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Rechtl. Einordnung von Copilot

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  1. Rechtl. Einordnung von Copilot

    Autor: NullReferenceException 04.07.22 - 16:26

    Moin ☺

    Ich bin wirklich sehr gespannt, wie Gerichte zu dem Fall bzw. die Einordnung von CoPilot entscheiden werden/würden.
    So, wie ich die Funktionsweise von CoPilot verstanden habe, wird nicht aus einer Sammlung von „Codeschnipseln“ der Passende herausgesucht und zurück gegeben, sondern anhand eines Modells passender Code erstellt.
    Aus meiner naiven Sicht wäre das so, als würde man z.B. Bücher zur Programmierung, welche unter einer OS-Lizenz stehen, lesen und dann später selbstständig Codezeilen schreiben. In diesem Szenario würde ich nicht das Gefühl haben, mein erzeugter Code müsse ebenfalls OS sein.
    Nun habe ich aber nur oberflächliches und Halb-Wissen zum Thema ML und meine Analogie ist evtl. total daneben. Ebenso kenn‘ ich mich nicht wirklich mit den Lizenzen aus…lerne gerne dazu…
    Geht es darum, dass „die Nutzung“ zum Training ebenso wie die Benutzung z.B. einer OSS-Bibliothek gesehen wird?
    Bin gespannt, wie die Entscheidungen nachher ausfallen und begründet werden.
    Und falls der zweite Fall das Rennen machen würde: müsste man dann beim Coden bestimmte Sachen vergessen, falls man mal was von OSS-Code gelernt hat?

    …oder beide Fälle sind total daneben; we‘ll see…
    VG

  2. Re: Rechtl. Einordnung von Copilot

    Autor: stop 04.07.22 - 16:32

    Um die legalität festzustellen versucht jemand sich verklagen zu lassen, indem er ein ml model trainiert mit daten aus propietärer (microsoft) technik. Verliert er genug prozesse kann er das als präzedenzfälle nutzen um copilot zu verbieten, gewinmt er ist das eine neue möglichkeit propitäre technik nachzubauen.
    https://seirdy.one/posts/2022/07/01/experiment-copilot-legality/

  3. Re: Rechtl. Einordnung von Copilot

    Autor: mietz 04.07.22 - 16:34

    stop schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Um die legalität festzustellen versucht jemand sich verklagen zu lassen,
    > indem er ein ml model trainiert mit daten aus propietärer (microsoft)
    > technik. Verliert er genug prozesse kann er das als präzedenzfälle nutzen
    > um copilot zu verbieten, gewinmt er ist das eine neue möglichkeit propitäre
    > technik nachzubauen.
    > seirdy.one

    Gut ums Eck gedacht, aber MS findet bestimmt trotzdem einen Weg nicht zu verlieren.

  4. Re: Rechtl. Einordnung von Copilot

    Autor: stop 04.07.22 - 16:41

    Dann dürfen sie aber nicht mit dem copyright kommen.

  5. Re: Rechtl. Einordnung von Copilot

    Autor: nille02 04.07.22 - 16:43

    Gibt es für so was nicht Feststellungsklagen?

  6. Re: Rechtl. Einordnung von Copilot

    Autor: Dakkaron 04.07.22 - 20:04

    Deine Einschätzung ist entweder komplett richtig, komplett daneben oder irgendwo dazwischenˆˆ

    Je nach dem, wie die Gerichte entscheiden.

    Ich tippe, es wird wahrscheinlich nicht erlaubt sein. Im Bereich Copyright wurde bislang ziemlich harsch geurteilt. Da gibt es z.B. Urteile, wo jemand eine Baseline gehört und in seinem Lied verwendet hat, wo das Gericht dann für den Autor des originalen Lieds entschieden hat. Da wurde auch nicht direkt kopiert, sondern "die Baseline gelernt und reproduziert". Und da ging es auch nur um 7 Noten, von denen 6 der gleiche Ton waren. (Denke, das war Queen gegen "Ice Ice Baby" oder so).

    Ähnliches in Oracle vs Google, wo in Googles API eine sehr kurze Utility-Funktion gleich war, wie in Oracles API. Da hat es sich auch nur um wenige Zeilen gehandelt (ohne Funktionssignatur, die vorgegeben war, waren es, glaub ich, 3 Zeilen echter Code oder so).

    Wenn man also Copilot dazu bringen kann, auch nur ein kleines Snippet GPL-Code zu produzieren, dann wären die mit ziemlicher Sicherheit dran.

    Das richtig große Problem hier: kaum ein FOSS-Projekt hat viel Geld für Anwälte übrig. Microsoft hingegen schon...

  7. Re: Rechtl. Einordnung von Copilot

    Autor: sepp_augstein 04.07.22 - 22:15

    NullReferenceException schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Moin ☺
    >
    > Ich bin wirklich sehr gespannt, wie Gerichte zu dem Fall bzw. die
    > Einordnung von CoPilot entscheiden werden/würden.
    > So, wie ich die Funktionsweise von CoPilot verstanden habe, wird nicht aus
    > einer Sammlung von „Codeschnipseln“ der Passende herausgesucht
    > und zurück gegeben, sondern anhand eines Modells passender Code erstellt.
    > Aus meiner naiven Sicht wäre das so, als würde man z.B. Bücher zur
    > Programmierung, welche unter einer OS-Lizenz stehen, lesen und dann später
    > selbstständig Codezeilen schreiben. In diesem Szenario würde ich nicht das
    > Gefühl haben, mein erzeugter Code müsse ebenfalls OS sein.
    > Nun habe ich aber nur oberflächliches und Halb-Wissen zum Thema ML und
    > meine Analogie ist evtl. total daneben. Ebenso kenn‘ ich mich nicht
    > wirklich mit den Lizenzen aus…lerne gerne dazu…
    > Geht es darum, dass „die Nutzung“ zum Training ebenso wie die
    > Benutzung z.B. einer OSS-Bibliothek gesehen wird?
    > Bin gespannt, wie die Entscheidungen nachher ausfallen und begründet
    > werden.
    > Und falls der zweite Fall das Rennen machen würde: müsste man dann beim
    > Coden bestimmte Sachen vergessen, falls man mal was von OSS-Code gelernt
    > hat?
    >
    > …oder beide Fälle sind total daneben; we‘ll see…
    > VG

    Interessante Einschätzung, habe das bisher etwas anders gesehen.

    Aber vielleicht wäre es im Sinne des Fortschritts nützlich, wenn das Thema großzügig ausgelegt wird.

  8. Re: Rechtl. Einordnung von Copilot

    Autor: Dakkaron 04.07.22 - 23:41

    sepp_augstein schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Interessante Einschätzung, habe das bisher etwas anders gesehen.
    >
    > Aber vielleicht wäre es im Sinne des Fortschritts nützlich, wenn das Thema
    > großzügig ausgelegt wird.


    Eine großzügige Auslegung hätte früher auch schon dem Fortschritt geholfen, hat es aber trotzdem oft nicht gegeben.

  9. Re: Rechtl. Einordnung von Copilot

    Autor: Datalog 05.07.22 - 09:21

    Die Hauptfrage wird vermutlich sein, wie viele Zeilen darf ich aus einem OSS-Projekt entnehmen ohne gegen die Lizenz zu verstoßen? Und was ist , wenn der Code mehr oder weniger leicht abgewandelt wird?

  10. Re: Rechtl. Einordnung von Copilot

    Autor: nille02 05.07.22 - 13:05

    Datalog schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Hauptfrage wird vermutlich sein, wie viele Zeilen darf ich aus einem
    > OSS-Projekt entnehmen ohne gegen die Lizenz zu verstoßen? Und was ist ,
    > wenn der Code mehr oder weniger leicht abgewandelt wird?

    Man müsste den Gedanken dann auch weiter stricken. Wenn ein Entwickler sich den Großteil im FOSS Umfeld bewegt hat, dürfte er noch an nicht-FOSS Arbeiten, denn ein Großteil seiner Erfahrung wird vermutlich auf FOSS Basieren.
    Vergleichbar mit Code Leaks von Proprietären Code. Entwickler die sich den Angeschaut haben sind letztlich verbrannt für Projekte die an was ähnlichem Arbeiten. Wine bzw. ReactOS hatte daher durch den XP leak einst Entwickler einbüßen müssen. Auch der Leak der PowerVR GPU Treiber hat letztlich dem FOSS Treiber geschadet. Ein Entwickler sagte dazu, dass der Leak für sie nun ein Damokles Schwert ist. Jeden Link den sie bekommen, jeden Pull Request müssen sie nun vorher abwegen damit sie selber nicht den Closed Code zu Gesicht bekommen bzw. andere Code daraus in den FOSS Code bringen.

  11. Re: Rechtl. Einordnung von Copilot

    Autor: Dakkaron 05.07.22 - 19:40

    nille02 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Datalog schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Die Hauptfrage wird vermutlich sein, wie viele Zeilen darf ich aus einem
    > > OSS-Projekt entnehmen ohne gegen die Lizenz zu verstoßen? Und was ist ,
    > > wenn der Code mehr oder weniger leicht abgewandelt wird?
    >
    > Man müsste den Gedanken dann auch weiter stricken. Wenn ein Entwickler sich
    > den Großteil im FOSS Umfeld bewegt hat, dürfte er noch an nicht-FOSS
    > Arbeiten, denn ein Großteil seiner Erfahrung wird vermutlich auf FOSS
    > Basieren.
    > Vergleichbar mit Code Leaks von Proprietären Code. Entwickler die sich den
    > Angeschaut haben sind letztlich verbrannt für Projekte die an was ähnlichem
    > Arbeiten. Wine bzw. ReactOS hatte daher durch den XP leak einst Entwickler
    > einbüßen müssen. Auch der Leak der PowerVR GPU Treiber hat letztlich dem
    > FOSS Treiber geschadet. Ein Entwickler sagte dazu, dass der Leak für sie
    > nun ein Damokles Schwert ist. Jeden Link den sie bekommen, jeden Pull
    > Request müssen sie nun vorher abwegen damit sie selber nicht den Closed
    > Code zu Gesicht bekommen bzw. andere Code daraus in den FOSS Code bringen.

    Eigentlich stimmt es. Der Hauptunterschied zwischen FOSS und Proprietär, was das angeht, ist dass FOSS-Software üblicherweise keine riesige, gut bezahlte Rechtsabteilung hat. Während Firmen wie MS oder Oracle gerne alles, was sich bewegt, totklagen, hat FOSS üblicherweise nicht das Budget dafür...

    Hätte Copilot hier z.B. den proprietären Code gefilzt, den große Firmen in privaten (bezahlten) Github-Repos liegen haben, dann würden die Zeitungsheadlines nicht heißen "Leute, zieht bitte eure FOSS-Projekte ab", sondern "Oracle beginnt jahrzehntelangen Rechtskrieg mit Microsoft".

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