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Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

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  1. Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

    Autor: Sinnfrei 04.10.18 - 13:55

    Und da werden dann fleißig nach blieben die Inhalte gescannt und ausgewertet. Es ist mittlerweile mehr als hinreichend bekannt, dass Microsoft alles in seiner Cloud scannt, und gegebenenfalls auch Behörden informiert.

    Ein falsches Bild, ein falscher Text, eine illegale Kopie, und schon steht dank Windows 10 die Polizei vor der Tür ...

    __________________
    ...

  2. Re: Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

    Autor: daved09 04.10.18 - 20:08

    Sinnfrei schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ein falsches Bild, ein falscher Text, eine illegale Kopie, und schon steht
    > dank Windows 10 die Polizei vor der Tür ...

    Jetzt noch bitte ein Beleg für diese Aussage.

  3. Re: Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

    Autor: Oktavian 04.10.18 - 20:17

    > > Ein falsches Bild, ein falscher Text, eine illegale Kopie, und schon
    > steht
    > > dank Windows 10 die Polizei vor der Tür ...
    >
    > Jetzt noch bitte ein Beleg für diese Aussage.

    Ein falsches Bild auf OneDrive kann einem tatsächlich Besuch von offizieller Stelle bescheren. Wobei "falsch" hier schon "so richtig böse falsch" bedeutet.

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Microsoft-meldet-Kinderpornografie-in-Cloud-Diensten-an-deutsche-Ermittler-2516510.html

    Es ist somit zumindest nicht auszuschließen, dass MS ähnliches Konsequenzen zieht, falls jemand ein solches Foto durch die Zwischenablage schleust. Auch könnte ich mir vorstellen, dass ein Text, der auf eine schwere Straftat hindeutet, ebenfalls weitergeleitet wird, falls MS hier entsprechende Scanner haben sollte. Für Kinderpornographie haben sie diese Scanner und setzen sie auch ein.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.10.18 20:20 durch Oktavian.

  4. Re: Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

    Autor: daved09 04.10.18 - 20:36

    So etwas ist ja auch ok.
    Ich glaube aber nicht, dass MS bei Andeutungen bereits die Polizei ruft, sondern erst der Kontext geprüft wird.

  5. Re: Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

    Autor: demon driver 04.10.18 - 20:51

    daved09 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So etwas ist ja auch ok.

    Man muss nicht Kinderpornografie ok finden, um das präventive heimliche Durchsuchen privater Daten durch die kommerziellen Unternehmen, die einem als die damit betrauten Verarbeiter die Privatheit der eigenen Daten zu sichern hätten, nicht ok zu finden...

  6. Re: Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

    Autor: McWiesel 04.10.18 - 20:55

    Sinnfrei schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ein falsches Bild, ein falscher Text, eine illegale Kopie, und schon steht
    > dank Windows 10 die Polizei vor der Tür ...

    Wenn man bei einer der Bank Falschgeld einzahlt oder ein offensichtlich illegalen Gegenstand ins Bankschließfach legen will, ruft die Bank ebenfalls die Polizei.

    Leb damit einfach, dass wir in einer Welt leben, wo Straftaten glücklicherweise angezeigt werden.

  7. Re: Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

    Autor: Oktavian 04.10.18 - 20:59

    > So etwas ist ja auch ok.

    Nein, ist es in meinen Augen nicht. Ich erwarte von meiner Bank, dass sie nicht in meinem Bankschließfach herumschnüffelt. Wenn ein Richter sie auffordert, es zu öffnen, dann ist das selbstverständlich okay, aber präventiv einfach mal in jedes Fach hineinschauen, denn es könnte ja was verbotenes darin sein, das ist nicht okay. Wenn der Bankmitarbeiter mit mir gemeinsam mein Schließfach geöffnet hat, dann verlässt er den Raum, denn er will nicht sehen, was ich in meinem Schließfach verwahre.

    Und genauso erwarte ich von meinem Cloud-Provider, dass er nicht präventiv meine Daten durchsucht, denn es könnte ja etwas verbotenes darin sein. Auch wieder, wenn ein Richter die Durchsuchung meiner Daten anordnet, ist das selbstverständlich okay, aber ich möchte nicht unter Generalverdacht gestellt werden.

    > Ich glaube aber nicht, dass MS bei Andeutungen bereits die Polizei ruft,
    > sondern erst der Kontext geprüft wird.

    Und genau das möchte ich noch viel weniger. Ich möchte nicht, dass irgendwelche Mitarbeiter meines Dienstleisters sich zu Hilfssherrifs aufschwingen und darüber aufgrund ihrer eigenen Ermittlungen gegen mich entscheiden, ob sie Inhalte weitermelden sollen oder nicht. Sie haben meine Daten sicher zu verwaren, nicht mehr, nicht weniger, so wie die Bank den Inhalt meines Schließfachs verwahrt, nicht mehr und auch nicht weniger.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.10.18 21:01 durch Oktavian.

  8. Re: Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

    Autor: McWiesel 04.10.18 - 21:02

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > daved09 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > muss nicht Kinderpornografie ok finden, um das präventive heimliche
    > Durchsuchen privater Daten durch die kommerziellen Unternehmen, die einem
    > als die damit betrauten Verarbeiter die Privatheit der eigenen Daten zu
    > sichern hätten, nicht ok zu finden...

    Das ist aber der Deal einer Cloud. Gerade Deutschland ist sehr gut darin denjenigen zu bestrafen, dem man irgendetwas Illegales untergejubelt hat und nicht unbedingt den Verursacher. Gerade bei Urheberrechtsvergehen geht das schon fast in Richtung Sippenhaft, sodass der Rechteinhaber auf jeden Fall zu Geld kommt. Oder Golem.de kann sehr leicht für den Senf verantwortlich gemacht werden, den wir hier als Fremde ins Forum reintexten. Da wird eine Inhaltskontrolle definitiv gesetzlich erwartet.
    Also kann ich es auch verstehen, wenn die Cloudanbieter grob nachschauen, was auf ihrer Infrastruktur eingebracht wird. Wenn sie das nicht machen, werden sie bald so seriös wie Megaupload oder Rapidshare. Und Bingo - schau mal, wer letztlich dafür verantwortlich gemacht wurde - nicht der Uploader, sondern in erster Linie der Dienstleister!

    Wenn Du für die Lagerung deiner Güter und Daten Diskretion brauchst und jemand suchst, der keine Fragen stellt, versuche es vielleicht mal bei der Mafia. Für jedes andere Gewerbe ist es wohl okay, wenn außen auf dem Paket draufsteht, was drin ist. Und viel mehr prüfen die Cloud-Dienste ja auch nicht, erstrecht nicht persönlich.



    5 mal bearbeitet, zuletzt am 04.10.18 21:21 durch McWiesel.

  9. Re: Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

    Autor: Oktavian 04.10.18 - 21:06

    > Wenn man bei einer der Bank Falschgeld einzahlt oder ein offensichtlich
    > illegalen Gegenstand ins Bankschließfach legen will, ruft die Bank
    > ebenfalls die Polizei.

    Wenn der Bankangestellte mit mir gemeinsam mein Schließfach geöffnet hat, verlässt er den Raum. Er würde sich standhaft weigern mitanzusehen, was ich aus dem Fach nehme oder hineinlege.

    > Leb damit einfach, dass wir in einer Welt leben, wo Straftaten
    > glücklicherweise angezeigt werden.

    Ob diese anlasslose Durchsuchung von Online-Konten nach Deutschem Recht legal wäre, ist zumindest sehr fraglich.

    https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2014-08/kinderpornografie-google-microsoft-netzfilter
    https://www.lawblog.de/index.php/archives/2014/08/04/wie-weit-darf-google-schnueffeln/

    Nach US-Recht ist es allerdings legal, und unter dem findet die Durchsuchung statt. Dabei gefundene Indizien dürfen natürlich nach D gemeldet werden und hier auch verwendet werden.

  10. Re: Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

    Autor: McWiesel 04.10.18 - 21:11

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Wenn der Bankangestellte mit mir gemeinsam mein Schließfach geöffnet hat,
    > verlässt er den Raum. Er würde sich standhaft weigern mitanzusehen, was ich
    > aus dem Fach nehme oder hineinlege

    Du glaubst also, du könntest problemlos dort ein Stange Dynamit oder eine geladene Waffe einbringen?

    Nein, viel mehr wirst Du schon bei entsprechenden Banken vorher in einer Sicherheitskontrolle durchleuchtet und sowas direkt aussortiert und geahndet. Alles andere ist unprofessionell und ich wollte kein Schließfach bei einer Bank haben, in der mangels Kontrolle jederzeit der Tresorraum in die Luft fliegen kann, weil jeder da alles mögliche Illegale bunkern darf.

    Und genauso dürfte es bei Clouddiensten entsprechende Algorithmen geben, die auf KiPo & Co automatische Sicherheitskontrollen durchführen und entsprechend dann reagieren. Da sitzt garantiert kein MS-Mitarbeiter da und schaut sich lachend Deine Urlaubsfotos an. Und genauso wenig interessiert den Bankangestellten die Papier-Dokumente, die Du in ein Schließfach einlagerst, daher gehen die auch aus dem Raum. Weil sie sich garantiert bereits vorher gegen schwere Kriminalität absichern - zumindest eben eine seriöse Bank, der der Schutz ihrer Kunden wichtig ist.

    >
    > > Leb damit einfach, dass wir in einer Welt leben, wo Straftaten
    > > glücklicherweise angezeigt werden.
    >
    > Ob diese anlasslose Durchsuchung von Online-Konten nach Deutschem Recht
    > legal wäre, ist zumindest sehr fraglich.
    >
    > www.zeit.de
    > www.lawblog.de
    >
    > Nach US-Recht ist es allerdings legal, und unter dem findet die
    > Durchsuchung statt. Dabei gefundene Indizien dürfen natürlich nach D
    > gemeldet werden und hier auch verwendet werden.

    Ja, das ist nunmal der Deal, deutsches Recht ist halt nicht internationales Recht. Und manche Länder setzen Strafverfolgung eben über den Datenschutz.



    6 mal bearbeitet, zuletzt am 04.10.18 21:19 durch McWiesel.

  11. Re: Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

    Autor: Oktavian 04.10.18 - 21:20

    > Du glaubst also, du könntest problemlos dort ein Stange Dynamit oder eine
    > geladene Waffe einbringen?

    Ja, kann ich. Völlig problemlos sogar.

    > Nein, viel mehr wirst Du schon bei entsprechenden Banken vorher in einer
    > Sicherheitskontrolle durchleuchtet und sowas aussortiert. Alles andere ist
    > unprofessionell und ich wollte kein Schließfach bei einer Bank haben, in
    > der mangels kontrolle jederzeit der Tresorraum in die Luft fliegen kann.

    Ich arbeite viel in Banken, ist mein Job. Das geht von mittelgroßen Sparkassen bis zu den paar richtig großen Banken in D. Bei keiner einzigen muss ich durch einen Metalldetektor, wenn ich in den Kundentresor möchte. Bei keiner einzigen wird mein Gepäck durchleuchtet. Warst Du in den letzten Jahren schon einmal in einem Kundentresor?

    Die Bank zieht ihre Sicherheit dadurch, dass die Identität von Schließfachinhabern gut geprüft wird. Sie weiß von jedem einzeln Fach genau, wem es gehört. Bei jedem Zutritt wird die Identität der Person verifiziert, teils manuell per Ausweis, teils biometrisch, manche auch per Bankkarte und PIN. Falls nachts dann eins der Schließfächer explodiert, ist recht leicht feststellbar, wessen Fach es war.

    Zudem ist die Infrastruktur natürlich versichert, der Inhalt der Fächer natürlich nicht. Darum muss sich der Fachbesitzer selbst kümmern.

    Falls Du eine Filiale kennst, bei der tatsächlich die Kunden durchsucht werden, würde mich das interessieren.

  12. Re: Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

    Autor: demon driver 04.10.18 - 21:23

    McWiesel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > muss nicht Kinderpornografie ok finden, um das präventive heimliche
    > > Durchsuchen privater Daten durch die kommerziellen Unternehmen, die einem
    > > als die damit betrauten Verarbeiter die Privatheit der eigenen Daten zu
    > > sichern hätten, nicht ok zu finden...
    >
    > Das ist aber der Deal einer Cloud.

    Ist es das? Manche Cloud-Anbieter bewerben ihre Dienste doch gerade damit, die Daten so zu verschlüsseln, dass sie selber keine Zugriffsmöglichkeit haben...

    > Gerade Deutschland ist sehr gut darin
    > denjenigen zu bestrafen, dem man irgendetwas Illegales untergejubelt hat
    > und nicht unbedingt den Verursacher. Gerade bei Urheberrechtsvergehen geht
    > das schon fast in Richtung Sippenhaft, sodass der Rechteinhaber auf jeden
    > Fall zu Geld kommt. Oder Golem.de kann sehr leicht für den Senf
    > verantwortlich gemacht werden, den wir hier als Fremde ins Forum
    > reintexten. Da wird eine Inhaltskontrolle definitiv gesetzlich erwartet.

    So weit, so zustimmungswürdig!

    > Also kann ich es auch verstehen, wenn die Cloudanbieter grob nachschauen,
    > was auf ihrer Infrastruktur eingebracht wird. Wenn sie das nicht machen,
    > werden sie bald so seriös wie Megaupload oder Rapidshare.

    Da liegt ein Zwiespalt. Zweifellos.

    Nichtsdestotrotz stellt sich spätestens in Zeiten der DSGVO die Frage, ob nicht eben auch das rechtlich problematisch ist.

    Irgendwie scheint es mir, als kämen wir gerade in eine Phase interessanter Widersprüche zwischen einerseits jenen Gesetzesvorschriften, die Rechteinhabern und Strafverfolgern dienen, und andererseits denen, die die Privatsphäre zu schützen versuchen.

  13. Re: Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

    Autor: McWiesel 04.10.18 - 21:32

    Zugegeben, ist wirklich nicht mein Metier. Ich bin hier auch nicht groß Kunde einer Bank oder hab irgendetwas wirklich Wertvolles zum Einlagern.
    Ich war in den USA mal in einer Bank und da sind mir Metalldetektoren an den Zugängen zu geschützten Bereichen aufgefallen und da gab's auch Security. Hätte ich hier eigentlich auch erwartet?

    Denn was würde ich denn in ein Bankschließfach einschließen? Dinge, die keine Versicherung der Welt ersetzen kann. Wenn ich aber dann davon ausgehen muss, dass mangels jeglicher Prüfung im Schließfach daneben von Sprengstoff bis zu irgendwelchen gefährlichen Flüssigkeiten alles drin sein kann, dann kommt so eine Einlagerung wirklich nicht in Frage. Dann nützt es mir auch nichts mehr, wenn der Inhaber, dessen alte geladene Weltkriegswaffe plötzlich hochgegangen ist, problemlos ausfindig gemacht werden kann.

    Ich kanns mir bei großen, seriösen Banken echt nicht vorstellen. Wahrscheinlich ist das Risiko einfach zu klein. Aber selbst der Paketdienst durchleuchtet die Ware und zieht aus Sicherheitsgründen Pakete aus dem Verkehr, die ohne außen aufgeklebtes Batterie-Label ein Akku enthalten (mehrfach schon bei Handys passiert).

  14. Re: Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

    Autor: McWiesel 04.10.18 - 21:42

    demon driver schrieb:

    > Irgendwie scheint es mir, als kämen wir gerade in eine Phase interessanter
    > Widersprüche zwischen einerseits jenen Gesetzesvorschriften, die
    > Rechteinhabern und Strafverfolgern dienen, und andererseits denen, die die
    > Privatsphäre zu schützen versuchen.

    Genau das ist es. Korrekt wäre es die Daten tatsächlich so zu verschlüsseln, dass kein anderer außer der Inhaber und berechtige User darauf zugreifen können. Ohne wenn und aber....

    Praktisch ist es aber dennoch so, dass z.B. bei Urheberrechtsverstößen die Festplatte und deren Inhalte dann doch plötzlich wieder dem Provider gehört und der dafür gerade stehen und Abhilfe schaffen muss, wenn davon illegale Inhalte runtergeladen werden. Das war ja genau das Fiasko bei Rapidshare und Megaupload.

    Und das ist das Problem, was ich bei den Clouddienstleistern in Deutschland/EU nicht vollständig verstehe. Da kann ich ja auch Dateien öffentlich oder semi-öffentlich (in irgendwelchen Foren Accounts verteilen) machen und darüber sontswas an illegalen Inhalten verbreiten. Wenn ichs dann noch schaffe einigermaßen anonym zu bleiben, lässt das erste Gericht sicher nicht lange auf sich warten, dass dann den Betreiber verknackt und wesentlich schlimmer - ihn zwingt Wiederholungstaten technisch zu verhindern. Und das geht halt fast nur durch eine Kontrolle der Inhalte.

    Mit so kaum in der Realität umzusetzenden Urteilen sind die lieben Jursten ja immer ganz schnell dabei (ähnlich beim Betreiben eines öffentlichen WLANs, der dann doch wieder plötzlich illegale Downloads irgendwie unterbinden muss).



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.10.18 21:44 durch McWiesel.

  15. Re: Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

    Autor: Oktavian 04.10.18 - 23:14

    > Zugegeben, ist wirklich nicht mein Metier. Ich bin hier auch nicht groß
    > Kunde einer Bank oder hab irgendetwas wirklich Wertvolles zum Einlagern.

    Gut, dann freue ich mich doch, etwas Licht in die Sache bringen zu können.

    > Ich war in den USA mal in einer Bank und da sind mir Metalldetektoren an
    > den Zugängen zu geschützten Bereichen aufgefallen und da gab's auch
    > Security. Hätte ich hier eigentlich auch erwartet?

    Natürlich gibt es in Banken hier auch geschützte Bereiche. Der Kundentresor gehört aber nicht dazu. Einzige Ausnahme, bei der tatsächlich die Bank weiß, was Du einlagerst, sind sehr großformatige Gegenstände. Hier übergibt der Kunde dem Mitarbeiter den Gegenstand und der lagert ihn ein. Der Kunde bekommt eine Quittung. Das können aber auch wieder z.B. Koffer sein, die der Bankmitarbeiter dann im Beisein des Kunden versiegelt und nicht öffnet.

    In einer mir bekannten großen Sparkasse lagern in diesem Tresor für "Übergroßen" etwa zur Hälfte Musikinstrumente und dazu etliche Bilder.

    Besonders gesichert wäre beispielsweise die Hauptkasse und der Haupttresor. Hier hast Du als Kunde nicht die mindeste Chance, auch nur in die Nähe zu kommen.

    > Denn was würde ich denn in ein Bankschließfach einschließen? Dinge, die
    > keine Versicherung der Welt ersetzen kann.

    Ach, da denkst du viel zu kompliziert. In der Regel lagern Kunden ganz banale Dinge ein. In meinem Schließfach sind z.B. von allen wirklich wichtigen Unterlagen (Versicherungen, Diplome, Abschlusszeugnisse, etc.) Kopien. Ich möchte die zur Verfügung haben, falls es zuhause mal brennt. Dann ist darin noch eine Festplatte mit Bildern und Videos, aus gleichem Grund. Falls die aber verloren gehen, ist mein Schaden so ziemlich Null, die Originale sind ja zuhause. Daneben ist noch etwas Schmuck darin, wenn wir in Urlaub fahren, kommen noch ein paar Erinnerungsstücke dazu. Natürlich wär der Verlust bei manchen Dingen schmerzhaft, aber auch nicht existenzbedrohend.

    Eine frühere Firma hat da z.B. gerne Bänder eingelagert mit Backups. Jeden Tag fuhr ein Mitarbeiter dahin und hat die getauscht. Also auch eher banal. Solche Kunden gibt es auch heute noch reichlich.

    Dann dürften relativ viele Kunden dort Edelmetalle lagern, Münzen oder Briefmarken. Auch für Schwarzgeld ist das ein sehr beliebter Ort. Und ja, bei Durchsuchungen findet man gelegentlich auch eine Waffe, meist aber nichts aktuelles sondern Erbstücke von Opa.

    > Wenn ich aber dann davon
    > ausgehen muss, dass mangels jeglicher Prüfung im Schließfach daneben von
    > Sprengstoff bis zu irgendwelchen gefährlichen Flüssigkeiten alles drin sein
    > kann, dann kommt so eine Einlagerung wirklich nicht in Frage.

    Na wie oben geschrieben, die meisten Gegenstände sind mit Geld ersetzbar. Die Schließfächer sind durch die Bank nicht versichert, darum muss sich der Kunde selbst kümmern. Natürlich kann man so eine Versicherung auch gleich in der Bank abschließen. Was ein Service... Auf das Risiko weißt aber auch der Bankmitarbeiter hin.

    > Ich kanns mir bei großen, seriösen Banken echt nicht vorstellen.

    Schau es Dir an. In den Kundentresor kommst Du bei den meisten Banken, die überhaupt so einen haben (sind nicht wirklich viele), durch eine Treppe irgendwo in der Schalterhalle. Es lohnt sich, da mal runter zu gehen, die Atmosphäre ist schon was besonderes. Wenn Du ein wenig Interesse heuchelst, wird Dich der Mitarbeiter da unten gerne etwas rumführen.

    Ziel der Sicherheit ist, das Gut vor Diebstahl zu schützen, nicht vor mutwilliger Beschädigung. Sieh es einfach als Ersatz für einen sehr sicheren Tresor zuhause. Einbrüche in Kundentresore sind tatsächlich eine Seltenheit. Ich kann mich da nur an einen größeren Fall in den letzten 20 Jahren erinnern.

    > Wahrscheinlich ist das Risiko einfach zu klein.

    Ja, und es ist primär nicht das Risiko der Bank. Sie kennt im Zweifelsfall den Verursacher und kann ihren Schaden über ihre Versicherung ersetzt bekommen. Die Kunden wiederum haben ihre eigenen Versicherungen. Und auch hier wiederum, mir ist kein einziger Fall der Nachkriegsgeschichte bekannt, in dem ein Schließfach explodiert wäre. Es ist einfach kein lohnendes Ziel für solche Bemühungen. Es bricht auch niemand in Dein Haus ein in der festen Absicht, einfach zu verwüsten und nichts zu klauen und macht sich dann auch noch die Mühe, Deinen Tresor aufzuschweißen, nur um den Inhalt zu vernichten.

  16. Re: Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

    Autor: Niaxa 05.10.18 - 10:23

    Es wird ein Algorythmus angewendet der seine Arbeit recht gut verrichtet. Nichts weiteres. Und das ist gut so. Kein Mensch zwingt dich unverschlüsselte Daten in die Cloud zu schieben. Kein Mensch zwingt dich, diese neue Funktion zu nutzen. Das sind alles bewusste Entscheidungen. Wenn du MS als Hoster deiner Datenspeicher nicht vertraust, geh zu einem lokalen oder sonst wo hin.

    MS ist vorbildlich im Umgang mit Behörden und ist auch immer als erstes dabei, wenn es darum geht, keine Daten von Nutzern willkürlich herauszugeben.

  17. Äh nein?!

    Autor: treysis 05.10.18 - 10:38

    McWiesel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > daved09 schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > Das ist aber der Deal einer Cloud. Gerade Deutschland ist sehr gut darin
    > denjenigen zu bestrafen, dem man irgendetwas Illegales untergejubelt hat
    > und nicht unbedingt den Verursacher. Gerade bei Urheberrechtsvergehen geht
    > das schon fast in Richtung Sippenhaft, sodass der Rechteinhaber auf jeden
    > Fall zu Geld kommt.

    Äh nein?! Bestrafung=Strafrecht. Du redest hier von den Abmahnungen im Zivilrecht. Das hat mit Bestrafung aber nix zu tun (auch, wenn es den Betroffenen so vorkommen mag).

  18. Re: Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

    Autor: Michael H. 05.10.18 - 10:50

    Müssen die Inhalte dafür wirklich random gescannt werden?
    Ich würde da eher auf explizite Untersuchungen tippen..

    Quasi irgendwo im Web taucht ein Kinderpornodownloadlink auf ein Onedrivekonto auf.
    Der Link wird bei MS gemeldet und MS geht dem nach und stellt bei einer genauen Untersuchung des Postfachs fest, dass dieser KiPo verteilt.

    Wobei MS da bei einem aktiven Downloadlink natürlich nicht überprüfen müsste, da sie einfach den Link öffnen können und dadurch ohne "Ownerrechte" so oder so das Zeug sehen. Jedoch sehen sie wem das Onedrive gehört und können das an die Behörden weitergeben.

    Desweiteren steht glaube ich irgendwo in den AGB so ein Absatz über illegales Zeug usw... womit ein Verstoß gegen diese natürlich den Inhalt des Onedrives nicht mehr "sichert".

  19. Re: Äh nein?!

    Autor: McWiesel 05.10.18 - 10:58

    treysis schrieb:

    > Äh nein?! Bestrafung=Strafrecht. Du redest hier von den Abmahnungen im
    > Zivilrecht. Das hat mit Bestrafung aber nix zu tun (auch, wenn es den
    > Betroffenen so vorkommen mag).

    Auch und gerade Zivilklagen können extreme Geldforderungen nachziehen, teils deutlich schlimmer als das Strafverfahren..

    Ich denke das ist letztlich das selbe wie beim Betreiben eines WLANs. Wenn darüber konstant Urheberrechtsverletzungen begangen werden, wirst auch nach aktuellem Recht noch gezwungen technisch dagegen vorzugehen, sonst bist am Ende dafür haftbar. Also musst mit Netzfilter & Co arbeiten.

    Und Rapidshare (eigentlich der Vorläufer der heutigen Clouddienste) ging doch an sowas zu Grunde, Zitat Wikipedia zu Rapidshare:

    > Nach einem Urteil des Landgerichtes Düsseldorf haftet der Webhoster für die von seinen Nutzern begangenen Urheberrechtsverletzungen als Störer

    Das dürfte doch heute die Cloudhoster auch noch betreffen. Man kann relativ einfach mit total gefälschten Daten ein Google-Konto eröffnen und über Google Drive Raubkopien an andere Leute verteilen, afaik geht sogar "share to public". Und da a) die rechtliche Situation zumindest unsicher ist und b) unnötig Speicherplatz verbraten wird, müssen doch die Cloudhoster irgendein Weg finden den Missbrauch möglichst effektiv zu verhindern. Und das geht wohl nur mit Content-Filtern.

  20. Re: Also liefern die Leute ab jetzt freiwillig alle Daten an Microsoft?

    Autor: McWiesel 05.10.18 - 11:00

    Vielen Dank für die Info ..

    das war mir wirklich so nicht klar, dass die Banken alles so ungesehen für ihre Kunden bunkern. Ist wohl mal wieder ein Präzidenzfall notwendig ... früher gabs beim Flughafen auch keine Gepäckkontrollen ...

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