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Das ist eine überaus schlechte Nachricht!

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  1. Das ist eine überaus schlechte Nachricht!

    Autor: abufrejoval 12.11.21 - 20:37

    Alle schielen auf Apple.

    Apple hat mal eine Appliance verkauft (iPod), die dank DRM (elektronische Fessel) die Dematerialisierung von Tonträgern erlaubte, Press- und Kopierwerke, Hersteller passender Abspielgeräte und deren Händler überflüssig machte.

    Ein großer Teil der eingesparten Kosten landete bei Apple in der Kasse und machte aus dem Hersteller von persönlichen Computern einen kontrollversessenen Digitalriesen, der aus dem ursprünglichen Auftrag Privatkopien von Tonträgern zu verhindern, mindestens die Bevormundung seiner Kunden herleitet, tatsächlich nach oben keine natürlichen Machtgrenzen kennt, nur Konkurrenten beim Profit.

    Darin sind sich freilich all diese Digitalriesen gleich.

    Das ist aber schon bei Apple inzwischen eine grandiose Verfehlung und ein unhaltbarer Mißbrauch. Und das bleibt es auch, wenn Google, Microsoft, Amazon, Steam, EPIC, Meta oder die chinesischen Äquivalente das nachmachen.

    Der Persönliche Computer ist eben kein iPod mehr, sondern gerade in den persönlichsten Formen eines Handys oder Notebooks eher eine Art digitale Prothese auf dem Weg zur Hirnerweiterung. Dort darf aber nur der Eigentümer Souverän sein, nicht der Hersteller oder Dienstleister.

    Microsoft ist klar, daß sie im Kampf um die digitale Vorherschaft zurückliegen. Die mobilen Geräte waren ihnen vollständig entglitten, ihre Suchmaschine ist fest unter ferner liefen, der Browser--wo nicht unter Apples Diktat--fest in Googles Hand, der profitableste Unterhaltungsmarkt (Gaming) noch lange nicht unter Kontrolle.

    Und entsprechend nutzen sie ihre große Erfahrung in der Erzeugung von Abhängigkeiten im Unternehmensumfeld und bei öffentlichen Auftraggebern, um auch die Konsumenten wieder an die Leine zu legen und sie nach und nach aller Alternativen zu berauben.

    So wie mit jedem neuen minor oder major Release von Windows zunehmend alternative Browser erschwert oder gar unmöglich gemacht werden, so wird dies auch mit dem "App-Store" passieren, solange sich kein größerer staatlicher Akteur oder die gesammelte Konsumentenschaft dagegenstellt.

    In einer Gesellschaft wo zunehmend jede geschäftliche und private Interaktion digital vollzogen oder begleitet wird, darf man das gesellschaftliche "Betriebssystem" nicht dem Hersteller der Geräte oder der Bezugsquellen überlassen. Das ist dann wie zu frühkapitalistischen Zeiten, wo der Besitzer eines Bergbaus, Zeche, Wohnhäuser, Läden, Schulen, Kneipen und noch den Friedhof besaß.

    Google, Apple, Microsoft, Amazon und alle welche meinen aus dem Verkauf von Geräten, eines Betriebssystems, einer Dienstleistung oder einer Handelsplatform Macht über alle Aspekte von Konsumenten und Saatsbürgern ableiten zu können, müssen an den horizontalen und vertikalen (geographischen) Schnittstellen schonungslos aufgespalten werden, z.B. Stores strikt von jeder Form von Produktion getrennt und zur Interoperabilität gezwungen.

    Facebook bettelt ja schon seit Jahren darum reguliert zu werden, fordert aber ihr Geschäftsmodel zu schützen. Es ist ihnen klar, daß der digitale Wilde Westen nicht so weiter gehen kann und nirgendwo wird das aktuell so konsequent durchgeführt wie im fernen Osten.

    Könnten wir das bitte in einer freiheitlich demokratischen Variante hier in der EU haben?

  2. Re: Das ist eine überaus schlechte Nachricht!

    Autor: ilovekuchen 13.11.21 - 10:02

    Ich werde zwischen den Jahren Kabel im Haus ziehen damit sich die WLAN/Netzwerkabdeckung optimiert.
    Dann wird Windows vom Laptop verbannt und läuft nur noch auf meinem PC. Ich brauche die Funktionalität hier und da, dann greife ich per Fernzugriff zu und fertig.

    So habe ich Windows aus dem Alltag raus. Firma ist ähnlich, da aber mit Terminalserver und wir arbeiten daran alles auf libre Office umzustellen.

  3. Re: Das ist eine überaus schlechte Nachricht!

    Autor: Stefan Eßer 13.11.21 - 20:42

    abufrejoval schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Alle schielen auf Apple.
    >
    > Apple hat mal eine Appliance verkauft (iPod), die dank DRM (elektronische
    > Fessel) die Dematerialisierung von Tonträgern erlaubte, Press- und
    > Kopierwerke, Hersteller passender Abspielgeräte und deren Händler
    > überflüssig machte.

    Ist ja schon ein paar Jahrzehnte her, aber war das nicht ganz anders?

    Es gab jede Menge Hersteller von Musik-Playern, für die in den dazu gehörenden Shops ausschließlich DRM-geschützte Dateien verfügbar waren. Dafür gab es z.B. auch die verschlüsselten WMA-Dateien, für die Wiedergabe im Windows Media-Player und Playern die WMA-mit-DRM von Microsoft lizenziert hatten.

    Apple hat mit dem iPod ein System heraus gebracht, das eben nicht auf DRM-geschützten Inhalten basierte, sondern "ganz normale" MP3-Dateien - und die Musikindustrie hat nach einiger Zeit gemerkt, dass Inhalte ohne DRM so viel attraktiver waren, dass sie damit mehr verdienen konnten also mit DRM ...

    Seit dem iPod kann ich Musik bei Apple, Amazon und vielen anderen als MP3- oder AAC-Datei kaufen, die eben nicht mehr DRM-geschützt ist (wie es früher immer der Fall war) und sich damit z.B. per SD-Karte im Autoradio abspielen lässt.

    Streaming-Dienste wie Netflix setzen heute wieder auf DRM, auch wenn die Inhalte auf einem Player gespeichert werden. Das ist aber nun wirklich nicht Apple anzulasten.

    > Ein großer Teil der eingesparten Kosten landete bei Apple in der Kasse und
    > machte aus dem Hersteller von persönlichen Computern einen
    > kontrollversessenen Digitalriesen, der aus dem ursprünglichen Auftrag
    > Privatkopien von Tonträgern zu verhindern, mindestens die Bevormundung
    > seiner Kunden herleitet, tatsächlich nach oben keine natürlichen
    > Machtgrenzen kennt, nur Konkurrenten beim Profit.

    Sorry, nein, Apple hat DRM mit dem iPod aus dem Musikmarkt verschwinden lassen, bis es durch die Streaming-Anbieter wie Spotify in neuer Form wieder entstanden ist.

    Der iPod hat sich rasend verkauft, weil es ein Musik-Player ohne DRM war, ohne Kontrolle durch Apple, anders als alle anderen damals relevanten Media-Player.

  4. Re: Das ist eine überaus schlechte Nachricht!

    Autor: xPandamon 15.11.21 - 08:56

    @ Stefan Eßer Abgesehen von sowas wie dem Zune Player wäre es mir neu dass irgendein Media-Player DRM hatte. Und iPods haben, sofern ich mich nicht falsch erinnere, schon immer iTunes gebraucht um Daten zu übertragen. DRM hattest du also schon durch die iTunes-Pflicht, selbst wenn du auch eigene MP3s hättest nutzen können.

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