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  5. › Digitale Musik: EU will…

Nachvollziehbar, aber schlecht umgesetzt

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  1. Nachvollziehbar, aber schlecht umgesetzt

    Autor: borg 06.09.11 - 10:00

    Wenn ein Komponist oder Interpret ein geistiges Werk, dazu zählt Musik nun mal,
    herstellt, dann entweder aus Spass an der Freud oder eben mit dem Hintergedanken
    damit Geld zu verdienen - egal, wie viele jetzt im Umfeld mitverdienen.
    Klar, irgendwann lebt der Interpret/Komponist nicht mehr. Trotzdem ist es legitim
    wenn dessen Verwandte, Nachkommen, Angehörige oder aber Freunde Kollegen, Geschäftspartner oder wer auch immer dieses Werk erbten und nun ihrerseits
    damit Geld verdienen wollen.
    Die Forderung einiger dies nach Ableben in Öffentliches Gut umzuwandeln wäre so,
    als ob man von einem Industriellen oder er Wirtschaftsgröße erwarten würde,
    dessen Errungenschaft (egal ob dies nun eine Materielle Erfindung oder ein
    imaterielles Geschäftskonzept ist) der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
    Aber der Erfinder der Fischerdübel hat mit seiner Erfindung nicht nur selbst
    reich werden wollen sondern seinen Erben (egal ober Person oder Stiftung) eine
    Einnahmequelle verschaffen wollen. Genaus der Gründer der Diskounterkette
    Aldi. Und wenn Oma sich ihr klein Häuschen vom Mund absparte dann mit
    Sicherheit deshalb, weil sie es irgendwann ihren Kindern oder Enkeln vererben
    wollte und es nicht in Öffentliches Gut umwandeln wollte. Und so viel sei gesagt,
    die Kinder oder Enkel haben an der Entstehung des Häuschens genausowenig
    teilgenommen wie die Kinder eines John Lennon.

    Damit will ich mich jedoch nicht gegen irgendwelche Common Licensen, oder
    das Recht private Kopien anzufertigen etc. argumentieren. Wenn jedoch ein
    anderer Kreativer Kopf meint auf Basis eines alten Songs etwas neues zu kreiiren,
    wo wäre dies ihm ja nicht verboten, aber er sollte nun mal für den Anteil des
    Geistigen Eigentums des Altstars eine entsprechende Aufwandsentschädigung
    an diese oder dessen jetztige Rechteinhaber abtreten. Genauso wie wenn
    man eine neue Form von Dübel erfindet, welche jedoch auf dem UrPatent vom
    längst verstorbenen Fischer basiert.
    Ob solch ein Patent oder Werk nun nach 40, 50 oder 70 Jahre erlischt, verlängert
    werden kann oder was auch immer, das steht natürlich auf einem anderen
    Blatt geschrieben.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.09.11 10:05 durch borg.

  2. Re: Nachvollziehbar, aber schlecht umgesetzt

    Autor: Freepascal 06.09.11 - 10:15

    > Wenn ein Komponist oder Interpret ein geistiges Werk, dazu zählt Musik nun
    > mal,
    > herstellt, dann entweder aus Spass an der Freud oder eben mit dem
    > Hintergedanken
    > damit Geld zu verdienen - egal, wie viele jetzt im Umfeld mitverdienen.
    > Klar, irgendwann lebt der Interpret/Komponist nicht mehr. Trotzdem ist es
    > legitim
    > wenn dessen Verwandte, Nachkommen, Angehörige oder aber Freunde Kollegen,
    > Geschäftspartner oder wer auch immer dieses Werk erbten und nun ihrerseits
    > damit Geld verdienen wollen.

    Warum sollte sowas legitim sein?

    > Die Forderung einiger dies nach Ableben in Öffentliches Gut umzuwandeln
    > wäre so,
    > als ob man von einem Industriellen oder er Wirtschaftsgröße erwarten
    > würde,
    > dessen Errungenschaft (egal ob dies nun eine Materielle Erfindung oder ein
    >
    > imaterielles Geschäftskonzept ist) der Öffentlichkeit zugänglich zu
    > machen.

    Nein, das wäre etwas anderes.

    > Aber der Erfinder der Fischerdübel hat mit seiner Erfindung nicht nur
    > selbst
    > reich werden wollen sondern seinen Erben (egal ober Person oder Stiftung)
    > eine
    > Einnahmequelle verschaffen wollen. Genaus der Gründer der Diskounterkette
    > Aldi.

    Wenn man mit etwas Geld verdienen möchte, dann muss man einen Mehrwert schaffen. Gewisse Schutzfristen für Erfindungen sind sicherlich OK, aber wenn dann der Rubel weiter rollen soll, muss eben etwas neues erfunden oder komponiert werden. Wo kommt dieser komische Gedanke her, dass man mit einer einzigen beliebten Komposition das Recht bekommt, über Generationen reich zu sein?

    > Und wenn Oma sich ihr klein Häuschen vom Mund absparte dann mit
    > Sicherheit deshalb, weil sie es irgendwann ihren Kindern oder Enkeln
    > vererben
    > wollte und es nicht in Öffentliches Gut umwandeln wollte. Und so viel sei
    > gesagt,
    > die Kinder oder Enkel haben an der Entstehung des Häuschens genausowenig
    > teilgenommen wie die Kinder eines John Lennon.

    Niemand hindert John Lennon daran, sein Haus oder sein Geld seinen Kindern zu vermachen.

  3. Re: Nachvollziehbar, aber schlecht umgesetzt

    Autor: borg 06.09.11 - 10:52

    Freepascal schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Niemand hindert John Lennon daran, sein Haus oder sein Geld seinen Kindern
    > zu vermachen.

    Und seine Komposition, seine Erfindung etc. pp.
    Die Möglichkeit damit Geld zu verdienen geht ja nun mal auch nicht eweig.
    Patente müssen verlängert werden (geht nicht unbegrenzt) und bei den
    Musikalischen Werten sind die 50 oder 70 Jahre ja auch nur relative Werte
    die immer mal wieder individuell ausgehandelt werden müssen.

    Aber wenn ich als Schaffender etwas schaffe, egal ob ein Musikstück oder
    eine Erfindung, dann sollte es mir als Schaffendem auch überlassen sein,
    zu entscheiden wer wie wann etwas damit macht, bzw. wem ich diese
    Rechte übergebe. Und gerade beim Verkauf an Dritte der Rechte kann
    ich ja nur einen guten Preis aushandeln, wenn der Käufer durch den
    Erwerb ähnliche Rechte wie ursprünglich ich erhält.
    Wer würde mir den die Rechte an einem von mir komponierten Blockbuster
    oder Ohrwurm zu einem mir adäquat erscheinenden Preis abkaufen, wenn
    er damit später nicht den vom ihm aufgebrachten Kaufpreis und einen
    erquicklichen eigenen Gewinn erwirtschaften könnte?

    Ansonsten hätten wir Zustände wie einst im Osten, alles gehört dem Staat, das Individuum zählt nichts - oder aber neusprech: alles gehört der Community.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.09.11 10:56 durch borg.

  4. Re: Nachvollziehbar, aber schlecht umgesetzt

    Autor: Freepascal 06.09.11 - 11:16

    borg schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Freepascal schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Niemand hindert John Lennon daran, sein Haus oder sein Geld seinen
    > Kindern
    > > zu vermachen.
    >
    > Und seine Komposition, seine Erfindung etc. pp.
    > Die Möglichkeit damit Geld zu verdienen geht ja nun mal auch nicht eweig.
    > Patente müssen verlängert werden (geht nicht unbegrenzt) und bei den
    > Musikalischen Werten sind die 50 oder 70 Jahre ja auch nur relative Werte
    > die immer mal wieder individuell ausgehandelt werden müssen.
    >
    > Aber wenn ich als Schaffender etwas schaffe, egal ob ein Musikstück oder
    > eine Erfindung, dann sollte es mir als Schaffendem auch überlassen sein,
    > zu entscheiden wer wie wann etwas damit macht, bzw. wem ich diese
    > Rechte übergebe. Und gerade beim Verkauf an Dritte der Rechte kann
    > ich ja nur einen guten Preis aushandeln, wenn der Käufer durch den
    > Erwerb ähnliche Rechte wie ursprünglich ich erhält.
    > Wer würde mir den die Rechte an einem von mir komponierten Blockbuster
    > oder Ohrwurm zu einem mir adäquat erscheinenden Preis abkaufen, wenn
    > er damit später nicht den vom ihm aufgebrachten Kaufpreis und einen
    > erquicklichen eigenen Gewinn erwirtschaften könnte?
    >
    > Ansonsten hätten wir Zustände wie einst im Osten, alles gehört dem Staat,
    > das Individuum zählt nichts - oder aber neusprech: alles gehört der
    > Community.

    Nach der Nazi-Keule haben wir jetzt auch noch die Kommunismuskeule oder wie?

    Dann bringe ich mal bei Musik die gleiche Argumentation wie bei Algorithmen: Algoritmen werden nicht geschaffen, sondern gefunden, daher fallen sie nicht unter das Urheberrecht.

    Diese ganze Konstruktion, dass eine Kompsition Eigentum des Künstlers ist, verbunden mit der Aussage, dass alles andere den Tod der Musik bedeuten würde, ist wirklich hochgradiger Unfug. Wie konnten Beethoven, Mozart, Wagner usw. ohne Urheberrechte Geld verdienen und zu dem werden, was sie heute sind? Warum ist ihre Musik immernoch präsent, auch ohne Schutzrecht? Warum spielt der Typ in der Jazz-Bar jedes Wochenende, obwohl kein Major dahintersteckt und er nur ein paar Kröten damit verdient? Und wie hat sich Musik über Jahrtausende verbreitet?

  5. Re: Nachvollziehbar, aber schlecht umgesetzt

    Autor: lottikarotti 06.09.11 - 11:20

    Ich glaube er beschränkt sein Sichtfeld nur auf die wirtschaftlichen Faktoren. Es soll wirklich Menschen geben, die Musik nicht machen um damit Generationen zu versorgen und selbst reich zu werden, sondern aus Leidenschaft an der Sache.

    R.I.P. Fisch :-(

  6. Re: Nachvollziehbar, aber schlecht umgesetzt

    Autor: Freepascal 06.09.11 - 11:26

    lottikarotti schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube er beschränkt sein Sichtfeld nur auf die wirtschaftlichen
    > Faktoren. Es soll wirklich Menschen geben, die Musik nicht machen um damit
    > Generationen zu versorgen und selbst reich zu werden, sondern aus
    > Leidenschaft an der Sache.

    Wenn wir schon dabei sind, warum nicht eine Luftsteuer, bemessen nach Lungenvolumen. Kann doch nicht angehen, dass jeder atmet ohne dafür zu bezahlen. Die Luft gehört doch nicht jedem, sonst haben wir hier bald Kommunismus.

  7. Re: Nachvollziehbar, aber schlecht umgesetzt

    Autor: dumdideidum 06.09.11 - 11:47

    Hm vllt. sollte man erstmal definieren als welches Produkt ein Musikstück anzusehen ist.

    Die Lebensmittelindustrie wäre sicher froh, wenn sie an Ihrem Brot auch noch in 50 Jahren Geld verdienen könnten. Tun sie aber nicht. Sie verdienen exakt daran, wenn es gekauft wird.

    Sie könnten natürlich noch die Exkremente sichern, aber was sollten Sie damit wollen?

    Und auch ein Herr Fischer verdient an seinem Dübel, wenn er gekauft wird. Ist er in meiner Wand, muss ich dafür für gewöhnlich nichts mehr bezahlen. Herr Fischer muss also neue Dübel produzieren um neues Geld zu verdienen. Das müssen dann auch die Kinder und Geschäftpartner, die nach seinem Tod das Unternehmen geerbt haben. Sie erhalten demnach nur das Know-How ggf. ein Patent, aber kein Produkt.

    Genauso ist es doch bei der Musik. Es wird ein Stück produziert, das wird gekauft und verwendet. Ich als Verbraucher kaufe es einmal und verwende es, bis ich es über habe oder der Datenträger kaputt geht. Bestensfalls passiert dies nie. Genau wie der Dübel in meiner Wand. Er wird 10 Jahre und länger mein daran aufgehanges Bild halten. Ich muss auch keine zusätzlichen Beiträge bezahlen, wenn mein Dübel ein Bild hält, was der Allgemeinheit zugeführt wird, das muss ich noch nicht mal für das Bild entrichten, wenn es mehr als nur eine Person sehen kann.

    Der Maler malt ein Bild verkauft es und Ende. Er wird nie wieder daran verdienen. Auch nicht wen der Erstkäufer das Bild zum doppelten Preis verkauft, auch nicht wenn er tot ist und seine Erben sich mit seinem Namen rühmen können.Es wird immer nur der Eigentümer beim Weiterverkauf verdienen und irgendwann vllt. geht es in Allgemeingut über, weil es historisch wertvoll ist.

    Wieso also, kann der Produzent, Hersteller, Künstler, seien es mehrere Personen, sei es eine Person, soviele Jahre an einem Produkt Geld verdienen, wo er doch nur ein einziges Mal herstellst und theoretisch sogar nur einmal verkaufen kann? Gut der Song wird verkauft. Ein Datenträger, eine Kopie, sowie 100derte Dübel. Da kauft die Kneipe eine CD, ich eine CD und die Kaufhalle eine CD. Aber die Keipe und die Kaufhalle muss bei jedem mal abspielen im öffentlichen Bereich erneut bezahlen...Warum?

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