wäre es deutlich teuerer geworden.

    IMHO

    bodsch

  8. Re: 200 Millionen für eine popelige Aufgabenliste

    Autor: bike4energy 08.09.19 - 08:52

    Geht nur um User,
    Microsofts Ansatz bei den neuen Tools ist dabei noch hochgradige Integration der Tools untereinander.
    Dazu braucht man sich als Officekunde nur mal Microsoft Teams anschauen, da bindet man einfach mal die ToDos mit ein.
    Wenn deren ToDo soweit ist, wird bei wunderlist einfach auf aus gedrückt mit dem hinweis, dass es ja jetzt das bessere Todo gibt und man doch wechseln sollte.

  9. Re: 200 Millionen für eine popelige Aufgabenliste

    Autor: eidolon 08.09.19 - 09:05

    sevenacids schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich verstehe nicht, wie ein Konzern wie Microsoft 100-200 Millionen für
    > eine solch - relativ gesehen - simple App bezahlen kann. Es wäre vermutlich
    > billiger gewesen, eine solche App in Form von To-Do direkt im Haus für
    > weitaus weniger zu entwickeln.

    Und die dann keiner genutzt hätte, weils ja schon Wunderlist mit ner großen Community gibt.

  10. Re: 200 Millionen für eine popelige Aufgabenliste - was denn sonst?

    Autor: derdiedas 08.09.19 - 10:22

    Es ist immer wieder schön zu sehen wie Leute glauben das alleine Geld aus nichts eine brauchbare Software entstehen lässt.

    Genau das aber funktioniert nicht, denn wenn dem so wäre würden alle Firmen und Institutionen die Geld haben dieses in ach so lukrative Softwareentwicklung fließen lassen. Gute Software hängt in der Regel an einer bis maximal drei Personen. Sie sind der Kopf des Projektes und treiben es in den Erfolg oder aber auch nur zu oft in den Misserfolg.

    Dabei sind es meist nicht Kompetenzprobleme die ein Projekt scheitern lassen, sondern Entscheidungen innerhalb eines Entwicklungszyklus die das Projekt in eine falsche Richtung laufen lassen.

    Von diesen Richtungsweisenden Entscheidungen muss man während der Entwicklungsphase einige hundert durchführen. Und wie beim Lotto ist die Wahrscheinlichkeit gering das man es zufällig richtig macht. Gute super erfahrende Entwickler machen mehr richtig, aber eben auch nicht immer alles. Und so kommt es auch bei Ihnen vor das Sie ein Projekt gegen die Wand fahren.

    Und deshalb zahlt Microsoft Millionen, erstens weil sie es können aber auch weil Sie wissen das Geld kein Garant für brauchbare Software ist. Und schon gar nicht für langfristig brauchbare Software. Das meiste an Software scheitert an solch trivialen Dingen wie Skalierbarkeit, Erweiterbarkeit und zerstörungsfreie Modifizierbarkeit.

    Und natürlich kauft eine Firma wie Microsoft auch die Kunden mit deren Kundenbindung (wie etwa bei LinkedIn)

    Gruß DDD



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 08.09.19 10:23 durch derdiedas.

  11. Re: 200 Millionen für eine popelige Aufgabenliste

    Autor: kazhar 08.09.19 - 12:29

    eidolon schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und die dann keiner genutzt hätte, weils ja schon Wunderlist mit ner großen
    > Community gibt.

    Ohm, Wunderlist "funktioniert auf allen Geräten"; die Datenbank liegt also offenbar in der Cloud.
    Was meinst du passiert, wenn diese Clouddatenbank abgeschaltet wird?
    Richtig: Wunderlist ist augenblicklich tot.

    Aus menschenfreundlichkeit migriert MS diese DB natürlich gratis in Office / ToDo...

  12. Re: 200 Millionen für eine popelige Aufgabenliste

    Autor: elknipso 08.09.19 - 18:14

    Es ging zum einen um die Nutzerbasis und zum anderen war die Technik im Hintergrund wohl recht clever umgesetzt. Aber der Kaufpreis ist natürlich trotzdem heftig für so eine simple App.

  13. Re: 200 Millionen für eine popelige Aufgabenliste

    Autor: quasides 08.09.19 - 21:00

    was soll daran heftig sein. man kauft sich ja nicht nur nutzer ein sondern kauft sich die konkurrenz raus. das ist eine strategische entscheidung die wichtig ist im gesamt kontext.

    microsoft hat auch gar kein interesse daran wunderlist auf office laufen zu lassen, die app wäre in 2 wochen fertig.
    man möchte vielmehr das wunderlist ökosystem in teilbereiche aufsplitten und jeweils passend integrieren.
    teams, sahrepoint, onedrive, dynmics, flow,etc etc ... das alles soll eine in sich greifende gesamtstruktur abbilden. die tasks sind dann nur eine nebenfunktion.

    das ist aber freilich nicht einfach, und je größer es wird desto mehr tests sind notwendig um nicht bestehende systeme zu brechen. so nebnbei muss man das alles dann auch noch an millionen kunden in einer weise ausrollen die nichts unterbricht und möglichst seamless läuft.

    und man möchte nicht alle features aufeinmal raushaun. man hat interresse das möglichst viele leute das dann auch nutzen, das schafft kundenbindung. dazu müssen die user neue funktionen aber erst in ihren täglichen ablauf verwenden. bringst 10 features gehen 8-9 unter.

    so gehts langsam, 1 feature pro monat, dann wird telemetrie analysiert, geschaut wie man das nutzungsverhalten steigern kann. bzw was zu verbessern ist, wos hakt etc, dann kommt das nächste.

    da ist es freilich hilfreich das nun kein lästiger konkurrent in einem teilbereich 10 neue features ausrollt und nutzer in die 2gleisigkeit bringen.

  14. Re: 200 Millionen für eine popelige Aufgabenliste

    Autor: 1ras 09.09.19 - 16:17

    Das war ja noch richtig günstig, Facebook hat 2014 für einen popeligen Messenger 19 Milliarden $ hingelegt. Für eine Klitsche mit 55 Mitarbeitern die gerade mal 5 Jahre alt war und bei 10 Millionen $ Jahresumsatz einen Jahresverlust von 138 Millionen $ gemacht hat. Die Rede ist übrigens von WhatsApp.

    Kann wohl nur der Kundenstamm gewesen sein wofür Facebook bereit war 19 Milliarden $ hinzublättern und jetzt kann sich mal jeder überlegen was die Kunden einer kostenlos verteilten App so wertvoll macht...

  15. Re: 200 Millionen für eine popelige Aufgabenliste

    Autor: regiedie1. 09.09.19 - 16:55

    1ras schrieb:
    -------------------------------------------------------------------------------
    > Kann wohl nur der Kundenstamm gewesen sein wofür Facebook bereit war 19
    > Milliarden $ hinzublättern und jetzt kann sich mal jeder überlegen was die
    > Kunden einer kostenlos verteilten App so wertvoll macht...

    Es ging nicht um den Kundenstamm, sondern darum, einen aufstrebenden Konkurrenten frühzeitig auszuschalten. WhatsApp hätte langfristig zum sozialen Netzwerk werden können und Facebook knallhart ersetzen können. Genau das gleiche also, was mit Wunderlist passiert ist, wie @sevenacids oben schön ausgeführt hat.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.09.19 16:55 durch regiedie1..

  16. Re: 200 Millionen für eine popelige Aufgabenliste

    Autor: 1ras 09.09.19 - 17:19

    regiedie1. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 1ras schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > ----
    > > Kann wohl nur der Kundenstamm gewesen sein wofür Facebook bereit war 19
    > > Milliarden $ hinzublättern und jetzt kann sich mal jeder überlegen was
    > die
    > > Kunden einer kostenlos verteilten App so wertvoll macht...
    >
    > Es ging nicht um den Kundenstamm, sondern darum, einen aufstrebenden
    > Konkurrenten frühzeitig auszuschalten. WhatsApp hätte langfristig zum
    > sozialen Netzwerk werden können und Facebook knallhart ersetzen können.
    > Genau das gleiche also, was mit Wunderlist passiert ist, wie @sevenacids
    > oben schön ausgeführt hat.

    Besonders im Fall WhatsApp ist deine These schon offensichtlich nicht zutreffend, da das Produkt weiterhin auf dem Markt ist und der Kundenstamm aktiv bedient und sogar ausgebaut wurde.

    Edit: Ich bezweifle zudem stark, dass eine nennenswerte Konkurrenzsituation zwischen Wunderlist und Microsoft Office bestand. Auch tue ich mich schwer auch nur die drohende Gefahr einer solchen zu erkennen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.09.19 17:28 durch 1ras.

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