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Die Rechnung fuer 10 Millionen E-Autos stimmt doch

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  1. Die Rechnung fuer 10 Millionen E-Autos stimmt doch

    Autor: Maik Kretschmar 21.02.21 - 12:54

    Deutschland verbraucht aktuell im Jahr rund 600 TWh Strom [1], das sind rund 1,64 TWh pro Tag bzw. 0,07 TWh pro Stunde.

    Um 10 Millionen E-Autos mit einer Akku-Kapazitaet aufzuladen, benoetigt man 10*10^6 * 50*10^3 Wh, also 0,5 TWh.

    0,5 TWh ist aber grob gesagt das zehnfache von 0,07 TWh - wobei ja die 600 TWh auch 2015 galten, aktuell werden es wohl eher 550 TWh sein, dann passt die Rechnung so grob.

    Und um die Tatsache, dass die Autos ja gar nicht alle gleichzeitig geladen werden sollen, geht es ja gar nicht. Sondern es geht grundsaetzlich um die gigantischen Strommengen, die benoetigt werden.

    Selbst wenn nicht 10 Millionen PKWs gleichzeitig geladen werden, sondern nur 1 Million oder 500.000, also jeweils 10% bzw. 5% des Bestands, reden wir immer noch von 0,05 TWh bzw. 0,025 TWh und somit der Strommenge, die das Kernkraftwerk Neckarwestheim II an einem Tag erzeugt [2].

    Man darf nicht vergessen, dass in Deutschland aktuell rund 47 Millionen PKWs gibt [3]. Wenn diese alle mit einem Akku mit einer Kapazitaet von 50 kWh ausgestattet sind, dann benoetigt man fuer das Aufladen all dieser Fahrzeuge die Menge von 2,35 TWh Strom. Nochmal: Ein einzelner Kernreaktor wie der in Neckarwestheim II erzeugt _im Jahr_ 10 TWh.

    Woher sollen diese gigantischen Mengen an Strom kommen?

    Maik Kretschmar

    > [1] Auf Wikipedia: "Bedarf an elektrischer Energie, Deutschland"
    > [2] Auf Wikipedia: "Kernkraftwerk Neckarwestheim"
    > [3] Auf der KBA-Webseite: "Statistik => Fahrzeuge => Bestand => Mehr => Jahresbilanzen"

  2. Re: Die Rechnung fuer 10 Millionen E-Autos stimmt doch

    Autor: FeuerTeuer1 21.02.21 - 16:02

    Die Rechnung ist Schwachsinn und Deine ist leider auch nicht gut. Die Stromproduktion variiert und wird in der Regel stark unter den Kapiztäten gehalten [1], um auch bei unwahrscheinlicheren Vorfällen noch Strom zu bieten. Nichtsdestotrotz überproduziert Deutschland Strom und hat alleine in 2020 18,6 TWh exportiert [2].

    Ist es nun total abwegig, dass ein kleiner Teil des tatsächlich produzierten deutschen Stroms für die Elektroautos genutzt wird?

    [1] statista /statistik/daten/studie/153267/umfrage/bruttostromerzeugung-in-deutschland-seit-1990/
    [2] bundesnetzagentur /DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/HandelundVertrieb/SMARD/Aktuelles/smardaktuelles_node.html

  3. Re: Die Rechnung fuer 10 Millionen E-Autos stimmt doch

    Autor: smonkey 21.02.21 - 16:12

    Maik Kretschmar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Deutschland verbraucht aktuell im Jahr rund 600 TWh Strom [1], das sind
    > rund 1,64 TWh pro Tag bzw. 0,07 TWh pro Stunde.
    >
    > Um 10 Millionen E-Autos mit einer Akku-Kapazitaet aufzuladen, benoetigt man
    > 10*10^6 * 50*10^3 Wh, also 0,5 TWh.
    >
    > 0,5 TWh ist aber grob gesagt das zehnfache von 0,07 TWh - wobei ja die 600
    > TWh auch 2015 galten, aktuell werden es wohl eher 550 TWh sein, dann passt
    > die Rechnung so grob.
    >
    > Und um die Tatsache, dass die Autos ja gar nicht alle gleichzeitig geladen
    > werden sollen, geht es ja gar nicht. Sondern es geht grundsaetzlich um die
    > gigantischen Strommengen, die benoetigt werden.
    >
    > Selbst wenn nicht 10 Millionen PKWs gleichzeitig geladen werden, sondern
    > nur 1 Million oder 500.000, also jeweils 10% bzw. 5% des Bestands, reden
    > wir immer noch von 0,05 TWh bzw. 0,025 TWh und somit der Strommenge, die
    > das Kernkraftwerk Neckarwestheim II an einem Tag erzeugt [2].
    >
    > Man darf nicht vergessen, dass in Deutschland aktuell rund 47 Millionen
    > PKWs gibt [3]. Wenn diese alle mit einem Akku mit einer Kapazitaet von 50
    > kWh ausgestattet sind, dann benoetigt man fuer das Aufladen all dieser
    > Fahrzeuge die Menge von 2,35 TWh Strom. Nochmal: Ein einzelner Kernreaktor
    > wie der in Neckarwestheim II erzeugt _im Jahr_ 10 TWh.
    >
    > Woher sollen diese gigantischen Mengen an Strom kommen?
    >
    > Maik Kretschmar
    >
    > > [1] Auf Wikipedia: "Bedarf an elektrischer Energie, Deutschland"
    > > [2] Auf Wikipedia: "Kernkraftwerk Neckarwestheim"
    > > [3] Auf der KBA-Webseite: "Statistik => Fahrzeuge => Bestand => Mehr =>
    > Jahresbilanzen"

    Und wenn man 10 Mio Benziner volltanken wollte, bräuchte man 600 000 tonnen Benzin.

    Das entspricht der Kapazität des Tankers Jahres Villing, dem einst größten Schiff der Welt.

    Ich hoffe Du merkst damit woran deine Rechnung hinkt: du vergleichst absolute Zahlen und lässt den Faktor Zeit vollkommen außer Acht.

  4. Re: Die Rechnung fuer 10 Millionen E-Autos stimmt doch

    Autor: jfolz 21.02.21 - 18:10

    Maik Kretschmar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Woher sollen diese gigantischen Mengen an Strom kommen?

    Es sagt niemand, dass wir alle ohne jegliche Änderungen bei Stromproduktion und -transport auf Elektromobilität umsteigen können. Es ist faktisch nicht möglich, dass wir von heute auf morgen alle Elektroauto fahren, allein weil sämtliche Autohersteller der Welt nicht genug Autos produzieren könnten.
    Es ist diese Ablehnung sämtlicher Veränderung, die kritisiert wird. Weil es nicht möglich ist von heute auf morgen alles radikal umzukrempeln sollen wir so weiter machen wie bisher. Das ist das Problem.

    Und nur mal so als Denkanstoß: Laut UBA benötigt der Verkehr in Deutschland ca. 2700 Petajoule oder 750 TWh pro Jahr - fast ausschließlich aus fossilen Brennstoffen. Was genau sollen wir tun, wenn die knapp werden oder sogar versiegen?

    https://www.umweltbundesamt.de/daten/verkehr/endenergieverbrauch-energieeffizienz-des-verkehrs#endenergieverbrauch-steigt-seit-2010-wieder-an



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.02.21 18:11 durch jfolz.

  5. Re: Die Rechnung fuer 10 Millionen E-Autos stimmt doch

    Autor: Allandor 22.02.21 - 09:12

    FeuerTeuer1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Rechnung ist Schwachsinn und Deine ist leider auch nicht gut. Die
    > Stromproduktion variiert und wird in der Regel stark unter den Kapiztäten
    > gehalten [1], um auch bei unwahrscheinlicheren Vorfällen noch Strom zu
    > bieten. Nichtsdestotrotz überproduziert Deutschland Strom und hat alleine
    > in 2020 18,6 TWh exportiert [2].
    >
    > Ist es nun total abwegig, dass ein kleiner Teil des tatsächlich
    > produzierten deutschen Stroms für die Elektroautos genutzt wird?
    >
    > [1] statista
    > /statistik/daten/studie/153267/umfrage/bruttostromerzeugung-in-deutschland-
    > seit-1990/
    > [2] bundesnetzagentur
    > /DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/HandelundVert
    > rieb/SMARD/Aktuelles/smardaktuelles_node.html


    Nun, das dumme am Stromexport ist allerdings, das dieser meist dann stattfindet, wenn der Strom grad hier nicht benötigt wird. Denn wir importieren auch Strom aber halt zu Zeiten zu denen er benötigt wird.

    Aber sei es drum. Die potentiellen Last-Spitzen stellen natürlich einen ziemliches Problem dar. Dem man derzeit nur mit "Abschaltungen" und "Drosslungen" der Ladestationen entgegen kommen kann, weil es eventuell, wenn tatsächlich viele Abends nach der Arbeit ihr Auto anschließen es zu solchen Szenarien kommen kann.
    Für gewöhnlich werden die Akkus aber nicht komplett leer sein, weshalb das Aufladen über Nacht nicht wirklich ein Problem darstellen dürfte. Man muss aber halt auf solche Last-Spitzen vorbereitet sein und nicht blindlinks da hinein stolpern.

    Dies kann im Zweifelsfall aber bedeuten, das das E-Auto eventuell doch nicht über Nacht geladen ist (z.B. weil mal täglich große Strecken zurücklegen muss). Hier wird der Besitzer im Zweifelsfall also noch einen Verbrenner neben dem E-Auto fast schon haben müssen (... was aktuell in den allermeisten Fällen eh der Fall ist).

  6. Re: Die Rechnung fuer 10 Millionen E-Autos stimmt doch

    Autor: flasherle 22.02.21 - 09:27

    nur weiß das ja niemand, ob ich jetzt nur schnell auflade und in einer stunde weiter muss oder in 8 stunden...

  7. Re: Die Rechnung fuer 10 Millionen E-Autos stimmt doch

    Autor: masel99 22.02.21 - 09:40

    jfolz schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und nur mal so als Denkanstoß: Laut UBA benötigt der Verkehr in Deutschland
    > ca. 2700 Petajoule oder 750 TWh pro Jahr - fast ausschließlich aus fossilen
    > Brennstoffen. Was genau sollen wir tun, wenn die knapp werden oder sogar
    > versiegen?

    Dann bekommt park and ride eine etwas größere Bedeutung. ;)

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