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Ja und?

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  1. Ja und?

    Autor: gorsch 03.05.20 - 14:42

    Die Schlussfolgerung, dass die App deswegen nutzlos wäre, ist reines schwarzweiss Denken. Das ist in der Medizin aber unangebracht.

    Die Corona Tests, die wir gerade benutzen, haben auch sehr hohe Fehlerraten, bis in zu 50% falsche Negative.

    Genauso filtern selbst die besten Masken nicht alle Viren, einfache Masken filtern nur sehr grob.

    Und von den Leuten, die an den so knappen Atemgeräten landen, sterben trotzdem bis zu 90%.

    Selbst wenn letztlich nur wenige Infektionsketten unterbrochen werden können, so ist das ein klarer Nutzen.

  2. Re: Ja und?

    Autor: Pickel 03.05.20 - 15:03

    Guter Beitrag!!! Du hast vollkommen recht. Schwarz/Weiss-Denken ist bei so etwas unangebracht. Man wird dann sehen inwieweit die App von Nutzen ist. Wichtig ist, dass die Bedenken bzgl. des Datenschutzes ausgeräumt werden.

  3. Re: Ja und?

    Autor: Flyns 03.05.20 - 15:36

    gorsch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Schlussfolgerung, dass die App deswegen nutzlos wäre, ist reines
    > schwarzweiss Denken. Das ist in der Medizin aber unangebracht.
    >
    > Die Corona Tests, die wir gerade benutzen, haben auch sehr hohe
    > Fehlerraten, bis in zu 50% falsche Negative.
    >
    > Genauso filtern selbst die besten Masken nicht alle Viren, einfache Masken
    > filtern nur sehr grob.
    >
    > Und von den Leuten, die an den so knappen Atemgeräten landen, sterben
    > trotzdem bis zu 90%.
    >
    > Selbst wenn letztlich nur wenige Infektionsketten unterbrochen werden
    > können, so ist das ein klarer Nutzen.

    Sorry, aber das klingt verdächtig nach „wir wissen, dass es ungenau ist, dass wahrscheinlich mindestens 25% der Bevölkerung es nicht nutzen kann und wahrscheinlich deutlich mehr nicht nutzen wird, wir wissen, dass das Missbrauchspotenzial vorhanden ist und dass es am Ende wahrscheinlich alles nichts taugt - aber Hauptsache wir machen mal was“.

    Nicht alles, was technisch machbar ist, ist automatisch sinnvoll. Genau das ist nämlich Schwarz-Weiß-Denken.
    Bruce Schneier (und auch viele andere) haben viele valide Bedenken angebracht und stellen daher den Nutzen der App in Frage - was daran schwarz-weiß sein soll, ist mir unklar.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.05.20 15:39 durch Flyns.

  4. Re: Ja und?

    Autor: Isodome 03.05.20 - 15:38

    Flyns schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nicht alles, was technisch machbar ist, ist automatisch sinnvoll.

    Und weil man sich nicht sicher ist, dass es funktionieren wird, soll man es erst garnicht versuchen?

  5. Re: Ja und?

    Autor: Flyns 03.05.20 - 15:45

    Isodome schrieb:
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    > Flyns schrieb:
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    > > Nicht alles, was technisch machbar ist, ist automatisch sinnvoll.
    >
    > Und weil man sich nicht sicher ist, dass es funktionieren wird, soll man es
    > erst garnicht versuchen?

    Ich weiß nicht wie du es siehst, aber für mich überwiegt bei der App (auch bei der dezentralen Variante) die Unklarheit, vor allem durch Missbrauchspotenzial und Ungenauigkeit und vermutlich geringer Verbreitung. Das wiegt den möglicherweise positiven Effekt mMn nicht auf. So wie es Bruce Schneier schon beschreibt: ich bekomme eine Warnung auf mein Telefon. Ist das jetzt ein echter Alarm oder ein false positive, weil irgendein Scherzbold sich als infiziert markiert hat. Zur Sicherheit geh ich in Quarantäne, warte x Wochen auf nem Test, der dann negativ ausfällt. Das mach ich vielleicht zwei drei mal, spätestens dann ist das Vertrauen in die App unter 0.
    Auf der anderen Seite habe ich eine permanente Lauschfunktion im Betriebssystem(!) meines Smartphones, ganz andere Dinge wie Akkuverbrauch noch gar nicht mal eingerechnet. Wer garantiert mir denn, dass der Kram nach Ende der Corona Krise wieder vom Smartphone verschwindet?

    TLDR - ich sehe einen winzigen möglicherweise positiven Nutzen gegenüber riesiger Nachteile und einer großen Ungewissheit. Und ich werd das Gefühl nicht los, dass es sich hier rum „Hauptsache wir mach mal irgendwas, damit es nicht so aussieht, als würden wir nichts tun“ handelt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.05.20 15:47 durch Flyns.

  6. Re: Ja und?

    Autor: Anonymer Nutzer 03.05.20 - 15:57

    Flyns schrieb:
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    > Isodome schrieb:
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    > > Flyns schrieb:
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    > > > Nicht alles, was technisch machbar ist, ist automatisch sinnvoll.
    > >
    > > Und weil man sich nicht sicher ist, dass es funktionieren wird, soll man
    > es
    > > erst garnicht versuchen?
    >
    > Ich weiß nicht wie du es siehst, aber für mich überwiegt bei der App (auch
    > bei der dezentralen Variante) die Unklarheit, vor allem durch
    > Missbrauchspotenzial und Ungenauigkeit und vermutlich geringer Verbreitung.
    > Das wiegt den möglicherweise positiven Effekt mMn nicht auf. So wie es
    > Bruce Schneier schon beschreibt: ich bekomme eine Warnung auf mein Telefon.
    > Ist das jetzt ein echter Alarm oder ein false positive, weil irgendein
    > Scherzbold sich als infiziert markiert hat. Zur Sicherheit geh ich in
    > Quarantäne, warte x Wochen auf nem Test, der dann negativ ausfällt. Das
    > mach ich vielleicht zwei drei mal, spätestens dann ist das Vertrauen in die
    > App unter 0.
    > Auf der anderen Seite habe ich eine permanente Lauschfunktion im
    > Betriebssystem(!) meines Smartphones, ganz andere Dinge wie Akkuverbrauch
    > noch gar nicht mal eingerechnet. Wer garantiert mir denn, dass der Kram
    > nach Ende der Corona Krise wieder vom Smartphone verschwindet?
    >
    > TLDR - ich sehe einen winzigen möglicherweise positiven Nutzen gegenüber
    > riesiger Nachteile und einer großen Ungewissheit. Und ich werd das Gefühl
    > nicht los, dass es sich hier rum „Hauptsache wir mach mal irgendwas,
    > damit es nicht so aussieht, als würden wir nichts tun“ handelt.

    Danke für den Text, denn dies sind auch genau meine Gedankengänge.
    Die negativen Aspekte überwiegen einfach, der mögliche positive Nutzen ist sehr fragwürdig.

  7. Re: Ja und?

    Autor: Pickel 03.05.20 - 16:13

    Flyns schrieb:
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    > Isodome schrieb:
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    > > Flyns schrieb:
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    > > > Nicht alles, was technisch machbar ist, ist automatisch sinnvoll.
    > >
    > > Und weil man sich nicht sicher ist, dass es funktionieren wird, soll man
    > es
    > > erst garnicht versuchen?
    >
    > Ich weiß nicht wie du es siehst, aber für mich überwiegt bei der App (auch
    > bei der dezentralen Variante) die Unklarheit, vor allem durch
    > Missbrauchspotenzial und Ungenauigkeit und vermutlich geringer Verbreitung.
    > Das wiegt den möglicherweise positiven Effekt mMn nicht auf. So wie es
    > Bruce Schneier schon beschreibt: ich bekomme eine Warnung auf mein Telefon.
    > Ist das jetzt ein echter Alarm oder ein false positive, weil irgendein
    > Scherzbold sich als infiziert markiert hat. Zur Sicherheit geh ich in
    > Quarantäne, warte x Wochen auf nem Test, der dann negativ ausfällt. Das
    > mach ich vielleicht zwei drei mal, spätestens dann ist das Vertrauen in die
    > App unter 0.
    > Auf der anderen Seite habe ich eine permanente Lauschfunktion im
    > Betriebssystem(!) meines Smartphones, ganz andere Dinge wie Akkuverbrauch
    > noch gar nicht mal eingerechnet. Wer garantiert mir denn, dass der Kram
    > nach Ende der Corona Krise wieder vom Smartphone verschwindet?
    >
    > TLDR - ich sehe einen winzigen möglicherweise positiven Nutzen gegenüber
    > riesiger Nachteile und einer großen Ungewissheit. Und ich werd das Gefühl
    > nicht los, dass es sich hier rum „Hauptsache wir mach mal irgendwas,
    > damit es nicht so aussieht, als würden wir nichts tun“ handelt.

    Du beschreibst hier den worst case. Sollte man von diesem ausgehen?
    Bei der dezentralen Variante: Ich denke, dass wenn der Quelltext offen liegt, man nachvollziehen kann, ob es Datenschutzbedenken geben wird. Ich meine damit, dass es Spezialisten gibt die das prüfen können, die den Quelltext untersuchen können und das in diesem Fall machen werden. Wenn diese Bedenken ausgeräumt sind dann kann man der Sache doch eine Chance geben. Dein Worst-Case-Szenario beschreibt, dass man sich sofort für Quarantäne geben muss und dann x Wochen auf ein Ergebnis eines Tests warten muss. Genauso gut kann es aber sein, dass man sofort getestet wird und seine Ergebnisse dann am nächsten Tag oder zwei Tage später bekommt. Diese zwei Tage in Quarantäne schaden einem nicht sonderlich, können aber ein grosser Beitrag für die Gesellschaft sein, auch wenn dann der Test negativ ausfällt. Und wieso sollte die Akzeptanz der Bevölkerung dann sofort auf null sinken?

    Ich finde deine Sichtweise sehr, sehr negativ. Vielleicht solltest du einfach ein bisschen offener an die Sache herangehen. Kritisch ist ja ok, aber so negativ finde ich übertrieben.

  8. Re: Ja und?

    Autor: michary 03.05.20 - 17:30

    Flyns schrieb:
    > Ist das jetzt ein echter Alarm oder ein false positive, weil irgendein
    > Scherzbold sich als infiziert markiert hat. Zur Sicherheit geh ich in
    > Quarantäne, warte x Wochen auf nem Test, der dann negativ ausfällt.

    Die Apps sollen so funktionieren, dass man einen positiven Test vom Gesundheitsamt braucht, um sich in der App als infiziert zu melden...
    Und wie kommst du darauf Wochen auf das Ergebnis warten zu müssen.. Demnächst sollen 4.5 Millionen Tests pro Woche möglich sein..

    Aber hast Recht.. macht alles kein Sinn.. lassen wir es lieber

  9. Re: Ja und?

    Autor: divStar 03.05.20 - 17:40

    Das Problem - neben all dem Genannten - ist: nur weil der Quelltext offen ist, heißt es nicht, dass Bugs entdeckt werden. Bestes Beispiel war glaube ich OpenSSL und Heartbleed. Und selbst wenn der Quelltext in Ordnung ist - was schwer zu sagen ist je nachdem wie groß er ist - bleibt die Frage: habe ich die Binary aus genau diesem Stand des Quelltextes bekommen - oder wurde während des Bauvorgangs noch etwas reingemogelt?

    Insbesondere unseren Behörden traue ich letzteres mehr als zu. Und weil ich mir die App nicht selbst bauen will und darin mehr Risiko als Nutzen sehe, werde ich das Programm links liegen lassen und dafür sorgen, dass es nicht auf mein Smartphone kommt.

  10. Re: Ja und?

    Autor: michary 03.05.20 - 17:58

    divStar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem - neben all dem Genannten - ist: nur weil der Quelltext offen
    > ist, heißt es nicht, dass Bugs entdeckt werden. Bestes Beispiel war glaube
    > ich OpenSSL und Heartbleed. Und selbst wenn der Quelltext in Ordnung ist -
    > was schwer zu sagen ist je nachdem wie groß er ist - bleibt die Frage: habe
    > ich die Binary aus genau diesem Stand des Quelltextes bekommen - oder wurde
    > während des Bauvorgangs noch etwas reingemogelt?
    >
    > Insbesondere unseren Behörden traue ich letzteres mehr als zu. Und weil ich
    > mir die App nicht selbst bauen will und darin mehr Risiko als Nutzen sehe,
    > werde ich das Programm links liegen lassen und dafür sorgen, dass es nicht
    > auf mein Smartphone kommt.

    Erstmal jede Software hat Bugs.. und höhst wahrscheinlich auch Sicherheitslücken. Wenn du Angst davor hast.. besser keine technischen Geräte verwenden...

    Die Apps verwenden nur die APIs vom iOS/Android, da kann man nicht viel falsch machen...

    Worüber du dir eher sorgen machen solltest sind Sicherheitslücken im Betriebssystem... Aber ich glaube wohl kaum, dass du dann deswegen ein neues iOS- oder PlayStore-Update unterbindest.

  11. Re: Ja und?

    Autor: goto10 03.05.20 - 18:02

    > Die Corona Tests, die wir gerade benutzen, haben auch sehr hohe
    > Fehlerraten, bis in zu 50% falsche Negative.

    Kann man nicht bei 50% einfach eine Münze werfen? ;-)

  12. Re: Ja und?

    Autor: goto10 03.05.20 - 18:10

    Isodome schrieb:
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    > Flyns schrieb:
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    > > Nicht alles, was technisch machbar ist, ist automatisch sinnvoll.
    >
    > Und weil man sich nicht sicher ist, dass es funktionieren wird, soll man es
    > erst garnicht versuchen?

    Hast du schon mal über den Schaden nachgedacht? Was passiert mit Menschen, die auf Grund eine falschen Positiv Meldung Panik bekommen? Was ist mit den Gesundheitsschäden durch Depressionen, welche durch die falschen Meldungen der App auftreten?

    Alles hat seine zwei Seiten. Vor lauter Angst scheine viele nur noch die eine Seite zu sehen.

  13. Re: Ja und?

    Autor: goto10 03.05.20 - 18:12

    Kakiss schrieb:
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    > Flyns schrieb:
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    > > Isodome schrieb:
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    > > > Flyns schrieb:
    > > >
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    > > > > Nicht alles, was technisch machbar ist, ist automatisch sinnvoll.
    > > >
    > > > Und weil man sich nicht sicher ist, dass es funktionieren wird, soll
    > man
    > > es
    > > > erst garnicht versuchen?
    > >
    > > Ich weiß nicht wie du es siehst, aber für mich überwiegt bei der App
    > (auch
    > > bei der dezentralen Variante) die Unklarheit, vor allem durch
    > > Missbrauchspotenzial und Ungenauigkeit und vermutlich geringer
    > Verbreitung.
    > > Das wiegt den möglicherweise positiven Effekt mMn nicht auf. So wie es
    > > Bruce Schneier schon beschreibt: ich bekomme eine Warnung auf mein
    > Telefon.
    > > Ist das jetzt ein echter Alarm oder ein false positive, weil irgendein
    > > Scherzbold sich als infiziert markiert hat. Zur Sicherheit geh ich in
    > > Quarantäne, warte x Wochen auf nem Test, der dann negativ ausfällt. Das
    > > mach ich vielleicht zwei drei mal, spätestens dann ist das Vertrauen in
    > die
    > > App unter 0.
    > > Auf der anderen Seite habe ich eine permanente Lauschfunktion im
    > > Betriebssystem(!) meines Smartphones, ganz andere Dinge wie
    > Akkuverbrauch
    > > noch gar nicht mal eingerechnet. Wer garantiert mir denn, dass der Kram
    > > nach Ende der Corona Krise wieder vom Smartphone verschwindet?
    > >
    > > TLDR - ich sehe einen winzigen möglicherweise positiven Nutzen gegenüber
    > > riesiger Nachteile und einer großen Ungewissheit. Und ich werd das
    > Gefühl
    > > nicht los, dass es sich hier rum „Hauptsache wir mach mal
    > irgendwas,
    > > damit es nicht so aussieht, als würden wir nichts tun“ handelt.
    >
    > Danke für den Text, denn dies sind auch genau meine Gedankengänge.
    > Die negativen Aspekte überwiegen einfach, der mögliche positive Nutzen ist
    > sehr fragwürdig.

    Ich schließe mich euch beiden an.

  14. Re: Ja und?

    Autor: Hugo 03.05.20 - 18:25

    Das mag jetzt komisch klingen, aber gerade weil die kritischen Teile von Apple und Google gemanaged werden und die App dann auch bei denen im Store landen muss, sprich die sehen dann auch den Quellcode und haben wirklich kein Interesse, dass da irgendwie Scheiß bei raus kommt, bin ich zuversichtlich, dass das Missbrauchspotential recht gering ist.
    Gerade wenn man sich die Spezifikationen der API ansieht, an die sich so eine App zwangsläufig halten muss, will sie denn über die Stores vertrieben werden.
    Und nein, ich glaube nicht an die große Weltverschwörung, dass Apple und Google mit allen Regierungen dieser Welt unter einer Decke stecken und die ganzen Streitereien zwischen Apple und dem FBI nur dazu dienten, um genau davon abzulenken.
    Kann man Apple und Google vertrauen, dass die Funktion auch wirklich nach der Pandemie wieder weg kommt? Vielleicht ja, vielleicht nein, das muss man dann sehen. Was ich aber vertrauen muss ist, dass der Schalter in den Einstellungen, der das alles abschaltet, funktioniert. Weil wenn ich dem nicht vertraue, müsste ich als Konsequenz das gesamte Telefon weg schmeißen. Wie kann ich auch nur einem Schalter irgendwie vertrauen und nicht glauben, dass das nur eine hübsche Animation ist.
    "Ja um mich zu schützen geh ich nur im Flugmodus nach draußen." Ja klar, Flugmodus ... pfff

    Der Rest den man durch so eine App, die bis auf den Zugriff auf die API eine reguläre App ist, zu 90% wirklich uninteressant, gerade auf iPhones. Das Meiste weiß der Staat doch sowieso schon, da ich ja den Test beim Gesundheitsamt mache, bzw. das Krankenhaus alles melden muss. Selbst wenn ich über die App gemeldet bekomme, dass ich Kontakt mit einem Infizierten hatte ist das im ersten Schritt eine nutzlose Information für den Staat, solange ich der App nicht sage, wer ich denn bin. Klar, die da oben könnten meine IP aufzeichnen und meinen Namen dann einklagen, alles für den Gesundheitsschutz, versteht sich. Dabei wünsche ich dann herzlich viel Spaß. Vor allem bei dem Versuch so etwas unterm Deckel zu halten.

  15. Re: Ja und?

    Autor: Hantilles 03.05.20 - 18:29

    Flyns schrieb:
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    > Isodome schrieb:
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    > > Flyns schrieb:
    > >
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    > > > Nicht alles, was technisch machbar ist, ist automatisch sinnvoll.
    > >
    > > Und weil man sich nicht sicher ist, dass es funktionieren wird, soll man
    > es
    > > erst garnicht versuchen?
    >
    > Ich weiß nicht wie du es siehst, aber für mich überwiegt bei der App (auch
    > bei der dezentralen Variante) die Unklarheit, vor allem durch
    > Missbrauchspotenzial und Ungenauigkeit und vermutlich geringer Verbreitung.
    > Das wiegt den möglicherweise positiven Effekt mMn nicht auf.

    Sorry, aber das ist die Verweigerung einer echten Risikoabwägung!

    Welches Missbrauchspotential siehst du denn jetzt genau? Also ja, klar, Daten können missbraucht werden, aber welches Risikopotential ist so schwerwiegend, dass du es für besser hältst, die möglichen positiven Effekte, gar nicht erforschen zu wollen?


    Verstehe mich nicht falsch. Ich bin definitiv keiner, der sagt, wir müssen jedes einzelne Menschenleben retten, und deshalb darf es keinen Datenschutz geben. Trotzdem ärgert mich die Beliebigkeit, mit der das Missbrauchspotential jetzt geschildert wird, doch sehr.

    Wir haben eine dreiwöchige, VEHEMENTE Debatte hinter uns, die sich um die Architektur des Contact Tracings drehte. Und ja, auch wenn viele jetzt sagen, dass die Bundesregierung nur eingelenkt hat, weil Apple sich geweigert hat, so verkennt das doch die Tatsache, dass die Umstellung auf das dezentrale Modell ein gigantischer Erfolg für den Datenschutz und gegen ein tatsächliches Missbrauchspotential einer solchen App ist!

    Wer also sagt, das Missbrauchspotential sei noch immer zu groß, der soll doch bitteschön einmal darlegen, welches Missbrauchspotential jetzt schwerer wiegt, als die möglichen positiven Effekte. Und nein, das heißt nicht, dass ich Rest-Missbrauchspotential abstreite, aber ich will hören, wie groß du diese Risiken nun wie einschätzt und warum du das für entsprechend wahrscheinlich hältst.

    Und da würde ich mich schon mit einer Meinung/Einschätzung zufriedengeben, die nichts beweist oder so, die sich aber einigermaßen plausibel technisch nachvollziehen lässt. So in der Art: "Ich finde, das Risiko, dass die Daten von etwa 1 Million Menschen missbraucht wird überwiegt für mich, dass wir etwa 1000 Infektionen früher erkennen und dadurch vielleicht 10 Menschenleben retten" zusammen mit einer Begründung, warum ein solches Missbrauchspotential wahrscheinlicher ist, als das geschätzte Nutzen-Potential.

    Aber diese Abwägung triffst du nicht. Die trifft auch Bruce Schneier nicht. Und das nervt mich ziemlich gewaltig, weil ich mich nämlich ernsthaft frage, weshalb überhaupt eine Community von Datenschützern so wahnsinnig hart für eine bessere Lösung kämpft, wenn am Ende dann einem ein eher vages Missbrauchspotential als Ausrede dafür dient, die Self-Fullfilling-Prophecy des zu geringen Nutzens wegen zu geringer Installationsquote zu triggern.

    > So wie es
    > Bruce Schneier schon beschreibt: ich bekomme eine Warnung auf mein Telefon.
    > Ist das jetzt ein echter Alarm oder ein false positive, weil irgendein
    > Scherzbold sich als infiziert markiert hat. Zur Sicherheit geh ich in
    > Quarantäne, warte x Wochen auf nem Test, der dann negativ ausfällt. Das
    > mach ich vielleicht zwei drei mal, spätestens dann ist das Vertrauen in die
    > App unter 0.

    Und das nervt am allermeisten. Diese pauschale Annahme, dass es keinerlei Tests geben wird. Und das, nachdem wir jetzt erst Medienberichte hatten, dass wir inzwischen gigantische Testkapazitäten aufgebaut haben.

    > Auf der anderen Seite habe ich eine permanente Lauschfunktion im
    > Betriebssystem(!) meines Smartphones, ganz andere Dinge wie Akkuverbrauch
    > noch gar nicht mal eingerechnet. Wer garantiert mir denn, dass der Kram
    > nach Ende der Corona Krise wieder vom Smartphone verschwindet?

    Bitte lies dir einmal die technischen Spezifikationen durch und begründe mir dann noch einmal, inwiefern das aus deiner Sicht noch plausible Einwände sind. Danke!

    > TLDR - ich sehe einen winzigen möglicherweise positiven Nutzen gegenüber
    > riesiger Nachteile und einer großen Ungewissheit.

    Es wäre schön, wenn dann die Mühen sich darum drehen würden, die Unsicherheit zu verringern, anstatt sie zu vergrößern!

    > Und ich werd das Gefühl
    > nicht los, dass es sich hier rum „Hauptsache wir mach mal irgendwas,
    > damit es nicht so aussieht, als würden wir nichts tun“ handelt.

    Das kann man man genauso gut anders herum formulieren, so im Stile "Hauptsache, wir verhindern jegliches Engagement in dieser Richtung, damit wir am Ende garantiert ohne Überwachungssystem dastehen. Egal, ob aufgrund der diskutierten Grundlagen dieses Risiko noch plausibel ist, oder nicht".

  16. Re: Ja und?

    Autor: masel99 03.05.20 - 23:01

    goto10 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Die Corona Tests, die wir gerade benutzen, haben auch sehr hohe
    > > Fehlerraten, bis in zu 50% falsche Negative.
    >
    > Kann man nicht bei 50% einfach eine Münze werfen? ;-)

    Und wenn man einen Test hat der "bis zu" 50% falsche Negative produziert (kA welcher das sein soll) aber nur 20% falsche positive wäre das trotzdem besser als eine Münze werfen. ;-)

  17. Re: Ja und?

    Autor: PhilSt 04.05.20 - 00:47

    Flyns schrieb:

    > Ich weiß nicht wie du es siehst, aber für mich überwiegt bei der App (auch
    > bei der dezentralen Variante) die Unklarheit, vor allem durch
    > Missbrauchspotenzial und Ungenauigkeit und vermutlich geringer Verbreitung.

    Welches Missbrauchspotenzial sehen Sie denn genau? Bitte, wir sprechen inzwischen von anonymen user-ids bei dezentraler speicherung...

  18. Re: Ja und?

    Autor: quark2017 04.05.20 - 01:06

    Hantilles schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Welches Missbrauchspotential siehst du denn jetzt genau? Also ja, klar,
    > Daten können missbraucht werden, aber welches Risikopotential ist so
    > schwerwiegend, dass du es für besser hältst, die möglichen positiven
    > Effekte, gar nicht erforschen zu wollen?

    Auch alles schon tausende Male durchgekaut worden.
    - Bluetooth als zusätzliche Angriffsschnittstelle
    - Datenabgriff und Leaking der Daten von Infizierten (mit entsprechenden sozialen Folgen, wie bereits geschehen)
    - App-Zwang für Alltagsgeschäfte (sofern das gesetzlich nicht eingefangen wird)
    - Strafen für Gesetzesverstöße (wenn man die Selbstquarantäne nicht ausübt), weil man laut App möglicherweise ein hohes Ansteckungsrisiko hatte, obwohl ein positiver Corona-Nachweis nicht erfolgt ist

    Das sind alles Gründe genug, um eine unzuverlässige App nicht zu nutzen.

    Mit dem Totschlagargument "Wenn es nur ein einziges Leben rettet" könnte man ne Menge Zwangsmaßnahmen begründen.
    Umgekehrt gibt es ggü. der App viele sinnvollere und effektivere Maßnahmen.

    Aber so lange die Nutzung einer solchen App freiwillig bleibt (und dies auch gesetzlich eindeutig so festgelegt ist), ist ja alles in Ordnung. Dann kann jeder sich für oder gegen dieses Experiment entscheiden.

    P.S.: Mal eine bescheidene Überlegung. Warum sollte die "Akzeptanz" einer freiwilligen App signifikant höher sein, als die Wahlbeteiligung? ;-)
    Jeder darf dann selbst entscheiden,

  19. Re: Ja und?

    Autor: tpk 04.05.20 - 07:21

    michary schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Flyns schrieb:
    > > Ist das jetzt ein echter Alarm oder ein false positive, weil irgendein
    > > Scherzbold sich als infiziert markiert hat. Zur Sicherheit geh ich in
    > > Quarantäne, warte x Wochen auf nem Test, der dann negativ ausfällt.
    >
    > Die Apps sollen so funktionieren, dass man einen positiven Test vom
    > Gesundheitsamt braucht, um sich in der App als infiziert zu melden...
    > Und wie kommst du darauf Wochen auf das Ergebnis warten zu müssen..
    > Demnächst sollen 4.5 Millionen Tests pro Woche möglich sein..
    >
    > Aber hast Recht.. macht alles kein Sinn.. lassen wir es lieber

    Genau so sehe ich die App auch. Als einen Indikator, anhand dessen man die Tests sinnvoll einsetzen kann.
    Bei der Eingrenzung von Corona geht es doch auch um Wahrscheinlichkeiten. Die App muss nicht hundertprozentig funktionieren, aber effizient genug sein, um beim intelligenten Einsatz der Tests eine Unterstützung darzustellen.
    Ohne funktionierende Tests würde ich die App nicht haben wollen, wenn aber ein gut und schnell funktionierendes Testsystem dahinter steht, bin ich sofort dabei.

  20. Re: Ja und?

    Autor: .02 Cents 04.05.20 - 09:44

    Das ist im Abstrakten wie im Konkreten falsch, und der Artikel erläutert das ja auch.

    Ziel der App: In irgendeiner Form die Verbreitung des Virus einzudämmen. Ich bin kein Statistiker, aber solange nicht die weit überwiegende Mehrheit der Bevölkerung mit der aktivierten App rumläuft, so lange wird das keine Ausbreitung eindämmen können. Wie sollte das bei einer Abdeckung durch so eine App von 20% der Bevölkerung funktionieren?

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich keine Ahnung habe, wie die Tests genau verabreicht werden. Mein Kenntnisstand ist, dass man dafür zum Arzt / Krankenhaus o.ä. muss. Das Ansteckungsrisiko in entsprechenden Warteschlangen dürfte weitaus höher sein, als "Unterschreitung des Mindestabstands" beim aneinander vorbeigehen im Supermarkt.

    Von daher kann man - wie der Artikel das schon besagt - sicher davon ausgehen, dass false positive / negative durch so eine App sicher mehr Schaden als Nutzen anrichten, so lange es eben keine wirklich schnellen und einfachen Tests gibt.

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Super Mario 64 (1996): Als Mario die dritte Dimension eroberte
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Von Oliver Nickel

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