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Verstehe das nicht

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  1. Re: Verstehe das nicht

    Autor: Oktavian 11.08.17 - 17:23

    > Wenn dir ein Obsthändler eine Banane verkauft, dann ist das ein einmaliger
    > Geschäftsvorgang. Er bekommt Geld, du die Banane und ihr geht getrennte
    > Wege. Das Geschäftsmodell funktioniert, weil

    Der Hersteller, der mir einen Mixer verkauft, hat auch einen einmaligen Geschäftsvorgang. Er bekommt Geld dafür, und wir gehen getrennte Weg.

    > …der Obsthändler kein Bugfix Release heraus bringen muss, weil deine
    > Banane unter eine zerdrückte Stelle hat.

    Wenn der MIxer defekt ist, schickt der Hersteller mir in der Regel innerhalb der Gewährleistungsfrist oder Garantie kostenlos einen neuen. Alternativ repariert er ihn, natürlich auch kostenlos.

    > …er kein Feature Release heraus bringen muss, da du lieber ein etwas
    > helleres Fruchtfleisch hättest.

    Das muss weder der Hersteller von Mixer noch Software. Er kann, und er kann dafür auch Geld verlangen, wenn das Feature Geld wert ist.

    > …er keinen Support anbieten musst, falls du es irgendwie nicht
    > schaffst die Banane aus ihrer Schale zu bekommen.

    Das muss weder Software-Hersteller noch Mixer-Hersteller. Beide tun das aber, es ist im Preis mit kalkuliert.

    > …er keine Webseite mit laufenden Kosten am Leben halten muss, wo du
    > dich über den Entwicklungsstand von Banane 2.0 informieren kannst und wo
    > irgendwer auch die Beiträge schreiben muss.

    Das nennt man Werbung, für gewöhnlich eine Bringschuld des Herstellers, da es ja in seinem ureigenen Interesse ist, den Kunden für neue Produkte zu interessieren.

    > …er nicht alle 6 Monate ein neues Obst erfinden muss, damit du wieder
    > mal vorbei kommst und was kaufst, da du die Banane essen wirst und bereits
    > morgen eine neue kaufen musst, wenn du wieder eine willst.

    Mixerhersteller tun das schon seit Jahren. Es gibt da immer wieder neue spannende Entwicklungen.

  2. Re: Verstehe das nicht

    Autor: /mecki78 12.08.17 - 04:45

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn der MIxer defekt ist, schickt der Hersteller mir in der Regel
    > innerhalb der Gewährleistungsfrist oder Garantie kostenlos einen neuen.

    Ja, aber er baut ihn nicht für dich um. Wäre dir also damit geholfen, wenn der Softwarehersteller dir nochmal exakt die gleiche Software schickt? Weil wenn dein Mixer kaputt ist, dann betrifft das eben nur diesen einen, aber bei einer Software sind alle Kopien identisch.

    Der Mixerhersteller muss den Mixer auch nicht zurück nehmen, wenn er z.B. zu laut ist oder zu stark vibriert oder dir sonst irgendwie nicht gefällt. Und auch MediaMarkt muss ihn nicht zurück nehmen, das ist nur Kulanz, wenn sie dir das anbieten.

    Also Software gekauft wie gesehen und es gibt keine kostenlosen Updates, nie, außer ein Bug verhindert, dass du die Software überhaupt nutzten kannst aber mit allen andern Bugs musst du einfach leben. Klar, kann man machen, aber ich wette da bist du als Kunde einer der ersten, der nicht kauft.

    > Mixerhersteller tun das schon seit Jahren. Es gibt da immer wieder neue
    > spannende Entwicklungen.

    Nein, eigentlich nicht. Eigentlich verkaufen sie dir immer wieder das gleiche Produkt als neu, damit du es immer wieder kaufst. Innovationen werden erfunden, die gar keine Innovationen sind. Das ist so wie immer mal wieder ein Lebensmittelhersteller "Verbesserte Rezeptur" drauf schreibt, obwohl er kaum was verändert hat und auch das Waschmittel jedes mal "noch weißer wäscht", komisch nur, dass die Wäsche heute genauso weiß wird beim waschen wie vor 30 Jahren.

    Und das mussten Softwarehersteller auch, weil nur durch Pseudofeatures konnten sie dann ein kostenpflichtiges Update verkaufen. Das waren keine Features die Kunden wirklich wollten oder die wirklich irgendwer braucht, diese Features sollten nur legitimieren die Kunden zu Kasse zu bitten. Die waren Features vielen dabei hinten raus, weil die wollten nicht genug Kunden und wären eben kein gutes Verkaufsargument gewesen.

    Außerdem geht ein Mixer garantiert irgendwann kaputt, sein es weil das auch eingeplant ist (geplante Obsoleszenz) oder natürlich verschleiß. D.h. der Markt wird nie final gesättigt sein und plötzlich braucht kein Haushalt in Deutschland mehr einen neuen Mixer. Aber für eine Software gibt es max. X potentielle Kunden und hast du die alle versorgt, dann ist da niemand mehr, dem du etwas verkaufen kannst und diese Kunden werden nie wieder kaufen müssen, weil deren Software geht nicht einfach so kaputt.

    Bzw. manchmal geht sie es. z.B. wegen ein Betriebssystemupdate oder wegen neuer Hardware. Und wenn du dann den Kunden sagst "Sorry, aber dafür musst du eine neue Version kaufen", glaub mir, du hast noch nie Software Support gemacht, oder? Da darfst du dir dann was anhören, weil der Kunde erwartet, dass auch wenn er nur vor 5 Jahren einmal gekauft hat "Du deine beschissene Dreckssoftware gefälligst zur neusten Windows Version kompatibel zu machen hast!" und das ist noch eines von den echt harmlosen Kommentaren.

    Und dann läuft immer mehr Software nicht ohne irgend eine Serverinfrastruktur (Cloud Features z.B.), die musst du am laufen halten, die produziert monatlich Kosten. Wie willst du die dauerhaft finanzieren, wenn jeder Kunde nur einmal kauft und jeder Kauf aber mehr Kosten produziert (mehr Kunden == Mehr Traffic == man braucht stärkere Server). Das ist dann ein Schneeballsystem, das kann auf Dauer nicht funktionieren.

    Unsere Firma hat Erfahrung mit Hardware und mit Software und glaub mir, Hardware als einmal Verkauf, das funktioniert. Du entwickelst die Hardware, lässt sie in Asien fertigen und verkaufst sie hier am Markt. Folgekosten fast Null. Und ist der Markt gesättigt, dann produzierst du was neue oder wartest, denn irgendwann geht ja auch mal so ein Teil kaputt. Aber Software, Software ist ein permanentes Kostengrab. Die Kunden akzeptieren es nicht, wenn du Software so verkaufst wie einen Mixer, das kauft dann erst recht niemand.

    Software ist viel mehr eine Dienstleistung als ein Produkt. Eine Dienstleistung bei der du ständig wieder für den Kunden aktiv werden musst. Welches Softwareprodukt bringt denn heute nicht mindestens monatlich ein Update heraus? Und das erwarten die Kunden auch. Und eine Dienstleistung kannst du nicht über eine Einmalzahlung finanzieren. Das geht vielleicht noch für ein Computerspiel ohne eigenen Online Server, was der Kunde kauft, dann spielt bis es ihn langweilt und gut ist. Aber das kannst du nicht vergleichen mit einer App, die der Kunde heute kauft und auch in 6 Jahren noch nutzen will (wer spielt schon 6 Jahre lang jeden Tag das gleiche Spiel? Ich kenne aber Leute die 6 Jahre lang jeden Arbeitstag die gleiche App nutzen).

    Dazu sind Firmen nicht mehr bereit erst mal eine 1/2 Mio Euro in die Weiterentwicklung einer großen App zu investieren in der Hoffnung, dass dann vielleicht irgendwann genug Kunden kaufen und vielleicht irgendwann das Geld wieder reinkommt. "Ja wie" wirst du sagen "die haben doch schon gekauft und damit die Weiterentwicklung finanziert", nein, haben sie nicht. Was sie mit ihrem Kauf finanziert haben war die Entwicklung der Software, die sie gekauft haben, nicht dass nach ihren Kauf jeden Tag ein Team von Entwicklern quasi weiter für sie tätig wird.

    Darf ich mal fragen, was du arbeitest? Vielleicht kann ich dir das ja besser mit einer Analogie zu deiner Arbeit verdeutlichen. Denn faktisch verdienen die wenigsten Menschen in Deutschland ihr Geld so wie du hier von Softwarefirmen verlangst, dass sie ihr Geld verdienen sollen. Das ist dir vielleicht nur noch nicht klar im Moment, weil du da nie drüber nachgedacht hast, woher letztlich das Geld kommt, das monatlich als Gehalt auf dein Konto eingeht.

    /Mecki

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