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Bringt doch ganz einfach das Fernsehen und Radio ins Internet!

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  1. Bringt doch ganz einfach das Fernsehen und Radio ins Internet!

    Autor: Spaghetticode 21.06.13 - 22:08

    Wieso wird das Fernsehen und Radio nicht einfach ins Internet verlagert? Ich hätte folgende Vorschläge:
    1. Multicast im Internet einführen und redundante Übertragungen von Livestreams vermeiden, um Bandbreite zu sparen (man denke nur mal an die Fußball-WM). Das heißt auch, dass die Mobilfunkbasisstation den Stream nur einmal an alle in der Zelle befindlichen Geräte senden soll.
    2. Verzicht auf sämtliche Drosselungsmechanismen. Ansonsten klappt das mit dem Fernsehen über Internet nicht.
    3. (Weltweit) Einheitliche Standards für die Fernseh- und Radiostreams und Veröffentlichung der Stream-URL, damit die Streams auch über Settopboxen angesehen werden können. Die Settopbox verfügt nun mal weder über einen Webbrowser noch über Flash.
    4. Keine regionale Beschränkung von Lizenzen mehr. Jeder Sender soll uneingeschränkt weltweit senden. Es soll nur die Verwertungsgesellschaft zuständig sein, die für den Sendestandort zuständig ist. US-Sender sollen sich also grundsätzlich nicht mehr mit der GEMA streiten müssen.

    Das hätte dann folgende Vorteile:
    1. Die klassische Fernseh- und Radioinfrastruktur (Fernsehtürme, Satelliten, Kabelfernsehen) wäre dann obsolet, womit sich Kosten sparen ließen.
    2. Die Auswahl an Fernseh- und Radiosender wäre größer.
    2a) Der Wettbewerb zwischen den Sendern wäre dann größer. Die „klassischen“ Sender wären dann stärker gefordert.
    2b) Es gäbe eine Chance für kleine Nischensender, bei denen die „klassische“ Verbreitung zu kostspielig oder gar unmöglich wäre.
    2c) Eventuell könnten sich spendenfinanzierte und unabhängige Fernsehsender etablieren, die eine Art „Grundversorgung“ sicherstellen. In diesem Fall ist der gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht mehr nötig, der öffentlich-rechtliche Rundfunk könnte dann privatisiert und die Rundfunkgebühr abgeschafft werden.

  2. Re: Bringt doch ganz einfach das Fernsehen und Radio ins Internet!

    Autor: kiss 21.06.13 - 22:30

    Na toll dann gehen die GEZ Gelder als Schmiergeld an die Telekom, als ob die nicht schon genug Steuergelder bekommen würden.

  3. Re: Bringt doch ganz einfach das Fernsehen und Radio ins Internet!

    Autor: Amorgenthau 21.06.13 - 22:51

    DSL und VDSL sind ja flächendeckend verfügbar... Ist klar.

  4. Re: Bringt doch ganz einfach das Fernsehen und Radio ins Internet!

    Autor: derKlaus 21.06.13 - 23:09

    Spaghetticode schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieso wird das Fernsehen und Radio nicht einfach ins Internet verlagert?
    > Ich hätte folgende Vorschläge:
    > 1. Multicast im Internet einführen und redundante Übertragungen von
    > Livestreams vermeiden, um Bandbreite zu sparen (man denke nur mal an die
    > Fußball-WM). Das heißt auch, dass die Mobilfunkbasisstation den Stream nur
    > einmal an alle in der Zelle befindlichen Geräte senden soll.
    Tolle Sache. +1 aber wer zählt ggf. Notwendige Anpassungen für Hardware und Software?

    > 2. Verzicht auf sämtliche Drosselungsmechanismen. Ansonsten klappt das mit
    > dem Fernsehen über Internet nicht.
    Logisch ;)

    > 3. (Weltweit) Einheitliche Standards für die Fernseh- und Radiostreams und
    > Veröffentlichung der Stream-URL, damit die Streams auch über Settopboxen
    > angesehen werden können. Die Settopbox verfügt nun mal weder über einen
    > Webbrowser noch über Flash.
    Das wäre richtig gut. Mögliche Gefahr: ein Proprietärer Standard setzt sich durch.

    > 4. Keine regionale Beschränkung von Lizenzen mehr. Jeder Sender soll
    > uneingeschränkt weltweit senden. Es soll nur die Verwertungsgesellschaft
    > zuständig sein, die für den Sendestandort zuständig ist. US-Sender sollen
    > sich also grundsätzlich nicht mehr mit der GEMA streiten müssen.
    Und da ist es dann vorbei :( da wird keine Einigung möglich sein. Und nachdem ein Großteil an Serien und Filmen aus den USA kommt, wäre es für die klassischen Lizenznehmer in anderen Ländern wie Deutschland schwierig zu überleben.

    > Das hätte dann folgende Vorteile:
    > 1. Die klassische Fernseh- und Radioinfrastruktur (Fernsehtürme,
    > Satelliten, Kabelfernsehen) wäre dann obsolet, womit sich Kosten sparen
    > ließen.
    Aber jeder Nutzer müsste über Internetzugang und entsprechendes Equipment verfügen. Nur für Radio und TV ist das teurer als heutzutage DVB-T und Rundfunkbeitrag. Hinzu würden garantiert weitere Kosten kommen. Das ist ja bei den Onlineportalen der Privatsender auch schon so, dass man für Serienfolgen ein oder zwei Euro Abdrücken muss. Pay-TV würde so richtig durchstarten (und kostet auch nochmal extra). Fernsehen würde Gefahr laufen richtig teuer zu werden.

    > 2. Die Auswahl an Fernseh- und Radiosender wäre größer.
    > 2a) Der Wettbewerb zwischen den Sendern wäre dann größer. Die
    > „klassischen“ Sender wären dann stärker gefordert.
    Findest Du? Ich sehe die Gefahr, dass sich die Sender noch mehr angleichen.

    > 2b) Es gäbe eine Chance für kleine Nischensender, bei denen die
    > „klassische“ Verbreitung zu kostspielig oder gar unmöglich
    > wäre.
    Wenn man bedenkt, dass RTL anfangs aus einer Garage in Luxemburg gesendet hat.... Warum nicht?

    > 2c) Eventuell könnten sich spendenfinanzierte und unabhängige Fernsehsender
    > etablieren, die eine Art „Grundversorgung“ sicherstellen. In
    > diesem Fall ist der gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Rundfunk
    > nicht mehr nötig, der öffentlich-rechtliche Rundfunk könnte dann
    > privatisiert und die Rundfunkgebühr abgeschafft werden.
    Das glaube ich nicht, Sorry. Spendenfinanziert ist man in der Abhängigkeit der Spender. Wenn denen mein Programm nicht mehr gefällt, kommen keine Spenden mehr. Ein Unabhängiger Sender braucht Geld, richtig viel Geld und es darf nicht ausgehen (ein Ding der Unmöglichkeit). Ansonsten ist die Unabhängigkeit dann vorbei, wenn ein weiterer Geldgeber einsteigt.

    Meiner Meinung nach ist das gebührenfinanzierte ÖR die beste aller schlechten Optionen. Solange in DE noch eine Demokratie herrscht zumindest. Vielleicht hat jemand eine andere Idee, die würde mich interessieren. Mir ist noch nix sinnvolles eingefallen

  5. Re: Bringt doch ganz einfach das Fernsehen und Radio ins Internet!

    Autor: Spaghetticode 22.06.13 - 01:16

    derKlaus schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > [regionale Beschränkung]
    > Und da ist es dann vorbei :( da wird keine Einigung möglich sein.
    Sehe ich auch als großes Problem an, dass die Lizenzgeber in diesem Aspekt uneinsichtig sind. Somit ist dem deutschen Fernsehzuschauer der Originalton unzugänglich und er bekommt die Serien und Filme erst später.

    > Und nachdem ein Großteil an Serien und Filmen aus den USA kommt, wäre
    > es für die klassischen Lizenznehmer in anderen Ländern wie Deutschland
    > schwierig zu überleben.
    Es kann natürlich jetzt vorkommen, dass jetzt nur noch US-Konzerne die US-Serien und -Filme bekommen. Aber das wiederum wäre ein Ansporn, einheimische Serien und Filme zu produzieren. Man kann jedoch auch so weiter machen wie bisher: US-Sender senden im Originalton, deutsche Sender in der Synchronfassung.

    > Aber jeder Nutzer müsste über Internetzugang und entsprechendes Equipment
    > verfügen. Nur für Radio und TV ist das teurer als heutzutage DVB-T und
    > Rundfunkbeitrag.
    Hauptsächlich würde das nur mobile Geräte betreffen. Zu Hause hat man in der Regel schon Internet. (Die ländlichen Gebiete, wo es noch kein DSL gibt, sollte man noch mit DSL versorgen, notfalls mit staatlicher Subventionierung. Mit Strom und Wasser klappt es doch auch.) Bei den mobilen Geräten müsste noch eine Lösung gefunden werden.

    > Hinzu würden garantiert weitere Kosten kommen. Das ist ja
    > bei den Onlineportalen der Privatsender auch schon so, dass man für
    > Serienfolgen ein oder zwei Euro Abdrücken muss. Pay-TV würde so richtig
    > durchstarten (und kostet auch nochmal extra). Fernsehen würde Gefahr laufen
    > richtig teuer zu werden.
    Also bisher ist der Erfolg von Pay-TV in Deutschland recht gering (siehe Premiere/Sky, VISEO+, HD+). Und ich denke nicht, dass sich die Bereitschaft für Pay-TV im Internet erhöht (sieht man ja auch bei den Paywalls der Online-Zeitungen). Um Pay-TV erfolgreich werden zu lassen, müssten alle Sender an einem Strang ziehen. Und dies wäre wohl über die klassischen Verbreitungswege (Satellit, Kabel) einfacher, weil die Anbieterzahl geringer ist.

    > > 2. Die Auswahl an Fernseh- und Radiosender wäre größer.
    > > 2a) Der Wettbewerb zwischen den Sendern wäre dann größer. Die
    > > „klassischen“ Sender wären dann stärker gefordert.
    > Findest Du? Ich sehe die Gefahr, dass sich die Sender noch mehr
    > angleichen.
    Sich angleichen können die Sender auch bei Kabel/Satellit. Dazu brauchen wir nicht das Internet. Bei Kabel/Satellit wäre bloß die Gefahr groß, dass die Sender sich gegenseitig übertrumpfen wollen und nur noch Mainstream senden. Da die Anzahl der Sender bei Kabel/Satellit begrenzt ist, würden Nischen aus dem Programm gedrängt werden.

    > Das glaube ich nicht, Sorry. Spendenfinanziert ist man in der Abhängigkeit
    > der Spender. Wenn denen mein Programm nicht mehr gefällt, kommen keine
    > Spenden mehr.
    Kann ein Vorteil sein (Vermeidung von Skandalen), kann aber auch ein Nachteil sein (Konzernspenden).

    > Ein Unabhängiger Sender braucht Geld, richtig viel Geld und
    > es darf nicht ausgehen (ein Ding der Unmöglichkeit).
    Bloß, wie viel Geld braucht so ein unabhängiger Sender wirklich? Und was beinhaltet die Grundversorgung?

    Meiner Meinung nach beinhaltet die Aufgabe der „Grundversorgungssender“ zumindest Bildung und Information.
    1. Ich würde den ÖR aus dem allgemeinen Steuertopf finanzieren. Dies hat eher psychologische Gründe, da bei einer direkte Zahlung an einen „Beitragsservice“ die Zahler erwarten, dass das Geld nur für solche Sachen ausgegeben wird, die einem persönlich interessieren. Das kann der ÖR prinzipbedingt nicht erfüllen. Außerdem umgeht man so Schwierigkeiten beim Eintreiben der Gebühren.
    2. Sämtliche Vorgänge in den ÖR-Anstalten öffentlich ablaufen lassen. Der ÖR sollte transparent arbeiten.
    3. Kostenintensive Vorgänge identifizieren und versuchen, diese Kosten zu senken.
    4. Formate, die nichts mit dem Bildungs- und Informationsauftrag zu tun haben (Spielfilme, Sportsendungen, Seifenopern, Shows, Musikantenstadl) privatisieren. (In dem Punkt bin ich mir aber noch ziemlich unentschlossen, denn schließlich verliert man dadurch „Bezahl“- und werbefreie Sendungen.)

  6. Re: Bringt doch ganz einfach das Fernsehen und Radio ins Internet!

    Autor: Neptox 23.06.13 - 17:55

    "Der Vorsitzende der Produktions- und Technikkommission von ARD und ZDF, Michael Rombach: "Das Internet ist auch für Rundfunkinhalte ein zunehmend wichtiger Verbreitungsweg. Aber das Internet kann die Fernsehversorgung über DVB-T nicht ersetzen. Beide Verbreitungswege sind keine Gegensätze.""

    Ob der Rombach das akzeptieren will oder nicht. Internet kills the TV-Star. Die Fernseh-Frequenzen werden über kurz oder lang einfach vom Internet geschluckt. "Beide Verbreitungswege sind keine Gegensätze"??? Das ist doch der selbe Verbreitungsweg nur andere Frequenzen. schon da sieht man wie hirnrissig die Unterscheidung ist.

    Wie lange kann eine echtes Internet-TV eigentlich noch verhindert werden?

  7. Re: Bringt doch ganz einfach das Fernsehen und Radio ins Internet!

    Autor: Spaghetticode 23.06.13 - 20:49

    Neptox schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wie lange kann eine echtes Internet-TV eigentlich noch verhindert werden?
    Solange folgende Hindernisse vorliegen:
    a) nicht internetfähige Fernseher und Set-Top-Boxen, die nur Satellitenempfang/Kabelfernsehen/DVB-T unterstützen
    b) lahme Internetverbindungen
    c) Drosselungen
    d) technisch nicht versierte Benutzer
    e) Zufriedenheit mit den vorhandenen Empfangswegen und den dort verfügbaren Sendern

    Sollten diese Hindernisse beseitigt werden, wird sich wohl über kurz oder lang Internet-Fernsehen durchsetzen.

  8. Re: Bringt doch ganz einfach das Fernsehen und Radio ins Internet!

    Autor: Dagonasti 24.06.13 - 08:53

    Spaghetticode schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Meiner Meinung nach beinhaltet die Aufgabe der
    > „Grundversorgungssender“ zumindest Bildung und Information.

    Kultur, mein Freund, Kultur muss zur Grundversorgung gehören.
    Da gehört auch der allseits beliebte Musikantenstadl dazu.

  9. Re: Bringt doch ganz einfach das Fernsehen und Radio ins Internet!

    Autor: holminger 24.06.13 - 09:55

    Spaghetticode schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieso wird das Fernsehen und Radio nicht einfach ins Internet verlagert?
    > Ich hätte folgende Vorschläge:
    > 1. Multicast im Internet einführen und redundante Übertragungen von
    Das hat sich trotz der bekannten Vorteile nicht durchgesetzt und ich fürchte das wird es auch in Zulunft nicht.

    > 2. Verzicht auf sämtliche Drosselungsmechanismen. Ansonsten klappt das mit
    > dem Fernsehen über Internet nicht.
    Richtig.

    > 3. (Weltweit) Einheitliche Standards für die Fernseh- und Radiostreams und
    > Veröffentlichung der Stream-URL, damit die Streams auch über Settopboxen
    > angesehen werden können. Die Settopbox verfügt nun mal weder über einen
    > Webbrowser noch über Flash.
    Möglich.

    > 4. Keine regionale Beschränkung von Lizenzen mehr. Jeder Sender soll
    > uneingeschränkt weltweit senden. Es soll nur die Verwertungsgesellschaft
    > zuständig sein, die für den Sendestandort zuständig ist. US-Sender sollen
    > sich also grundsätzlich nicht mehr mit der GEMA streiten müssen.
    Das wird der Contentmafia nicht schmecken und die werden Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um das zu verhindern.

    Mein Fazit: Es sieht schlecht aus für die Komplettverlagerung ins Internet.

    h.

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