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Konzeptioneller Fehler
Autor: geeky 30.03.22 - 16:30
"Es sei daher ein schwerer konzeptioneller Fehler gewesen, beim Combined Charging System (CCS) auf Powerline Communication (PLC) zu setzen."
Wie man auf die Idee gekommen ist das zu verwenden würde mich auch interessieren.
PWM beim AC-Laden finde ich auch schon seltsam.
CAN wie bei CHAdeMO kommt mir subjektiv simpler und robuster vor. -
Re: Konzeptioneller Fehler
Autor: Lasse Bierstrom 30.03.22 - 17:56
PWM ist einfach und billig.
Diagnose ist simpel, und CAN ist nicht etwas, das von jedem Controller unterstützt wird.
Absicherung von dem PWM Signal ist ebenso einfach und robust aufbaubar.
Der Vorteil von PLC, ist dass eine Steckverbindung eingespart werden kann, und dass der Stromfluss der Ladeverbindung die Kontakte mitreinigt.
Ab dort ist es dann TCP ip, und wieder Industriestandard.
Die Aussage, dass es ein konzeptioneller Fehler ist, ist ein wenig populistisch. Leider müssen Forschungsgruppen mehr und mehr reißerische Formulierungen "bringen", um das Marketing der Uni, Institut oder was auch immer zu besänftigen.
Dass der Ladevorgang gleich abgebrochen wird, und nicht neu startet wird der Vorsicht geschuldet sein.
Hier könnte man problemlos auf Protokollebene eine größere Robustheit erreichen. Auch für plc gibt es spread spectrum und andere Methoden.
Aber - das ganze ist noch relativ "jung". Es gibt nicht sehr viele Hersteller von Schnellladesäulen, und viele werden mit der Entwicklung froh sein, dass es überhaupt sauber funktioniert. -
Re: Konzeptioneller Fehler
Autor: schnedan 30.03.22 - 23:05
Jepp, ich arbeite mit einem CAN basierten Produkt... davon haben wir hunderttausende in weit mehr mit EMV belaste Industrieumgebungen verkauft. Den CAN haben in über 15 Jahren nur wenige Kunden klein bekommen: meist mit nicht angeschlossener Erdung oder defekten Kabeln...
CAN, RS485,... irgendwas mit LVDS, gescheit geschirmtes Ethernet... alles besser als so Lösungen wie hier umgesetzt. -
Re: Konzeptioneller Fehler
Autor: WinnieW 01.04.22 - 20:04
PLC läuft bei CCS über den Control Pilot (CP) Anschlüss, nicht über die DC-Ladeanschlüsse.
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Re: Konzeptioneller Fehler
Autor: Lasse Bierstrom 01.04.22 - 20:44
WinnieW schrieb:
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> PLC läuft bei CCS über den Control Pilot (CP) Anschlüss, nicht über die
> DC-Ladeanschlüsse.
Ich korrigiere mich.
Was haben die sich dabei gedacht? -
Re: Konzeptioneller Fehler
Autor: WinnieW 02.04.22 - 13:42
Was sich die Entwickler dabei gedacht haben.
Vermutlich folgendes: Wenn da schon mal eine extra Leitungsader für Datenaustausch vorhanden ist, weshalb diese nicht nutzen?
Zumal bei einer Unterbrechung der Datenleitung ein Ladevergang erst gar nicht starten darf, ausserdem wird damit überprüft ob eine ordnungsgemäße Schutzleiterverbindung besteht, denn der Schutzleiter ist gleichzeitig die Masseleitung für die Datenleitung und die Kontrollverbindung ob der Stecker ordnungsgemäß am Auto angeschlossen ist.
Das Problem dürfte hier eher sein dass die Datenleitung über keine HF-Abschirmung verfügt. -
Re: Konzeptioneller Fehler
Autor: Lasse Bierstrom 02.04.22 - 15:57
WinnieW schrieb:
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> Was sich die Entwickler dabei gedacht haben.
> Vermutlich folgendes: Wenn da schon mal eine extra Leitungsader für
> Datenaustausch vorhanden ist, weshalb diese nicht nutzen?
> Zumal bei einer Unterbrechung der Datenleitung ein Ladevergang erst gar
> nicht starten darf, ausserdem wird damit überprüft ob eine ordnungsgemäße
> Schutzleiterverbindung besteht, denn der Schutzleiter ist gleichzeitig die
> Masseleitung für die Datenleitung und die Kontrollverbindung ob der Stecker
> ordnungsgemäß am Auto angeschlossen ist.
>
> Das Problem dürfte hier eher sein dass die Datenleitung über keine
> HF-Abschirmung verfügt.
Maja, meine Annahme lag, dass man dann nur die DC Leitung benötigt.
Bei Leckströmen von der DC Seite (über 800V), könnte es sein, dass CAN schwer abzusichern gewesen sein könnte.
Dazu müsste man eine Einblick in die Arbeitsgruppe bekommen -
Re: Konzeptioneller Fehler
Autor: geeky 02.04.22 - 16:01
Naja, bei dem PWM-Kram mit den -/+12V etc. wird man mit dem nötigen Hühnerfutter vermutlich nicht wirklich großartig billiger sein gegenüber einem 0815 CAN-Tranceiver (oder RS485 oder sowas) und man hat da die Chance auf bidirektionale Kommunikation verpasst.
Für PLC ("Homeplug Green Phy") scheint es derzeit noch nicht allzuviele Chip-Hersteller zu geben und die Preise sehen auch nicht gerade günstig aus.
Mein subjektiver Eindruck:
PLC mit TCP/IP: Overkill
PWM-Kram: Etwas zu minimal ^^ -
Re: Konzeptioneller Fehler
Autor: Lasse Bierstrom 02.04.22 - 16:57
Das pwm kann man relativ gut absichern, da man per großem Innenwiderstand und nachgeschaltetem Überspannungsschutz abgesichert ist.
Can mit seinen differentiellen Leitungen eher schwieriger.
Die Industrietypen stecken teilweise bei - 4V schon die Flügel, die automotive Typen sind da schon robuster mit +-40 V.
Müsste man sich genauer anschauen, aber generell wäre CAN definitiv besser als PWM, da man eben bidirektional kommunizieren kann.
Für die Wallboxen bleib ich bei meiner Meinung mit Einfachheit. CAN ist da einfach recht anspruchsvoll!
Auf dem Ausgang einen UART drauf zu legen, wäre auch noch eine Option gewesen. Optional -
Re: Konzeptioneller Fehler
Autor: WinnieW 03.04.22 - 15:19
Der Schutzleiter wäre jedenfalls weiterhin notwendig, der Sicherheit wegen,
denn die Gleichspannung hat el. Potential zur Erde; den Aufwand mit einen zusätzlichen Trafo spart man sich bei den Ladesäulen.
Ich vermute dass die Vorschriften zur Restwelligkeit der Ladespannung relativ lasch sind und PLC damit Probleme hätte falls dieser.
DC wird ja aus 3-Phasen AC erzeugt, aber es wäre ein enormer Filteraufwand notwendig bei DC dieser Leistung die Restwelligkeit in niedrige Bereiche zu drücken.



