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Um das mal in Relation zu setzen

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  1. Um das mal in Relation zu setzen

    Autor: brotiger 23.09.18 - 13:27

    Natürlich muss Media Broadcast so agieren und vor allem weiterhin mit der Nebelkerze "die nutzen ja noch nicht mal die Frequenzen aus der Digitalen Dividende II!" argumentieren. Die Auktion ging erst am 19. Juni 2018 zu Ende. Ja, richtig gelesen, vor drei Monaten. Und in der Digitalen Dividende II sind auch nur etwa 60 MHz im 700-MHz-Band und 70 MHz im 90-MHz-Band frei geworden.

    Zum Vergleich: Jeder einzelne DVB-T-Transponder belegt 8 MHz. Vier DVB-T(2)-Transponder belegen effektiv so viel Bandbreite, wie jeder der Mobilfunkanbieter im 700-MHz-Band zugeteilt bekommen hat, aber DVB-T(2) konsumiert niemand, während jeder ein Smarthone hat. Und nur ein kleiner Bruchteil der für DVB-T(2) vorgesehenen Frequenzen wird auch überhaupt genutzt. Würde DVB-T seine Zuteilungen komplett aufgeben, würde laut aktuellem Frequenznutzungsplan das Band 470-790 MHz komplett frei (abzüglich einzelner militärischer Frequenzen). Das wären 32x10 MHz, im Vergleich zu den aktuellen Zuteilungen für den Mobilfunk eine mehr als drastische Steigerung.

    Wenn hier jemand seine Zuteilungen nicht nutzt und sich sinnlos beschwert, dann Media Broadcast. Der Laden kann ersatzlos weg.

  2. Re: eben

    Autor: mark.wolf 24.09.18 - 07:39

    Ich finde Deinen Beitrag ziemlich arrogant. Schon der Satz "aber DVB-T(2) konsumiert niemand, während jeder ein Smarthone hat" ist natürlich sachlich falsch. Erstens hat nicht jeder ein Smartphone und zweitens will kaum jemand Fernsehen auf dem Smartphone konsumieren.
    Internet auf dem Smartphone ist ein persönliches vergnügen, während fernsehempfang Grundversorgung ist. Telefonieren kannst Du auch über 2-4G.
    Der Fensehempfang über Antenne ist ein wichtiger Bestandteil der Informationsfreiheit, der auch ohne Providervertrag jederzeit funktioniert. Ich finde es ziemlich daneben, das eigene Nutzerverhalten auf jeden anderen zu projezieren.

    Wichter als 5G ist allemal FTTH. Alle Anstrengungen sollten daraufhin verlegt werden. Wenn dann über die Faser ör fernsehen ohne Providervertrag in ALLE Häuser kommt, dann kann DVB-T2 weg. Aber erst dann. Bei dem derzeitigen Fortschritt innerhalb deutschland wird das etwa im Jahr 2399 der Fall sein.

  3. Re: Um das mal in Relation zu setzen

    Autor: M.P. 24.09.18 - 08:31

    brotiger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > .. II sind auch nur etwa 60 MHz im 700-MHz-Band und 70 MHz im 90-MHz-Band frei ...

    Da sind wohl 900 MHz gemeint

    Das sind, wenn ich das richtig berechne, schon fast 10 % des überhaupt unterhalb von 900 MHz verfügbaren Spektrums umgeschichtet worden.

    Wenn es nicht mindestens das zwanzigfache wird, gehen unsere Mobilprovider pleite ;-)

  4. Re: eben

    Autor: brotiger 24.09.18 - 11:23

    mark.wolf schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich finde Deinen Beitrag ziemlich arrogant. Schon der Satz "aber DVB-T(2)
    > konsumiert niemand, während jeder ein Smarthone hat" ist natürlich sachlich
    > falsch. Erstens hat nicht jeder ein Smartphone und zweitens will kaum
    > jemand Fernsehen auf dem Smartphone konsumieren.
    > Internet auf dem Smartphone ist ein persönliches vergnügen, während
    > fernsehempfang Grundversorgung ist. Telefonieren kannst Du auch über 2-4G.
    > Der Fensehempfang über Antenne ist ein wichtiger Bestandteil der
    > Informationsfreiheit, der auch ohne Providervertrag jederzeit funktioniert.
    > Ich finde es ziemlich daneben, das eigene Nutzerverhalten auf jeden anderen
    > zu projezieren.

    Und ich finde es ziemlich arrogant, mir zu unterstellen, ich würde mein Nutzerverhalten auf alle anderen projezieren, wenn

    a) 98% der Bevölkerung kein DVB-T nutzen und meist auch gar nicht nutzen können,
    b) da nichts von "DVB-T durch Smartphones ersetzen" steht,
    c) Satellit als jederzeit ohne Vertrag funktionierender Empfangsweg zur Verfügung steht, im Gegensatz zu DVB-T aber von allen empfangen werden kann,
    d) du nicht wissen kannst, was ich persönlich nutze oder bevorzuge, weil meine persönliche Meinung zum optimalen Empfangsweg in meinem Beitrag gar nicht aufscheint.

    Du möchtest vielleicht mal "ad hominem" nachschlagen 😉

  5. Re: Um das mal in Relation zu setzen

    Autor: brotiger 24.09.18 - 11:29

    M.P. schrieb:
    -------------------------------------------------------------------------------
    > Da sind wohl 900 MHz gemeint

    Ja, vertippt.

    > Das sind, wenn ich das richtig berechne, schon fast 10 % des überhaupt
    > unterhalb von 900 MHz verfügbaren Spektrums umgeschichtet worden.
    >
    > Wenn es nicht mindestens das zwanzigfache wird, gehen unsere Mobilprovider
    > pleite ;-)

    Die aktuellen Zuteilungen reichen halt tatsächlich nicht aus, um eine gegenseitige Störung benachbarter Zellen zu verhindern. Eine Verdoppelung würde die Situation schon deutlich verbessern.

    Das absurde ist ja, dass nur wenige der möglichen DVB-T-Transponder überhaupt genutzt werden. Media Broadcast benötigt diese Stand heute schon nicht mehr, um seinen Aufgaben nachzukommen. DVB-T und Mobilfunk stehen also weder beim Geschäftsmodell noch bei den Frequenzen in Konkurrenz. Was soll das also?

  6. Re: eben

    Autor: M.P. 24.09.18 - 11:29

    "jederzeit" stimmt nur dann für SAT-TV, wenn kein Bebauungsplan und kein Vermieter Steine beim Antenne aufstellen in den Weg legt.

    Die Kosten einer fachgerecht aufgestellten Satellitenschüssel können übrigens die einer DVB-T2 Zimmerantenne um ein vielfaches übersteigen...
    Aber das wären natürlich für die Telcos externalisierte Kosten.
    Bei der Gratis-Versorgung mit eMBMS wird man wohl nicht so leichthändig sein ...

  7. Re: Um das mal in Relation zu setzen

    Autor: M.P. 24.09.18 - 11:36

    Es gibt ja noch eine dritte Nutzergruppe - die Veranstaltungstechniker mit ihrer Drahtlos-Technik. Auch denen sollte man einmal über einen längeren Zeitraum verlässliche Zusagen erteilen, welche Frequenzen man zuküftig nutzen kann. Ich glaube, die sind in den letzten zehn Jahren schon zweimal umgezogen nebst Neukauf bzw. teurer Umrüstung ihrer Mikrofone etc. ..

    Daneben sind natürlich die Frequenzen in internationalen Gremien harmonisiert zugeteilt worden. Mit einer EU-Sonderlösung, die von den Endgeräten aus Fernost nicht unterstützt wird, ist auch niemandem geholfen ...

  8. Re: eben

    Autor: brotiger 24.09.18 - 13:47

    M.P. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "jederzeit" stimmt nur dann für SAT-TV, wenn kein Bebauungsplan und kein
    > Vermieter Steine beim Antenne aufstellen in den Weg legt.
    >
    > Die Kosten einer fachgerecht aufgestellten Satellitenschüssel können
    > übrigens die einer DVB-T2 Zimmerantenne um ein vielfaches übersteigen...
    > Aber das wären natürlich für die Telcos externalisierte Kosten.
    > Bei der Gratis-Versorgung mit eMBMS wird man wohl nicht so leichthändig
    > sein ...

    Wenn jemand in Deutschland keine Satellitenschüssel anbringen darf, dann hat derjenige in der Regel auch gleichzeitig keinen DVB-T-Empfang mit einer Zimmerantenne. An einigen wenigen Orten mag das nicht gelten, aber die DVB-T-Abdeckung ist ja auf den offiziellen Karten schon mehr als löchrig - und diese Angaben sind optimistisch.

  9. Re: eben

    Autor: M.P. 24.09.18 - 14:12

    brotiger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    ...
    > Wenn jemand in Deutschland keine Satellitenschüssel anbringen darf, dann
    > hat derjenige in der Regel auch gleichzeitig keinen DVB-T-Empfang mit einer
    > Zimmerantenne. An einigen wenigen Orten mag das nicht gelten, aber die
    > DVB-T-Abdeckung ist ja auf den offiziellen Karten schon mehr als löchrig -
    > und diese Angaben sind optimistisch.

    Dann wäre der Vermieter aber für irgendeine Form des TV-Empfangs zuständig, oder dürfte das Anbringen von SAT-Schüsseln nicht verbieten. In dem Falle würde wahrscheinlich Kabel-TV angeboten, oder DVB-T über eine Dachantenne verteilt. Und die Kosten der DVB-T2 Abschaltung würden in der Form externalisiert, dass der Vermieter etweder Kabel-TV legen lässt oder eine eigene SAT-Kopfstation errichten müsste.

  10. Re: eben

    Autor: Spaghetticode 24.09.18 - 15:19

    brotiger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn jemand in Deutschland keine Satellitenschüssel anbringen darf, dann
    > hat derjenige in der Regel auch gleichzeitig keinen DVB-T-Empfang mit einer
    > Zimmerantenne.

    Ich denke, dass das Schüsselverbot vor allem bei den Großvermietern wie Vonovia verbreitet ist. Die haben schließlich oft Rahmenverträge mit Kabelnetzbetreibern wie Vodafone, Unitymedia oder Pÿur, weil das für sie am billigsten ist, und bekommen damit einen handfesten Grund, die eigene Satellitenschüssel zu verbieten.

    Diese Großvermieter findet man eher nicht auf dem Dorf, wo die DVB-T2-Versorgung schlecht ist, sondern vor allem in der Großstadt, wo es auch eine gute DVB-T2-Versorgung gibt.

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