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Ohne Abschluss

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  1. Ohne Abschluss

    Autor: nohoschi 10.12.20 - 11:45

    Wir haben ein duales Berufsausbildungsystem in Deutschland. Da kann sich VW engagieren. Das tun sie sogar in Amerika, bei den amerikanischen Werken. Weil man das in Amerika nicht kennt und überall auf der Welt schaut man gerne auf das deutsche Konzept der Berufsausbildung. Und VW vermisst da offenbar genau das.

    Wenn wir einen Fachkräftemangel haben sollten, liegt dass daran, dass wir entweder zu wenig qualifiziertes Fachpersonal ausbilden oder zu wenig Gehalt bezahlen. Dann bekommt man auch Mitarbeiter, die einen Beruf erlernt haben und deren Ausübung sie als Berufung verstehen.


    Zu dem Flickwerk in Wolfsburg:
    Kein Lehrer. Keine fundierte Theorieausbildung, keine fundierte Praxisausbildung. Kein formaler Abschluss. Aber eine Teilnehmerurkunde ("Du bist ein Loser"). Universitäten und Umschulungen produzieren schon jetzt viele Leute die "Irgendwas mit IT machen". Für die einen gibt es nur die Karriereleiter und für die anderen geht es nur um den Job. Und VW möchte jetzt ein neues, unterbezahltes Prekariat schaffen? Niedrige Stundenlöhne. Schnell entlassbar. Und die sollen dann Software für autonom fahrende Autos schreiben?


    Bemüht euch lieber um gute Berufsschullehrer. Dafür sind euch dann viele dankbar und es gibt bessere Fachkräfte ;)
    Ich möchte nicht mehr Software, sondern bessere Software.

  2. Re: Ohne Abschluss

    Autor: Oktavian 10.12.20 - 12:21

    > Wir haben ein duales Berufsausbildungsystem in Deutschland. Da kann sich VW
    > engagieren.

    Meines Wissens tun sie das auch. In Deutschland machen jedes Jahr über 1000 junge Menschen eine Ausbildung bei VW in allen möglichen Berufen. Das hier ist eben noch was dazu.

    > Wenn wir einen Fachkräftemangel haben sollten, liegt dass daran, dass wir
    > entweder zu wenig qualifiziertes Fachpersonal ausbilden

    Es gibt eben nicht nur den einen Weg, der zum Ziel führt. Gerade für Quereinsteiger ist Duale Ausbildung nicht unbedingt der Weg. Möchte man sich mit Mitte 30 wirklich in die Berufsschule setzen?

    > oder zu wenig Gehalt bezahlen.

    Die Logik habe ich nie verstanden. Durch mehr Gehalt kann ich Fachkräfte von anderen Unternehmen abwerben, klar, aber das behebt den Gesamtmangel ja nicht. Wenn die gesamte Branche mehr bezahlt, klar, ich hab mehr Bewerber, aber werden das wirklich gute Fachkräfte. Wenn vorher jemand BWL oder Jura studieren wollte (da sitzt das große Geld) und jetzt Informatik studiert (da sitzt jetzt noch mehr Geld), wird dann ein guter Informatiker daraus?

    Oder gibt es Massen an Informatikern die ob der geringen Gehälter lieber kellnern oder putzen?

    > Zu dem Flickwerk in Wolfsburg:
    > Kein Lehrer. Keine fundierte Theorieausbildung, keine fundierte
    > Praxisausbildung. Kein formaler Abschluss. Aber eine Teilnehmerurkunde ("Du
    > bist ein Loser").

    Es ist ein recht neues Konzept. Den Wert der Urkunde muss man abwarten. Es ist eben die Frage, ob die Leute da wirklich was gelernt haben, oder mehr die Zeit abgesessen haben. Es gibt auch andere "Zertifikate", die in der Wirtschaft hoch anerkannt sind, auch wenn es kein formaler Bildungsabschluss ist.

    Diese Fixierung auf formale Abschlüsse ist schon lustig. Einerseits höre ich immer, was für tolle Quereinsteiger es gibt, andererseits sollen alle ein Diplom oder einen Meisterbrief haben.

    > Bemüht euch lieber um gute Berufsschullehrer. Dafür sind euch dann viele
    > dankbar und es gibt bessere Fachkräfte ;)

    Ich denke, Zielgruppe solcher Schulen sind keine Schulabgänger mit 17 oder 18. Es geht hauptsächlich im Quereinsteiger.

  3. Re: Ohne Abschluss

    Autor: tomr 10.12.20 - 12:43

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Wir haben ein duales Berufsausbildungsystem in Deutschland. Da kann sich
    > VW
    > > engagieren.
    >
    > Meines Wissens tun sie das auch. In Deutschland machen jedes Jahr über 1000
    > junge Menschen eine Ausbildung bei VW in allen möglichen Berufen. Das hier
    > ist eben noch was dazu.
    >
    > > Wenn wir einen Fachkräftemangel haben sollten, liegt dass daran, dass
    > wir
    > > entweder zu wenig qualifiziertes Fachpersonal ausbilden
    >
    > Es gibt eben nicht nur den einen Weg, der zum Ziel führt. Gerade für
    > Quereinsteiger ist Duale Ausbildung nicht unbedingt der Weg. Möchte man
    > sich mit Mitte 30 wirklich in die Berufsschule setzen?
    >
    > > oder zu wenig Gehalt bezahlen.
    >
    > Die Logik habe ich nie verstanden. Durch mehr Gehalt kann ich Fachkräfte
    > von anderen Unternehmen abwerben, klar, aber das behebt den Gesamtmangel ja
    > nicht. Wenn die gesamte Branche mehr bezahlt, klar, ich hab mehr Bewerber,
    > aber werden das wirklich gute Fachkräfte. Wenn vorher jemand BWL oder Jura
    > studieren wollte (da sitzt das große Geld) und jetzt Informatik studiert
    > (da sitzt jetzt noch mehr Geld), wird dann ein guter Informatiker daraus?
    >
    > Oder gibt es Massen an Informatikern die ob der geringen Gehälter lieber
    > kellnern oder putzen?
    >
    > > Zu dem Flickwerk in Wolfsburg:
    > > Kein Lehrer. Keine fundierte Theorieausbildung, keine fundierte
    > > Praxisausbildung. Kein formaler Abschluss. Aber eine Teilnehmerurkunde
    > ("Du
    > > bist ein Loser").
    >
    > Es ist ein recht neues Konzept. Den Wert der Urkunde muss man abwarten. Es
    > ist eben die Frage, ob die Leute da wirklich was gelernt haben, oder mehr
    > die Zeit abgesessen haben. Es gibt auch andere "Zertifikate", die in der
    > Wirtschaft hoch anerkannt sind, auch wenn es kein formaler
    > Bildungsabschluss ist.
    >
    > Diese Fixierung auf formale Abschlüsse ist schon lustig. Einerseits höre
    > ich immer, was für tolle Quereinsteiger es gibt, andererseits sollen alle
    > ein Diplom oder einen Meisterbrief haben.
    >
    > > Bemüht euch lieber um gute Berufsschullehrer. Dafür sind euch dann viele
    > > dankbar und es gibt bessere Fachkräfte ;)
    >
    > Ich denke, Zielgruppe solcher Schulen sind keine Schulabgänger mit 17 oder
    > 18. Es geht hauptsächlich im Quereinsteiger.

    Danke.

  4. Re: Ohne Abschluss

    Autor: gadthrawn 10.12.20 - 12:46

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > oder zu wenig Gehalt bezahlen.
    >
    > Die Logik habe ich nie verstanden. Durch mehr Gehalt kann ich Fachkräfte
    > von anderen Unternehmen abwerben, klar, aber das behebt den Gesamtmangel ja
    > nicht. Wenn die gesamte Branche mehr bezahlt, klar, ich hab mehr Bewerber,
    > aber werden das wirklich gute Fachkräfte.

    Die Logik ist einfach: du hast den Gesamtmangel nicht. Du hast ebenso viele arbeitslose Informatiker.

    Bayern, BadenWürtemberg, Hessen und Hamburg bieten puntkuell hohe IT Löhne - wenn man genau an den Orten arbeiten will.
    Berlin hat selbst mit "Arm aber 6y" geworben - und das zählt auch für IT Berufe.

    Wenn du jetzt sagen wir aus Meck-Vorpommern kommst - dann weißt du, dass sich lokal IT nicht lohnt. Keine Stellen, Ausbildung macht wenig Sinn, aus einem anderen Bundesland kommt man dann eher nur wegen einer Stelle dahin wenn man alle Hoffnung verloren hat. Du gehst dann eher als ITler weiter Richtung Süden. Unternehmen vor Ort bekommen nur den Rest der mit einem geringen Gehalt zufrieden ist.
    Wohnst du Bawü nahe Schweiz locken dich ganz andere Gehälter dazu über eine Grenze zu gehen. Daher zahlen dann auch die BaWü Unternehmen mehr, um Mitarbeiter zu halten. Es wird dann auch mehr ausgebildet.
    Die Unternehmen hier die sich beschweren nicht genug Arbeitskräfte zu bekommen - zahlen nicht genug. Schon ein IG Tariflohn bringt einige zum Wechseln. Und miese Löhne andere dazu Immobilienmakler oder ähnliches zu werden.

  5. Re: Ohne Abschluss

    Autor: hansblafoo 10.12.20 - 14:19

    nohoschi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    Klingt jetzt etwas flapsig, aber sorry, selten größeren Blödsinn gelesen.

    > Wir haben ein duales Berufsausbildungsystem in Deutschland. Da kann sich VW
    > engagieren. Das tun sie sogar in Amerika, bei den amerikanischen Werken.
    > Weil man das in Amerika nicht kennt und überall auf der Welt schaut man
    > gerne auf das deutsche Konzept der Berufsausbildung. Und VW vermisst da
    > offenbar genau das.

    VW ist einer der größten Ausbildungsbetriebe in Deutschland. Allein die Marke VW bildet _jedes_ Jahr 1400 Auszubildende aus. Und das Konzept Duale Berufsausbildung hat man weltweit exportiert, bildet also auch in anderen Ländern aus. Hiermit schafft man einfach einen weiteren Weg, um Talente zu finden und das können eben durchaus Leute sein, die schon einen Abschluss haben oder für die die Uni eben nicht das richtige war. Ich bin selbst kein Fan von dem 42 Wolfsburg Programm, aber VW hier mangelndes Engagement vorzuwerfen ist schon hanebüchen. Das weiß man aber natürlich nur, wenn man sich auch mal mit dem Unternehmen und seiner Region beschäftigt. ;-)

    >
    > Wenn wir einen Fachkräftemangel haben sollten, liegt dass daran, dass wir
    > entweder zu wenig qualifiziertes Fachpersonal ausbilden oder zu wenig
    > Gehalt bezahlen. Dann bekommt man auch Mitarbeiter, die einen Beruf erlernt
    > haben und deren Ausübung sie als Berufung verstehen.
    >
    > Zu dem Flickwerk in Wolfsburg:
    > Kein Lehrer. Keine fundierte Theorieausbildung, keine fundierte
    > Praxisausbildung. Kein formaler Abschluss. Aber eine Teilnehmerurkunde ("Du
    > bist ein Loser"). Universitäten und Umschulungen produzieren schon jetzt
    > viele Leute die "Irgendwas mit IT machen". Für die einen gibt es nur die
    > Karriereleiter und für die anderen geht es nur um den Job. Und VW möchte
    > jetzt ein neues, unterbezahltes Prekariat schaffen? Niedrige Stundenlöhne.
    > Schnell entlassbar. Und die sollen dann Software für autonom fahrende Autos
    > schreiben?
    >

    Wo schafft VW bitte ein unterbezahltes Prekariat? Es ist doch deutlich, dass VW Bedarf an solchen ITlern hat und wenn man sich mal anschaut, was VW und seine Tochtergesellschaften so zahlen, dann kann man die "Gehaltsstudie" von neulich hier auf Golem.de nur als schlechten Witz abtun. Die Leute werden auch nicht schneller entlassen. Es geht hier um ein Ausbildungsprogramm, das VW lediglich finanziell ohne Gegenleistung fördert und man hofft, dass danach Absolventen bei VW anfangen. Ob das dann aber die Überentwickler fürs autonome Fahren werden bezweifel ich jetzt aber auch mal.

    >
    > Bemüht euch lieber um gute Berufsschullehrer. Dafür sind euch dann viele
    > dankbar und es gibt bessere Fachkräfte ;)
    > Ich möchte nicht mehr Software, sondern bessere Software.

    Ja, macht VW.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 10.12.20 14:21 durch hansblafoo.

  6. Re: Ohne Abschluss

    Autor: nohoschi 10.12.20 - 14:23

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Wir haben ein duales Berufsausbildungsystem in Deutschland. Da kann sich
    > Es gibt eben nicht nur den einen Weg, der zum Ziel führt. Gerade für
    > Quereinsteiger ist Duale Ausbildung nicht unbedingt der Weg. Möchte man
    > sich mit Mitte 30 wirklich in die Berufsschule setzen?

    Ja. Und das tun die Leute auch.

    Bei uns ging es bis Ende 30 und die waren dann auch um längen besser als die Umschuler die keine Schule von innen gesehen haben. Altersspanne von 18 bis 38. Ich habe auch zwei komplette Ausbildungen, wobei ich exakt in der Mitte der Altersgruppe war.

    Das Problem ist eher, dass man mit Umschulung den direkten Weg zunehmend verstellt. Es macht keinen Sinn einen Informatiker auf Schreiner umzuschulen und umgekehrt auch nicht.

  7. Re: Ohne Abschluss

    Autor: nohoschi 10.12.20 - 14:33

    gadthrawn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oktavian schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > Wohnst du Bawü nahe Schweiz locken dich ganz andere Gehälter dazu über eine
    > Grenze zu gehen. Daher zahlen dann auch die BaWü Unternehmen mehr, um
    > Mitarbeiter zu halten. Es wird dann auch mehr ausgebildet.
    > Die Unternehmen hier die sich beschweren nicht genug Arbeitskräfte zu
    > bekommen - zahlen nicht genug. Schon ein IG Tariflohn bringt einige zum
    > Wechseln. Und miese Löhne andere dazu Immobilienmakler oder ähnliches zu
    > werden.

    So ist es.

    Was den Tariflohn und Gewerkschaften angeht sind Informatiker leider erstaunlich lernresistent. Richtung Schweiz wird es allgemein besser durch deren Druck, wobei man im Ländle den Wert der Ausbildung auch verstanden hat.

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