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Keine Erwähnung der Latenz im Netzwerk

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  1. Keine Erwähnung der Latenz im Netzwerk

    Autor: Raider700 23.01.22 - 10:16

    Der Artikel ist zwar schön zu lesen aber im technischen Teil fehlt mir der wichtige Punkt über die Latenz vom Netzwerk.

    Die Angabe von 150/25 und zwei Mesh Erweiterungen sagt für mich leider nichts aus. Am Land, wo kein weiteres Wlan stört und die 3 Accesspoints eigene Kanäle nutzen, ist die Latenz bei guten Empfang in einem vertretbaren Bereich. Gerade beim Gamestream sollte die gesamte RTT Zeit ("Ping") zum Server maximal 70ms betragen und alles darüber führt unvermeidlich zu Lags.

    In der Stadt, mit vielen parallelen Wlans und Kanalüberschneidungen, können schnell 20ms Latzen im eigenen Netz hinzukommen. Diese sind dazu meist nicht konstant sondern variieren je nach umgebenden Traffic (Collision Domain). Die kommenden Wifi Standards verbessern dies zwar aber können es leider auch nicht lösen.

    Interessant wäre es, wenn dieser Test auch parallel mit Kabel durchgeführt worden wäre. Dazu noch die Ausgabe vom MTR zum Gamestreaming Provider.

    Bei mir sind es RTT Zeiten (Gemessen über jeweils 5min) zu xbox.com:
    * Kabel ~49ms Durchschnitt (max 51ms)
    * Wlan 2,4Ghz: ~65ms (max 97ms)
    * Wlan 5 Ghz: ~56ms (max 61ms)
    Abstand zum Accesspoint sind 7m und durch eine 10cm Ziegelwand (-72/-75 dBm).
    Bei direkten Sichtkontakt kommen "nur" ~3ms Latenz (-40/-43dBm), im Vergleich zum Kabel, hinzu.

    Die Frage ist auch, wie das Mesh intern funktioniert. Sprich ob für das Backend eigene Antenne, Frequenzen genutzt werden. Wenn nicht verschlechtert sich die sogenannte Airtime ordentlich und damit steigt die Latenz.

    Von daher geht leider auch 2022 nichts über das gute alte Kabel für latenzkritische Anwendungen.

  2. Re: Keine Erwähnung der Latenz im Netzwerk

    Autor: 486dx4-160 23.01.22 - 15:00

    Raider700 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Artikel ist zwar schön zu lesen aber im technischen Teil fehlt mir der
    > wichtige Punkt über die Latenz vom Netzwerk.
    >
    > Die Angabe von 150/25 und zwei Mesh Erweiterungen sagt für mich leider
    > nichts aus. Am Land, wo kein weiteres Wlan stört und die 3 Accesspoints
    > eigene Kanäle nutzen, ist die Latenz bei guten Empfang in einem
    > vertretbaren Bereich. Gerade beim Gamestream sollte die gesamte RTT Zeit
    > ("Ping") zum Server maximal 70ms betragen und alles darüber führt
    > unvermeidlich zu Lags.
    >
    > In der Stadt, mit vielen parallelen Wlans und Kanalüberschneidungen, können
    > schnell 20ms Latzen im eigenen Netz hinzukommen. Diese sind dazu meist
    > nicht konstant sondern variieren je nach umgebenden Traffic (Collision
    > Domain). Die kommenden Wifi Standards verbessern dies zwar aber können es
    > leider auch nicht lösen.
    >
    > Interessant wäre es, wenn dieser Test auch parallel mit Kabel durchgeführt
    > worden wäre. Dazu noch die Ausgabe vom MTR zum Gamestreaming Provider.
    >
    > Bei mir sind es RTT Zeiten (Gemessen über jeweils 5min) zu xbox.com:
    > * Kabel ~49ms Durchschnitt (max 51ms)
    > * Wlan 2,4Ghz: ~65ms (max 97ms)
    > * Wlan 5 Ghz: ~56ms (max 61ms)
    > Abstand zum Accesspoint sind 7m und durch eine 10cm Ziegelwand (-72/-75
    > dBm).
    > Bei direkten Sichtkontakt kommen "nur" ~3ms Latenz (-40/-43dBm), im
    > Vergleich zum Kabel, hinzu.
    >
    > Die Frage ist auch, wie das Mesh intern funktioniert. Sprich ob für das
    > Backend eigene Antenne, Frequenzen genutzt werden. Wenn nicht
    > verschlechtert sich die sogenannte Airtime ordentlich und damit steigt die
    > Latenz.
    >
    > Von daher geht leider auch 2022 nichts über das gute alte Kabel für
    > latenzkritische Anwendungen.

    Mir kamen deine Zahlen etwas seltsam vor, also wollte ich das mal nachprüfen:

    Bei mir verwirft "xbox.com" ICMP-Anfragen auf IPv4, und IPv6 ist bei MS offenbar noch nicht mal angekommen. Einfach mal "xbox.com-anpingen" geht also nicht.
    Hab dann "golem.de" genommen (Ergebnisse sind gemittelt):
    Direkt am Router: 22,2 ms
    Über LAN, 1 Switch dazwischen: 22,4 ms
    Über 2,4 GHz-WLAN (802.11ax): 23,4 ms
    Über 5 GHz-WLAN (802.11n): 23,6 ms
    Über Freifunk (2,4 GHz + VPN): 35,3 ms

    Die benötigte Bandbreite (Microsoft spricht von 10-20 MBit/s) gehen selbst über historisches 802.11g.

    Kurz: Wenn's Kacke ist liegt's an MS. Oder am Grundprinzip: Kompression und Dekompression von Video und Audio und das Ver- und Auspacken der Pakete dauert nun mal ein bisschen.

  3. Re: Keine Erwähnung der Latenz im Netzwerk

    Autor: NonesensE 23.01.22 - 16:08

    486dx4-160 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mir kamen deine Zahlen etwas seltsam vor, also wollte ich das mal
    > nachprüfen:

    Danke, jetzt wäre noch interessant, wie sich die Latenz über zunächst einen, dann zwei Mesh-Repeater entwickelt... Mesh ist zwar nicht mehr so übel wie klassische Repeater, aber trotzdem je nach Positionierung und Umgebung wie ne angezogende Handbremse.

  4. Re: Keine Erwähnung der Latenz im Netzwerk

    Autor: manudrescher 23.01.22 - 17:51

    Ich hatte es in einem anderen Thread schon angesprochen:

    Wir hatten hier:
    1x ASUS RT-AX86U (Main) + ASUS RT-AX86U (Mesh-Node)
    WiFi auf ax, Verbindung zwischen den beiden bei ca. 2300 MBit/s Brutto.
    Selbst mit Dual-Band und Verlust,etc. bleibt da mehr aus ausreichend Durchsatz übrig.

    1x AVM 7590AX (Main) + AVM 6000-Repeater (Mesh-Node)
    WiFi auch ax, Verbindung zwischen den beiden bei ca. 1300Mbit/s Brutto (Betondecke)
    Info: Der 6000er ist Tri-Band mit dediziertem Backhaul zur FritzBox.
    Auch hier sollte mehr als ausreichend Durchsatz vorhanden sein.

    Ergebnis in beiden Konstellationen:
    Ist der "Game-Streaming"-Client per WLAN mit einem Mesh-Node verbunden, ist das Spieleerlebnis eher "semi-geil". Das Verhalten entsprich dann dem, als wäre nicht ausreichend Bandbreite vorhanden (obwohl nachweislich da, auch mit iperf getestet).

    Verbindet man den "Game-Streaming"-Client jedoch per WLAN unmittelbar mit dem Main-Router....absolut einwandfrei.

    Warum...und wieso...in weitere Tiefe habe ich mich dann nicht mehr damit beschäftigt.

    Und natürlich geht nichts über das gute alte Kabel. Aber solche Services müssen in regulären User-Cases funktionieren...und das "Standard-Heimnetz" des normalen und gemeinen Users ist nunmal eher WLAN als LAN.

    Unabhängig davon funktioniert es aber auch über WLAN (wenn unmittelbar am Main-Router) absolut einwandfrei. Und ja, technisch gibt es natürlich Latenzen. Und ja, eine Latenz von "von-über-nach" mit bspw. 180ms müsste man beim Drücken eines Knopfes und der Ausführung im Spiel bemerken...aber man tut es nicht.
    Gefühlt(!) ist die Verzögerung so gering, dass es prinzipiell "instant" wirkt.

    Ich sehe das allgemeine Problem an Game-Streaming eher darin, dass die "Meckerer" es entweder noch nie oder nicht wirklich mit einer sauberen Verbindung getestet haben...und dem Ganzen auch eine echte Chance gegeben haben.

  5. Re: Keine Erwähnung der Latenz im Netzwerk

    Autor: bst (golem.de) 24.01.22 - 08:20

    Hallo,
    danke für die Nachfragen. Ich habe es nun auch via LAN probiert und den Artikel entsprechend ergänzt.
    Viele Grüße
    Benjamin

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