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Lieber Martin :-)

Expertentalk zu DDR5-Arbeitsspeicher am 7.7.2020 Am 7. Juli 2020 von 15:30 bis 17:00 Uhr wird Hardware-Redakteur Marc Sauter eure Fragen zu DDR5 beantworten.
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  1. Lieber Martin :-)

    Autor: Crass Spektakel 04.01.19 - 02:05

    Lieber Martin, da hast Du aber eine geradezu erschreckende Menge Hardware in die Schlacht geworfen :-)

    Um einen C64 "online" zu bringen reicht deutlich weniger:

    Ansatz 1 Ethernet
    Für 40-80 Euro bekommt man diverse Ethernet-Adapter, z.B. 64NIC. Zur Nutzung läd man Contiki und hat ein sehr rundes Gesamtpaket das vieles kann was man heute erwartet. TCP/IP über Contiki soll angeblich 30-50kByte erreichen, bei mir waren es eher 20kByte aber auch damit ist eine Diskette in wenigen Sekunden übertragen.

    Ansatz 2 RS232
    Man baut sich selbst auf Basis des MAX232 Pegelkonverters einen Wandler für die 0/5V-TTL-Pegel des C64 auf RS232-Pegel (-12/+12V). Oder kauft sich was fertiges auf Amazon und bastelt sich das an den Userport. Über ein Nullmodem-Kabel verbindet man sich mit einem modernen PC und installiert dort passende Gegensoftware (mgetty, slipd oder pppd, geht prima mit Linux, BSD und sogar Cygwin/Windows). Auf dem C64 kann man jetzt Nova Term nutzen (klassisch) oder eben auch Contiki (TCP/IP ist zäh über RS232 bei 100-200Bytes/s). Kostenpunkt unter fünf Euro.

    Der simple RS232-Ansatz klappt übrigens auch prima mit mehreren Rechnern: An meinem "Gateway-Pentium" können sechs Computer andocken, derzeit ein SX64, ein C128, ein Amiga 500, ein Amiga 600, das alte DEC vt180-Terminal und gelegentlich ein alter Atari 400 (bei dem fehlt es mit aber massiv an Software).

    Vorteil: Bocksimpler Aufbau und wenig Bloat.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.01.19 02:14 durch Crass Spektakel.

  2. Re: Lieber Martin :-)

    Autor: mwo (Golem.de) 04.01.19 - 14:34

    Hi Crass Spektakel,

    danke für die Infos, ich fand ja den WLAN-Ansatz so futuristisch (und ehrlich gesagt auch schräg). Aber Deine Hinweise sind für zukünftige Projekte auf jeden Fall sehr nützlich!

  3. RS232

    Autor: Crass Spektakel 04.01.19 - 17:37

    Was man bei RS232 am C64 beachten muß:

    Es gibt viele Varianten davon: https://www.c64-wiki.de/wiki/RS-232

    Der "Standard" läuft über die Userport-Signale PA2/PB0/etcpp und braucht eigentlich nur einen MAX232 und einen Kondensator. Das läßt sich prima auch über Basic programmieren mittel open 2,2... print#2 "atd1234" uswusf. ist aber wackelig und macht nur 2400bps mit Firmware-Mitteln. Es gibt optimierte Routinen die auch 9600 schaffen aber mehr recht als schlecht und Hardware-Flußkontrolle ist sowieso nicht.

    Es gibt mehrere andere Verkabelungen die teils deutlich zuverlässiger und schneller und mit Flußkontrolle laufen und nur geringfügig komplexer sind. Hab ich mich nie mit befaßt aber anscheinend laufen damit 9600bps ziemlich gut. nuff said.

    Und natürlich kann man sich selber einen FIFO einbauen, z.B. einen 6551 oder 16550. Auch da gibt es mehrere Ansätze die bis zu 230400bps erreichen. Dadurch steigt der Aufwand allerdings exponentiell und die Kosten auch, da ist man mit einem Ethernet-Adapter eigentlich besser dran.

    Der "Standard" ist halt der Standard, der wird überall unterstützt. Bei allen anderen Lösungen stolpert man zwischen "Proof-of-Concept" und "mangelhafte Treiber für eine handvoll Anwendungen". Wenn 2400-4800bps reichen ist der Standard wirklich erste Wahl.

    Will man seinem C64 etwas gutes gönnen spendiert man ihm ein Multimodul mit SD-Card-Slot, Ethernet und grossem Flash-Bereich in dem man seine Firmware und Software reinwerfen kann - damit kann man dann "mal eben" Speed-DOS bei $e000 einblenden oder "Save New York" bei $8000. Leider ist da der Markt etwas unübersichtlich, meistens ist das was man will gerade ausverkauft. Aber hin und wieder kommt man für 100-150 Euro an ziemlich feine All-In-One-Lösungen ran.

    Ich gebs zu, ich bin Oldschool, ich verwende derzeit nur Magic-Formel 2.0 (*1), einen SD-Card-Reader und den Standard RS232-Adapter an meinem Haupt-64er, einem SX64. Das Zeug ist aus den 1980ern bis auf den SD-Card-Reader, der ist ein von mir umgebauter MMC64 der jetzt mit Magic-Formel zusammenarbeitet, Baujahr 2005 oder so. An meinen anderen 64/128ern verwende ich eine Reihe günstig erworbener Final Cadridge 3 mit der alleinigen Funktion "schnell laden" und einen frei verdrahteten RS232-Wandler.

    (*1) imho mit Abstand das beste "klassische" Multifunktionsmodul für den C64. Nur sehr neue Module sind in Teilbereichen besser.



    4 mal bearbeitet, zuletzt am 04.01.19 17:54 durch Crass Spektakel.

  4. Re: RS232

    Autor: mwo (Golem.de) 05.01.19 - 13:49

    Wow, was für ein Luxus-C64 (in allen Belangen)! Leider ist unser "Redaktionsmodell" des Kollegen Költzsch nicht so gut dran. Aber wir haben immerhin auch ein FC3. Vielleicht kommen ja nach und nach noch ein paar neue Komponenten hinzu. Gerade den SD-Kartenleser haben wir schon länger im Auge. Aber wenn ich lese, was das Magic Formel alles kann, sollten wir vielleicht in dieser Richtung auch noch mal investieren ;-)

  5. Re: RS232

    Autor: Crass Spektakel 06.01.19 - 17:35

    Ja, Magic Formel ist wirklich der Hammer, leider sehr unbekannt. Es wurde auch nie nachgebaut weil es eine Reihe recht unüblicher Konzepte verwendet.

    Ein paar Pluspunkte:
    1. schnellster Floppy-Betrieb ohne Spezialkabel, d.h. nicht nur Load und Save sondern auch open, verify und sogar Low-Level-Befehle wie Floppy-Memory-Read/Write.
    2. funktionale(!) GUI mit Joystick- und Mausbedienung
    3. Sehr gute Basic-Erweiterung
    4. Sehr guter Macro-Assembler(!)
    5. Hoch integrierter Debugger, Freezer, Analyser für C64, Floppy und andere Peripherie
    6. Ein waschechter ASCII-Editor.
    7. sehr kompatibler 80-Zeichen-Modus per Software
    8. Integriertes Terminalprogramm(!) - ja, kann nicht viel aber für reines ASCII-telnet und X-Modem reicht es. War imho das letzte Update für Magic-Formel, die EPROMs habe ich damals selber gebrand weil der Hersteller nicht mehr erreichbar war.
    9. Alles sehr kompatibel und wo es doch mal hängt reicht meistens ein Knopfdruck und man hat alle Erweiterungen zu 100% abgeschalten.

    Man hat bei Magic Formel den Eindruck daß sich da ein Informatiker ein Entwicklungssystem für den praktischen Einsatz erschaffen hat.

    Schade daß der Nachbau relativ kompliziert im Vergleich zu Final Cadrige und Co ist, ich würde mir auf der Stelle 2-3 Module nachkaufen.

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