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Problem des DAB: geringe Senderauswahl, keinen Mehrwert gegenüber UKW
Autor: Lebostein 02.06.15 - 14:15
1. Beim Fernsehen mag ja ein hochaufgelösteres Bild noch als Argument gelten, neue Standards einzuführen. Aber beim Radio? Niemand würde einen klanglichen Unterschied zw. DAB und UKW feststellen können.
2. Was könnte man noch anführen? Die Sendervielfalt? Mit DAB empfange ich nur 16 Programme, mit UKW deutlich mehr. Auch aus den Nachbarbundesländern kann ich Sender empfangen.
3. Ich müsste etwa 6 Radios im Haushalt entsorgen und mir neue kaufen. Und niemand weiß, wie lange der DAB-Standard bestehen bleibt. Kommt in 5 Jahren dann wieder was neues?
4. Wenn ich die große Vielfalt will, hörer ich Internetradio.
Fazit: Mir ist kein einziges Argument Pro DAB bekannt. Und auf die immer wieder aufgeführten und gelobten "Zusatzinformationen" kann ich gerne verzichten, da ich Radio in erster Linie nebenbei "höre" und nicht ständig zum Gerät gucke.
2 mal bearbeitet, zuletzt am 02.06.15 14:27 durch Lebostein. -
Re: Problem des DAB: geringe Senderauswahl, keinen Mehrwert gegenüber UKW
Autor: Seitan-Sushi-Fan 02.06.15 - 14:27
Lebostein schrieb:
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> 1. Beim Fernsehen mag ja ein hochaufgelösteres Bild noch als Argument
> gelten, neue Standards einzuführen. Aber beim Radio? Niemand würde einen
> klanglichen Unterschied zw. DAB und UKW feststellen können.
Den wird man wahrscheinlich schnell feststellen, sobald man in einer Ecke sitzt, die schlechten Empfang hat. Bei UKW kriegste einfach nur das bekannte Rauschen. Bei gestörter digitaler Übertragung finde ich persönlich die Interferenzen deutlich unangenehmer. Oder hat DAB da eine Abhilfe für Störungen, die weniger unschön klingt und mir bloß nicht bekannt ist? -
Re: Problem des DAB: geringe Senderauswahl, keinen Mehrwert gegenüber UKW
Autor: black_sirius 02.06.15 - 14:30
Lebostein schrieb:
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> 1. Beim Fernsehen mag ja ein hochaufgelösteres Bild noch als Argument
> gelten, neue Standards einzuführen. Aber beim Radio? Niemand würde einen
> klanglichen Unterschied zw. DAB und UKW feststellen können.
>
> 2. Was könnte man noch anführen? Die Sendervielfalt? Mit DAB empfange ich
> nur 16 Programme, mit UKW deutlich mehr. Auch aus den Nachbarbundesländern
> kann ich Sender empfangen.
>
> 3. Ich müsste etwa 6 Radios im Haushalt entsorgen und mir neue kaufen. Und
> niemand weiß, wie lange der DAB-Standard bestehen bleibt. Kommt in 5 Jahren
> dann wieder was neues?
>
> 4. Wenn ich die große Vielfalt will, hörer ich Internetradio.
>
> Fazit: Mir ist kein einziges Argument Pro DAB bekannt.
In deinem Punkt 4 verbirgt sich die Antwort! Internet.
Man möchte das Frequenzband für andere Techniken verwenden, um so z.B. Internet über diese zu verbreiten. Vorteil wäre hierbei die hohe Reichweite. Das rein Analog verwendete Frequenzband soll also Digital werden.
Ähnlich ist dies bereits mit einigen Frequenzen geschehen, die damals für die Übertragung von Fernsehprogrammen gedient haben. Heute werden diese unter anderem von LTE benutzt.
Es ist also an sich richtig dies zu tun, nur ist Deutschland in der Verbreitung des neumodischen Radioempfangs nicht weit genug um diesen Schritt zu gehen. Ich benutze auch noch ausschließlich UKW um Radio zu empfangen. Aber irgendwann muss man umschalten um Internet noch schneller und breiter zur Verfügung zu stellen. Und übers Internet lässt sich Radio ja auch empfangen, aber leider in den heutigen Autos noch nicht.
#Welcome in the future... -
Re: Problem des DAB: geringe Senderauswahl, keinen Mehrwert gegenüber UKW
Autor: Herr Unterfahren 02.06.15 - 14:38
Das stimmt so nicht.
1. Mag sein.
2. Das ist schland- weit äußerst unterschiedlich. Sachsen oder Thüringen haben in der Tat nur 17 Sender, sonst sinds überall mindestens 20, im ansonsten eher rückständigen Bayern sogar knapp 70.
Was mich persönlich freut: Mein Lieblingssender, Bob - über Antenne nur in Hessen zu empfangen, wird fast überall mit ausgestrahlt :)
3. Solange Deine Radios noch laufen brauchst Du die auch nicht zu entsorgen. UKW bleibt noch mindestens 10 jahre bestehen. und mal ganz ernsthaft: Wieviele Deiner 6 Radios wirst Du in den nächsten 10 Jahren nicht eh ersetzen?
zu 4. könnte ich verdammt ausführlich werden, aber beschränken wir uns auf das Wesentliche:
Ein DAB- fähiges Radio kostet ab 25¤. Für 50¤ bekommst Du schon was Ordentliches. Das schaltest Du ein, machst einmal Sendersuchlauf und kannst Musik hören. Du kannst es überallhin mitnehmen und es läuft einfach.
Internetradio? Wo liegen da die Anschaffungskosten? Du Mußt Du in Dein WLAN bringen. Du nimmst es mit zur Freundin, die hat ein anderes WLAN- Kennwort. Du nimmst es mit zum Grillen. Oh, kein WLAN, dann muß wohl der teure Datentarif ran...
Und kommt mir jetzt bitte keiner mit Handy und Spotify. Handylautsprecher sind nicht zum Musikhören geeignet. -
Re: Problem des DAB: geringe Senderauswahl, keinen Mehrwert gegenüber UKW
Autor: Crossfire579 02.06.15 - 15:03
Ich kann mit 3 verschiedenen Anlagen (2x avr 1 xautoradio) durchaus einen klanglichen unterschied feststellen zwischen den Liedern die im Radio ausgestrahlt werden und den original Liedern. Aber m.M.n. ist radio nicht primär zum musikhören geeignet wegen der penetranten Werbung. ehrlich wenn man mal abgelegen grillen will und dort kein daB Empfang hat soll man sich einfach ein Handy mit Lokal gespeicherten Musikdateien ohne den ganzen Streaming Blödsinn und eine Bluetooth Box mitnehmen.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.06.15 15:04 durch Crossfire579. -
Re: Problem des DAB: geringe Senderauswahl, keinen Mehrwert gegenüber UKW
Autor: 3DH 02.06.15 - 15:04
...tolle PRO-Argumentation, nur:
Wie in einem anderen Thread beschrieben, lassen sich diverse Radios schlichtweg nicht simpel austauschen, da Hersteller hierfür mehr oder weniger absichtlich keine bezahlbaren DAB+-Austausch-/Nachrüstgeräte anbieten.
Betroffen sind u.a.:
- Autoradios (auch in Neuwagen BJ2015 kein Standard!)
- Integrierte Radios in Möbel (Küchenradios usw.)
- Hifi-Anlagen
Die aktuell erhältlichen DAB+-Radios haben teils massiv mit Firmware- und viel schlimmer: Empfangs-Problemen zu kämpfen. Die Broadcasting-Seite zudem mit den Inhalten und deren Qualität, ganz zu schweigen von der äußerst dürftigen Flächenabdeckung in Deutschland.
Just my 2 cents... -
Re: Problem des DAB: geringe Senderauswahl, keinen Mehrwert gegenüber UKW
Autor: Herr Unterfahren 02.06.15 - 15:20
tolle CONTRA- Argumentation @3DH.
Die trifft im jahr 2015 auch noch voll und ganz zu.
Nur wie sieht es im Jahr 2026 aus?
- die Hifi- Anlagen sind dank geplanter Obsoleszenz längst im Elektroschrott
- Das Küchenradio ist gegen ein Apple Airplay ersetzt worden
- Bleibt noch das Autoradio. Aber da das Problem bis dahin auch jeden betrifft der mal ins Ausland fahren will wird es dafür sicher Lösungen geben. Wie wäre es mit einem DAB- Radio das das Signal in geringer Amplitude nochmal über UKW verschickt? Letzteres gibt es z.B. schon für Leute die die Musik vom Handy an ihr Autoradio schicken wollen. -
Re: Problem des DAB: geringe Senderauswahl, keinen Mehrwert gegenüber UKW
Autor: Beazy 02.06.15 - 15:26
Weiterverschicken über UKW steht ausser Frage. Die Frequenzen sollen ja freiwerden, weil damit viel Geld verdient werden kann.
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Re: Problem des DAB: geringe Senderauswahl, keinen Mehrwert gegenüber UKW
Autor: TC 02.06.15 - 16:33
Lebostein schrieb:
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> 1. Beim Fernsehen mag ja ein hochaufgelösteres Bild noch als Argument
> gelten, neue Standards einzuführen. Aber beim Radio? Niemand würde einen
> klanglichen Unterschied zw. DAB und UKW feststellen können.
DAB+ sendet AACv2 in 80kbit, das ist qualitativ etwa wie MP3 256kbit
zudem ist DAB digital und bis zur DA Stufe kann man nicht viel falsch machen, die Qualität von UKW Empfang fängt aber schon beim Tuner und dessen Bauteilen an -
Re: Problem des DAB: geringe Senderauswahl, keinen Mehrwert gegenüber UKW
Autor: LordSiesta 02.06.15 - 16:34
Warum sollte es das? Falls man nicht gerade einen selbstgebastelten FM-Transmitter verwendet (PiFM lässt grüßen), beträgt die Reichweite nicht einmal einen Meter. Damit irgendwas zu stören stelle ich mir recht schwierig vor.
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Re: Problem des DAB: geringe Senderauswahl, keinen Mehrwert gegenüber UKW
Autor: Herr Unterfahren 02.06.15 - 16:37
Beazy schrieb:
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> Weiterverschicken über UKW steht ausser Frage. Die Frequenzen sollen ja
> freiwerden, weil damit viel Geld verdient werden kann.
Man kann ja ein kleines Spektrum für den Privatgebrauch reservieren.
siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Minisender -
Re: Problem des DAB: geringe Senderauswahl, keinen Mehrwert gegenüber UKW
Autor: NeoTiger 02.06.15 - 16:38
Der größte Witz an DAB in Deutschland ist ja, dass aufgrund der Nähe der Frequenzen zu militärisch genutzten Frequenzbändern hierzulande auf Anordnung des Verteidigungsministeriums nur mit 10 statt der international sonst üblichen 100 kW gesendet werden darf, was vielerorts den Empfang in geschlossenen Räumen unmöglich macht.
Ich hatte mir mal einen DAB-Radiowecker geleistet, weil ich der Technik wirklich eine Chance geben wollte. Das digitale Signal war aber so schwach und voller Aussetzer, dass ich es nur noch im analogen Modus betreibe. Traurigerweise ist bei dieser Geräteklasse eh kein Unterschied herauszuhören. -
Re: Problem des DAB: geringe Senderauswahl, keinen Mehrwert gegenüber UKW
Autor: matok 02.06.15 - 21:17
Lebostein schrieb:
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> 1. Beim Fernsehen mag ja ein hochaufgelösteres Bild noch als Argument
> gelten, neue Standards einzuführen. Aber beim Radio? Niemand würde einen
> klanglichen Unterschied zw. DAB und UKW feststellen können.
Auf einem Kofferradion hörst du keinen Unterschied. Auf einem AV Receiver ganz sicher.
> 2. Was könnte man noch anführen? Die Sendervielfalt? Mit DAB empfange ich
> nur 16 Programme, mit UKW deutlich mehr. Auch aus den Nachbarbundesländern
> kann ich Sender empfangen.
Ein Grund für DAB ist die höhere Efiizienz gegenüber analogem Radio, genau wie bei DVB-T. Die aktuell geringe Auswahl liegt an den wenigen genutzten Frequenzen.
> 3. Ich müsste etwa 6 Radios im Haushalt entsorgen und mir neue kaufen. Und
> niemand weiß, wie lange der DAB-Standard bestehen bleibt. Kommt in 5 Jahren
> dann wieder was neues?
Im Artikel ist von 2025 die Rede. Autoradios sind da schonmal nur bedingt ein Argument. Und für AV Receiver gibt es externe Geräte. Die ganzen Kofferradios müssen dann eben irgendwann dran glauben.
Und ich kann mir nicht vorstellen, dass der Standard kurzlebig sein wird. Bei Audiokompression sind die Bewegungen jetzt nicht so groß. MP3 nutzen wir seit 20 Jahren. Und bei den geringen Bandbreiten, die das AAC Format bei DAB benötigt, sind große Effizienzsprünge nicht mehr zu erwarten. Zumal sich die Anforderungen an Audio ja praktisch nicht mehr erhöhen, was bei Video (Stichwort Auflösung) etwas ganz anderes ist.
> 4. Wenn ich die große Vielfalt will, hörer ich Internetradio.
Das setzt Internet voraus. Kannst du neben DAB aber auch nutzen.
> Fazit: Mir ist kein einziges Argument Pro DAB bekannt.
Siehe oben, Effizienz, sprich die viel bessere Nutzung des Frequenzbandes. -
Re: Problem des DAB: geringe Senderauswahl, keinen Mehrwert gegenüber UKW
Autor: fuzzy 02.06.15 - 22:51
Herr Unterfahren schrieb:
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> tolle CONTRA- Argumentation @3DH.
>
> Die trifft im jahr 2015 auch noch voll und ganz zu.
> Nur wie sieht es im Jahr 2026 aus?
> - die Hifi- Anlagen sind dank geplanter Obsoleszenz längst im
> Elektroschrott
Ich weiß ja nicht in welcher Kommerz-Wunderwelt du so wohnst, aber mir ist bisher noch keine(!) HiFi-Komponente (auch nicht die billige Mini-Anlage mit 3×CD-Wechsler) kaputtgegangen.
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Re: Problem des DAB: geringe Senderauswahl, keinen Mehrwert gegenüber UKW
Autor: Crossfire579 02.06.15 - 22:56
ich glaube er meint die "Hifi" Anlagen von Samsung LG und Co
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Re: Problem des DAB: geringe Senderauswahl, keinen Mehrwert gegenüber UKW
Autor: freebyte 02.06.15 - 23:54
TC schrieb:
> zudem ist DAB digital und bis zur DA Stufe kann man nicht viel falsch
> machen, die Qualität von UKW Empfang fängt aber schon beim Tuner und dessen
> Bauteilen an
Tuner? Such mal nach LA1787M oder allgemein nach "Single-Chip Tuner Radio". Die für ein gutes, vollwertiges FM/AM Radio notwendigen diskreten Bauteile sind auf ein Minimum geschrumpft - da gibt es kaum noch was falsch zu machen.
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