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wissenschaftlich Arbeiten
Autor: chillkroete 06.03.15 - 14:07
Schonmal versucht mit Pages eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben? Und bitte komm mir jetzt nicht mit "wissenschaftliche Arbeiten schreibt man in LaTeX"...
Da ist Pages echt der Hass...
Ich begrüße MS Office für den Mac sehr ! -
Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: Cyb3rfr3ak 06.03.15 - 14:14
Ich war und bin mit Pages immer noch sehr zufrieden. Meine damit geschriebene BA wird in diesem Moment gedruckt und gebunden und am Montag abgegeben.
MS Office, Open Office, Libre Office und Apples iWorks haben alle irgendwo Macken.. Mit Pages habe ich mich aber nur sehr wenig herum"ärgern" müssen, im Gegensatz zu Word 2013, womit ich meine BA im Oktober '15 zunächst angefangen hatte.
LaTeX wollte ich nicht nehmen, da ich die Einarbeitungszeit etwas höher eingeschätzt hatte. -
Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: Dadie 07.03.15 - 02:55
chillkroete schrieb:
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> Schonmal versucht mit Pages eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben? Und
> bitte komm mir jetzt nicht mit "wissenschaftliche Arbeiten schreibt man in
> LaTeX"...
> Da ist Pages echt der Hass...
>
> Ich begrüße MS Office für den Mac sehr !
Was ich mich hier (als LaTeX Nutzer) frage ist, woran genau scheitert es, dass du "Pages" einem z.B. "TeXstudio" (oder wenn es WYSIWYG Editor sein muss "Lyx") vorziehst?
Vielleicht kann man dir ja sogar helfen, denn LaTeX ist ein mächtiges Werkzeug. Mit Sicherheit nicht das Allheilmittel für alles, aber warum sollte man sich selber eines mächtigen Werkzeugs berauben? -
Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: hum4n0id3 07.03.15 - 08:57
Ich kenne Latex und habe damit auch schon mal gearbeitet. Dennoch finde ich Pages interessanter weil:
* Ich auch mit Word, Excel und gelegentlich PowerPoint arbeite
* Die Software nativ unter OSX erscheint
Ich wollte mir Latex unter OSX installieren. Das ist jedoch sehr aufwändig, braucht zusätzliche Treiber und einen Editor. Es ist sehr groß für meine Verhältnisse und nicht für tägliche Arbeiten ausgelegt. Sprich, .doc kennt jeder und Latex nicht...
Für meine Arbeit habe ich mir eine zusätzliche Linux-Kiste zurecht gelegt und werde die wohl für die eine Arbeit nutzen. Sollte Pages überzeugen, werde ich wohl Pages nutzen. -
Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: Cyb3rfr3ak 07.03.15 - 09:29
Also ich z.B. hatte vor Beginn meiner Bachelorarbeit nur in Erinnerung, dass ich bei der LaTeX Einführung in der Uni mit Sachen wie: Module inkludieren (in einer bestimmten Reihenfolge?), dem "kompilieren" (und anschließender Ausgabe als PDF-Datei), oder überhaupt mit den verschiedenen Befehlen und der Syntax etwas zu kämpfen hatte. In der Erinnerung sind die schlechten Dinge immer noch schlechter gewesen und deswegen habe ich LaTeX gar nicht erst in Erwägung gezogen sondern eben mit Word (2013) angefangen.
Da ich mit Pages bereits ein paar Dokumente geschrieben hatte, fand ich bei Word einfach alles so überkompliziert. Also letztendlich Pages genommen, in 30min mein komplettes Dokumentenlayout erstellt und ich konnte losschreiben. (Weniger ist manchmal mehr)
Das einzige was mich geärgert hat ist, dass ich Bilder oft händisch neu anordnen musste, wenn diese, durch neu eingefügten Text, verschoben wurden, aber sonst gab es nichts an der Software, was mich beim Schreiben aufgehalten hat.
Für meine BA hat Pages vollkommen ausgereicht, aber da ich in 2 Jahren höchstwahrscheinlich noch eine Masterarbeit schreiben werde, würde ich schon gerne (von einem erfahreneren LaTeX Nutzer) hören, für welche Dinge LaTeX besser geeignet ist? Vielleicht stößt Pages bei der MA an seine Grenzen oder Apple macht wieder irgendwas an der Software kaputt..^^ Word will ich mir auf keinen Fall antun... -
Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: muhzilla 07.03.15 - 09:36
Nach wie vor ist Latex beispielsweise das Maß der Dinge beim Formelsatz. Das kann man inzwischen auch alles mit den WYSIWYG Tools machen, aber immernoch deutlich umständlicher.
Dazu kommt das zu 90% unkomplizierte arrangement von figures, tabellen, etc. die Latex für dich anordnet und sich dabei nur selten vertut. Komplizierter wird es, wenn man bestimmte Layouts erzwingen möchte, aber das bleiben Spezialfälle. Das kann einem zugegebenermaßen aber auch mal ne halbe Stunde kosten, gerade als Anfänger :D
Was ich auch immer sehr geschätzt habe war das supereinfache Erstellen von sämtlichen Verzeichnissen (Inhalt, Abbildungen, etc.) mit quasi einer Zeile.
Latex bietet dir alle Möglichkeiten für super Textsatz und ein gut gesetztes Latex PDF unterscheidet sich immernoch in der Qualität von allen mir bekannten WYSIWYG tools. -
Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: muhzilla 07.03.15 - 09:38
Kommt wohl auf den Bereich an. In Naturwissenschaften sitzen Leute, die guten Formelsatz auch zu schätzen wissen, in Geisteswissenschaften eher weniger, da ist es vllt. manchmal Perlen vor die Säue ;)
Grundsätzlich empfehle ich aber jedem die Arbeit mit Latex, allein schon wegen der bequemen Literaturverwaltung. -
Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: GarleDeChaulle 07.03.15 - 11:24
LaTeX braucht einen eigenen Treiber? Wer hat dir denn den Müll erzählt. Es ist weder schwer zu installieren (einfach installer von https://tug.org/mactex/ runterladen), noch sonderlich groß (2GB oder so - da ist MS Office größer) und eigentlich auch kinderleicht zu bedienen, weil man das layout nicht per klicken und ziehen oder sonstigem Quark realisieren muss, sondern man setzt nur den Text und den Rest erledigt der LaTeX Compiler.
Man muss ja nicht den Brief an die Oma damit schreiben, aber für eine BA lohnt es sich schonmal, die entsprechenden Standard-Tools zu nehmen.
Ich kenne keinen, der seine BA nicht mit LaTeX geschrieben hat - im Gegenteil, man würde wahrscheinlich schräg angesehen werden, wenn man ein offensichtlich mit Word oder Pages oder LO formatiertes Teil abgeben würde. -
Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: Amorgenthau 07.03.15 - 11:49
muhzilla schrieb:
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> Kommt wohl auf den Bereich an. In Naturwissenschaften sitzen Leute, die
> guten Formelsatz auch zu schätzen wissen, in Geisteswissenschaften eher
> weniger, da ist es vllt. manchmal Perlen vor die Säue ;)
>
> Grundsätzlich empfehle ich aber jedem die Arbeit mit Latex, allein schon
> wegen der bequemen Literaturverwaltung.
In den Geisteswissenschaften interessieren sich die wenigsten für Layout, Satz und Typographie, da der Inhalt im Mittelpunkt steht. Als Literaturverwaltung wird Citavi genutzt; Satz wird gelegentlich über Adobe InDesign realisiert. -
Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: Luebke 07.03.15 - 12:11
TeX ist in den Naturwissenschaften WYSIWYG Tools wie Word/Pages deutlich überlegen. Zudem lässt sich anhand der PDFs direkt erkennen ob das Dokument per TeX erstellt worden ist. Es ist zwar affig, aber das ist in gewissen Kreisen durchaus ein Argument, da werden Word Nutzer gerne belächelt (Pages sowieso :D).
Für eine einzelne Bachelorarbeit TeXen zu lernen halte ich aber für überflüssig. Der Kram lernt sich nicht von alleine und bevor man damit ähnlich gut zurecht kommt wie mit Word vergeht einiges an Zeit. Word ist mittlerweile sehr gut und der Unterschied ist nicht mehr so groß wie noch vor 10 Jahren, wo 100 Seiten Dokumente alle Nase lang abgeschmiert sind und die Formatierung ein Eigenleben hatte. -
Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: Dadie 07.03.15 - 12:45
hum4n0id3 schrieb:
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> Ich kenne Latex und habe damit auch schon mal gearbeitet. Dennoch finde ich
> Pages interessanter weil:
>
> * Ich auch mit Word, Excel und gelegentlich PowerPoint arbeite
> * Die Software nativ unter OSX erscheint
>
> Ich wollte mir Latex unter OSX installieren. Das ist jedoch sehr aufwändig,
> braucht zusätzliche Treiber und einen Editor. Es ist sehr groß für meine
> Verhältnisse und nicht für tägliche Arbeiten ausgelegt. Sprich, .doc kennt
> jeder und Latex nicht...
>
> Für meine Arbeit habe ich mir eine zusätzliche Linux-Kiste zurecht gelegt
> und werde die wohl für die eine Arbeit nutzen. Sollte Pages überzeugen,
> werde ich wohl Pages nutzen.
Ich weiß gerade nicht was du mit Treibern meinst. Ich selber empfand die Installation von LaTeX (damals unter 10.5) sehr komfortable**. Man muss hier auch zwischen LaTeX und den Bibliotheken unterscheiden. Der Kern ([La]TeX) ist eigentlich ziemlich klein. Aber um ordentlich Arbeiten zu können, will man nicht immer jede neue Bibliothek installieren die man benötigt. Darum gehen die meisten LaTeX Distribution den Weg von "Alles rein was nicht bei 3 die Lizenz verletzt".
Ein wirkliches Problem hat man damit IMO nur mit schlechten Filesystem die auf Millionen von wenigen kb-Großen Daten schlecht reagieren. Wage jetzt aber mal zu bezweifeln, dass du NTFS oder FAT benutzt :P
Ansonsten ist der Standard Editor (TeXworks) von TeXLive (die wohl größte und bekannteste LaTeX Distribution) leider echt nicht so der benutzerfreundlicher Burner. Meine Empfehlung wäre aktuell TeXstudio, aber am besten ist es du probierst einfach alle verfügbaren Editoren selber aus.
Bei deinem Beispiel mit der täglichen Arbeit kommt es auch darauf an, was du damit meinst. Geht es darum jemanden ein Dokument zu schicken? Dann ist LaTeX doch perfekt. Schick es als PDF (ggf. Signiere das PDF noch mit Adobe Acrobat).
Kommt hier denke ich auf die tägliche Arbeit an. Je nach dem ist LaTeX eben eine gute oder eine schlechte Lösung.
Ansonsten wäre mein Tipp an dich (von ehemaligen Mac User zu aktuellen Mac User). Installier dir MacPorts (https://www.macports.org). Praktischer, schneller, einfacher und aktueller kommt man unter OSX nicht an Software.
Gerade wenn es um OpenSource Software geht ist MacPorts in der Regel die beste Antwort (IMO). Zumindest war es damals so von 10.4 bis 10.7.
** Terminal öffnen -> sudo port install texlive-latex -> fertig :D -
Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: m9898 07.03.15 - 13:13
Luebke schrieb:
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> TeX ist in den Naturwissenschaften WYSIWYG Tools wie Word/Pages deutlich
> überlegen. Zudem lässt sich anhand der PDFs direkt erkennen ob das Dokument
> per TeX erstellt worden ist.
Soll ich mit dir wetten, dass du keinen Unterschied erkennen wirst?
Die Qualität eines Dokuments hängt vom Verfasser und Setzer ab, nicht jedoch von seinem Werkzeug. -
Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: Luebke 07.03.15 - 14:17
m9898 schrieb:
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> Luebke schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > TeX ist in den Naturwissenschaften WYSIWYG Tools wie Word/Pages deutlich
> > überlegen. Zudem lässt sich anhand der PDFs direkt erkennen ob das
> Dokument
> > per TeX erstellt worden ist.
> Soll ich mit dir wetten, dass du keinen Unterschied erkennen wirst?
> Die Qualität eines Dokuments hängt vom Verfasser und Setzer ab, nicht
> jedoch von seinem Werkzeug.
Theoretisch ja, praktisch lässt sich aber bei den meisten wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Ursprung erkennen. Zumindest in meinem Fachbereich (Physik).
Es geht hier nicht um die Qualität, sondern um Schriftarten, Verhalten bei Blocksatz, Worttrennung etc.
Spätestens bei Tabellen und Grafiken ist dann alles klar. Habe eine solche Wette vor ein paar Jahren übrigens mal locker gewonnen ;).
1 mal bearbeitet, zuletzt am 07.03.15 14:20 durch Luebke. -
Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: m9898 07.03.15 - 16:41
Luebke schrieb:
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> m9898 schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Luebke schrieb:
> >
> ---------------------------------------------------------------------------
>
> > -----
> > > TeX ist in den Naturwissenschaften WYSIWYG Tools wie Word/Pages
> deutlich
> > > überlegen. Zudem lässt sich anhand der PDFs direkt erkennen ob das
> > Dokument
> > > per TeX erstellt worden ist.
> > Soll ich mit dir wetten, dass du keinen Unterschied erkennen wirst?
> > Die Qualität eines Dokuments hängt vom Verfasser und Setzer ab, nicht
> > jedoch von seinem Werkzeug.
>
> Theoretisch ja, praktisch lässt sich aber bei den meisten
> wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Ursprung erkennen. Zumindest in
> meinem Fachbereich (Physik).
> Es geht hier nicht um die Qualität, sondern um Schriftarten, Verhalten bei
> Blocksatz, Worttrennung etc.
Aha, und in wie fern werden diese in irgend einer Art und Weise durch die DTP-software beeinflusst? Das ist wie wenn ein Elektroingenieur einen Fehler seines Designs mit der "schlechten EDA-Software" erklären würde...
Aber gut, wer nicht weiß mit seinem Werkzeug umzugehen, wird damit nun mal schlechte Ergebnisse erzielen. Egal ob LaTex, QuarkXpress, Word, Pages oder InDesign. (Ja, ich weiß dass diese nicht wirklich miteinander vergleichbar sind, aber in dem Fall kann man sie alle für den gleichen Zweck verwenden)
Wobei ich LaTex lächerlich finde, ich meine, da kann ich meine Dokumente ja auch gleich in HTML und CSS verfassen. Oder in PostScript...
> Spätestens bei Tabellen und Grafiken ist dann alles klar. Habe eine solche
> Wette vor ein paar Jahren übrigens mal locker gewonnen ;).
Bei den Tabellen und Diagrammen wird was klar? -
Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: Gamma Ray Burst 07.03.15 - 17:01
chillkroete schrieb:
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> Schonmal versucht mit Pages eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben? Und
> bitte komm mir jetzt nicht mit "wissenschaftliche Arbeiten schreibt man in
> LaTeX"...
> Da ist Pages echt der Hass...
>
> Ich begrüße MS Office für den Mac sehr !
Ich glaube man sollte das Erstellen des Textes und das Layout einfach trennen.
Habe gute Erfahrungen mit Scrivener gemacht, das unterstützt auch Materialsammlungen und die Recherche.
Word kann einen in den Wahnsinn treiben wenn man versucht Bilder herumzuschieben, das kann Pages wesentlichen besser.
Wobei Word unter MacOS besser ist als unter Windows. -
Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: Dadie 07.03.15 - 17:10
Cyb3rfr3ak schrieb:
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> Also ich z.B. hatte vor Beginn meiner Bachelorarbeit nur in Erinnerung,
> dass ich bei der LaTeX Einführung in der Uni mit Sachen wie: Module
> inkludieren (in einer bestimmten Reihenfolge?), dem "kompilieren" (und
> anschließender Ausgabe als PDF-Datei), oder überhaupt mit den verschiedenen
> Befehlen und der Syntax etwas zu kämpfen hatte. In der Erinnerung sind die
> schlechten Dinge immer noch schlechter gewesen und deswegen habe ich LaTeX
> gar nicht erst in Erwägung gezogen sondern eben mit Word (2013) angefangen.
>
> Da ich mit Pages bereits ein paar Dokumente geschrieben hatte, fand ich bei
> Word einfach alles so überkompliziert. Also letztendlich Pages genommen, in
> 30min mein komplettes Dokumentenlayout erstellt und ich konnte
> losschreiben. (Weniger ist manchmal mehr)
> Das einzige was mich geärgert hat ist, dass ich Bilder oft händisch neu
> anordnen musste, wenn diese, durch neu eingefügten Text, verschoben wurden,
> aber sonst gab es nichts an der Software, was mich beim Schreiben
> aufgehalten hat.
>
> Für meine BA hat Pages vollkommen ausgereicht, aber da ich in 2 Jahren
> höchstwahrscheinlich noch eine Masterarbeit schreiben werde, würde ich
> schon gerne (von einem erfahreneren LaTeX Nutzer) hören, für welche Dinge
> LaTeX besser geeignet ist? Vielleicht stößt Pages bei der MA an seine
> Grenzen oder Apple macht wieder irgendwas an der Software kaputt..^^ Word
> will ich mir auf keinen Fall antun...
Word zu nutzen war wohl zu diesem Zeitpunkt unter den Gegebenheiten auch die klügere Entscheidung. Ich bin ein großer Fan von LaTeX, aber bei seiner Arbeit (sei es Bachelor, Master, Diplom) erst anzufangen aktive LaTeX zu nutzen führt zu sehr viel "Zeitverschwendung". Und Zeit ist (meiner Erfahrung nach) ein leider viel zu Kostbares bei einer Arbeit.
Darum wird Studenten an meiner Universität auch immer geraten, möglichst früh anfangen zu TeXen. Sei es für Übungsblätter, eigene Notizen oder private Projekte. Zuzüglich wird auch immer auf die TeX-Kurse verwiesen (die warum auch immer nur für die Mathematik verpflichtend ist). Einfach weil man doch etwas Übung benötigt für die ein oder anderen "Kniffe". Und es besser ist, sich im Studium mit "Wie mach ich das richtig" zu beschäftigt als die kostbare Zeit der Arbeit daran zu verschwenden.
Grundsätzlich sollte aber die "Import"-Reihenfolge egal sein. Aber generell muss man sich eher selten mit derartigem Beschäftigen. In der Regel nimmt man einfach ein Template (z.B. IEEE Journal oder MIT Thesis)
Dort klatscht man in der Regel seinen Content rein und freut sich seines Lebens. Ansonsten sind die Befehle und Markos auch ein großer Vorteil von LaTeX der nicht zu unterschätzen ist.
Wenn du z.B. einen "FachBegriffDerKomischGeschriebenWirdHast" kurz "FBDKGWH" hast. Kannst du einfach einen Makro definieren. So dass du z.B. einfach "\FBDKGWH" im Dokument hinschreibst. Und je nach Einstellung wird dann im Dokument dafür die lange oder kurze Fassung ausgegeben.
Ist besonders nett wenn sich in Dokumenten etwas ändert. Einfach eben das Makro bei der Definition leicht abändern und neu kompilieren. Sicher könnte man "Search and Replace" verwenden. Aber teilweise ist das nicht möglich oder benötigt danach eine neue Korrektur-Lesung (um sicher zu gehen, nichts im Text fälschlicherweise replaced wurde).
Was ich auch sehr bequem finde ist BibTeX. Macht Zitieren und Quellen-Angaben nicht nur einfach sondern auch schön. Zumindest mir wird es mit BibTeX nicht passieren, dass ich ein Zitat mal nicht als solches Auszeichne oder dass ich eine Quelle vergesse. Neben Beamer (Folien), Makros und Mathematik Umgebung ist BibTeX eines der Gründe weswegen ich gerne LaTeX nutze.
Ansonsten kann ich auch nur "Web LaTeX"-Editoren/Dienste Empfehlen. Habe hier lokal auf meinem Server eine ShareLaTeX (https://github.com/sharelatex/sharelatex) Instanz laufen und kann darüber von überall auf meine Dokumente zugreifen und diese Editieren (Quasi mein eigenes "Cloud"-Doc :3). Wobei ich verstehen, wenn man aus Datenschutzgründen eher davon nicht so angetan ist fremde Dienste zu benutzen und aus Aufwandsgründen nicht begeistert ist einen eigenen Server zu betreiben. -
Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: Luebke 07.03.15 - 17:12
m9898 schrieb:
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> Aha, und in wie fern werden diese in irgend einer Art und Weise durch die
> DTP-software beeinflusst? Das ist wie wenn ein Elektroingenieur einen
> Fehler seines Designs mit der "schlechten EDA-Software" erklären würde...
> Aber gut, wer nicht weiß mit seinem Werkzeug umzugehen, wird damit nun mal
> schlechte Ergebnisse erzielen. Egal ob LaTex, QuarkXpress, Word, Pages oder
> InDesign. (Ja, ich weiß dass diese nicht wirklich miteinander vergleichbar
> sind, aber in dem Fall kann man sie alle für den gleichen Zweck verwenden)
> Wobei ich LaTex lächerlich finde, ich meine, da kann ich meine Dokumente ja
> auch gleich in HTML und CSS verfassen. Oder in PostScript...
>
Ich vermute mal du hast keine Ahnung von TeX und noch weniger Erfahrung mit naturwissenschaftlichen Publikationen.
Wie ich zuvor schon schrieb geht es nicht darum was geht, sondern darum was passiert. Zudem geht es nicht um "Fehler", sondern um Eigenheiten. Versuch mal mit einem WYSIWYG Editor die selbe Blocksatz Qualität wie mit TeX zu erreichen, wenn es dir überhaupt gelingt, dann wohl nur mit einem Mehrfachen an Aufwand.
Vermutlich kann ein Großteil der Autoren tatsächlich nicht wirklich mit der Software umgehen (egal welche), das spielt aber keine Rolle. -
Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: Cyb3rfr3ak 07.03.15 - 18:52
Vielen Dank für die interessanten (und auch sehr einleuchtenden) Punkte. Vor allem das ShareLaTeX werde ich mir wohl mal näher anschauen. Und die Möglichkeit selber zu hosten ist immer gut :)
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Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: Cyb3rfr3ak 07.03.15 - 18:55
Weil ich letztens auch über die verschiedenen Blocksatz-Einstellungen (mit/ohne Silbentrennung) bei Word und Pages mit jemandem diskutiert habe:
Wie bzw. was macht LaTeX hier anders oder besser? -
Re: wissenschaftlich Arbeiten
Autor: hum4n0id3 07.03.15 - 22:18
Dadie schrieb:
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> Ich weiß gerade nicht was du mit Treibern meinst.
GhostScript oder wie das ganze heißt.
> Ein wirkliches Problem hat man damit IMO nur mit schlechten Filesystem die
> auf Millionen von wenigen kb-Großen Daten schlecht reagieren. Wage jetzt
> aber mal zu bezweifeln, dass du NTFS oder FAT benutzt :P
>
Benutzt OSX NTFS oder FAT?
> Ansonsten ist der Standard Editor (TeXworks) von TeXLive (die wohl größte
> und bekannteste LaTeX Distribution) leider echt nicht so der
> benutzerfreundlicher Burner. Meine Empfehlung wäre aktuell TeXstudio, aber
> am besten ist es du probierst einfach alle verfügbaren Editoren selber
> aus.
>
War ich mehr oder weniger dabei, bis ich mir lieber die Linuxkiste konfiguriert habe. Aber ich möchte eher ein System nutzen und nicht mehrere.
> Bei deinem Beispiel mit der täglichen Arbeit kommt es auch darauf an, was
> du damit meinst. Geht es darum jemanden ein Dokument zu schicken? Dann ist
> LaTeX doch perfekt. Schick es als PDF (ggf. Signiere das PDF noch mit Adobe
> Acrobat).
>
Das Problem hat der andere, wenn er die PDF nicht bearbeiten kann. Darum .doc
> Kommt hier denke ich auf die tägliche Arbeit an. Je nach dem ist LaTeX eben
> eine gute oder eine schlechte Lösung.
>
Eben :-)
> Ansonsten wäre mein Tipp an dich (von ehemaligen Mac User zu aktuellen Mac
> User). Installier dir MacPorts (www.macports.org Praktischer, schneller,
> einfacher und aktueller kommt man unter OSX nicht an Software.
>
Denke schon das es einfach ist, die Software direkt beim Hersteller zu holen, als sich sein System unnötigerweise zu müllen zu lassen. MacPorts kommt mir nicht auf die Platte, weil ich keinen Sinn daran sehe. Entweder es gibt einen offiziellen dmg vom Hersteller, oder ich suche mir etwas anderes.
> Gerade wenn es um OpenSource Software geht ist MacPorts in der Regel die
> beste Antwort (IMO). Zumindest war es damals so von 10.4 bis 10.7.
>
> ** Terminal öffnen -> sudo port install texlive-latex -> fertig :D
Ist das in etwa so, wie bei den Linux-Distributionen? Ich bin nämlich kein Fan davon, weil es eher unflexibel ist. Die neueste Software bekommt man vom Hersteller. Wenn man zb. die Repo nicht mitzieht, oder man will nicht so, wie die Repo will... das ist es mir nicht wert.



