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Schöpfungshöhe

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  1. Schöpfungshöhe

    Autor: Cerdo 05.07.22 - 13:03

    Mal ehrlich: in wie viel Code, der heute auf GitHub liegt, sind einzelne Code-Schnipsel schon schützenswert?

    Nehmen wir mal die PocketFFT von Numpy (BSD-3-Lizenz, aber tun wir mal so):
    https://github.com/numpy/numpy/blob/main/numpy/fft/_pocketfft.c

    Ja, der Code ist kompliziert und ja, die Algorithmen sind ausgeklügelt. Sie stammen aber (fast) alle aus wo anders veröffentlichten Papern, lediglich die Implementierung ist vielleicht schützenswert.

    Und was macht jetzt eine "KI", die den Kontext nicht kennt, damit? Tippe ich dann "calc_first_octant(" und schon wird mir die Methode ergänzt? Ist ja super, nur will ich gerade wirklich ne FFT berechnen oder einfach nur irgendeine Bildbearbeitung machen? Das weiß die KI nicht und selbst der Kontext aus bisher geschriebenem Code kann das nicht hergeben.


    Eher noch kann ich mir vorstellen, dass ich in Python "def fft(" tippe, vielleicht nachdem ich numpy importiert habe, und mir wird quasi der Code aus dem entsprechenden Python-Code angezeigt:
    https://github.com/numpy/numpy/blob/main/numpy/fft/_pocketfft.py#L123

    Da behaupte ich aber, die schützenswerte Schöpfungshöhe des Codes geht gegen null - egal wie wertvoll die Implementierung am Ende ist. Die Doku hat da einen viel größeren Wert.


    Am Ende kann Copilot doch auch nur triviale Code-Zeilen ergänzen, die auch der Werkstudent oder externe billig-Dienstleister aus irgendeiner Software-Klitsche hinbekommt.
    Da bin ich eher froh, dass sie auch meinen Code verwendet haben, um die KI zu trainieren. Vielleicht ist das Ergebnis dann nicht ganz so schlimm (die Arroganz gegenüber der KI behaupte ich mir leisten zu können).

  2. Re: Schöpfungshöhe

    Autor: nille02 05.07.22 - 13:15

    Bei Musik spielt die Menge nicht wirklich eine Rolle. Wenn ich nur ein Sample von wem anderes nehme ist das eine Urheberrechtsverletzung. Wenn ich das Sample aber selber eingespielt hätte und es exakt wie das original klingt, wäre die Nutzung ok.
    Wie weit man das auf Software übertragen kann, wird sich Zeigen müssen. Ich will aber nur darauf hinaus das selbst kleinste Teile im Urheberrecht durch aus geschützt sein können.

  3. Re: Schöpfungshöhe

    Autor: Schlitzauge 05.07.22 - 14:26

    Kleinste Teile ist aber relativ. Zu klein und zu willkürlich wird nicht mehr von Lizenzrecht und Urheberrecht abgedeckt, weil dann keine hinreichende schöpferische Höhe vorzuweisen ist.

    Und genau so funktioniert diese KI. Sie erkennt Muster der Programmierung (also Verhaltensweisen von Programmierung) aus Quellcodes, um auf Basis dessen dann generisch neue Quellcodes und Code-Snippets zu erzeugen. Das geht weit, weit darüber hinaus als einfach nur Code-Snippets zu Copy'n'Pasten. Hier werden Fähigkeiten rekonstruiert und auf dieser Basis neuer Code erzeugt / programmiert. Lizenzbrechende Code-Snippets sind zunächst erstmal zu beweisen, sowohl im KI-Modell als auch bei den Outputs dieser KI-Modelle.

    Und so lange gilt einfach Recht des Angeklagten (im engeren, wie auch im weiteren Sinn).

  4. Re: Schöpfungshöhe

    Autor: Dakkaron 05.07.22 - 19:32

    nille02 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei Musik spielt die Menge nicht wirklich eine Rolle. Wenn ich nur ein
    > Sample von wem anderes nehme ist das eine Urheberrechtsverletzung. Wenn ich
    > das Sample aber selber eingespielt hätte und es exakt wie das original
    > klingt, wäre die Nutzung ok.
    > Wie weit man das auf Software übertragen kann, wird sich Zeigen müssen. Ich
    > will aber nur darauf hinaus das selbst kleinste Teile im Urheberrecht durch
    > aus geschützt sein können.

    Ist doch gar nicht mal so locker.

    Schau mal nach Queen vs Vanilla Ice. Das war kein Sample, sondern nur die selbe Folge von sieben Noten (davon 6x der gleiche Ton) in der Baseline.

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