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Die meiste Kunst spielt sich in der rechten Gehirnhälfte ab, programmieren in der linken

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  1. Die meiste Kunst spielt sich in der rechten Gehirnhälfte ab, programmieren in der linken

    Autor: isaccdr 28.07.20 - 18:07

    Sicherlich kann man Kunst formal definieren und die Programmierung dann hinzu zählen oder eben nicht. Ich bin Softwareentwickler und musiziere seit 20 Jahren. Das was sich im inneren abspielt, wenn man Musik macht, ist ein völlig anderes Gefühl, als wenn man Quellcode schreibt. Dieser kreative Lernprozess in der reinen Tätigkeit , der sich ohne stringent zu denken im Kopf abspielt, den gibt es beim schreiben von Quellcode nicht. Damit meine ich jetzt Quellcode schreiben in seiner Ur-Eigenheit. Sicherlich kann man mit Hilfe von Programmierung Kunstwerke erschaffen, wie etwa Projekt Blinkenlights. Allerdings ist die Kunst hier nicht die Abbildung des reinen Quellcodes.

    Ich behaupte das viele Quellcode als Kunst gefühlt ablehnen liegt daran begründet, dass programmieren eher in der linken Gehirnhälfte abläuft, während die meisten Kunstformen (Tanz, Musik, Malen, usw) die rechte Gehirnhälfte stimulieren. Es fühlt sich völlig anders an. Das was den "klassischen Künstler" antreibt, kann in Quellcode nicht befriedigt werden.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 28.07.20 18:09 durch isaccdr.

  2. Re: Die meiste Kunst spielt sich in der rechten Gehirnhälfte ab, programmieren in der linken

    Autor: c0t0d0s0 28.07.20 - 18:43

    Es gibt ein paar Leute, die beides beherrschen. Zum Beispiel die Leute, die Demos schreiben.
    Davon abgesehen stimme ich dir komplett zu: Vermutlich wissen die meisten Leute, die Programmieren mit Kunst gleichsetzen schlichtweg nicht, was Kreativität ist.

  3. Re: Die meiste Kunst spielt sich in der rechten Gehirnhälfte ab, programmieren in der linken

    Autor: Jusito 29.07.20 - 11:24

    isaccdr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das was sich im inneren abspielt, wenn man Musik macht, ist ein
    > völlig anderes Gefühl, als wenn man Quellcode schreibt.
    Das ist eine Selbstbeobachtung? (Introspektion), dadurch ist nicht belegt, dass dem wirklich so ist. Es ist allerdings ein Indiz dem man nachgehen kann.

    Kreativität ist für mich schwer zu definieren, man könnte argumentieren, dass ein Maler auch nur verschiedene erlernte Methoden kombiniert und seine Eigenheiten einfließen lässt. Inwiefern unterscheidet sich das von einem Programmierer, welcher zusätzlich zum funktionalen Teil seine persönliche Note einarbeitet?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.07.20 11:24 durch Jusito.

  4. Re: Die meiste Kunst spielt sich in der rechten Gehirnhälfte ab, programmieren in der linken

    Autor: isaccdr 29.07.20 - 12:17

    Jusito schrieb:
    ------------------------------------------------------------------------------
    > Kreativität ist für mich schwer zu definieren, man könnte argumentieren,
    > dass ein Maler auch nur verschiedene erlernte Methoden kombiniert und seine
    > Eigenheiten einfließen lässt. Inwiefern unterscheidet sich das von einem
    > Programmierer, welcher zusätzlich zum funktionalen Teil seine persönliche
    > Note einarbeitet?

    Das ist schwierig zu erklären, wenn man nicht selbst malt. Metaphorisch würde man sagen, ein Maler malt nicht mit dem Pinsel, sondern mit dem Auge. Der Antrieb eines Malers ist nicht das Ergebnis, sondern der Akt selbst. Es gibt viele Maler die sagen, sie haben etwas nie richtig gesehen, bevor sie es nicht gemalt haben. Natürlich ist Malerei auch viel Handwerk, aber auch viel Zufall, wo der Spaß für den Künstler erst beginnt. Gerade bei Ölmalerei oder Aquarell fließen die Farben, man kann das Ergebnis beeinflussen, aber nicht nur bedingt beherrschen. Von außen wird dann immer viel interpretiert, aber vieles hat keine Bedeutung. Ich mache neben der Musik etwas Aquarellmalerei und es ist bei beiden so: Wenn ich gefragt werde, warum oder auf welche Weise ich etwas bestimmtes gemacht habe, dann kann ich darauf oft nur antworten "ich weiß es nicht mehr so genau, aber ich hatte eine gute Zeit". Als Entwickler weiss ich hingegen sehr genau, warum ich den Code schreibe, wie ich ihn schreibe. Das Code schreiben ist auch nicht erholsam, das Ergebnis steht im Vordergrund.

  5. Re: Die meiste Kunst spielt sich in der rechten Gehirnhälfte ab, programmieren in der linken

    Autor: mke2fs 29.07.20 - 14:21

    Also für mich steht beim eigentlich Schaffensakt nicht das Ziel im Vordergrund und ich schreibe Code auch wieder neu oder um weil er mir nicht gefällt.
    Programmieren und dafür interessieren tue ich mich nicht wegen des Produkts was da rauskommt, sondern weil es mich anspricht und Freude bereitet.

    Ich sehe da also durchaus Parallelen zu dem was du beim Malen empfindest.
    Ich nehme mal auch an das du beim Malen und beim Komponieren eine Vorstellung davon hast was dabei rauskommen soll und nicht einfach darauflosklimperst oder krakelst… weil da würde eher nichts bei rauskommen.

  6. Re: Die meiste Kunst spielt sich in der rechten Gehirnhälfte ab, programmieren in der linken

    Autor: Kleba 02.08.20 - 14:34

    isaccdr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Code schreiben ist auch nicht erholsam, das Ergebnis steht im Vordergrund.

    Das würde ich so pauschal nicht unterschreiben. Zumindest wenn ich privat an etwas programmiere, mach ich das durchaus als Freizeitbeschäftigung mit dem Spaß daran im Vordergrund. Klar, habe ich irgendeine Idee im Kopf, wenn ich mich dran mache etwas zu programmieren. Aber nicht immer habe ich ein Ergebnis im Kopf, dass erreicht werden muss.
    Ich hatte mir z.B. irgendwann mal vorgenommen ein paar Grundlagen zum "Zeichnen" per Code anzueignen (weil ich davon null verstanden habe). Irgendwann hatte ich mit ein paar verschachtelten rekursiven Funktionen ein paar halbwegs nette Muster automatisch "gemalt".
    Hier ging es weder um ein bestimmtes Ergebnis, noch um eine bestimmte Technologie, sondern nur um den Spaß am Erschaffen.

    mke2fs schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich sehe da also durchaus Parallelen zu dem was du beim Malen empfindest.

    Da kann ich zustimmen.

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