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120 Stunden sind schon möglich in Ausnahmefall
Autor: DeeMike 17.08.18 - 20:13
120 Stunden sind schon möglich in Ausnahmefall. Habe vor langer Zeit (vor Smartphone und Laptop) Mal an einem sehr intensiven Projekt gearbeitet. Vier Monate lang 90-Stunden-Wochen und einmal 120 Stunden in einer Woche. Und das war alles im Büro. Sicher nicht super produktiv (und wahrscheinlich nicht fehlerfrei), aber die Zeit wurde durchaus gearbeitet. Einmal in dieser Woche 50 Stunden am Stück mit nur einer Stunde Schlaf am Schreibtisch. Und das ohne jegliche Drogen außer Kaffee und Cola. Manchmal gibt es eben keine andere Möglichkeit, da der Druck von außen da ist und eine bestimmte Arbeit sehr kurzfristig durchgeführt werden muss.
Ich kann das aber absolut nicht empfehlen und bin auch sehr froh, dass das seitdem nicht mehr vorgekommen ist, sondern höchstens ab und zu einmal 80 Stunden.
Auf Dauer sind 120 Stunden pro Woche aber nicht durchzuhalten. Ich glaube daher bei Musk eher an zumeist 85-90 Stunden pro Woche und dann zur kritischen Model 3 Zeit vielleicht ein- oder zwei Mal 120 Stunden. -
Re: 120 Stunden sind schon möglich in Ausnahmefall
Autor: Peter Brülls 20.08.18 - 08:42
DeeMike schrieb:
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> 120 Stunden sind schon möglich in Ausnahmefall. Habe vor langer Zeit (vor
> Smartphone und Laptop) Mal an einem sehr intensiven Projekt gearbeitet.
> Vier Monate lang 90-Stunden-Wochen und einmal 120 Stunden in einer Woche.
> Und das war alles im Büro. Sicher nicht super produktiv (und wahrscheinlich
> nicht fehlerfrei), aber die Zeit wurde durchaus gearbeitet.
Klar, als Freiberufler hat man das manchmal. -
Re: 120 Stunden sind schon möglich in Ausnahmefall
Autor: chefin 20.08.18 - 10:59
ja, jeder der schon Projekte gemacht hat, wird einmal eines gehabt haben, das solchen Stress verursacht. Fliessbandarbeiter kennen sowas nicht, da sie Stückbezogen und nicht Projektbezogen arbeiten.
Ich habe mal mit 2 Kollegen einen 6 Wochen Montageplan, der eine Woche zu spät gestartet ist 4 Tage vor Termin fertig gehabt. Das waren jeden Tag 14-15 Std Schichten. 6 Tage die Woche, am Sonntag nur halben Tag, so 5-6 Std. Allerdings sind jeden Tag ja auch noch Essenzeiten die man benötigt und wer sowas unter 6 std Schlaf macht, hält das nicht 5 Wochen durch.
Manager berechnen aber ihre Essenzeiten und An/Abreise mit ein. Weil sie Handy und Laptop haben, diese nebenher benutzen, also beginnt ihr Arbeitstag morgens beim Aufstehen und enden beim Hinlegen und Handy stumm schalten. Kurze Zeit schafft man sowas, vorallem wenn man jung ist. Hin und wieder einen 120 Std Woche, dann 1 oder 2 Wochen weniger und wieder mal 120std schafft man. Aber gesund ist das nicht und man brennt aus. Irgendwann klappt man weg. Deswegen macht man das eigentlich nicht mehr, auch nicht in den Bereichen, wo die Gehälter 6 oder 7 stellig sind mtl.
Und deswegen weis der Aufsichtsrat auch, das er ganz schnell Ersatz braucht. Ohne Musk geht Tesla den Bach runter. Er ist der Charismatiker, der die Investoren und die Arbeiter motivieren und auf Linie bringen kann. Ohne den, würde man die Reissleine ziehen. -
Re: 120 Stunden sind schon möglich in Ausnahmefall
Autor: .02 Cents 20.08.18 - 12:38
> braucht. Ohne Musk geht Tesla den Bach runter. Er ist der Charismatiker,
> der die Investoren und die Arbeiter motivieren und auf Linie bringen kann.
> Ohne den, würde man die Reissleine ziehen.
Das dürfte eine ziemliche Fehleinschätzung sein. PR Mann ist er sicher, aber vielleicht solltest du mal einen Blick in Wirtschafts Kommentare zu Musks ständigem Gehabe anschauen. Wenn man Apple mässig (Apple der letzten Jahre ... nicht Apple der 90er ...) unterwegs ist, kann einem die Wallstreet weitgehend egal sein. Wenn man aber wie Tesla massiv Geld verbrennt und wie Musk ständig verspricht, die Produktionsprobleme in den Griff zu bekommen, Bilanzzahlen wenigstens beschönigend verkauft und sich dann wie eine Primadonna verhält bei jeder kritischen Nachfrage ....
Wenn dann auch noch so Nummern dazu kommen wie die Firma wieder von der Börse zu nehmen und die Finanzierung dafür sei gesichert, ist das börsenrechtlich relevant. Das sind Aussagen, die den Börsenkurs beeinflussen. Da kommen dann ganz schnell neben regulatorischen Strafen auch noch Schadenersatz Forderungen auf die Firma zu.
In entsprechenden Kreisen hat der Mann ja nach wie vor den Halbgott Status und was technische Innovation angeht stimmt das vielleicht nach wie vor. Mit der Führung eines Massenfertigers, bei dem es in erster Linie um Prozesse geht, und nicht um Innovation, und bei dem Investor Relations wichtiger sind, als Selbstdarstellung auf irgendwelchen Tech Konferenzen, scheint er weitgehend überfordert ... -
Re: 120 Stunden sind schon möglich in Ausnahmefall
Autor: minnime 20.08.18 - 14:39
chefin schrieb:
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> Ich habe mal mit 2 Kollegen einen 6 Wochen Montageplan, der eine Woche zu
> spät gestartet ist 4 Tage vor Termin fertig gehabt. Das waren jeden Tag
> 14-15 Std Schichten. 6 Tage die Woche, am Sonntag nur halben Tag, so 5-6
> Std. Allerdings sind jeden Tag ja auch noch Essenzeiten die man benötigt
> und wer sowas unter 6 std Schlaf macht, hält das nicht 5 Wochen durch.
Ist aber krass gegen das Arbeitsschutzgesetz. Klar, dieses Gesetz ist das Papier nicht Wert auf dem es steht aber man sollte es doch zumindest als Richtlinie beherzigen. Ich weiß ja nicht was das für Arbeiten waren damals, aber wenn das nicht nur am Schreibtisch war und während der Arbeiten wär irgendwas arbeitsunfallmäßiges passiert, dann wärt ihr aber dran gewesen. Da hätte es auch keine Unterstützung von irgendjemandem gegeben, weder der Genossenschaft, der Unfallversicherung und u.U. nicht mal der Krankenkasse.



