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Wasserstoff

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  1. Wasserstoff

    Autor: Faraaday 24.07.20 - 07:34

    Wurde nicht der hohe Werk to week Wirkungsgrad von >90% für den Strom angeführt sieht eher nach 80% aus.

  2. Re: Wasserstoff

    Autor: masel99 24.07.20 - 07:45

    Faraaday schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wurde nicht der hohe Werk to week Wirkungsgrad von >90% für den Strom
    > angeführt sieht eher nach 80% aus.

    Werk to week Wirkungsgrad? Was soll das sein?

  3. Re: Wasserstoff

    Autor: M.P. 24.07.20 - 07:54

    Das lässt auf einen Aufmerksamkeitsdefizit des Texterstellers gegenüber der Auto-Korrektur seines Smartphones schließen...
    Gerade englische Fachausdrücke werden gerne in völlig unpassende deutsche Wörter verändert...
    "Well-To-Wheel" ist aber auch bei korrekter Schreibung zweifelhaft - Well=Bohrloch...
    Was bei Strom irgendwie wenig Sinn ergibt ...

    Zum Einwurf von Faraaday: Ich werde den Kauf eines Wasserstoff-Autos in Erwägung ziehen, wenn es überall und ausreichend EE-Wasserstoff zum Betanken gibt, und der Wirkungsgrad der Gewinnung aus Ökostrom sich auf über 80 % verbessert hat. Ich bin inzwischen aber so alt, dass ich das wohl nicht mehr erleben werde ....

  4. Re: Wasserstoff

    Autor: Jogibaer 24.07.20 - 08:09

    Faraaday schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wurde nicht der hohe Werk to week Wirkungsgrad von >90% für den Strom
    > angeführt sieht eher nach 80% aus.

    Bitte genauer informieren. Die ca. 90 % kommen durch die Umsetzung von elektrischer Energie in Bewegung (Elektromotor) zustande.
    Bekannt ist: Ein Elektroauto hat einen Wirkungsgrad von ca. 70 %, von zu produzierenden und transformierenden Strom bis zum antreibenden Rad.
    Ein Verbrenner hat einen Wirkungsgrad von ca. 15 bis 22 %, bestenfalls 33 % (plus Antriebsverluste) von Spritherstellung bis zum antreibenden Rad.

    Wasserstoff landet bei um die 40 bis 50 % wenn ich mich recht entsinne. Also zum 10235430. mal, Wasserstoff ist keine Alternative, höchstens für LKW oder Schiffsantriebe. Wasserstoff ja, aber nicht für PKW.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.07.20 08:10 durch Jogibaer.

  5. Re: Wasserstoff

    Autor: maxule 24.07.20 - 08:13

    vielleicht "Well to ..." Ich finde den neugeschöpften Begriff provokativ, weil er nur benutzt wird, auf die Erzeugungs(in)effizienz von Wasserstoff hinzuweisen. Um dann im gleichem Atemzug bei Elektrofahrzeugen alle Ineffizienzen (Akkuherstellung, 500km Überlandleitung, Supercharger, Umgebungstemperatur, Alterung) unter den Tisch fallen zu lassen.
    Selbst beim ICE kommen nur 85% des erzeugten Stromes am Stromabnehmer (Pantograph) an. Wurde der "rekuperiert" und zurückgespeist sind es fast nur noch 50%. Und jetzt sollen uns noch Akku-Züge "retten" ...

  6. Re: Wasserstoff

    Autor: tovi 24.07.20 - 08:32

    Oh, ein Wasserstoff Fan...

    Brennstoffzellen altern nicht?
    Brennstoffzellen benötigen keine Rohstoffe?
    Platin wird natürlich völlig Umweltfreundlich gefördert.

    Und alle Nachteile bei der Stromerzeugung treten Aufgrund des höheren Strombedarfs zur Wasserstoff-Erzeugung in 3-4 facher Höhe an.

    Aber der größte Nachteil: Die Abhängigkeit vom Wasserstoff-Versorger.
    Mit PV-Strom ist eine völlige Unabhängigkeit zu realisieren.
    Genau das wollen die Versorger natürlich auf gar keinen Fall.


    maxule schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > vielleicht "Well to ..." Ich finde den neugeschöpften Begriff provokativ,
    > weil er nur benutzt wird, auf die Erzeugungs(in)effizienz von Wasserstoff
    > hinzuweisen. Um dann im gleichem Atemzug bei Elektrofahrzeugen alle
    > Ineffizienzen (Akkuherstellung, 500km Überlandleitung, Supercharger,
    > Umgebungstemperatur, Alterung) unter den Tisch fallen zu lassen.
    > Selbst beim ICE kommen nur 85% des erzeugten Stromes am Stromabnehmer
    > (Pantograph) an. Wurde der "rekuperiert" und zurückgespeist sind es fast
    > nur noch 50%. Und jetzt sollen uns noch Akku-Züge "retten" ...

  7. Re: Wasserstoff

    Autor: Emanuele F. 24.07.20 - 08:49

    Ein Autohaus ganz bei mir in der Nähe (tiefstes Niederbayern) hat vor kurzem um die 30 Toyota Mirai an die umliegenden Gemeinden ausgeliefert. Das ist schon eine ganze Menge für ein so ländliches Gebiet. Bis vor ein paar Jahren wäre das auch für konventionelle Elektroautos eine nennenswerte Stückzahl gewesen.

    Ich bin gespannt, wie es weitergeht (nutze das Bürgerelektroauto aber auch gerne).

    YouTube: EUcjirzbkb0

  8. Re: Wasserstoff

    Autor: maxule 24.07.20 - 09:05

    tovi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oh, ein Wasserstoff Fan...
    Nicht ganz. Eher Propan, bzw. Energie(träger)mix, einschließlich Akku. Aber auf das Thema gehe ich jetzt nicht ein.

    > Brennstoffzellen altern nicht?
    > Brennstoffzellen benötigen keine Rohstoffe?
    > Platin wird natürlich völlig Umweltfreundlich gefördert.
    Aber zu 99% recycelt. Das Totschlagargument mit den Platinkosten ist noch älter als das mit dem Wirkunggrad und wird altersmäßig nur noch vom Ptolemäischen Weltbild übertroffen. SCNR.

    > Und alle Nachteile bei der Stromerzeugung treten Aufgrund des höheren
    > Strombedarfs zur Wasserstoff-Erzeugung in 3-4 facher Höhe an.
    Das hängt davon ab, wie Sie den Energieträger erzeugen.
    Sind Sie noch beim Thema "Gesamtthermischer Wirkungsgrad" und "Well-to-wheel"?

    > Aber der größte Nachteil: Die Abhängigkeit vom Wasserstoff-Versorger.
    > Mit PV-Strom ist eine völlige Unabhängigkeit zu realisieren.
    > Genau das wollen die Versorger natürlich auf gar keinen Fall.
    Das ist in der Tat ein guter Punkt und vermutlich der Grund, warum aus dem Nichts (2012: 12 H2-Tankstellen) nach Jahrzehntelangem Schlummerschlaf jetzt plötzlich Dutzende mineralölkonzerngeförderte Wasserstofftankstellen "hochpoppen". Ich bin selbst ein Fan dezentraler Energierzeugung. PV-Strom allein löst das Problem aber eben nicht, sondern nur ein effizienter Energiemix.
    Elektromobilität macht Sinn, aber vorrangig als Klein-Pkw auf der Kurzstrecke. Dann gerne auch mit PV auf dem Autodach.

    Edit: schnell noch Platon durch Ptolemäus ersetzt.

    > maxule schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > vielleicht "Well to ..." Ich finde den neugeschöpften Begriff
    > provokativ,
    > > weil er nur benutzt wird, auf die Erzeugungs(in)effizienz von
    > Wasserstoff
    > > hinzuweisen. Um dann im gleichem Atemzug bei Elektrofahrzeugen alle
    > > Ineffizienzen (Akkuherstellung, 500km Überlandleitung, Supercharger,
    > > Umgebungstemperatur, Alterung) unter den Tisch fallen zu lassen.
    > > Selbst beim ICE kommen nur 85% des erzeugten Stromes am Stromabnehmer
    > > (Pantograph) an. Wurde der "rekuperiert" und zurückgespeist sind es fast
    > > nur noch 50%. Und jetzt sollen uns noch Akku-Züge "retten" ...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.07.20 09:11 durch maxule.

  9. Re: Wasserstoff

    Autor: Faksimile 24.07.20 - 09:09

    Bitte auch darauf achten, mit welchem Wirkungsgrad an Primärenergie die elektrische Energie für das Akkufahrzeug "gewonnen wird"

  10. Re: Wasserstoff

    Autor: captain_spaulding 24.07.20 - 09:12

    Ich meine gelesen zu haben, dass man das Platin aus Brennstoffzellen nicht recyclen kann. Weil es durch den Auspuff raus geht.

  11. Re: Wasserstoff

    Autor: pythoneer 24.07.20 - 09:20

    M.P. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zum Einwurf von Faraaday: Ich werde den Kauf eines Wasserstoff-Autos in
    > Erwägung ziehen, wenn es überall und ausreichend EE-Wasserstoff zum
    > Betanken gibt, und der Wirkungsgrad der Gewinnung aus Ökostrom sich auf
    > über 80 % verbessert hat. Ich bin inzwischen aber so alt, dass ich das wohl
    > nicht mehr erleben werde ....

    Bei diesen Anforderungen hat das nicht viel mit deinem Alter zu tun. Ein heute neugeborener wird – hoffentlich – auch nicht in den "Genuss" kommen ein Wasserstoff-Auto zu benutzen. In einiger Zeit ist das Thema hoffentlich endlich zu den Akten als "war ein netter Versuch" gelegt. Darüber hinaus ist der Begriff "Ökostrom" oder "Erneuerbare-Energie" sowieso etwas fragwürdig. Meiner Meinung nach haben wir bis heute keine Energiequelle die den Anforderungen "Ökostrom" oder "Erneuerbare-Energie" gerecht wird. Hier ist allerdings auch das Problem was man genau unter diesen Begriffen verstehen (will). Die einzige Quelle die mir da gerade einfällt wäre wirklich Biomasse (Bäume, Getreide) verbrennen. Aber davon ist einfach nicht genug da oder könnte in ausreichender Menge "erneuert" werden. Aber auch bei Getreide etc. wird – wenn es im großen Maßstab hergestellt wird – viel von "schlechten" Energieträgern eingesetzt.

    Wir haben bis heute keine Möglichkeit gefunden unsere Primärenergie – in absehbarer Zeit – außer durch Öl, Kohle, Gas zu erzeugen. Das bisschen Solar (was durch Bergbau der Materialien und Herstellung mit Kohle grenzwertig 'Öko' ist) und Atomstrom (was mit den Gen2 Reaktoren eh nie für eine volle Umstellung funktionieren würde, weil es zu wenig Brennmaterial gibt) ist ja nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch wenn wir in Deutschland "Vorreiter" sind was "Erneuerbare-Energie" angeht, müssen wir eingestehen, dass der Großteil eben durch verbrennen von Biomasse entsteht und das sind dann zum Beispiel mit unter einfach Bäume aus verschiedenen Teilen der Welt. Das kann gar nicht Global skalieren und ist damit faktisch zwar erneuerbar aber nicht in den Mengen wie wir sie bräuchten, wenn es alle machen würden.

  12. Re: Wasserstoff

    Autor: Emanuele F. 24.07.20 - 09:20

    captain_spaulding schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich meine gelesen zu haben, dass man das Platin aus Brennstoffzellen nicht
    > recyclen kann. Weil es durch den Auspuff raus geht.

    Doch, noch mehr als es bei Katalysatoren der Fall ist, wird das Platin kaum verbraucht und kann zum Großteil recycelt werden. Ich bin zwar gerade nicht auf dem aktuellen Stand, aber vor ein paar Jahren hatte ich noch gelesen, dass "nur" noch um die 30 Gramm Platin für die Herstellung einer PKW-Brennstoffzelle benötigt werden.

  13. Re: Wasserstoff

    Autor: Emanuele F. 24.07.20 - 09:25

    pythoneer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > M.P. schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Zum Einwurf von Faraaday: Ich werde den Kauf eines Wasserstoff-Autos in
    > > Erwägung ziehen, wenn es überall und ausreichend EE-Wasserstoff zum
    > > Betanken gibt, und der Wirkungsgrad der Gewinnung aus Ökostrom sich auf
    > > über 80 % verbessert hat. Ich bin inzwischen aber so alt, dass ich das
    > wohl
    > > nicht mehr erleben werde ....
    >
    > Bei diesen Anforderungen hat das nicht viel mit deinem Alter zu tun. Ein
    > heute neugeborener wird – hoffentlich – auch nicht in den
    > "Genuss" kommen ein Wasserstoff-Auto zu benutzen. In einiger Zeit ist das
    > Thema hoffentlich endlich zu den Akten als "war ein netter Versuch" gelegt.
    > Darüber hinaus ist der Begriff "Ökostrom" oder "Erneuerbare-Energie"
    > sowieso etwas fragwürdig. Meiner Meinung nach haben wir bis heute keine
    > Energiequelle die den Anforderungen "Ökostrom" oder "Erneuerbare-Energie"
    > gerecht wird. Hier ist allerdings auch das Problem was man genau unter
    > diesen Begriffen verstehen (will). Die einzige Quelle die mir da gerade
    > einfällt wäre wirklich Biomasse (Bäume, Getreide) verbrennen. Aber davon
    > ist einfach nicht genug da oder könnte in ausreichender Menge "erneuert"
    > werden. Aber auch bei Getreide etc. wird – wenn es im großen Maßstab
    > hergestellt wird – viel von "schlechten" Energieträgern eingesetzt.
    >
    > Wir haben bis heute keine Möglichkeit gefunden unsere Primärenergie –
    > in absehbarer Zeit – außer durch Öl, Kohle, Gas zu erzeugen. Das
    > bisschen Solar (was durch Bergbau der Materialien und Herstellung mit Kohle
    > grenzwertig 'Öko' ist) und Atomstrom (was mit den Gen2 Reaktoren eh nie für
    > eine volle Umstellung funktionieren würde, weil es zu wenig Brennmaterial
    > gibt) ist ja nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch wenn wir in
    > Deutschland "Vorreiter" sind was "Erneuerbare-Energie" angeht, müssen wir
    > eingestehen, dass der Großteil eben durch verbrennen von Biomasse entsteht
    > und das sind dann zum Beispiel mit unter einfach Bäume aus verschiedenen
    > Teilen der Welt. Das kann gar nicht Global skalieren und ist damit faktisch
    > zwar erneuerbar aber nicht in den Mengen wie wir sie bräuchten, wenn es
    > alle machen würden.

    Deutschland Vorreiter bei Erneuerbaren Energien? Das war einmal. Wenn diesbezüglich von Deutschland die Rede ist, fällt heute in Fachartikeln gerne der Begriff "Schlusslicht" oder "einstiger Vorreiter". Tatsächlich ist Deutschland mittlerweile, gemessen an den jährlichen Zubauzahlen, sowohl weltweit als auch in Europa im hinteren Drittel aller Länder.

  14. Re: Wasserstoff

    Autor: misfit 24.07.20 - 09:43

    Das liegt an den Gesetzen ... In Bayern kann man faktisch kaum Windkraftanalgen realisieren, wegen der Entfernung die diese zu bebautem Gebiet haben müssen. Außerdem wurde die EEG-Umlage im Jahr 2012 stark geändert. Die Ausbauziele für Photovoltaik wurden stark nach unten korrigiert, was einen Teil der deutschen Photovoltaik-Industrie den Todesstoß (u.a. Solarworld) gesetzt hat.
    Das hatte natürlich Gründe. Der Wähler ist wegen dem hohen Strompreis den politischen Entscheidungsträgern aufs Dach gestiegen. Man hatte sich das wohl anders vorstellt und gedacht man bekommt eine Energiewende gratis.

  15. Re: Wasserstoff

    Autor: Emanuele F. 24.07.20 - 09:50

    misfit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das liegt an den Gesetzen ... In Bayern kann man faktisch kaum
    > Windkraftanalgen realisieren, wegen der Entfernung die diese zu bebautem
    > Gebiet haben müssen. Außerdem wurde die EEG-Umlage im Jahr 2012 stark
    > geändert. Die Ausbauziele für Photovoltaik wurden stark nach unten
    > korrigiert, was einen Teil der deutschen Photovoltaik-Industrie den
    > Todesstoß (u.a. Solarworld) gesetzt hat.
    > Das hatte natürlich Gründe. Der Wähler ist wegen dem hohen Strompreis den
    > politischen Entscheidungsträgern aufs Dach gestiegen. Man hatte sich das
    > wohl anders vorstellt und gedacht man bekommt eine Energiewende gratis.

    Dass das in Deutschland politische Gründe hat, weiss ich sehr wohl. Mir wäre es ja auch lieber, es wäre anders. Aber wer (in der Mehrzahl der Wähler) so oft hintereinander eine GroKo aus Atom- und Kohle-Partei ermöglicht, der hat es auch nicht anders verdient. Am schlimmsten war die Sonnensteuer = EEG Umlage auf eigenverbrauchten Solarstrom, danach ist der deutsche Solarmarkt schlagartig um fast 3/4 eingebrochen. Aus 2014 stammt ebenfalls die bayerische #10H Regelung bei Windkraft. Und nun haben wir in Restdeutschland auch noch eine (etwa) #5H Regelung... verspricht derzeit nichts Gutes für Deutschlands Rolle in der Energiewende. Hinzu kommt unsere Abhängigkeit von Rohstoff- und Energieimporten.

  16. Re: Wasserstoff

    Autor: Emanuele F. 24.07.20 - 09:56

    "Das hatte natürlich Gründe. Der Wähler ist wegen dem hohen Strompreis den politischen Entscheidungsträgern aufs Dach gestiegen. Man hatte sich das wohl anders vorstellt und gedacht man bekommt eine Energiewende gratis."

    Das lohnt es zu präzisieren! Kernkraft und Kohleverfeuerung werden nämlich in ziemlich genau doppelter Höhe staatlich subventioniert, als Photovoltaik und Windkraft! Nur wissen das die wenigsten, wieviel ihrer Steuergelder dafür draufgehen, während die EEG-Umlage ja transparent auf der Stromrechnung zu sehen ist. Erstens.

    Zweitens fällt die EEG-Umlage wegen der zunehmenden Befreiungen von Großverbrauchern (die etwa 50% des Stroms verbrauchen) für den Privatkunden doppelt so hoch aus, als sie eigentlich sein müsste.

    Das hat klar auch politische Gründe. Man lässt den Wähler etwas glauben, ja konditioniert ihn regelrecht in diese Richtung (unvergessen ist hoffentlich die millionenschwere Werbekampagne gegen Photovoltaik der "Initiative neue soziale Marktwirtschaft", kurz INSM) und beruft sich dann scheinheilig auf den angeblichen Wählerwillen. War bei Windkraft und den pauschalen Abstandsregelungen auch nicht anders!

  17. Re: Wasserstoff

    Autor: GwhE 24.07.20 - 10:01

    Emanuele F. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Deutschland Vorreiter bei Erneuerbaren Energien? Das war einmal. Wenn
    > diesbezüglich von Deutschland die Rede ist, fällt heute in Fachartikeln
    > gerne der Begriff "Schlusslicht" oder "einstiger Vorreiter". Tatsächlich
    > ist Deutschland mittlerweile, gemessen an den jährlichen Zubauzahlen,
    > sowohl weltweit als auch in Europa im hinteren Drittel aller Länder.

    Und wie stellst du dir den Ausbau vor. Sollen wir die Leistung die aus EE kommen nochmal verdoppeln. Was machen wir dann wenn Sonne scheint und Wind weht? Da haben wir jetzt schon überkapazitäten, sprich wir decken mehr als 100% der Stromversogung über EE ab. Sollen wir dann noch mehr Produzierten Strom wegschmeißen. Das machen dann die EE aber wieder unwirtschaftlicher. Deswegen ist de Schritt zur Wasserstoff Nation richtig, wenn wir in der Lage sind große Überkazapzitäten in Wasserstoff zu speichern, dann können wir auch wieder massiv Ausbauen (Bis zu dem grad an dem es Wirtschaftlich sinnvoll ist)

  18. Re: Wasserstoff

    Autor: Faraaday 24.07.20 - 10:11

    Ich bitte meine Autokorrekturfehler zu entschuldigen.
    Ich bin keinerlei Fan einer spezifischen Technologie.
    Ich halte nur die aktuelle Fixierung auf Akkus für falsch.
    Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich nur Systeme mit gleichem oder höherem Komfort langfristig ohne Verbote durchsetzen.
    Daher sind aktuelle Stromtechnologien so nicht zukunftsfähig.
    Das Laden des eigenen Fahrzeugs nachts mit Strom aus Photovoltaikanlagen ist halt einfach unrealistisch.
    Solange politisch gewollt Strom aus Dieselerzeugung unter 20cent und Strom aus der Steckdose fast 30cent kostet liegt ein Systemfehler vor.

    Von daher ist die Nutzung von Wasserstoff/Methan/Propan/Butan oder eines anderen chemischen Speichers von Vorteil:
    - Einfache Lagerung
    - schnelles Nachtanken
    - Transport mit primitiver Infrastruktur möglich
    - hohe Energiedichte

    Der mangelhafte Speicher ist ein einschneidender Nachteil von Strom. Politisch so gewollt. Umwelttechnisch auch problematisch (Methanerzeugung, Landnahme, Natureingriffe, etc.).
    Ich will damit nicht sagen, dass es nicht sinnvoll wäre Ringwallspeicher oder Klassische Stauseen o.ä. zu bauen, sondern nur auf deren Problematik.
    Diese wird mit zunehmenden E-Autos definitiv nicht kleiner.

    Solange Strom entsorgt wird (Windrad/PV abgeschaltet) um Netzüberlastungen, lokale Engpässe, negative Strompreise, etc. zu verhindern kann dieser auch mit einem Wirkungsgrad von 10% im Auto landen. Das ist unendlich mal mehr als entsorgen.
    Strompreise aus Solar in Nordafrika ca. 1c$/kWh bei 50% Wirkungsgrad -10% Wirkungsgrad +100% Transportkosten --> 5c¤/kWh. Da schlagen wir noch Marge drauf 50% dann nochmal 100% Steuer.
    -->15c¤/kWh Strom aus Wasserstoff (effektiv)

    Verglichen mit Erzeugungskosten aus der eigenen Solaranlage inklusive aller Steuern und Umlagen, 10% Ladeverlust (Idealfall ohne zusätzlichen Zwischenspeicher).
    -->ca. 20c¤/kWh Strom aus eigener Solaranlage (effektiv)

    Grüße eines Vielfahrers,
    der wöchentlich, wegen der mangelhaften Bahnanbindung zweier Städte 4h Auto fährt (dann 5h bei 130km/h). Und ja mehr als 500km am Stück bei 130km/h Schnitt kommen jede 3te Woche vor. Und nein, da mache ich keine Pause, ich will ankommen. Und nein am Zielort gibt es keine Ladesäule ohne 30 min suchen, laufen...

  19. Re: Wasserstoff

    Autor: Emanuele F. 24.07.20 - 10:11

    Habe ich etwas anderes gesagt!?

    Wir brauchen:
    - einen massiven und massiv beschleunigten Ausbau von Windkraft und Photovoltaik (machen viele andere Länder ja auch!)
    - gewisse Überkapazitäten, weil diese bis zu einem gewissen Grad günstiger sind, als Strom zu speichern
    - ausreichend viele und große Stromspeicher, insbesondere Power2Gas für die saisonale Speicherung UND direkte Zuführung in eine anderweitige Nutzung (zum Beispiel Heizwärmebedarf, Industrieprozesse, Mobilität), Batteriespeicher nur für eine kurzzeitige(re) Speicherung.
    - wenn es möglichst wirtschaftlich sein soll, dann auch eine intelligentere Steuerung der Verbräuche. Das fängt Zuhause an (da ist Ost/West PV nochmal im Vorteil) und endet (nicht) bei Industriebetrieben.

    Das Fraunhofer ISE hat dafür auf über 100 Seiten eine sehr schöne Roadmap entworfen, wie es funktionieren kann (und muss!)

  20. Re: Wasserstoff

    Autor: Faraaday 24.07.20 - 10:23

    Emanuele F. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Habe ich etwas anderes gesagt!?
    >
    > Wir brauchen:
    > - einen massiven und massiv beschleunigten Ausbau von Windkraft und
    > Photovoltaik (machen viele andere Länder ja auch!)
    > - gewisse Überkapazitäten, weil diese bis zu einem gewissen Grad günstiger
    > sind, als Strom zu speichern
    > - ausreichend viele und große Stromspeicher, insbesondere Power2Gas für die
    > saisonale Speicherung UND direkte Zuführung in eine anderweitige Nutzung
    > (zum Beispiel Heizwärmebedarf, Industrieprozesse, Mobilität),
    > Batteriespeicher nur für eine kurzzeitige(re) Speicherung.
    > - wenn es möglichst wirtschaftlich sein soll, dann auch eine intelligentere
    > Steuerung der Verbräuche. Das fängt Zuhause an (da ist Ost/West PV nochmal
    > im Vorteil) und endet (nicht) bei Industriebetrieben.
    >
    > Das Fraunhofer ISE hat dafür auf über 100 Seiten eine sehr schöne Roadmap
    > entworfen, wie es funktionieren kann (und muss!)

    Da kann ich nur recht geben.
    Mag jeder eine Solaranlage aufs eigene (oder fremde) Dach installieren (lassen). Flächen gibt es noch genug. Statt 10000 Euro ins neue Auto einfach in eine Solaranlage.
    12000PJ in Deutschland machen --> 3300GWh/a --> ca. 4000GWp --> 50kWp/Person
    Kosten ca. 50.000¤/Kopf (Solaranlage ohne Puffer, etc. in Deutschland)
    Kosten --> 200Mrd¤ Deutschlandweit --> 2500¤/Kopf.

    Nur als Vergleiche. Hoffe ich habe mich nicht verrrechnet.

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