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Gesetzgeber gefordert

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  1. Gesetzgeber gefordert

    Autor: Blackbird 09.10.20 - 13:31

    Die "AppStore" Frage ist nicht pauschal zu beantworten... Zu viele Fragen müssen zunächst einmal geklärt werden. Viel viel Provision ist gerecht? 20, 30, 40%? Ab wann kann man von einer Monopolstellung sprechen? 70% Marktanteil? Das würde nur Google mit Android betreffen. Oder sprechen wir von einem Monopol, wenn nur ein AppStore zugelassen ist? Das würde wiederum nur Apple mit iOs betreffen. Was ist mit den InApp-Käufen - und was mit Käufen im Internet ? Dürfen beide parallel existieren? Darf man einem Konzern überlassen welche App publiziert werden kann und welche nicht?

    Hier müssten sich die zwei großen Märkte (USA und Europa) auf einheitliche Gesetzgebung festlegen.

    Denn dagegen wirkt der vorinstallierte Internet Explorer von Microsoft Windows, für den eine Millionen Strafe kassiert haben, wie eine harmlose Bagatelle.

  2. Re: Gesetzgeber gefordert

    Autor: /mecki78 09.10.20 - 14:29

    Blackbird schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Viel viel Provision ist gerecht? 20, 30, 40%?

    Spielt keine Rolle. Es fragt auch niemand ob es gerecht ist, das Adidas Schuhe für 160¤ verkauft, die in der Produktion im Billiglohnland 16¤ gekostet haben. Wenn du so anfängst, dann müssen wir alle Preise alle Produkte auf "Gerechtigkeit" überprüfen und dann wirst du feststellen, dass 99% aller Produkte keinen gerechten Preis haben.

    Wer sagt "30% Abgabe, nur damit ich meine App an Apple Nutzer verkaufen kann ist viel zu hoch", der muss ja seine App nicht an Apple Nutzer verkaufen. Er kann entweder iOS gar nicht unterstützen, dann haben alle Applenutzer halt Pech gehabt ("Kauft euch halt ein vernünftiges SmartPhone"), oder er kann sie ja auch kostenlos anbieten oder mit Werbung finanzieren, in beiden Fällen bekommt Apple genau gar nichts.

    > Ab wann kann man von einer Monopolstellung sprechen?
    > 70% Marktanteil?

    Apple hat weltweit ca. 14%. In einigen Ländern mehr, dafür in anderen Ländern fast gar nichts. Einzig in den USA liegen sie mit Google etwa gleich auf (mal ist der eine, mal der andere vorne; in den letzten 10 Jahren hat Apple hier etwas an Boden gut gemacht und Google überholt, davor waren sie immer knapp unter Google).

    Aber die klassische Definition von Monopol ist: Wenn du nur zwischen einem oder keinen Anbieter wählen kannst, dann liegt ein Monopol vor.

    > Oder sprechen wir von einem Monopol, wenn nur ein AppStore zugelassen ist?

    Angenommen Apple hätte gar keinen Appstore und niemand könnte Apps für iOS anbieten, außer Apple selber, hätte Apple dann ein Monopol? Nein? Wie können sie dann bitte eines haben, wenn sie einen Appstore anbieten und damit ihr System freiwillig für Drittanbieter öffnen? Im zweiten Fall hat der Nutzer doch viel mehr Wahlfreiheit (er kann jetzt unter vielen Apps wählen, auch solche, die nicht von Apple kommen) und das System ist doch viel offener und jetzt auf einmal soll es aber ein Monopol sein? Das ist doch komplett unlogisch. Durch die Öffnung eines Systems an Konkurrenten kann doch niemals ein Monopol entstehen. Umgekehrt entsteht ein Monopol, wenn man ein System gegenüber Konkurrenten verschließt.

    Und wer keine Apps aus dem AppStore will, der kauft sich eben kein iPhone. Es hat also jeder eine Wahl, denn es gibt Alternativen. Eine Forderung wie "Ich will aber ein iPhone und dann trotzdem Apps aus anderen Quellen" ist einfach nur Wunschkonzert. Kartellgesetze existieren nicht um Nutzerwünsche zu erfüllen.

    > Was ist mit den InApp-Käufen - und was mit Käufen im Internet?

    Apple geht es darum, ob ein Kauf aus der App heraus gemacht wurde. Apple argumentiert so: Wenn ein Kauf aus einer App heraus gemacht wurde, dann hätte es diesen Kauf ohne diese App womöglich nie gegeben. Dass hier ein Kauf stattgefunden hat, das verdankt der Entwickler der Existenz dieser App. Wann immer jemand dank einer App, die Apple freiwillig auf ihre Plattform lässt Umsatz erwirtschaftet, ist Apple an diesem Umsatz zu beteiligen, denn Apple stellt ja wiederum alles das, ohne dem es diese App nie hätte geben können (angefangen beim iPhone selber über das Betriebssystem, den Store bis hin zu den Entwicklerwerkzeugen).

    Apple verbietet nicht, dass du Nutzern direkt was auf deiner Seite verkaufst. Sie verbieten auch nicht, dass du es dort günstiger anbietest. Alles kein Problem. Aber sobald deine App den Kunden in den Kauf lockt, ist Apple zu beteiligen.

    Ausgenommen davon sind Produkte, die überhaupt keinen Bezug zur App oder zum App-Anbieter haben. Wenn ich über die Amazon App Kopfhörer kaufe, dann hat das ja nichts mit der App zu tun. Mir zu ermöglichen Dinge zu kaufen ist ja die Existenzgrundlage der App und der Kopfhörer ist ja nicht speziell für die App gedacht und ich werde ihn auch nicht mit dieser App verwenden hinterher. Dito Essenslieferdienste. Dito digital erworbene Güter.

    Aber einen Mailaccount in einer Mailapp zu kaufen, der extra dazu gedacht ist mit dieser Mailapp genutzt zu werden, hat einen ganz eindeutigen Bezug zu dieser App und zu ihrem Anbieter, das ist ja wohl mehr als offensichtlich. Und wenn du so einen Kauf über deine App anbietest, dann musst du Apple daran beteiligen.

    > Denn dagegen wirkt der vorinstallierte Internet Explorer von Microsoft
    > Windows, für den eine Millionen Strafe kassiert haben, wie eine harmlose
    > Bagatelle.

    Immer diese Halbwahrheiten.

    Die Geldstrafen und Auflagen an Microsoft von Seiten der EU (freie Browsehrwahl nach Installatinon und Trennung von Media Player), die es so auch nur in Europa und nicht in den USA gegeben hat, waren einer Folge von nachgewiesen Marktmachtmissbrauch seitens Microsoft. Zu dieser Zeit hat Microsoft einen Marktanteil von 95% und hat Händler unter Druck gesetzt, dass sie nur dann günstige Windows OEM Lizenzen erhalten, wenn sie sich verpflichten alle Komplettsysteme immer nur mit Windows zu verkaufen, nie mit etwas anderen und auch nie ohne vorinstalliertes System. Wer sich dagegen geweigert hat, der musste mehr für die Lizenzen bezahlen.

    Das war aber illegal. Und der einzige Grund warum Microsoft das so lange durchziehen konnte war ihre enorme Marktmacht, gegen die kein Händler sich aufmucken getraut hat, denn natürlich wollte jeder Händler auch Windows OEM Lizenzen haben, sonst hätte er ja gar keine Windowssysteme verkaufen dürfen.

    Nur deswegen wurde Microsoft zu einer Geldstrafe verdonnert und das war der EU aber nicht genug. Die Frage war: Wie kann man verhindern, dass sich das wiederholt? Und die Antwort war: Man muss die Marktmacht von Microsoft brechen. Also war die nächste Frage, wie man das macht, denn zerschlagen konnte die EU Microsoft nicht, das hätte nur die US gekonnt und der waren europäische Computerhändler egal. Daher kam man mit diesen Auflagen um die Ecke, die alle zeitlich begrenzt waren und schon lange ausgelaufen sind (es gibt aktuell keine Browserwahl mehr in Windows, falls du das noch nicht bemerkt haben solltest).

    /Mecki

  3. Re: Gesetzgeber gefordert

    Autor: My1 09.10.20 - 15:25

    im falle von protonmail wird die app ja aber nicht verkauft sondern ist nur ein companion für die bestehende dienstleistung, wie bei Netflix im prinzip.

    Asperger inside(tm)

  4. Re: Gesetzgeber gefordert

    Autor: Lemo 11.10.20 - 03:43

    My1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > im falle von protonmail wird die app ja aber nicht verkauft sondern ist nur
    > ein companion für die bestehende dienstleistung, wie bei Netflix im
    > prinzip.

    Dann müssen sie das auch exakt wie Netflix anbieten.
    Die App „Hey“ ist schließlich auch noch verfügbar, obwohl die Entwickler im Juni über Probleme mit Apple geklagt haben.

  5. Re: Gesetzgeber gefordert

    Autor: My1 11.10.20 - 09:55

    nicht noch sondern wieder. die von hey mussten ne demo einbauen, kp ob die ios netflix app ne demo hat zum registrieren (netflix macht den probemonat ja scheinbar je nach region eh anders hat)

    denn wenn ich im internet dazu lese, stand dran dass netflix nur den login mit einem bestehenden konto erlaubt, und GENAU das hatte hey gemacht und die wurden erstmal rausgeworfen, und haben dann natürlich sich darüber aufgeregt

    Asperger inside(tm)

  6. Re: Gesetzgeber gefordert

    Autor: Lemo 11.10.20 - 17:17

    My1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > nicht noch sondern wieder. die von hey mussten ne demo einbauen, kp ob die
    > ios netflix app ne demo hat zum registrieren (netflix macht den probemonat
    > ja scheinbar je nach region eh anders hat)
    >
    > denn wenn ich im internet dazu lese, stand dran dass netflix nur den login
    > mit einem bestehenden konto erlaubt, und GENAU das hatte hey gemacht und
    > die wurden erstmal rausgeworfen, und haben dann natürlich sich darüber
    > aufgeregt

    Ne Demo? Aber ich hab die App doch runtergeladen, du kannst dich nicht registrieren, du kannst so ne temporäre Adresse für 14 Tage bekommen aber das hat mit dem Abo nichts zu tun

  7. Re: Gesetzgeber gefordert

    Autor: PaulaPuffmutter 11.10.20 - 22:52

    Wow, endlich mal ein qualifizierter Kommentar zu dem Thema.

    Diese scheinbar unendliche Leier von Marktmissbrauch und Monopol mit solchen Halbwahrheiten und den immer lächerlicher werdenden Supermarkt-, Auto- und Immobilienvergleichen ist mittlerweile nur noch ermüdend. Obwohl sie anfangs noch amüsant waren ...

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Blackbird schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Viel viel Provision ist gerecht? 20, 30, 40%?
    >
    > Spielt keine Rolle. Es fragt auch niemand ob es gerecht ist, das Adidas
    > Schuhe für 160¤ verkauft, die in der Produktion im Billiglohnland 16¤
    > gekostet haben. Wenn du so anfängst, dann müssen wir alle Preise alle
    > Produkte auf "Gerechtigkeit" überprüfen und dann wirst du feststellen, dass
    > 99% aller Produkte keinen gerechten Preis haben.
    >
    > Wer sagt "30% Abgabe, nur damit ich meine App an Apple Nutzer verkaufen
    > kann ist viel zu hoch", der muss ja seine App nicht an Apple Nutzer
    > verkaufen. Er kann entweder iOS gar nicht unterstützen, dann haben alle
    > Applenutzer halt Pech gehabt ("Kauft euch halt ein vernünftiges
    > SmartPhone"), oder er kann sie ja auch kostenlos anbieten oder mit Werbung
    > finanzieren, in beiden Fällen bekommt Apple genau gar nichts.
    >
    > > Ab wann kann man von einer Monopolstellung sprechen?
    > > 70% Marktanteil?
    >
    > Apple hat weltweit ca. 14%. In einigen Ländern mehr, dafür in anderen
    > Ländern fast gar nichts. Einzig in den USA liegen sie mit Google etwa
    > gleich auf (mal ist der eine, mal der andere vorne; in den letzten 10
    > Jahren hat Apple hier etwas an Boden gut gemacht und Google überholt, davor
    > waren sie immer knapp unter Google).
    >
    > Aber die klassische Definition von Monopol ist: Wenn du nur zwischen einem
    > oder keinen Anbieter wählen kannst, dann liegt ein Monopol vor.
    >
    > > Oder sprechen wir von einem Monopol, wenn nur ein AppStore zugelassen
    > ist?
    >
    > Angenommen Apple hätte gar keinen Appstore und niemand könnte Apps für iOS
    > anbieten, außer Apple selber, hätte Apple dann ein Monopol? Nein? Wie
    > können sie dann bitte eines haben, wenn sie einen Appstore anbieten und
    > damit ihr System freiwillig für Drittanbieter öffnen? Im zweiten Fall hat
    > der Nutzer doch viel mehr Wahlfreiheit (er kann jetzt unter vielen Apps
    > wählen, auch solche, die nicht von Apple kommen) und das System ist doch
    > viel offener und jetzt auf einmal soll es aber ein Monopol sein? Das ist
    > doch komplett unlogisch. Durch die Öffnung eines Systems an Konkurrenten
    > kann doch niemals ein Monopol entstehen. Umgekehrt entsteht ein Monopol,
    > wenn man ein System gegenüber Konkurrenten verschließt.
    >
    > Und wer keine Apps aus dem AppStore will, der kauft sich eben kein iPhone.
    > Es hat also jeder eine Wahl, denn es gibt Alternativen. Eine Forderung wie
    > "Ich will aber ein iPhone und dann trotzdem Apps aus anderen Quellen" ist
    > einfach nur Wunschkonzert. Kartellgesetze existieren nicht um Nutzerwünsche
    > zu erfüllen.
    >
    > > Was ist mit den InApp-Käufen - und was mit Käufen im Internet?
    >
    > Apple geht es darum, ob ein Kauf aus der App heraus gemacht wurde. Apple
    > argumentiert so: Wenn ein Kauf aus einer App heraus gemacht wurde, dann
    > hätte es diesen Kauf ohne diese App womöglich nie gegeben. Dass hier ein
    > Kauf stattgefunden hat, das verdankt der Entwickler der Existenz dieser
    > App. Wann immer jemand dank einer App, die Apple freiwillig auf ihre
    > Plattform lässt Umsatz erwirtschaftet, ist Apple an diesem Umsatz zu
    > beteiligen, denn Apple stellt ja wiederum alles das, ohne dem es diese App
    > nie hätte geben können (angefangen beim iPhone selber über das
    > Betriebssystem, den Store bis hin zu den Entwicklerwerkzeugen).
    >
    > Apple verbietet nicht, dass du Nutzern direkt was auf deiner Seite
    > verkaufst. Sie verbieten auch nicht, dass du es dort günstiger anbietest.
    > Alles kein Problem. Aber sobald deine App den Kunden in den Kauf lockt, ist
    > Apple zu beteiligen.
    >
    > Ausgenommen davon sind Produkte, die überhaupt keinen Bezug zur App oder
    > zum App-Anbieter haben. Wenn ich über die Amazon App Kopfhörer kaufe, dann
    > hat das ja nichts mit der App zu tun. Mir zu ermöglichen Dinge zu kaufen
    > ist ja die Existenzgrundlage der App und der Kopfhörer ist ja nicht
    > speziell für die App gedacht und ich werde ihn auch nicht mit dieser App
    > verwenden hinterher. Dito Essenslieferdienste. Dito digital erworbene
    > Güter.
    >
    > Aber einen Mailaccount in einer Mailapp zu kaufen, der extra dazu gedacht
    > ist mit dieser Mailapp genutzt zu werden, hat einen ganz eindeutigen Bezug
    > zu dieser App und zu ihrem Anbieter, das ist ja wohl mehr als
    > offensichtlich. Und wenn du so einen Kauf über deine App anbietest, dann
    > musst du Apple daran beteiligen.
    >
    > > Denn dagegen wirkt der vorinstallierte Internet Explorer von Microsoft
    > > Windows, für den eine Millionen Strafe kassiert haben, wie eine harmlose
    > > Bagatelle.
    >
    > Immer diese Halbwahrheiten.
    >
    > Die Geldstrafen und Auflagen an Microsoft von Seiten der EU (freie
    > Browsehrwahl nach Installatinon und Trennung von Media Player), die es so
    > auch nur in Europa und nicht in den USA gegeben hat, waren einer Folge von
    > nachgewiesen Marktmachtmissbrauch seitens Microsoft. Zu dieser Zeit hat
    > Microsoft einen Marktanteil von 95% und hat Händler unter Druck gesetzt,
    > dass sie nur dann günstige Windows OEM Lizenzen erhalten, wenn sie sich
    > verpflichten alle Komplettsysteme immer nur mit Windows zu verkaufen, nie
    > mit etwas anderen und auch nie ohne vorinstalliertes System. Wer sich
    > dagegen geweigert hat, der musste mehr für die Lizenzen bezahlen.
    >
    > Das war aber illegal. Und der einzige Grund warum Microsoft das so lange
    > durchziehen konnte war ihre enorme Marktmacht, gegen die kein Händler sich
    > aufmucken getraut hat, denn natürlich wollte jeder Händler auch Windows OEM
    > Lizenzen haben, sonst hätte er ja gar keine Windowssysteme verkaufen
    > dürfen.
    >
    > Nur deswegen wurde Microsoft zu einer Geldstrafe verdonnert und das war der
    > EU aber nicht genug. Die Frage war: Wie kann man verhindern, dass sich das
    > wiederholt? Und die Antwort war: Man muss die Marktmacht von Microsoft
    > brechen. Also war die nächste Frage, wie man das macht, denn zerschlagen
    > konnte die EU Microsoft nicht, das hätte nur die US gekonnt und der waren
    > europäische Computerhändler egal. Daher kam man mit diesen Auflagen um die
    > Ecke, die alle zeitlich begrenzt waren und schon lange ausgelaufen sind (es
    > gibt aktuell keine Browserwahl mehr in Windows, falls du das noch nicht
    > bemerkt haben solltest).

  8. Re: Gesetzgeber gefordert

    Autor: /mecki78 12.10.20 - 20:22

    My1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > im falle von protonmail wird die app ja aber nicht verkauft sondern ist nur
    > ein companion für die bestehende dienstleistung, wie bei Netflix im
    > prinzip.

    Netflix ist eine Reader-App. Sie dient nur dazu bereits vom Nutzer erworbene Inhalte abzurufen. Für Reader-Apps gelten seit ewigen Zeiten Ausnahmeregeln. Die App selber verkauft dem Nutzer auch keine Inhalte oder Abos und sie bewirbt auch keine Inhalte oder Abos.

    Ein Mail Client ist eine Kommunikations-App und daher schon mal keine Reader-App. Und wenn der Nutzer der App eine Zusatzfunktion erwerben kann, die sich auf das Verhalten der App oder auf das Verhalten von durch die App ausgelösten Aktionen auswirkt, dann muss diese Zusatzfunktion über die App erhältlich sein. Sie muss nicht exklusiv über die App erhältlich sein oder dort das gleiche Kosten, aber sie muss eben AUCH über die App verfügbar sein.

    /Mecki

  9. Re: Gesetzgeber gefordert

    Autor: /mecki78 12.10.20 - 20:28

    My1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > die von hey mussten ne demo einbauen

    Weil ein Mail Client keine Reader App ist. Sie dient nicht dazu nur vorgefertigte Inhalte abzurufen.

    /Mecki

  10. Re: Gesetzgeber gefordert

    Autor: /mecki78 12.10.20 - 20:54

    PaulaPuffmutter schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Diese scheinbar unendliche Leier von Marktmissbrauch

    Vor allem frage ich mich immer, was der Missbrauch war.
    Geschichtlich stellt ich das ganze doch so dar:

    - Apple stellt eine neue Art von mobilen Telefon vor, das iPhone. Dort läuft nur Software von Apple selber und das revolutionär ist, dass man das Gerät komplett über Touchscreen bedient.

    - Mit dem 3GS führt Apple einen Store ein und erlaubt jetzt auch Drittanbietern Apps für das Gerät anzubieten, die sich aber an strikte Regeln halten müssen, die Apple prüft, um die Sicherheit des Gerätes und der Daten sicherzustellen. Apps anbieten kostet nichts, man braucht nur einen Entwickler Account und wenn die Apps was kosten, bekommt Apple 30%.

    - Apple führt ein Werbeframework und in App Käufe ein. Wer will, kann jetzt seine App über Werbung finanzieren, die Apple anbietet oder direkt Funktionen als Kauf anbieten, die Nutzer dazu kaufen können.

    - Apple stampft das Werbeframework wieder ein, Apple will nicht in den Werbemarkt, erlaubt App Anbietern aber Werbung von Drittanbietern wie Google einzublenden.

    - Apple führt Abos ein, es ist also jetzt möglich Nutzern ein Abo zu verkaufen. Dabei erhält Apple nur 30% vom ersten Abokauf, danach nur noch 15%, wenn ein Abo verlängert wird.

    So in etwa grob die zeitliche Abfolge. Wo und wann genau soll Apple bitte wie genau ihre "Marktmacht" missbraucht haben? Das ist das, was ich in der ganzen Diskussion nicht verstehe.

    Ich sehe hier nur wie das System immer offener wurde, die Entwickler immer mehr Freiheiten bekamen und auf einmal heißt es "Marktmachtmissbrauch". Apple hätte auch in Schritt eins aufhören können, das wäre dann aber kein Missbrauch gewesen? Finde ich total paradox. Hier wird ein Unternehmen bestraft, dafür, dass sie die Konkurrenz auf ihre Plattform lassen und ihnen immer mehr Einnahmequellen anbieten.

    Das Apple bei einem App Review im Einzelfall vielleicht mal einen Fehler begangen hat, das mag ja sein, aber deswegen kann man nicht gleich von Missbrauch sprechen. Belege für gezielten Missbrauch, hat hier noch keiner geliefert.

    Und in Deutschland hat Google mit Android einen Marktanteil von über 80%. Also wie soll Apple hier ihre Marktmacht missbraucht haben? Welche Macht hat man denn, mit weniger als 20% Markt? Neukäufe liegen aktuell bei 14% (von 100 neu verkaufen SmartPhones sind aktuell max. 14 Stück iPhones).

    Ja, iPhones sind keine offene Systeme... hat aber auch nie jemand behauptet oder so beworben. Wer ein offenes System will, der wird sich auch kaum ein iPhone kaufen, oder? Muss ja auch niemand. Sind den meisten eh zu teuer. Viele Systeme sind nicht offen, aber solange man offene kaufen kann, sehe ich das Problem nicht. Ich betreibe auch einen Linux PC daheim, obwohl ich ein iPhone nutze. Das eine schließt doch das andere nicht aus. Ich habe ein Linux System, weil ich ein offenes System zum herumbasteln brauche für mein Hobby und ich habe ein iPhone, weil ich kein offenes, sondern ein möglichst sicheres SmartPhone für unterwegs möchte. Bräuchte ich ein offenes SmartPhone, würde ich mir eines kaufen. In der Arbeit habe ich einen Mac, den habe ich mir nicht ausgesucht und der ist auch nicht 100% offen, aber das ist egal, ich arbeite nur mit dem und alles was ich mit dem machen muss, kann ich mit dem auch machen und mehr als das muss er nicht können. Ich habe doch als Endverbraucher die Wahl.

    Und wer ein Android Phone möchte, aber ohne Dienste von Google, der installiert sich eben ein Custom ROM drauf oder kauft eines von Huawei, auf den neuen Modellen ist nichts mehr von Google drauf, weil Google darf laut US Regierung Huwaei keine Dienste mehr verkaufen. Nur traue ich den Chinesen halt noch weniger als Google, denn Google gibt wenigstens zu eine Datenkrake zu sein, die Chinesen machen immer auf die Unschuld vom Lande, wer's glaubt.

    /Mecki

  11. Re: Gesetzgeber gefordert

    Autor: My1 13.10.20 - 01:10

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > My1 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > im falle von protonmail wird die app ja aber nicht verkauft sondern ist
    > nur
    > > ein companion für die bestehende dienstleistung, wie bei Netflix im
    > > prinzip.
    >
    > Netflix ist eine Reader-App. Sie dient nur dazu bereits vom Nutzer
    > erworbene Inhalte abzurufen. Für Reader-Apps gelten seit ewigen Zeiten
    > Ausnahmeregeln. Die App selber verkauft dem Nutzer auch keine Inhalte oder
    > Abos und sie bewirbt auch keine Inhalte oder Abos.
    >
    > Ein Mail Client ist eine Kommunikations-App und daher schon mal keine
    > Reader-App. Und wenn der Nutzer der App eine Zusatzfunktion erwerben kann,
    > die sich auf das Verhalten der App oder auf das Verhalten von durch die App
    > ausgelösten Aktionen auswirkt, dann muss diese Zusatzfunktion über die App
    > erhältlich sein. Sie muss nicht exklusiv über die App erhältlich sein oder
    > dort das gleiche Kosten, aber sie muss eben AUCH über die App verfügbar
    > sein.


    naja eine reader app hat den sinn eine dienstleistung die außerhalb der app angeboten wird (den email dienst) zu nutzen. die dienstleistung die protonmail anbietet hat mit der app erstmal nix zutun, außer dass man halt ne app gewissermaßen braucht da man bei E2E imap und POP3 vergessen kann.

    Asperger inside(tm)

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