-
Plädoyer für den Mittelweg
Autor: Kathuphazginimuri 27.05.22 - 09:23
Ich behaupte einer von denen zu sein, die den Mittelweg suchen.
Ich versuche mich immer wieder am digitalen Detox, weil ich 1. ein gutes Beispiel für meine Kinder sein will, 2. denke, dass Medienkonsum die Psyche beeinflusst, 3. Angst habe vor Algorithmen, die mich besser kennen als ich mich selbst.
Ganz praktisch: ich trage wieder eine Armbanduhr, ich habe sehr viele Apps auf meinem Smartphone deinstalliert, nutze kein Social Media und versuche nur noch Signal zu nutzen, manchmal schalte ich das Smartphone sogar aus, ich habe ein NAS, ich filme manchmal mit Cam weil die Qualität besser ist, ich nehme mit eine „Officestunde“ für E-Mails und beantworte sie nicht mehr on-the-Go, und ein paar mehr.
So „verbissen“ finde ich mich nicht.
Geht es euch ähnlich?
1 mal bearbeitet, zuletzt am 27.05.22 09:25 durch Kathuphazginimuri. -
Re: Plädoyer für den Mittelweg
Autor: ssj3rd 27.05.22 - 09:42
Cool Story Bro
-
Re: Plädoyer für den Mittelweg
Autor: tomacco 27.05.22 - 10:10
Das mache ich seit Kurzem genauso. Habe den Fitness-Tracker durch eine Armbanduhr ersetzt, die App deinstalliert, sämtliche Benachrichtigungen bis auf die Telefonklingel deaktiviert. Ich nehme mir nun bewusst Zeit für Dinge, die ich machen will und erledige sie nicht "nebenbei". Das Ergebnis bisher: Die Qualität meiner Arbeit steigt, ich bin weniger gestresst und verpasse trotzdem nichts.
-
Re: Plädoyer für den Mittelweg
Autor: tomatentee 27.05.22 - 10:12
Kathuphazginimuri schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Geht es euch ähnlich?
>
Jein, ich habe viele dieser "Trends" gar nicht mitgemacht und habe mein Leben daher nie vollständig auf dem Smartphone gehabt. Ich hatte z.B. nie WhatsApp (nur Threema und Signal, mittlerweile -zahneknirschend- auch Telegram).
Was mir auffällt ist, dass ich jede freie Minute das Ding aus der Tasche nehme und drauf rumtippe statt solche kleinen freien Momente zu nutzen um zu reflektieren und Mal etwas zu entspannen (kennt wohl jeder aufs Klo das Phone mitzunehmen).
Ich versuche das im Moment zu reduzieren und gehe regelmäßig ganz bewusst ohne Smartphone aus dem Haus oder wiederstehe aktiv dem Impuls bei jeder Minute ohne Input das Ding zur Hand zu nehmen. -
Re: Plädoyer für den Mittelweg
Autor: Morons MORONS 27.05.22 - 10:22
Ich habe mich bis heute dem Smartphone verweigert und bin deshalb sozial und mental ein Gewinner.
-
Re: Plädoyer für den Mittelweg
Autor: WeitWeitWeg 27.05.22 - 10:28
Ich finde die Industrie hat es schon verstanden und bietet genug Werkzeuge um den Verbraucher diesen Mittelweg zu bieten.
Z.B. kann man die Benachrichtigungen der Apps und teils in den Apps auf seine eigene Wuensche anpassen. Auch welche Notifications wo auftauchen (Watch/Phone). Wenn man es richtig macht, dann braucht man kein Detox.
Einige Apps habe ich gar nicht und einige habe ich z.B. komplett auf stumm und schaue nur rein, wenn ich Zeit/Lust dazu habe. Natuerlich braucht es Selbstdisziplin aber es war schon immer so, dass es Konsumgueter gab, die suechtig gemacht haben. -
Re: Plädoyer für den Mittelweg
Autor: Sharazz 27.05.22 - 10:29
Kathuphazginimuri schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Ich versuche mich immer wieder am digitalen Detox, weil ich 1. ein gutes
> Beispiel für meine Kinder sein will, 2. denke, dass Medienkonsum die Psyche
> beeinflusst,
Ich hatte letztens im Urlaub selbst erst "digital Detox" - 2 Wochen Urlaub ohne Technik, Chats, Nachrichten etc., abgesehen von so etwas wie nem Wecker für terminierte Ausflüge und bewaffnet mit meiner old school Spiegelreflex.
Einfach raus, Orte, Leute und Landschaft genießen; Abends ein gutes altes analoges Buch (die Dinger mit Papier ;)).
War schon toll, aber dauerhaft würd ich's dann auch nicht machen.
Wie du sagst, es ist die eigene Entscheidung wie weit man für Komfort, seine Daten in die Welt zu schreien bereit ist oder sich in Abhängigkeiten zu begeben.
Kathuphazginimuri schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> 3. Angst habe vor Algorithmen, die mich besser kennen als ich mich selbst.
Angst? Vollständig kannst du es eh nicht vermeiden; spätestens über die Arbeit wirst du erfasst und verarbeitet, denn auch da kann niemand seine persönlichen Gewohnheiten vollständig abstellen.
... außer man ist ein Amisch - auch wenn ich glaube, dass das Klischee inzwischen überholt ist.
Kathuphazginimuri schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Ganz praktisch: ich trage wieder eine Armbanduhr, ich habe sehr viele Apps auf meinem
> Smartphone deinstalliert, nutze kein Social Media und versuche nur noch Signal zu nutzen,
> manchmal schalte ich das Smartphone sogar aus, ich habe ein NAS, ich filme manchmal mit
> Cam weil die Qualität besser ist, ich nehme mit eine „Officestunde“ für E-Mails und beantworte
> sie nicht mehr on-the-Go, und ein paar mehr.
Smartphone benutze ich quasi nicht. Keine asozialen Medien, [soweit es geht keine] Chats, feeds, keine notifications durch Apps etc.
Wenn ich Informationen oder was auch immer suche/möchte, dann mache ich das aktiv (klassisches 'pull' statt 'push') und lasse mich nicht von anderen oder Computern bombardieren.
Soziale Medien, Chats, Streaming Plattformen and push-notifications von Apps buhlen alle um unsere Aufmerksamkeit um einen möglichst großen Stück vom täglichen Kuchen zu bekommen.
Ich bin keineswegs "altmodisch" oder sage "früher war alles besser".
Aber ich versuche die Kontrolle zu behalten und mache diese Dinge eher bewusst, bisweilen auch zu festgelegten Zeiten, statt jeder notification sofort nachzugehen.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 27.05.22 10:31 durch Sharazz. -
Re: Plädoyer für den Mittelweg
Autor: WeitWeitWeg 27.05.22 - 10:30
Morons MORONS schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Ich habe mich bis heute dem Smartphone verweigert und bin deshalb sozial
> und mental ein Gewinner.
... schreibt einer Freitags um 10:30 ins Forum .... -
Re: Plädoyer für den Mittelweg
Autor: Morons MORONS 27.05.22 - 10:53
WeitWeitWeg schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Morons MORONS schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Ich habe mich bis heute dem Smartphone verweigert und bin deshalb
> sozial
> > und mental ein Gewinner.
>
> ... schreibt einer Freitags um 10:30 ins Forum ....
Schon mal was von Homeoffice und Brückentagen gehört? -
Re: Plädoyer für den Mittelweg
Autor: ufo70 27.05.22 - 10:56
Zu denen zähle ich mich auch.
Nie wieder will ich analog Fotografieren oder Musik hören müssen, aber vieles was möglich ist halte ich für unnötig bis kontraproduktiv. Das fängt bei Alexa an und hört beim digitalen Tacho auf.
Ein Smartphone habe ich auch, was unterwegs aber offline ist und auch schon mal ganz zu Hause bleibt. Social Media brauche ich so sehr wie den Dorfklatsch (ist ja nichts anderes) und da ich nicht immer erreichbar sein will, bleibt mein 3¤ Notfalldatentarif (Prepaid) meist ungenutzt.
Problematisch sind die Dinge, die einem aufgezwungen werden. Wie die zunehmende Überwachung in neuen Autos oder das Tracking beim Surfen. Ok, gegen Letzteres kann man sich leicht schützen, aber wie ich z.B. mein künftiges E-Auto so anonym tanken soll wie meine Verbrenner, weiß ich noch nicht. Aber gut, den meisten geht so was ja leider am Poppes vorbei. -
Re: Plädoyer für den Mittelweg
Autor: AntonZietz 27.05.22 - 10:58
Morons MORONS schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Ich habe mich bis heute dem Smartphone verweigert und bin deshalb sozial
> und mental ein Gewinner.
Ging mir damals auch so, Ende 15.Jahundert... Kann mich noch ganz gut daran erinnern. Überall kamen diese modernen "Bücher" auf, die Menschen lernten lesen (nicht nur die Eingeweihten der Kirche), ein Umbruch begann. Man nannte es später die "Aufklärung". Ich habe mich auch erst mal knapp 150 Jahre verweigert und fand mich deshalb auch "sozial und mental einen Gewinner". Sie werden sehen, wenn Sie so lange leben wie ich werden sie in vielleicht hundert Jahren auch über sich selber schmunzeln... -
Re: Plädoyer für den Mittelweg
Autor: Dino13 27.05.22 - 11:03
ufo70 schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Zu denen zähle ich mich auch.
> Nie wieder will ich analog Fotografieren oder Musik hören müssen, aber
> vieles was möglich ist halte ich für unnötig bis kontraproduktiv. Das fängt
> bei Alexa an und hört beim digitalen Tacho auf.
>
> Ein Smartphone habe ich auch, was unterwegs aber offline ist und auch schon
> mal ganz zu Hause bleibt. Social Media brauche ich so sehr wie den
> Dorfklatsch (ist ja nichts anderes) und da ich nicht immer erreichbar sein
> will, bleibt mein 3¤ Notfalldatentarif (Prepaid) meist ungenutzt.
>
> Problematisch sind die Dinge, die einem aufgezwungen werden. Wie die
> zunehmende Überwachung in neuen Autos oder das Tracking beim Surfen. Ok,
> gegen Letzteres kann man sich leicht schützen, aber wie ich z.B. mein
> künftiges E-Auto so anonym tanken soll wie meine Verbrenner, weiß ich noch
> nicht. Aber gut, den meisten geht so was ja leider am Poppes vorbei.
Gerade Alexa reduziert zu Hause deutlich das Smartphone. Weder muss ich für meine Musik extra das Smartphone rauskramen noch müssen meine kleinen Jungs mich fragen, wenn sie sich einfach mal ein Hörspiel anhören wollen.
Warum ist ein digitaler Tacho kontraproduktiv? Weil er so gut lesbar ist? -
Re: Plädoyer für den Mittelweg
Autor: WeitWeitWeg 27.05.22 - 11:07
Morons MORONS schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> WeitWeitWeg schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Morons MORONS schrieb:
> >
> ---------------------------------------------------------------------------
>
> > -----
> > > Ich habe mich bis heute dem Smartphone verweigert und bin deshalb
> > sozial
> > > und mental ein Gewinner.
> >
> > ... schreibt einer Freitags um 10:30 ins Forum ....
>
> Schon mal was von Homeoffice und Brückentagen gehört?
Ich versuche mich mal deutlicher auszudruecken. Thema ist digital Detox:
Mitten am Tag bist du im digitalen, sozialen Netzwerk "Forum" unterwegs. Ob du das jetzt am PC, Laptop, Tablet, Smartphone oder C64er machst, macht keinen Unterschied.
Ob das waehrend der Arbeitszeit passiert ist komplett irrelevant.



