Abo
  1. Foren
  2. Kommentare
  3. Applikationen
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Sprachassistent: Google Now wird…

Gemischte Gefühle

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Gemischte Gefühle

    Autor: Qbit42 29.05.15 - 00:31

    Ich bin durchaus sehr begeistert von den hier gezeigten neuen Möglichkeiten (Google Photos inklusive). Eigentlich bin ich sogar schon seit 1-2 Jahren der Meinung, dass es sich genau in diese Richtung entwickeln muss. Die letzte Grenze der Kontextauflösung wäre dann erreicht, wenn Google das Geschehen außerhalb meines Handys erfassen und nutzen könnte. Ich bin hier auch davon überzeugt, dass bereits jetzt die Weichen dafür gestellt werden und die Grenze bald durchbrochen wird. Kontext ist neben technischen Aspekten, wie reine Spracherkennung, einfach essentiell um Computerinterfaces auf eine natürliche und intelligente Weise (menschenähnlich) zu gestalten. Die Vorteile liegen für mich auf der Hand und werden besonders in der Science-Fiction ausreichend aufgezeigt.

    Jedoch werde ich gleichzeitig immer mit Unmengen an Warnsignalen überschüttet, die einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Wenn ich diese ganzen Dienste nutze, dann weiß dieses Google also plötzlich eine ganze Menge Dinge über mich und mein Umfeld. Nachrichten und ganze Chatverläufe, Orte, die ich beschuche, Menschen die ich kenne, vorlieben, die ich habe, usw. Natürlich ist dies alles nötig um den richtigen Kontext herzustellen und das Meiste ist auch schon längst realität. Das muss auch nicht zwangsläufig schlecht sein. Viele Menschen geben diese Infos bereits jetzt umfangreich und freiwillig über sich preis. Doch genau hier sehe ich einen wesentlichen Unterschied, wenn diese Information unsichtbar, unkontrolliert und automatisiert erfasst werden. Jeder Mensch hat Dinge, die er gerne über sich preisgibt und Dinge, die er lieber für sich behält. Ich will dies gerne selbst bestimmen können.

    Natürlich liegt es nicht im Interesse von Google, die Infos zu missbrauchen, aber das Potential dafür ist gegeben und es bleibt ja nicht nur bei Google. Dahinter steht auch noch eine millardenschwere Industrie, die sicher mehr an ihrem Wohl interessiert ist, als an dem Wohl der Menschen. Auch Geheimdienste vorfolgen hier ganz eigene Interessen. Wenn jemand will, hat er es damit heutzutage sehr viel leichter immensen Schaden anzurichten. Die Geschichte hat leider immer wieder gezeigt, dass Vertauen in Staat und Wirtschaft hier absolut nicht ausreichend sind.

    Sorry, dass es so Umfangreich geworden ist, aber ich musste meine Bedenken einfach mal rauslassen.

  2. Re: Gemischte Gefühle

    Autor: Anonymer Nutzer 29.05.15 - 00:41

    Die Frage ist doch eher ob es sowas wie "geheime" Informationen überhaupt gibt oder ob der Mensch nicht ohnehin schon gläsern ist durch die Psychologie.

    Natürlich hält sich jeder für eine ganz besonders kreative besondere (und vor allem unterschätzte) Schneeflocke - trotzdem ist jeder die gleiche Emotion und Trieb gesteuerte Maschine jeder will Status, Anerkennung, Sex, Nähe, Essen, Sicherheit, Unterhaltung und dadurch ist doch jeder eine eins zu eins Kopie von seiner jeweiligen Peergroup künstlich differenziert.

    Selbst wenn du es glaubst, es gibt nichts, absolut gar nichts was an deinem Leben besonders ist.

    Deine Familienfotos sind so durchschnittlich wie deine dunklen Geheimnisse.

  3. Re: Gemischte Gefühle

    Autor: Qbit42 29.05.15 - 02:04

    Ich denke nicht wirklich, dass ich etwas besonderes bin. Natürlich gibt es viele Dinge, die wir Menschen gemeinsam haben. Jedoch teilen wir immer nur bestimmte Eigenschaften mit Anderen und das definiert uns als Individuen. Wäre alles über uns sowieso schon öffentlich, dann gäbe es doch gar kein Bedürfnis, diese Informationen zu sammeln. Das allein sollte deine Argumentation schon wiederlegen.

    Relevant sind nicht die Informationen, die uns als allgemeiner Mensch definieren, sondern die, welche unser ganz persöhnliches Leben definieren. Dadurch kann man nun geade nicht mehr nur auf Menschen oder Zielgruppen einwirken, sondern auf einzelne Personen. Ein fiktives Beispiel:

    Nehmen wir an, ich wäre homosexuell. Dann ist dies zunächst eine private Information, obwohl es viele andere homosexuelle gibt. Wer Zugang zu dieser Information hat beeinflusst direkt mein Leben. Ich würde mir sehr genau aussuchen, wer dies wissen darf und wer nicht. Diese Information einfach zu veröffentlichen könnte schon ausreichen meine Karriere oder mein Leben drastisch zu verändern.

    Versteh mich nicht falsch, ich bin schon für Offenheit und denke, dass wir damit mehr erreichen als mit Verschwiegenheit, aber ich will die Kontrolle darüber behalten.

  4. Re: Gemischte Gefühle

    Autor: Anonymer Nutzer 29.05.15 - 02:38

    Stimmt, ab da wird es auch richtig interessant - wenn es um die konstituierenden Marker geht - für ein Dataminig Tool kann ein ganzes Video über das verhalten betrunken in einem zwielichtigen Laden mit einer Person anderen Geschlechts recht nichts aussagend sein während die Information die irgendwo rumgammeln z.B. die Adressdaten von dir
    als erfundenes Beispiel:
    1989 bis 1990, Hausfeldstraße 7 Abo Modellbau aus Holz

    Sehr sehr viel über dich dein Umfeld und dein Persönlichkeitsprofil aussagen kann.

    Das Problem dabei ist eher dort wo sich Menschen in ihrer Privatheit ertappt fühlen sich oft von den Dingen unterscheiden über die man die Kontrolle behalten möchte.

    Oder um bei deinem Beispiel zu bleiben - es ist für Schwule oft nicht so einfach so einzukaufen ohne das einem die Amazon Empfehlungen outen.

  5. Re: Gemischte Gefühle

    Autor: Anonymer Nutzer 29.05.15 - 05:11

  6. Re: Gemischte Gefühle

    Autor: blmw911 29.05.15 - 08:36

    Diese ganzen Assistenten haben noch eine weitere Negative Seite.
    Stellen wir uns mal vor diese würden schon 100% perfekt funktionieren und könnten uns z.B. immer perfekt vorhersagen ob uns das Essen in dem Restaurant XY schmeckt. Dies hätte natürlich den Vorteil, dass man immer leckeres Essen bekommt. Allerdings gibt es auch keine Möglichkeit mehr etwas neues/anderes zu probieren.

    Die Assistenten schränken automatisch die Sicht auf die Welt ein, auf die Bereiche die einem "gefallen". Dies gilt für alle Bereiche und fängt bereits bei Facebook an. Wenn wir besonders Beiträge eines bestimmten politischen Lagers "liken", dann werden uns irgendwann nurnoch diese angezeigt.
    Es gibt vielleicht irgendwann viele verschiedene Meinungen, verschiedene Restaurants, etc. in unserem Umfeld, aber wir sehen nur noch welche nach unserem Geschmack. Dadurch kann man sich aber nicht mehr weiterentwickeln und seine Meinung ändern. Nur eine andere Meinung kann die eigene verändern.
    Irgendwann weiss also Google besser was wir wollen wie wir selbst...

  7. Re: Gemischte Gefühle

    Autor: Anonymer Nutzer 29.05.15 - 09:35

    Als wir selbst...

    Und ich scheiß auf Facebook. Und ich gehe übrigens schon immer ungerne in Restaurants die nicht nach meinem Geschmack sind. Die Bildzeitung betreibt Meinungsmache. Google findet unter Umständen einen Webinhalt für dich,der vielleicht sogar eine bestimmte Meinung vertritt. Mehr nicht.

  8. Re: Gemischte Gefühle

    Autor: RedRanger 29.05.15 - 09:44

    attitudinized schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Frage ist doch eher ob es sowas wie "geheime" Informationen überhaupt
    > gibt oder ob der Mensch nicht ohnehin schon gläsern ist durch die
    > Psychologie.
    >
    > Natürlich hält sich jeder für eine ganz besonders kreative besondere (und
    > vor allem unterschätzte) Schneeflocke - trotzdem ist jeder die gleiche
    > Emotion und Trieb gesteuerte Maschine jeder will Status, Anerkennung, Sex,
    > Nähe, Essen, Sicherheit, Unterhaltung und dadurch ist doch jeder eine eins
    > zu eins Kopie von seiner jeweiligen Peergroup künstlich differenziert.
    >
    > Selbst wenn du es glaubst, es gibt nichts, absolut gar nichts was an deinem
    > Leben besonders ist.
    >
    > Deine Familienfotos sind so durchschnittlich wie deine dunklen Geheimnisse.

    Es geht doch nicht darum, ob man besonders ist oder nicht, sondern darum, dass jeder Mensch private Daten hat, egal wie banal die sind, und diese Daten unter den Schutz der Privatsphäre fallen.

    Es sollte zumindest optional sein, ob man diese Privatsphäre und diesen Schutz freiwillig abgibt, damit die Sprachsuche bequemer wird.

  9. Re: Gemischte Gefühle

    Autor: RedRanger 29.05.15 - 09:49

    Tzven schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Als wir selbst...
    >
    > Und ich scheiß auf Facebook. Und ich gehe übrigens schon immer ungerne in
    > Restaurants die nicht nach meinem Geschmack sind. Die Bildzeitung betreibt
    > Meinungsmache. Google findet unter Umständen einen Webinhalt für dich,der
    > vielleicht sogar eine bestimmte Meinung vertritt. Mehr nicht.

    Und dir fällt nicht auf, dass du so nur noch eine gefilterte Wahrnehmung deiner Umwelt und der Geschehnisse hat, die deine bestehende Meinung positiv festigt?

    Wenn du denkst Umweltschutz ist blöd und nach einer Weile bekommst du hauptsächlich Google-Treffer, von Seiten und Leuten, die Umweltschutz auch blöd finden, dann kommst du vielleicht irgendwann auf die Idee, dass deine Meinung "richtig" ist und der Mehrheit entspricht. Obwohl das gar nicht stimmt.

    Damit landen Leute mit Gleichgesinnten in einer Informationsblase.

  10. Re: Gemischte Gefühle

    Autor: Bouncy 29.05.15 - 10:00

    blmw911 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nur eine andere Meinung kann die eigene verändern.
    Du verwechselst da Google mit Facebook. Google ist durchaus daran interessiert dir verschiedene Anbieter anzuzeigen, diese Art von Marketing ist ihr Geschäft. Ihr ultimatives Ziel ist nicht nach deinen "Likes" zu filtern, sondern ausdrücklich nach deinen Bedürfnissen, alles was ihre Tools tun versucht genau diese eine Frage zu beantworten, "was will der User als nächstes tun\haben?". Das ist weitaus umfassender als die simple Frage nach "was hat ihn in der Vergangenheit interessiert?", es muß den Kontext miteinbeziehen.
    > Irgendwann weiss also Google besser was wir wollen wie wir selbst...
    Du überschätzt deine Entscheidungsfreiheit in der heutigen Welt deutlich, deine Entscheidungen basieren praktisch immer auf von anderen erzeugten Reizen, mehr oder weniger bewußt oder unbewußt. Google mag das verstärken oder diversifizieren, aber nicht ändern...

  11. Re: Gemischte Gefühle

    Autor: Phantomal 29.05.15 - 14:08

    Sofern Google es nicht ändern, kann man Now zumindest komplett abschalten :)

  12. Re: Gemischte Gefühle

    Autor: Nebucatnetzer 29.05.15 - 17:33

    Geht mir ähnlich.
    Vom technischen her finde ich es sehr interessant und ich habe auch sehr viel Spass dabei die Sachen auszuprobieren.
    Allerdings bin ich auch recht skeptisch.

    Ich würde mir auch wünschen das Handies mehr wie Computer funktionieren.
    Oder das man einfach mehr Kontrolle hat.
    Beispielsweise fände ich es super wenn mich Google beim Einrichten fragt was ich gerne synchronisiern möchte.
    Ich kann damit leben einen Account für den PlayStore zu benötigen aber wenn möglich würde ich es lieber vermeiden meine ganzen Kontakte zu ihnen hochzuladen.
    Wird aber wohl beim Hoffen bleiben.

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach
  2. Heidemark GmbH, Ahlhorn
  3. AVL List GmbH, Graz (Österreich)
  4. Badenoch + Clark, München

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (u. a. Division 2: Standard Edition, Call of Duty: Black Ops 4, Red Dead Redemption 2)
  2. 2,49€
  3. 4,99€
  4. 4,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Adblock Plus: Adblock-Filterregeln können Code ausführen
Adblock Plus
Adblock-Filterregeln können Code ausführen

Unter bestimmten Voraussetzungen können Filterregeln für Adblocker mit einer neuen Funktion Javascript-Code in Webseiten einfügen. Adblock Plus will reagieren und die entsprechende Funktion wieder entfernen. Ublock Origin ist nicht betroffen.
Von Hanno Böck


    Online-Banking: In 150 Tagen verlieren die TAN-Zettel ihre Gültigkeit
    Online-Banking
    In 150 Tagen verlieren die TAN-Zettel ihre Gültigkeit

    Zum 14. September 2019 wird ein wichtiger Teil der Zahlungsdiensterichtlinie 2 für die meisten Girokonto-Kunden mit Online-Zugang umgesetzt. Die meist als indizierte TAN-Liste ausgegebenen Transaktionsnummern können dann nicht mehr genutzt werden.
    Von Andreas Sebayang

    1. Banking-App Comdirect empfiehlt, Sicherheitswarnung zu ignorieren

    Falcon Heavy: Beim zweiten Mal wird alles besser
    Falcon Heavy
    Beim zweiten Mal wird alles besser

    Die größte Rakete der Welt fliegt wieder. Diesmal mit voller Leistung, einem Satelliten und einer gelungenen Landung im Meer. Die Marktbedingungen sind für die Schwerlastrakete Falcon Heavy in nächster Zeit allerdings eher schlecht.
    Von Frank Wunderlich-Pfeiffer und dpa

    1. SpaceX Dragon-Raumschiff bei Test explodiert
    2. SpaceX Raketenstufe nach erfolgreicher Landung umgekippt
    3. Raumfahrt SpaceX zündet erstmals das Triebwerk des Starhoppers

    1. Quartalsbericht: Amazons Umsatz steigt nicht mehr so stark
      Quartalsbericht
      Amazons Umsatz steigt nicht mehr so stark

      Amazon macht im ersten Quartal 3,6 Milliarden US-Dollar Gewinn. Doch das Umsatzwachstum fällt von 43 auf 17 Prozent.

    2. Partner-Roadmap: Intel plant 10-nm-Desktop-Chips nicht vor 2022
      Partner-Roadmap
      Intel plant 10-nm-Desktop-Chips nicht vor 2022

      Roadmaps von Dell zufolge wird Intel in den kommenden Jahren primär das Mobile-Segment mit Prozessoren im 10-nm-Verfahren bedienen. Im Desktop-Bereich müssen Comet Lake und Rocket Lake mit zehn Kernen und 14 nm gegen AMDs Ryzen 3000/4000 mit 7(+) nm antreten.

    3. Mobilfunk: Nokia macht wegen 5G-Sicherheitsbedenken Verlust
      Mobilfunk
      Nokia macht wegen 5G-Sicherheitsbedenken Verlust

      Nokia kann von der US-Kampagne gegen Huawei nicht profitieren, sondern verbucht einen unerwarteten Verlust. Investitionen seien erforderlich, erklärte Konzernchef Rajeev Suri.


    1. 23:51

    2. 21:09

    3. 18:30

    4. 17:39

    5. 16:27

    6. 15:57

    7. 15:41

    8. 15:25