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Und die Lösung?
Autor: Mel 18.01.24 - 13:35
Die Nutzer werden ungerne mehr zahlen, eine relevante Preissteigerung würde die Userzahlen abstürzen lassen. Piraterie ist dank großer Bandbreiten einfacher als jemals zuvor.
Spotify & Co sind jetzt auch nicht dafür bekannt riesige Gewinne zu erwirtschaften, das sich da intern namhafte Summen einsparen lassen ist nicht zu erwarten.
Die Musikindustrie hat sehr klare Verträge in denen geregelt ist wer wieviel der Einnahmen bekommt. Auch da ist ein Eingriff eher unwahrscheinlich.
Bleibt ein ändern des Verteilungsschlüssels - weg von Taylor Swift, hin zu Karls Blasmusik. Auch das wird ein schwieriger Balanceakt. Die großen Player haben da einiges an Macht. Ein Streamingdienst dem die Stars fehlen wird nicht lebensfähig sein. -
Re: Und die Lösung?
Autor: gdh 18.01.24 - 13:52
+1
Als Netflix noch fast der einzige Anbieter war und zu günstigen Preisen eine recht große Vielfalt anbieten konnte, ist Film und serienpiraterie stark zurück gegangen. Heute haben wir eine starke fragmentierung des Marktes zu erhöhten Preisen.
Viele Nutzer greifen wieder zum piratenhut bei Filmen und Serien.
Gefühlt ist Musik noch nicht davon betroffen. Hoffen wir mal dass das so bleibt -
Re: Und die Lösung?
Autor: cuthbert34 18.01.24 - 13:59
Sprich es gibt keine Lösung?
Der Kunde wird einfach nicht mehr zahlen?
Ist so wie an der Fleischtheke... die Discounter machen den Markt preislich kaputt, den Kunden freut es. Am Ende jammern die Erzeuger und die Qualität ist Grütze... aber der Kunde will weiter nicht mehr zahlen.
Schon echt verrückt, dass es da keine Lösungen gibt. Bleibt uns nur die Musiker, wie die Bauern zu subventionieren, weil der Markt einfach zu niedrige Preise zahlt. -
Re: Und die Lösung?
Autor: Dino13 18.01.24 - 14:02
gdh schrieb:
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> +1
>
> Als Netflix noch fast der einzige Anbieter war und zu günstigen Preisen
> eine recht große Vielfalt anbieten konnte, ist Film und serienpiraterie
> stark zurück gegangen. Heute haben wir eine starke fragmentierung des
> Marktes zu erhöhten Preisen.
> Viele Nutzer greifen wieder zum piratenhut bei Filmen und Serien.
>
> Gefühlt ist Musik noch nicht davon betroffen. Hoffen wir mal dass das so
> bleibt
Netflix hatte damals nicht so eine große Vielfalt. Immer wieder hört man diese Aussage. Das stimmt so nicht, es gab einfach nichts anderes und da hatte es einfach eine komplett andere Wirkung auf die Menschen.
Heute haben wir ein vielfaches mehr an Content. -
Re: Und die Lösung?
Autor: PR 18.01.24 - 14:08
Tidal macht es sehr geschickt. Die Ausschüttung der Künstler ist abhängig von den Aufrufen derer Songs. Somit geht von Kunde X, der zB nur The Offspring gehört hat, entsprechend mehr an den Künstler.
Find ich alles in allem ein gute Lösung. Jeder Künstler bekommt einen kleineren Betrag pro Song und zusätzlich was für seinen Popularität in dem Monat. -
Re: Und die Lösung?
Autor: Mel 18.01.24 - 14:17
gdh schrieb:
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> +1
>
> Gefühlt ist Musik noch nicht davon betroffen. Hoffen wir mal dass das so
> bleibt
Spotify bietet mir einen gewissen Mehrwert gegenüber Piratebay und Co. Das Empfehlungssystem ist dort sehr gut und versorgt mich laufend mit "neuer" Musik. Das ist mir mittlerweile das Geld wert das es kostet. Auch ist die Usability natürlich besser als beim Illegalen Mitbewerb. Andererseits bin ich natürlich auch nicht wirklich der Maßstab für die Allgemeinheit. Ich bin dann doch ein Besserverdiener dem die 12 ¤ im Monat recht egal sind. -
Re: Und die Lösung?
Autor: Avarion 18.01.24 - 14:17
Dino13 schrieb:
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> gdh schrieb:
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> > +1
> >
> > Als Netflix noch fast der einzige Anbieter war und zu günstigen Preisen
> > eine recht große Vielfalt anbieten konnte, ist Film und serienpiraterie
> > stark zurück gegangen. Heute haben wir eine starke fragmentierung des
> > Marktes zu erhöhten Preisen.
> > Viele Nutzer greifen wieder zum piratenhut bei Filmen und Serien.
> >
> > Gefühlt ist Musik noch nicht davon betroffen. Hoffen wir mal dass das so
> > bleibt
>
> Netflix hatte damals nicht so eine große Vielfalt. Immer wieder hört man
> diese Aussage. Das stimmt so nicht, es gab einfach nichts anderes und da
> hatte es einfach eine komplett andere Wirkung auf die Menschen.
> Heute haben wir ein vielfaches mehr an Content.
Ich denke das ist zwar richtig aber gleichzeitig auch nicht ganz korrekt. Richtig ist das Netflix nie alles hatte. Aber sie hatten ein paar Sachen von im Grunde jedem Studio. So war fast immer was für jemanden dabei. Nachdem jetzt viele Studios ihr eigenes Ding drehen ist die Auswahl bei Netflix spürbar zurückgegangen. -
Re: Und die Lösung?
Autor: Mel 18.01.24 - 14:30
cuthbert34 schrieb:
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> Sprich es gibt keine Lösung?
>
> Der Kunde wird einfach nicht mehr zahlen?
Ich weiß es nicht, mir fällt zumindest spontan keine gute Lösung ein. Die Streaminganbieter haben es geschafft einen Mehrwert zur Piratarie zu bieten. Empfehlungen, hohe Verfügbarkeit, gute Usability und breite Unterstützung über so ziemlich jedes Endgerät. (Eine Piratebay-App für den Tesla wird es eher nicht geben (Wobei, wer weiß was Musk einfällt...) )
Aber die Grenze dessen was jeder einzelne bereit ist monatlich zu zahlen ist halt auch recht schnell erreicht.
Staatliche Zuzahlung wird wohl auch keine Lösung sein. -
Re: Und die Lösung?
Autor: Dino13 18.01.24 - 14:34
Avarion schrieb:
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> Ich denke das ist zwar richtig aber gleichzeitig auch nicht ganz korrekt.
> Richtig ist das Netflix nie alles hatte. Aber sie hatten ein paar Sachen
> von im Grunde jedem Studio. So war fast immer was für jemanden dabei.
> Nachdem jetzt viele Studios ihr eigenes Ding drehen ist die Auswahl bei
> Netflix spürbar zurückgegangen.
Netflix hat auch heute noch für jeden etwas nur ist eben nichts mehr davon von Disney, aber sehr vieles von z.B. DreamWorks mit welchen sie schon seit Jahren eine Kooperation pflegen.
Und auch Disney+ stellt heute wesentlich mehr zur Verfügung als es jemals bei Netflix war bzw. auch hätte sein können, weil sich Netflix so viele Serien und Filme nie und nimmer hätte leisten können. -
Re: Und die Lösung?
Autor: gdh 18.01.24 - 14:40
Mel schrieb:
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> gdh schrieb:
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> > +1
> >
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> > Gefühlt ist Musik noch nicht davon betroffen. Hoffen wir mal dass das so
> > bleibt
>
> Spotify bietet mir einen gewissen Mehrwert gegenüber Piratebay und Co. Das
> Empfehlungssystem ist dort sehr gut und versorgt mich laufend mit "neuer"
> Musik. Das ist mir mittlerweile das Geld wert das es kostet. Auch ist die
> Usability natürlich besser als beim Illegalen Mitbewerb. Andererseits bin
> ich natürlich auch nicht wirklich der Maßstab für die Allgemeinheit. Ich
> bin dann doch ein Besserverdiener dem die 12 ¤ im Monat recht egal sind.
Stimme ich mit überein. Es ist toll bei spotify die Vorschläge zu bekommen und dadurch dann auch neue Impressionen.
Jetzt schauen wir uns mal mal Plex und jellyfin in Verbindung mit den *arr Projekten an.
Übertrage das mal auf eine self hosted Plattform für Musik. Wenn diese Plattform nun die playlists der user sammelt und an die user weiterreicht, sind wir nicht weit entfernt von dem, was spotify uns anbietet. Im Gegensatz zu Filmen, die auf verschiedenen Sprachen verfügbar sind, ist es bei Musik noch einfacher die *arr Tools zu nutzen, da keine sprachlichen Abhängigkeiten.
Fängst auf deinem Telefon an Musik abzuspielen, irgendwann ist deine playlist zu Ende und der Self hosted Server zu Hause nimmt vorschläge aus der user base und *arr lädt den Kram entsprechend aus dem www runter, gibt es an dein endgerät und wenn es dir gefällt wird es abgelegt.
Mir ist kein Projekt bekannt, was das aktuell kann, es gibt auch aktuell wenig Bedarf, eben weil spotify gut ist. -
Re: Und die Lösung?
Autor: ITnachHauseTelefonieren 18.01.24 - 14:44
gdh schrieb:
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> Gefühlt ist Musik noch nicht davon betroffen. Hoffen wir mal dass das so
> bleibt
Der größte Unterschied beim Musik-Streaming ist, dass sich der Katalog der Anbieter nicht großartig unterscheidet. Es gab (gibt?) mal einige Versuche, einzelne große Künstler exklusiv aufzunehmen, das verlief aber glaube ich immer irgendwann im Sande. Somit brauch man nicht mehrere Anbieter, um seinen Bedarf zu decken.
Ich hoffe inständig, dass das auch so bleibt. Ansonsten... ja... werd ich hier auch wieder anfangen, meine Musik "selbst zusammenzustellen". -
Re: Und die Lösung?
Autor: BlindSeer 18.01.24 - 14:49
Das wäre auch eine Lösung, dann bekommen Künstler eben nicht minimal was nach irgendeinem Schlüssel, der die großen bevorzugt, sondern wirklich 1:1 was für die Anzahl an Streams und man subventioniert als Goth zum Beispiel nicht Helene Fischer mit.
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Re: Und die Lösung?
Autor: Belgarion2001 18.01.24 - 15:03
In meinen Augen haben Spotify (und Co.) die Musikbranche bereits nachhaltig geschädigt und für kleine Bands ruiniert. Leben kann ein Musiker vom Verkauf der Musik nur noch ab einer signifikanten Größe, die Erlöse durch Spotify sind geradezu beschämend gering. Da springt bei vielen Berufsmusikern monatlich vermutlich nicht mal ne Pizza raus. Bleiben noch Auftritte... Und wie viel kann man davon im Nebenerwerb schon stemmen.
Rechnet mal um, wie viel bei eurem Konsum theoretisch pro Song von 12 Euro übrig bleibt.
Etwas traurig... -
Re: Und die Lösung?
Autor: OMGle 18.01.24 - 15:40
Belgarion2001 schrieb:
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> In meinen Augen haben Spotify (und Co.) die Musikbranche bereits nachhaltig
> geschädigt und für kleine Bands ruiniert. Leben kann ein Musiker vom
> Verkauf der Musik nur noch ab einer signifikanten Größe, die Erlöse durch
> Spotify sind geradezu beschämend gering. Da springt bei vielen
> Berufsmusikern monatlich vermutlich nicht mal ne Pizza raus. Bleiben noch
> Auftritte... Und wie viel kann man davon im Nebenerwerb schon stemmen.
>
> Rechnet mal um, wie viel bei eurem Konsum theoretisch pro Song von 12 Euro
> übrig bleibt.
>
> Etwas traurig...
Es ist ja nicht so, dass man gezwungen wird, als Musiker zu arbeiten, oder einem verwehrt wird, andere Berufe auszuüben.
Die meisten Menschen bekommen einen Stundenlohn, und bei denen springt nicht mal eine Pizza dafür raus, dass jemand das Ergebnis ihrer Arbeit betrachtet.
Wäre doch was, wenn ein Installateur nicht pro Stunde bzw. Auftrag bezahlt würde, sondern pro Stuhlgang, den man auf der von ihm installierten Toilette erledigt? -
Re: Und die Lösung?
Autor: Dino13 18.01.24 - 15:47
Belgarion2001 schrieb:
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> In meinen Augen haben Spotify (und Co.) die Musikbranche bereits nachhaltig
> geschädigt und für kleine Bands ruiniert. Leben kann ein Musiker vom
> Verkauf der Musik nur noch ab einer signifikanten Größe, die Erlöse durch
> Spotify sind geradezu beschämend gering. Da springt bei vielen
> Berufsmusikern monatlich vermutlich nicht mal ne Pizza raus. Bleiben noch
> Auftritte... Und wie viel kann man davon im Nebenerwerb schon stemmen.
>
> Rechnet mal um, wie viel bei eurem Konsum theoretisch pro Song von 12 Euro
> übrig bleibt.
>
> Etwas traurig...
Das sehe ich ehrlich gesagt komplett anders. In Zeiten der CD Verkäufe hatten kleine Bands noch viel mehr Probleme als heute. Zu einem haben sie mit Spotify und co eine wesentlich höhere Reichweite und eine bessere Möglichkeit gefunden zu werden. Zum zweiten müssen sie ja nicht bei einem großen Plattenlabel sein um überhaupt gehört zu werden. -
Re: Und die Lösung?
Autor: Garius 18.01.24 - 15:52
Belgarion2001 schrieb:
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> In meinen Augen haben Spotify (und Co.) die Musikbranche bereits nachhaltig
> geschädigt und für kleine Bands ruiniert.
Interessante These. Haben die denn im vorherigen Musikmarkt bessere Chancen gehabt? Falls ja, wodurch?
> Leben kann ein Musiker vom
> Verkauf der Musik nur noch ab einer signifikanten Größe, die Erlöse durch
> Spotify sind geradezu beschämend gering. Da springt bei vielen
> Berufsmusikern monatlich vermutlich nicht mal ne Pizza raus.
Das ist ja das Ding, dass viele Künstler kritisiert haben. Grönemeyer, Die Ärzte, Sven Regener (um Mal ein paar deutsche zu benennen)
> Bleiben noch
> Auftritte... Und wie viel kann man davon im Nebenerwerb schon stemmen.
Zumindest früher hat das den Großteil des Erlöses eines Musikers beigetragen.
> Rechnet mal um, wie viel bei eurem Konsum theoretisch pro Song von 12 Euro
> übrig bleibt.
>
> Etwas traurig...
Das stimmt schon aber wie sieht die Alternative aus. Bei den Erlösen wie früher zu LP/CD Zeiten kannst ja schlecht alle™ Musiker in der Branche fürstlich entlohnen.
Spotify war auch schon für viele kleinere Musiker ein Segen. Immerhin können sie jetzt gesehen werden was früher praktisch nur mit Lable möglich war.
Im Grunde ist es doch ähnlich wie früher. Bist du unbekannt, machst du es aus Spaß. Bist du wirklich berühmt, macht es dich stinkreich.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.01.24 16:09 durch Garius. -
Re: Und die Lösung?
Autor: Garius 18.01.24 - 16:20
Edit: Oben genannte deutsche Künstler sind mittlerweile alle auf Spotify zu finden. Trotz einstigem Boykott.
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Re: Und die Lösung?
Autor: PR 18.01.24 - 16:56
War da nicht auch mal so ein Lizenz Thema bei Spotify?
Sie hatten Musik im Katalog, für die sie garnicht die Lizenz hatten... glaub da gab es hier auch mal nen Artikel zu
Gefunden, aber darf keinen Link posten
Danach suchen:
urheberrechtsstreit-spotify-auf-1-6-milliarden-us-dollar-verklag
1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.01.24 17:00 durch PR. -
Re: Und die Lösung?
Autor: der_wahre_hannes 18.01.24 - 17:06
OMGle schrieb:
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> Es ist ja nicht so, dass man gezwungen wird, als Musiker zu arbeiten, oder
> einem verwehrt wird, andere Berufe auszuüben.
Was für ein dämliches Argument.
> Die meisten Menschen bekommen einen Stundenlohn, und bei denen springt
> nicht mal eine Pizza dafür raus, dass jemand das Ergebnis ihrer Arbeit
> betrachtet.
Werden diese Mesnchen denn gezwungen, diese Berufe auszuüben?
> Wäre doch was, wenn ein Installateur nicht pro Stunde bzw. Auftrag bezahlt
> würde, sondern pro Stuhlgang, den man auf der von ihm installierten
> Toilette erledigt?
Und es wird im weiteren Verlauf auch nicht besser. Auch hier gilt: Dem Installateur wird doch nicht verweigert, einen anderen Beruf auszuüben...
"Nie wieder" ist jetzt!
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Zum Tode eines engagierten Fahrradaktivisten: https://www.pf-bits.de/2024/01/zum-tode-eines-engagierten-fahrradaktivisten -
Re: Und die Lösung?
Autor: Hallonator 18.01.24 - 17:24
PR schrieb:
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> Find ich alles in allem ein gute Lösung. Jeder Künstler bekommt einen
> kleineren Betrag pro Song und zusätzlich was für seinen Popularität in dem
> Monat.
Das klingt ja erst einmal plausibel. Allerdings scheinen sich bei Spotify ja sowohl die großen (Snoop Dog wäre ein Beispiel) als auch die kleinen zu beschweren, dass sie zu wenig Geld bekommen.



