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Der Autor wirft hier zwei Dinge durcheinander

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  1. Der Autor wirft hier zwei Dinge durcheinander

    Autor: TigerPixel.DE 11.12.22 - 15:53

    "Open Source" und "Lizenz".

    Sobald die zugrundeliegende Implementierung von allen eingesehen werden kann, ist es meinem Verständnis nach "Open Source". Die andere Frage ist, wie diese öffentlich zugänglich gemachten Quellen genutzt werden dürfen, und darüber entscheidet das Lizenzmodell.

    Leider assoziieren noch allzu viele Leute den Begriff "Open Source Software" (OSS) mit "Freibier".

    Golem.de - Ich liebe es



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.12.22 16:04 durch TigerPixel.DE.

  2. Re: Der Autor wirft hier zwei Dinge durcheinander

    Autor: Sammie 11.12.22 - 16:50

    TigerPixel.DE schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "Open Source" und "Lizenz".
    >
    > Sobald die zugrundeliegende Implementierung von allen eingesehen werden
    > kann, ist es meinem Verständnis nach "Open Source". Die andere Frage ist,
    > wie diese öffentlich zugänglich gemachten Quellen genutzt werden dürfen,
    > und darüber entscheidet das Lizenzmodell.
    >
    > Leider assoziieren noch allzu viele Leute den Begriff "Open Source
    > Software" (OSS) mit "Freibier".

    Die Lizenz darf dieses "Freibier" aber nicht einschränken. Darum gehts ja bei Open Source.
    Die Open Source Initiative definiert das recht genau: https://opensource.org/osd

    * Open source doesn't just mean access to the source code
    * The license shall not restrict any party from selling or giving away the software as a component of an aggregate software distribution containing programs from several different sources. The license shall not require a royalty or other fee for such sale.
    * The program must include source code, and must allow distribution in source code as well as compiled form
    * The license must allow modifications and derived works, and must allow them to be distributed under the same terms as the license of the original software.
    * The license must explicitly permit distribution of software built from modified source code.

    Nichts davon trifft auf Postscript zu, daher fällt dieser veröffentliche Quellcode nicht unter Open Source. Wer versucht die genannten Sachen durch Lizenzklauseln in irgendeiner Form wieder einzuschränken hat einfach nur ne Lizenz mit beigefügtem Quellcode, darf sich aber eigentlich nicht Open Source schimpfen => https://opensource.org/faq
    "The freedom to use the program for any purpose is part of the Open Source Definition. Open source licenses do not discriminate against fields of endeavor."

    Es ist also nicht möglich Open Source mit einer Lizenz einzuschränken. Rechtlich zählt zwar immer das beigefügte Lizenzmodell, aber dann ist es eben auch kein Open Source mehr, sobald die Grundzüge von Open Source nicht mehr gewährleistet sind.

  3. Re: Der Autor wirft hier zwei Dinge durcheinander

    Autor: altuser 11.12.22 - 17:07

    Hat nicht jemand wegen Definitionskonflikten rund um "free" und "open" das Akronym "FOSS"/"FLOSS" ersonnen?

  4. Re: Der Autor wirft hier zwei Dinge durcheinander

    Autor: BLi8819 11.12.22 - 18:35

    Nur weil der Quellcode einsehbar ist, ist es noch lange keine Open Source.

  5. Re: Der Autor wirft hier zwei Dinge durcheinander

    Autor: violator 11.12.22 - 18:42

    Doch schon, denn genau das bedeuten diese zwei Worte. Auch wenn manche Personen da mehr reininterpretieren. Wenn eine offene Quelle keine offene Quelle ist, dann sollte man sie nicht offene Quelle nennen.

  6. Re: Der Autor wirft hier zwei Dinge durcheinander

    Autor: Vögelchen 11.12.22 - 19:01

    Ist die Frage, wie man "offen" interpretiert.
    Intuitiv, bzw. aus meinem Sprachverständnis heraus ist etwas offen, wenn es nicht unter Verschluss gehalten wird.
    Wikipedia verknüpft an Offenheit aber noch weitere Punkte:

    Als Open Source (aus englisch open source, wörtlich offene Quelle) wird Software bezeichnet, deren Quelltext öffentlich und von Dritten eingesehen, geändert und genutzt werden kann.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.12.22 19:03 durch Vögelchen.

  7. Re: Der Autor wirft hier zwei Dinge durcheinander

    Autor: t76 11.12.22 - 20:02

    Vögelchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ist die Frage, wie man "offen" interpretiert.

    Die einzige Frage, die sich stellt, ist die Lizenz. Quelloffen bedeutet nur, dass der Code einsehbar ist, nicht mehr und schon garnicht, was man damit anstellen darf. Es gibt restriktive Open Source Lizenzen wie GPL und eher freizügige wie Apache oder BSD. Die Computer History Museum License stellt klar, dass der Code lediglich zur Einsicht veröffentlicht wird, und nicht zur weiteren Verwendung.
    Es geht auch lizenzfrei (Public Domain). Das kann aber Nachteile haben, wenn man das Werk verwenden will: der Autor entscheidet sich um, oder jemand anderes reicht ein Copyright für das Werk ein. Je nach Land ist das eine der andere gesetzlich nicht möglich.
    Darum gibt es auch Copyfree wie GNU All-Permissive, die räumt jegliches Recht an der Verwendung ein (außer finanzielle Verwertung), stellt aber trotzdem noch Urheberschaft klar. Beachten muß man dabei noch, dass die Lizenz jeweils an eine Versionsnummer gebunden ist. Die Lizenz kann sich also mit späterer Version ändern.

  8. Re: Der Autor wirft hier zwei Dinge durcheinander

    Autor: Oktavian 11.12.22 - 20:25

    > Sobald die zugrundeliegende Implementierung von allen eingesehen werden
    > kann, ist es meinem Verständnis nach "Open Source".

    Du sagst es richtig, deinem Verständnis nach. Aber so ist das halt, Sprache ist dehnbar, Wörter haben oft viele Bedeutungen.

    Wenn der Quellcode für eine Software geklaut und veröffentlicht wird, dadurch von jedem einsehbar wird, wird die Software dadurch zu "Open Source"?

    Üblicherweise meint man mit "Open Source" den Begriff so, wie er von der FSF geprägt wurde. Neben der Verfügbarkeit des Quelltextes gehen auch weitere Recht für den Nutzer einher, und die stehen eben in einer Lizenz.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Open_Source

    Aber natürlich steht es dir frei, Dir selbst eine Definition zu basteln, ganz nach Deinem Verständnis. Du darfst Dich dann nur nicht wundern, dass sie nicht zur Mehrheitsdefinition kompatibel ist.

  9. Re: Der Autor wirft hier zwei Dinge durcheinander

    Autor: Urbautz 11.12.22 - 23:10

    Die meisten Open Source Programme sind nicht wirklich frei (sprich Public Domain), sondern sind z.B. von der GPL massiv eingeschränkt. Die GPL ist keine freie Lizenz, da sie Dinge wie kommerziellen Weitervertrieb kategorisch ausschließt.

    Beispielhafte Commerical Open Source Lizenzen gibt es von Microsoft (MSPL) und Apple (APSL), und auch die komplette SAP Business Logik ist für Kunden einseh- und änderbar.

    Am anderen Ende: MIT(-0) und BSD Lizenzen kann man als bedingt frei sehen, während CC-0, die unlicense und WTFPL wirklich frei sind. Ihnen unterliegt leider nur eine kleine Minderheit der wunderbaren Welt der OpenSource-Lizenzen.

  10. Re: Der Autor wirft hier zwei Dinge durcheinander

    Autor: series3 12.12.22 - 00:03

    Open Source ist nicht gleich freie Software.

  11. Re: Der Autor wirft hier zwei Dinge durcheinander

    Autor: McAndrew 12.12.22 - 01:53

    >> Die meisten Open Source Programme sind nicht wirklich frei (sprich Public Domain), sondern sind z.B. von der GPL massiv eingeschränkt. Die GPL ist keine freie Lizenz, da sie Dinge wie kommerziellen Weitervertrieb kategorisch ausschließt.

    Vielleicht sollten Sie die GPL2/3 lesen, bevor Sie solch einen Unsinn verbreiten.

    Redhat Enterprises und khtml/Safari/Chrome/Edge sind glänzende Beispiele für den Unsinn Ihrer Aussage.

    Richtig ist:
    Ein Projekt, das Code verwendet, der unter der GPL steht, oder von solchem Code abgeleitet ist, muss ebenfalls unter der GPL veröffentlicht werden.



    7 mal bearbeitet, zuletzt am 12.12.22 02:12 durch McAndrew.

  12. Re: Der Autor wirft hier zwei Dinge durcheinander

    Autor: Datalog 12.12.22 - 08:30

    Genau so ist es. Es ist völlig egal, was die beiden Worte 1:1 übersetzt ins Deutsche bedeuten. Es zählt, wie der Begriff im Allgemeinen verstanden wird. Und hier wird "open" von den meisten eben nicht nur als "Code einsehbar" verstanden, sondern auch als "offen für eigene Bearbeitungen".

    Der Begriff wurde von maßgeblich von Eric S. Raymond geprägt (s.a. sein Artikel "Die Kathedrale und der Basar") und dann durch die von ihm mitgegründete Open Source Initiative (OSI) bekannt gemacht. Die FSF hatte die Grundsteine gelegt, aber richtig berühmt wurde der Begriff erst durch die OSI. Vermutlich auch, weil die OSI wirtschaftsnäher als die FSF agierte.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.12.22 08:32 durch Datalog.

  13. Re: Der Autor wirft hier zwei Dinge durcheinander

    Autor: unbuntu 12.12.22 - 08:56

    Open ist aber was anderes als Free. Nur dass viele halt dauernd Free in "Open" Source reininterpretieren. Open heißt halt offen, nicht frei.

    Linux ist das beste Betriebssystem, das ich jemals gesehen habe.
    - Albert Einstein

  14. Re: Der Autor wirft hier zwei Dinge durcheinander

    Autor: Denshi 12.12.22 - 09:25

    Das schmerzt ja beim Lesen.

    TigerPixel.DE schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "Open Source" und "Lizenz".
    >
    > Sobald die zugrundeliegende Implementierung von allen eingesehen werden
    > kann, ist es meinem Verständnis nach "Open Source".

    Damit bist du nicht alleine. Trotzdem wird in Fachkreisen etwas anderes darunter verstanden. Die geläufigste Definition ist die der Open Source Initiative (OSI); siehe dazu den Post von Sammie. Für das, was du damit meinst, hat Microsoft mal den Marketing-Begriff "Shared Source" geschaffen, der so ähnlich wie open-source klingen soll, aber nicht die lizenzrechtlichen Implikationen hat.

    > Leider assoziieren noch allzu viele Leute den Begriff "Open Source
    > Software" (OSS) mit "Freibier".

    Zu diesen Leuten darfst du dich aber dann dazu zählen. Die Unterscheidung zwischen "Frei wie in Freibier" und "Frei wie in Freiheit" zielt genau auf die Frage ab, ob die Weiternutzung des Werkes noch noch durch eine (fehlende) Lizenz verhindert wird. Open-Source meint eben nicht "Frei wie Freibier" (das man einfach nur gratis überreicht bekommt), sondern "Frei wie Freiheit" und damit auch die Freiheit, das Werk weiter zu nutzen und zu adaptieren.

    altuser schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hat nicht jemand wegen Definitionskonflikten rund um "free" und "open" das
    > Akronym "FOSS"/"FLOSS" ersonnen?

    Naja. Die Akronyme wurden erdacht, um den Namensstreit zwischen der OSI und der FSF zu besänftigen. (Ist imho nicht gelungen.) In der Frage, um die es hier geht sind sich beide Institutionen aber einig. Bei freier und/oder open-source Software sollten auch Weiternutzungsrechte enthalten sein, damit sie unter (mind.) eine der genannten Begriffe fallen kann.

    t76 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die einzige Frage, die sich stellt, ist die Lizenz. Quelloffen bedeutet
    > nur, dass der Code einsehbar ist, nicht mehr und schon garnicht, was man
    > damit anstellen darf.

    Was der deutsche Begriff "Quelloffen" bedeutet, darüber können wir gerne streiten, aber "open source" ist hinreichend definiert (siehe oben). Im Kontext dieses Threads sehe ich "Quelloffen" als wörtliche Übersetzung von "open source" und würde daher die gleiche Bedeutung annehmen. Im Eingangspost ist auch von "Open Source" die Rede.

    > Es geht auch lizenzfrei (Public Domain).

    Keine Ahnung, was genau du mit lizenzfrei meinst, aber aufgrund der Anmerkung "(Public Domain)" werde ich mal annehmen, du meinst Gemeinfreiheit.

    > Das kann aber Nachteile haben, wenn man das Werk verwenden will:
    > der Autor entscheidet sich um,

    Zumindest nach deutschem Recht führt kein Weg aus der Gemeinfreiheit zurück; nichtmal, wenn der Autor das möchte. In der Regel ist dieser nämlich schon seit mind. 70 Jahren tot. Gemeinfreie Werke mit lebendem Autor sind wohl eher ein obskurer Sonderfall (mir fällt auch gerade kein Beispiel ein).

    > oder jemand anderes reicht ein Copyright für das Werk ein.Je nach Land ist das
    > eine der andere gesetzlich nicht möglich.

    In keinem mir bekannten Rechtsraum muss noch (wie früher in den USA) ein Copyright beantragt werden. Ich muss aber zugeben, dass ich außerhalb der EU und den USA nicht wirklich viele Rechtsräume hinreichend kenne und mich da gerne belehren lasse.

    > Darum gibt es auch Copyfree wie GNU All-Permissive, die räumt jegliches
    > Recht an der Verwendung ein (außer finanzielle Verwertung)

    Doch, die finanzielle Verwertung wird durch die GNU All-Permissive ebenfalls erlaubt.

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Üblicherweise meint man mit "Open Source" den Begriff so, wie er von der
    > FSF geprägt wurde.

    Eher die OSI. Die FSF hasst den Begriff "Open Source". Ansonsten stimme ich dir zu.

    Urbautz schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die meisten Open Source Programme sind nicht wirklich frei (sprich Public
    > Domain),

    Schwierige Aussage, weil du nicht unbedingt die Deutungshoheit darüber hast, was "wirklich frei" bedeuted. Selbst gemeinfreie Werke kann man nicht unbedingt zu jedem Zweck verwenden. Neben Urheberrechten gibt es nämlich noch andere Schutzrechte, die einer Nutzung entgegenstehen. (Persönlichkeitsrechte oder Markenrechte z.B.)
    Die FSF hält aber "die meisten Open Source Programme" für frei.

    > Die GPL ist keine freie Lizenz,

    Wie gesagt: Sieht die FSF anders als du. Es gibt aber einige, die es ähnlich sehen, weshalb sich der Begriff "permissive" für freie Lizenzen ohne Copyleft gebildet hat.

    > da sie Dinge wie kommerziellen Weitervertrieb
    > kategorisch ausschließt.

    Aber das tut sie nicht. (wie auch McAndrew anmerkt)

    > MIT(-0) und BSD Lizenzen kann man als bedingt frei sehen,
    > während CC-0, die unlicense und WTFPL wirklich frei sind.

    Da müsstest du mir mal erklären, welche Nutzungen die MIT verhindert. Der einzige praktisch relevante Unterschied zwischen Lizenzen wie MIT und BSD und Lizenzen wie CC-0 und WTFPL ist, dass die erstgenannten erfordern, dass der Lizenzhinweis weitergegeben wird und die Empfänger des Werkes somit wissen, dass es unter einer freien Lizenz ist. Erhalte ich ein CC-0-lizenziertes Werk, kann ich das eventuell nicht mehr erkennen, weil der Lizenzhinweis entfernt wurde. Wenn ich nicht weiß, dass ein Werk frei lizenziert ist, hilft mir eine Lizenz wie CC-0 nicht wirklich. Deswegen sehe ich die CC-0 für Software als subobtimal an.

    series3 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Open Source ist nicht gleich freie Software.

    Das ist technisch korrekt. Die Definitionen von FSF und OSI sind nicht nicht zu 100% deckungsgleich und es gibt z.B. die "NASA Open Source Agreement", die zwar open-source aber keine Freie-Software-Lizenz ist. Im Normalfall sind die Begriffe allerdings in den meisten Situationen austauschbar.


    Puh.

  15. Re: Der Autor wirft hier zwei Dinge durcheinander

    Autor: BLi8819 12.12.22 - 17:22

    > Doch schon
    Nein.

    > denn genau das bedeuten diese zwei Worte.
    einsehbar != offen

    > Auch wenn manche Personen
    Das sind nicht "manche Personen", sondern jene, die Open Source definiert und etabliert haben.

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