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Entwickler sind sich ihrer Macht gar nicht bewusst
Autor: BiGfReAk 09.10.20 - 17:22
Ich finde es komisch, wie sich die Entwickler als hilflose Opfer darstellen, dabei haben sie doch immense Macht über Apple.
Man stelle sich folgendes vor:
Die Entwickler entfernen Apples Bezahlsystem und implementieren ihr eigenes.
Das machen alle. Von Netflix über Spotify bis zu den kleineren Entwicklern.
Was kann Apple dann machen? Alle Apps aus dem Store werfen? Und das konsequent durchziehen? Wer kauft denn ein iPhone auf dem es kaum noch Apps gibt?
Nach kurzer Zeit wird Apple angekrochen kommen und die Preise stark reduzieren und die Apps wieder aufnehmen inkl Fremdbezahlsystem. -
Re: Entwickler sind sich ihrer Macht gar nicht bewusst
Autor: violator 09.10.20 - 17:26
BiGfReAk schrieb:
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> Man stelle sich folgendes vor:
> Die Entwickler entfernen Apples Bezahlsystem und implementieren ihr
> eigenes.
> Das machen alle.
"Das machen alle" ist bei ziemlich vielen Dingen der entscheidende Faktor, warum etwas nicht funktioniert. -
Re: Entwickler sind sich ihrer Macht gar nicht bewusst
Autor: windbeutel 09.10.20 - 18:24
Wer bezahlt denn die Entwicklung und den Betrieb dieses neuen Zahlungssystems?
Meinst Du, das wäre dann kostenlos? -
Re: Entwickler sind sich ihrer Macht gar nicht bewusst
Autor: HeroFeat 09.10.20 - 18:39
Es ist ja okay, das wenn Apple ein Zahlungssystem bereitstellt sie auch ihren Aufwand vergütet bekommen. Aber auch wenn nicht nur Apple 30% verlangt, bedeutet das nicht das diese nicht komplett überzogen sind. Denn von diesen 30% Beteiligung sind vermutlich 95% Gewinn. Das ist sehr viel. Und die Entwickler der meisten Apps haben sicherlich nicht solch einen hohen Gewinn.
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Re: Entwickler sind sich ihrer Macht gar nicht bewusst
Autor: JohnD 09.10.20 - 21:28
windbeutel schrieb:
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> Wer bezahlt denn die Entwicklung und den Betrieb dieses neuen
> Zahlungssystems?
>
> Meinst Du, das wäre dann kostenlos?
Google Mal spaßeshalber was Apple mit dem AppStore pro Monat so verdient. Von der Kohle die die machen kann man vieeeele Betriebssysteme entwickeln. -
Re: Entwickler sind sich ihrer Macht gar nicht bewusst
Autor: violator 10.10.20 - 10:10
Alleine dass eine prozentualer Anteil gefordert wird ist ja schon verrückt. Die Leistung ist ja immer dieselbe, egal ob da jetzt 1000 Leute etwas für 1 Euro oder 10 Euro in der App einkaufen.
Jeder Webhoster bietet Speicherplatz und auch weitere Dienste wie Email, Spamprüfung, CMS-Installation, Datenbanken, Support usw. an, also ähnlich was Apple macht. Aber die nehmen alle nen Festpreis, je nach Höhe der geforderten Leistung. Und da beschwert sich niemand.
Fairer wäre also ein Festpreis, je nach Größe der App und Anzahl der Installationen. Aber nein, Apple will 30% vom gesamten Kuchen haben. -
Re: Entwickler sind sich ihrer Macht gar nicht bewusst
Autor: Nutzer-name 10.10.20 - 10:26
Apple ist kein Webhoster, das ist schon mal der erste Unterschied.
Die 30% sind Mischkalkulation, von dem einen Entwickler bekommen die nur Jahresgebühr, welche maximal die Prüfungskosten deckt, sonst aber gar keinen einzigen Cent, weil der seine Apps über Werbung finanziert, von dem anderen eben die besagten 30%.
Davon abgesehen, niemand ist verpflichtet sein Geschäftsmodell von dem AppStore abhängig aufzubauen. Sind die Kosten zu teuer, macht man es einfach nicht und fertig. Hier geht es jedoch eher darum, dass man entweder sich verkalkuliert hat, oder "genauso" den Hals nicht voll kriegt und die AppStore-Leistung für Lau haben will. -
Re: Entwickler sind sich ihrer Macht gar nicht bewusst
Autor: D43 10.10.20 - 10:36
Oh gute Idee sollten die Krankenpfleger und Kindergärtner auch mal versuchen statt immer nur zu heulen... Echt jetzt.
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Re: Entwickler sind sich ihrer Macht gar nicht bewusst
Autor: Lewis77 10.10.20 - 11:01
Stell dir vor, auf Windows/MacOS gäbe es Programme nur noch im "App-Store", Downloads aus dem Internet-Browser würden "aus Sicherheitsgründen" blockiert werden. Für den Kauf jeder kostenpflichtigen Software (z.B. Musik-Software wie Cubase, oder auch Adobe Photoshop) käme nun noch eine ~30%-Gebühr auf den eigentlichen Preis obendrauf (bzw. Abzug von 30% vom Endpreis), für den App-Store-Anbieter, weil dieser ja die Plattform stelle.
Tolle Zukunft?
Nutzer-name schrieb:
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> Apple ist kein Webhoster, das ist schon mal der erste Unterschied.
>
> Die 30% sind Mischkalkulation, von dem einen Entwickler bekommen die nur
> Jahresgebühr, welche maximal die Prüfungskosten deckt, sonst aber gar
> keinen einzigen Cent, weil der seine Apps über Werbung finanziert, von dem
> anderen eben die besagten 30%.
>
> Davon abgesehen, niemand ist verpflichtet sein Geschäftsmodell von dem
> AppStore abhängig aufzubauen. Sind die Kosten zu teuer, macht man es
> einfach nicht und fertig. Hier geht es jedoch eher darum, dass man entweder
> sich verkalkuliert hat, oder "genauso" den Hals nicht voll kriegt und die
> AppStore-Leistung für Lau haben will. -
Re: Entwickler sind sich ihrer Macht gar nicht bewusst
Autor: ger_brian 10.10.20 - 11:40
Apple ist aber kein Hoster sondern bietet eine Vertriebsplattform und hier ist eine prozentuale Beteiligung normal.
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Re: Entwickler sind sich ihrer Macht gar nicht bewusst
Autor: tillejo 10.10.20 - 12:56
Apple bietet aber keine alternative Vertriebsplattform an. Es sollte einfach mal gerichtlich geklärt werden, ob ios/ipados ein Betriebssystem wie windows, macos oder android ist, wo das installieren von Anwendungen ohne Gatekeeper möglich ist oder ob es sich um eine Art Konsolenbetriebssystem handelt, dass in sich geschlossen sein darf. Apple macht Werbung dafür, dass das ipad wie ein PC ist, aber in Wirklichkeit ist es eine Art Konsole.
Ich versuche immer die Abos auf der Webseite der Entwickler zu buchen, da ich dann weiß, dass das Geld in die Entwicklung der App geht und nicht an Apple, deren Betriebssysteme seit Jahren zunehmen verbuggen und auch kein Interesse besteht daran etwas zu ändern. -
Re: Entwickler sind sich ihrer Macht gar nicht bewusst
Autor: violator 10.10.20 - 17:13
Nutzer-name schrieb:
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> Apple ist kein Webhoster, das ist schon mal der erste Unterschied.
Wieso? Apple stellt eine Plattform zur Verfügung, auf der ich mein Produkt lagern kann. Dazu noch ein paar Servicedienstleistungen, die auch alle damit zu tun haben, Sicherheit, Verkauf, etc.
Genau dasselbe macht auch ein Webhoster im Bereich Websites, nur dass ich da keine App, sondern ne Website anbiete. Auf der kann ich sogar weitere Verkäufe anbieten, genauso wie ich in einer App weitere Dinge zum Kauf anbieten kann. Nur dass kein Webhoster da 30% meiner Einnahmen verlangt.
2 mal bearbeitet, zuletzt am 10.10.20 17:15 durch violator. -
Re: Entwickler sind sich ihrer Macht gar nicht bewusst
Autor: mbirth 11.10.20 - 16:46
D43 Wrote:
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> Oh gute Idee sollten die Krankenpfleger und Kindergärtner auch mal
> versuchen statt immer nur zu heulen... Echt jetzt.
Das wird der einzige Weg sein, dass sich in diesen Berufsgruppen überhaupt mal was ändert.



