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C64/Amiga, Cracker, Calling Cards in den 80/90ern ...

Am 17. Juli erscheint Ghost of Tsushima; Assassin's Creed Valhalla und Watch Dogs Legions konnten wir auch gerade länger anspielen - Anlass genug, um über Actionspiele, neue Games und die Next-Gen-Konsolen zu sprechen! Unser Chef-Abenteurer Peter Steinlechner stellt sich einer neuen Challenge: euren Fragen.
Er wird sie am 16. Juli von 14 Uhr bis 16 Uhr beantworten.
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  1. C64/Amiga, Cracker, Calling Cards in den 80/90ern ...

    Autor: Computer_Science 03.01.19 - 02:39

    der Autor versteht glaube ich die C64/Amiga Szene der 80er/90er nicht:

    *niemand* hat damals wirklich Telefonkosten bezahlt (wäre in DE ja auch fast teurer gewesen, als die Spiele im Laden zu kaufen), FidoNet BBSen & Co waren zwar nett - hatten aber außer Infos, Mail und Demos kaum Interessantes zu bieten. Es war viel witziger skandinavische oder UK BBSen aus den Cracktros anzuwählen, um direkt an interessante Software zu kommen.

    Auslandsverbindungen in den 80er/90ern waren unbezahlbar, deshalb war es üblich Pirate Calling Cards zu verwenden oder eine Calling Card PIN zu erraten, die entsprechenden Unternehmen machten es einem auch wirklich leicht:

    6 mögliche Stellen für die PIN = 1.000.000 Möglichkeiten
    Unternehmen hat 10.000 Kunden
    1.000.000 / 10.000 = statistisch gesehen 100 Rateversuche, um eine funktionierende PIN zu finden.

    Über Nacht wurden dann die neuste Software gezogen (ohne auch nur einen Pfennig zu zahlen) und an Freunde & Lamer Gesindel verteilt ...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.01.19 02:43 durch Computer_Science.

  2. Re: C64/Amiga, Cracker, Calling Cards in den 80/90ern ...

    Autor: mwo (Golem.de) 03.01.19 - 06:26

    Danke für den Einblick! Ich war damals 13 und wusste tatsächlich nichts über Calling Cards. Ist aber ein interessantes Thema, ich werde mich mal damit beschäftigen.

  3. Re: C64/Amiga, Cracker, Calling Cards in den 80/90ern ...

    Autor: aac 03.01.19 - 16:45

    Calling Cards gab es in Massen zu kaufen (über BBS), aber auch Blueboxing ging ja und viele konnten rund um den Globus jede BBS erreichen. Darüber hinaus gab es viele PBXs (AT&T System 75/85), Dial-Outs über Firmen, die gar nicht oder sehr schwach abgesichert waren, über die man jedes Telefonat führen konnte - z.B. Meridian Mail von Nortel). Auch total krasse "Systemfehler" bei Calling Card-Anbietern wie MCI, ließen kostenlose Telefonate zu (statt einer Calling Card konnte man einfach 16x0 eingeben).

    Auch Schwachstellen bei Kreditkartenanbietern (z.B. Mastercard), deren Kartennummern immer um die Addition 99 erweitert wurden und man somit eine "gültige" CC erzeugen konnte – diese wurden von AT&T als Calling Card akzeptiert. Total verrückt, wenn man darüber nachdenkt, wie schwach das war.

    Also, wenn ich das mit heute vergleiche...das war ja ein riesengroßes, offenes Scheunentor damals.

  4. Re: C64/Amiga, Cracker, Calling Cards in den 80/90ern ...

    Autor: lar 03.01.19 - 17:54

    Sich in den 80er/90er Jahren mit einem C64 + Modem / Akkustikkoppler auf eine Mailbox / BBS einzuwählen war nicht wirklich schwieriger als heute.
    Die Hardware war fast identisch, die verwendete Software ebenfalls. CCGMS, wie hier im Titelbild zu sehen, gab es Anfang der 90er Jahre auch schon.
    Heute gibt es lediglich den Luxus von kabellosen Verbindungen durch WIFI Modems. Ein ATDT + "Rufnummer" des BBS ist aber immer noch notwendig.
    Zum Glück ist man heute auch nicht mehr auf Calling Cards oder Blue Boxing angewiesen um die Telefonkosten in Grenzen zu halten. TCP/IP Bridges, ob wie hier als
    WIFI Modem, oder als Software auf PC / Raspi, oder eigenständiges Gerät, oder sogar Ethernet Karten als C64 Steckmodul machen es möglich über den eigenen
    Internetanschluß eine Verbindung herzustellen.

    Wer keine Angst vor Kabeln und etwas Fummelei bei der Konfiguration der TCP/IP Brigde hat, kann dann auch in den Genuß von Überrtagungsraten kommen,
    die weit jenseits von 2400 Baud liegen. Alternativ greift man zum C64 Emulator oder nimmt ein PC Terminalprogramm mit PETSCII Unterstützung wie z.B. CGTerm.
    Dank zwei alten C64 Programmierern hat sich im letzten Jahr eine Übertragungsrate von 38.400 Baud bei diversen C64 BBS etabliert.
    Das mag angesichts der Bandbreite gängiger Internetverbindungen wenig erscheinen, ist bei der geringen Datenmenge die übertragen wird aber schon sehr
    flott. Ein paar C64 BBS sind dank Unterstützung von CPU Speedern und spezieller Software sogar noch schneller. 57.600 bzw. 115.200 Baud lassen dann zwar kein "Retro-Feeling" aufkommen,
    wenn das neueste C64 Demo in wenigen Sekunden auf den heimischen Rechner übertragen wird. Wer aber den quälenden Schmerz einer schier unendlich langsam erscheinenden
    300 Baud Verbindung heute nachempfinden möchte, kann ja sein Terminalprogramm und die TCP/IP Bridge entsprechend einstellen und während der Übertragung gut und gerne 2
    Kaffee kochen :)

    "Neulinge" und Interessierte brauchen auch nicht mehr die Adressen der BBS aus Cracker Intros heraus sammeln. Eine regelmäßig aktualisierte Liste von C64 BBS, die online sind,
    findet man im Internet bei http://cbbsoutpost.servebbs.com/

    Contiki kann ich aus eigener Erfahrung für eine BBS bzw. das vom Autor angestrebte Projekt nicht empfehlen. Die Software ist eher "Proof-of-Concept" als alltagstauglich. Hier sollte besser auf C*BASE, ImageBBS oder Color64 zurückgegriffen werden. Für letzteres gibt es bereits ein BBS, das per RSS Feed genau das macht, was der Autor vor hat, allerdings mit Nachrichten von CSDB !

  5. Re: C64/Amiga, Cracker, Calling Cards in den 80/90ern ...

    Autor: mwo (Golem.de) 03.01.19 - 18:22

    Super Hinweis, danke! Bislang basieren meine Bemühungen auf einer angepassten Variante von Mystic BBS auf dem PC. Das Board an sich läuft auch schon, aber am Backend hapert es. Ich sehe mir das auf jeden Fall mal an, vielleicht ist das der bessere Weg.

  6. Re: C64/Amiga, Cracker, Calling Cards in den 80/90ern ...

    Autor: Crass Spektakel 04.01.19 - 02:10

    lar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Contiki kann ich aus eigener Erfahrung für eine BBS bzw. das vom Autor
    > angestrebte Projekt nicht empfehlen. Die Software ist eher
    > "Proof-of-Concept" als alltagstauglich. Hier sollte besser auf C*BASE,
    > ImageBBS oder Color64 zurückgegriffen werden. Für letzteres gibt es bereits
    > ein BBS, das per RSS Feed genau das macht, was der Autor vor hat,
    > allerdings mit Nachrichten von CSDB !

    Contiki ist auch nicht als "Server" sondern als recht vollständiger "Client" gedacht. Wieviele halbwegs brauchbare TCP/IP-Stacks mit ein paar funktionierenden Anwendungen gibt es denn für den C64?

    Für schwache CP/M und MSDOS-Systeme gibt es eine riesige Auswahl, z.B. JNOS, TurboNOS und andere NOS-Varianten. Aber am C64 merkwürdigerweise fast nichts.

  7. Re: C64/Amiga, Cracker, Calling Cards in den 80/90ern ...

    Autor: lar 04.01.19 - 16:20

    Crass Spektakel schrieb:
    > Contiki ist auch nicht als "Server" sondern als recht vollständiger
    > "Client" gedacht. Wieviele halbwegs brauchbare TCP/IP-Stacks mit ein paar
    > funktionierenden Anwendungen gibt es denn für den C64?

    Es gibt Contiki-BBS 0.3.0. Das ist aber wie gesagt eher etwas für Leute die das für sich fertig programmieren wollen...
    Für den C64 gibt es den IP65 Stack. Der reicht :-)
    Software Support der Hersteller und der Scene ist zwar leider dürftig, aber es gibt wenigstens ein paar brauchbare Programme dafür wie z.B. Telnet65, Kipperterm, Guruterm, wget, und das ein oder andere Spiel mit Netzwerkunterstützung.

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