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Alexa, wo ist das nächste Freudenhaus?

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  1. Re: Alexa, wo ist das nächste Freudenhaus?

    Autor: Hotohori 23.01.18 - 21:21

    stuempel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Siltas schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Woher weisst du jetzt aber was die Wahrheit ist? Für die
    > Rechtssprechungen
    > > haben wir hier Gerichte. Und bei uns gilt auch Unschuldig bis die Schuld
    > > bewiesen ist.
    >
    > Und weil bei einer Vergewaltigung i. d. R. genau 2 Zeugen anwesend sind,
    > hat sich dieses Prinzip in Sachen sexuelle Gewalt so gut bewährt. Nicht.

    Aha, und jetzt in die Welt hinaus posaunen, dass man von X missbraucht wurde, macht es besser? Es gibt ja auch keine Menschen, egal welchen Geschlechtes, die nicht irgendwas erfinden nur um einem anderen Menschen etwas auszuwischen und dabei muss nicht mal alles erfunden sein, es reicht schon das Ganze aufzubauschen und aus einer kurzen "harmlosen" Berührung wird plötzlich ein Minutenlanger Missbrauch.

    Der Punkt ist einfach: wenn es Gerichte schon schwer haben die Wahrheit zu finden, dann haben wir als Öffentlichkeit noch viel weniger ein Recht darauf urteilen zu dürfen, denn wir kennen noch viel weniger alle Fakten. Zumal Fakten neutral sein sollten und nicht subjektiv.

    Wir haben nicht ohne Grund dieses Rechtssystem, das zwar nicht Fehlerfrei ist, aber die Quote dürfte dennoch ordentlich sein. Und wenn solche Fälle vor Gericht nicht gelöst werden können, liegt es in nicht seltenen Fällen daran, dass das Opfer nicht umgehend Anzeige erstattet hat so lange noch mögliche Beweise vorhanden sind. Da nach teils 10-20 Jahren öffentlich zu schreien "ich wurde von X damals belästigt", ist einfach lächerlich, denn es ist nur eine Behauptung ohne das wahrscheinlich auch nur noch irgend ein Beweis dafür existiert.

    Was soll das bringen? Wem soll man da wirklich glauben können? Zumal auch noch ausgerechnet das Ganze von der Filmindustrie ausging, von Schauspielern. Sind Schauspieler glaubwürdiger, da sie ja beruflich gelernt haben in fremde Charaktere zu schlüpfen? Niemand kann einem besser eine Lüge vorspielen.

    Von daher kann man das ganze MeToo kaum ernst nehmen, weil man nicht wirklich mit Bestimmtheit sagen kann welche Geschichten stimmen und welche erfunden sind, zumindest wir, die Öffentlichkeit, nicht. Und an Hexenjagten sollten wir uns generell nicht beteiligen, da sollten wir eigentlich aus der Geschichte gelernt haben. Aber scheinbar haben wir das wohl nicht.

  2. Re: Alexa, wo ist das nächste Freudenhaus?

    Autor: Clown 24.01.18 - 11:00

    aguentsch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du fragst nach dem "Was": Wenn ich mir's wünschen könnte: Jedes echte Opfer
    > von Gewalt soll die Sanktionierung mit einer möglichst geringen Hürde
    > erreichen können

    Das wäre mir schon zu pauschal, denn die Höhe der Hürden muss letztlich ein Richter im Verfahren festlegen.

    >, z. B. ohne das Risiko, bloßgestellt zu werden

    Wenn Du darauf anspielst, dass Opfer in Einzelfällen bei der Polizei schon nicht ernst genommen werden, dann bin ich da voll bei Dir.

    > oder eine
    > Mitschuld zugewiesen zu bekommen oder am Ende beobachten zu müssen, dass
    > alles ausgeht wie das Hornberger Schießen.

    Das sind allerdings Dinge, die ein Richter im Verfahren klären muss.

    > Und jeder zu Unrecht
    > Beschuldigte soll nach Klärung des Sachverhalts auch ohne Schaden aus der
    > Sache rausgehen.

    Rein rechtlich ist das ja bereits der Fall.

    > Bewusst sehr rosarot dargestellt, weil die Sache natürlich
    > sehr komplex ist.

    Absolut!

    > Wenn du mich aber nach dem "Wie" fragst: Leider keine Ahnung. Das ist aber
    > noch kein Grund die Debatte abzuwürgen (nicht du, aber andere im Thread).

    Es bedarf die Debatte natürlich dringend. Allerdings vornehmlich unter Rechtswissenschaftlern. Der Pöbel hingegen sollte da eher die Füße still halten. Solche Verfahren gehören nicht in die Öffentlichkeit. Erst recht nicht, bevor Nägel mit Köpfen gemacht wurden.

    Blizzard: "You guys don't have phones?" ~ Bethesda: "You guys don't have friends?" ~ EA: "You guys don't have wallets?"

  3. Re: Alexa, wo ist das nächste Freudenhaus?

    Autor: stuempel 28.01.18 - 14:18

    Hotohori schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Punkt ist einfach: wenn es Gerichte schon schwer haben die Wahrheit zu
    > finden, dann haben wir als Öffentlichkeit noch viel weniger ein Recht
    > darauf urteilen zu dürfen, denn wir kennen noch viel weniger alle Fakten.
    > Zumal Fakten neutral sein sollten und nicht subjektiv.

    Natürlich kann und darf sich der Einzelne sein eigenes Urteil bilden. Ein Gericht, welches juristisch urteilt, urteilt nicht dann, wenn alle Indizien gegen den Täter sprechen, sondern wenn alle Zweifel ausgeräumt werden können. Entsprechend werden mehr als 50% der Verfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt. Und da Opfer sich genau darüber im Klaren sind, kann man sich vorstellen, wie hoch in etwa die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Vergewaltigungsopfer überhaupt erst Anzeige erstattet. Die Masse an schwergewichtigen Vorwürfen etwa gegen Bill Cosby und Harvey Weinstein spricht Bände. Da kam es dennoch in all den Jahren zu keiner Anzeige, weil sich die mutmaßlichen Opfer im Klaren darüber sind, dass bei einem 1:1-Verfahren im Zweifel für den Angeklagten geurteilt wird. Denn auch wenn sich das Opfer bzgl. der Schuld des Täters im Klaren ist, sind bei einem Gerichtsprozess immer die Strapazen sicher und eine Verurteilung unwahrscheinlich.

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