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  5. › Arbeitsbedingungen: Der Krankenwagen…

Schlecht recherchiert

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  1. Schlecht recherchiert

    Autor: Gaga85 19.05.17 - 13:45

    Ich hätte von Golem eigentlich etwas mehr Qualität erwartet, man hätte ja zumindest mal noch erwähnen können, dass Tesla dazu auch schon Stellung bezogen hat. Schwer zu finden ist die Stellungnahme auch nicht, vor einer Woche gabs nämlich folgenden offiziellen Blog-Eintrag: https://www.tesla.com/de_DE/blog/creating-the-safest-car-factory-in-the-world
    Tesla lobt sich natürlich selbst und man kann dem ganzen glauben oder nicht. Um nicht in das aktuell weit verbreitete Schema des einseitigen Stimmungsjournalismus zu verfallen täte es aber schon gut, etwas mehr Aufwand zu betreiben als ein-zwei Artikel anderer Nachrichtenportale zusammenzufassen.

  2. Re: Schlecht recherchiert

    Autor: jsm 19.05.17 - 14:27

    Ich hänge mich hier mal ran:

    Die meisten Leute sind also umgekippt, in Ohnmacht gefallen oder ähnlich.
    Das kann an so vielen Faktoren liegen das es schon ziemlich riskant ist das mit der Sicherheit oder den Arbeitsbedingungen pauschal zu begründen.
    Zudem gibt es keine genauen Zahlen. (nur das der Krankenwagen ca. 100 mal da war)

    Es genügt doch schon ein besonders heißer Tag das viele Leute Kreislaufprobleme bekommen. Ginge es um echte Verletzungen oder Verstümmelungen an den Fließbändern oder im Zusammenhang mit der Arbeit, das wäre natürlich was ganz anderes. Aber ein paar Leute die mal umkippen und ein Krankenwagen der in ein paar Jahren ca. 100 mal vor ort war, das ist viel zu wenig Info um daraus eine Konkrete Anschuldigung formulieren zu können.

  3. Re: Schlecht recherchiert

    Autor: Bubbleman 19.05.17 - 16:32

    Ich kann dem nur zustimmen.
    Hier fehlt es ganz klar an einer Relation. Auch sind die Ursachen des Krankenwageneinsatzes nicht benannt (soweit das möglich ist).
    Wenn in einer 10.000 Einwohnerstadt 100x in drei Jahren (~33x/Jahr) der Krankenwagen ausrückt, dann würde ich das aus dem Bauch heraus erstmal nicht für viel halten.
    Erkrankungen ist es meistens egal wo sie auftreten, ob im häuslichen Umfeld oder am Arbeitsplatz.
    Ich sage das unabhängig von irgendwelchen Vorwürfen hinsichtlich der Arbeitssicherheit. Wenn es da mangelt, gehört das behoben.
    Dennoch ist die Aussagekraft einer so dahin geworfenen Zahl gleich null.

    So einen Artikel empfinde ich als Stimmungsmache. Und zwar ganz egal um welchen Betrieb es geht. Hier ist die durchs Dorf getriebene Sau nur gerade sehr willfährig.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.05.17 16:33 durch Bubbleman.

  4. Re: Schlecht recherchiert

    Autor: Muhaha 19.05.17 - 17:14

    Bubbleman schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Hier fehlt es ganz klar an einer Relation. Auch sind die Ursachen des
    > Krankenwageneinsatzes nicht benannt (soweit das möglich ist).

    Lies die Meldung. Es steht alles drin.

    "Seit 2014 sei rund 100 Mal der Krankenwagen zu Tesla gerufen worden, weil Mitarbeiter in Ohnmacht gefallen seien, Schwindel- oder Krampfanfälle bekommen, unter Atembeschwerden oder Brustschmerzen gelitten hätten. Hinzu kämen viele Notrufe wegen Verletzungen und anderer medizinischer Probleme. Das geht aus den Meldungen über die Vorfälle hervor, die der Guardian eingesehen hat."

    Dann ist die Originalmeldung des Guardians verlinkt, wo noch mehr Einzelheiten stehen.

    > So einen Artikel empfinde ich als Stimmungsmache.

    Ich empfinde bei so uninformierten Postings (ignorant möchte ich jetzt nicht direkt sagen) auch nicht gerade positive Dinge.

  5. Re: Schlecht recherchiert

    Autor: DG-82 19.05.17 - 18:05

    Ja klar sobald mal etwas negatives über Tesla auftaucht ist es schlecht recherchiert oder gelogen. Aber alle Hype Artikel sind natürlich wahr und richtig.

    Tjaja unsere deutsche Auto Industrie mit ihren qualitativ hochwertigen sparsamen verbrennen die die Hälfte eines äquivalenten Tesla kosten und die guten Arbeitsbedingungen sind ja so weit hinterher. So was kann auch nur von misanthropischen BWLern kommen.

  6. Re: Schlecht recherchiert

    Autor: budweiser 19.05.17 - 21:07

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bubbleman schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Hier fehlt es ganz klar an einer Relation. Auch sind die Ursachen des
    > > Krankenwageneinsatzes nicht benannt (soweit das möglich ist).
    >
    > Lies die Meldung. Es steht alles drin.

    Nee, da steht garnix drin. Ohnmacht, Schwindel, Krämpfe, Atembeschwerden, Brustschmerzen. Alles schön und (nicht) gut, aber inwiefern ist das Tesla und seinen "unhaltbaren Zuständen" und Arbeitsbedingungen anzulasten? Was hat Tesla unterlassen damit es soweit kommen konnte?? Wie oft kommt ein Krankenwagen zu einer anderen 10.000 MA Fabrik im gleichen Zeitraum?

  7. Re: Schlecht recherchiert

    Autor: WonderGoal 19.05.17 - 21:11

    DG-82 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja klar sobald mal etwas negatives über Tesla auftaucht ist es schlecht
    > recherchiert oder gelogen. Aber alle Hype Artikel sind natürlich wahr und
    > richtig.

    "mal etwas"? Es ist doch momentan schon fast ein Ritus, dass jedes Woche eine neue Schreckensmeldung ausgegraben wird. Click-Bait, Schadenfreude und Tesla sind die perfekte Kombination für die Verlage von heute.

    Letzte Woche der Absprung der Analysten von Morgan Stanley bzw. Goldman Sachs und eines wahnwitzigen Nischen-Gurus als Marc Faber, gefolgt von einem Abwärtstrend über 3 Tage, den man dies Woche wieder wett gemacht hat... bis zu diesem "Arbeitsbediungenen"-Skandal, der zum Börsenstart am Montag eh wieder verpufft sein wird.

    Bis zur nächsten Medienschälte... Es kristiallisiert sich langsam heraus, dass die psychologische Grenze von 300¤ nicht überschritten werden darf... dafür wird von vielen Seiten schon gesorgt. An den Shotsellern, die bei Tesla auch ordentlich dabei sind, aber bisher immer schön auf die Nase gefallen sind, liegt das jedenfalls nicht.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.05.17 21:19 durch WonderGoal.

  8. Re: Schlecht recherchiert

    Autor: ML82 20.05.17 - 00:52

    "Ohnmacht, Schwindel, Krämpfe, Atembeschwerden, Brustschmerzen" ... mit was wird dort gearbeitet, mit hoch konzentrierten Chemikalien? ist dass vielleicht eine Akkufabrik?

  9. Re: Schlecht recherchiert

    Autor: Butterblum 20.05.17 - 09:48

    budweiser schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Nee, da steht garnix drin. Ohnmacht, Schwindel, Krämpfe, Atembeschwerden,
    > Brustschmerzen. Alles schön und (nicht) gut, aber inwiefern ist das Tesla
    > und seinen "unhaltbaren Zuständen" und Arbeitsbedingungen anzulasten? Was
    > hat Tesla unterlassen damit es soweit kommen konnte??

    Da steht auch was drin bzgl. "Arbeit hart und die Schichten lang", was eben solche körperlichen Beschwerden durch Überlastung verursachen kann. Wenn das Werk in Kalifornien? steht, hat man als AG z.B. gefälligst für eine vernünftige Klimatisierung zu sorgen, damit das Personal eben nicht ständig aus den Latschen kippt.
    Auch der Vergleich mit einer 10.000 EW-Kleinstadt funktioniert nicht wirklich. Immerhin ist hier das ganze Spektrum an Lebenszeitaltern, physischer Verfassung und Unfallsituationen im Freizeitbereich gegeben, von stürzenden Kleinkindern bis zum Herzanfall bei Senioren. In einer Fabrik dürfte der Durchschnitt weitaus gesünder und belastbarer sein, und es obliegt dem AG Bedingungen zu schaffen, die die Gefahr von Unfällen so gut als möglich vermindern.

    >Wie oft kommt ein Krankenwagen zu einer anderen 10.000 MA Fabrik im gleichen >Zeitraum?
    Die Frage ist als einzige legitim.

    Ich habe in jungen Jahren, nicht allzuweit von einer Großfabrik eines deutschen Autounternehmers gewohnt, immerhin war mein Vater dort tätig (17.000 Arbeiter/Angestellte). Ok, es waren schon ein paar Meter und ich stand nicht 3 Jahre an allen 3 (oder mehr) Werktoren. Aber es täte mich doch sehr wundern, wenn in Relation ~170 Einsätze erforderlich gewesen wären. Man gönnt sich sogar den Luxus einer eigenen Betriebsfeuerwehr, die 24/7 wacht und ganz sicher einer Notfallstation. Selbst wenn die sich nur den Hintern plattdrücken.

    Letztendlich ist die Diskrepanz zwischen der Vision zukunftsträchtiger Technik einerseits und Arbeitsbedingungen aus den industriellen Anfängen andererseits, zu pikant, als das es sich darüber nicht vortrefflich lästern ließe. Als Hipster und Gutmensch, dessen einzige körperliche Belastung darin besteht, den ganzen Tag sein Mäuschen zu schieben, müsste man den Kauf also meiden :).



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 20.05.17 09:54 durch Butterblum.

  10. Re: Schlecht recherchiert

    Autor: Bujin 20.05.17 - 10:33

    Ich glaube nicht man kann jeden Artikel gut recherchieren und noch Geld mit so einer Website verdienen. Journalisten sind teuer. Glaubt ihr wenn sich da einer nen Tag hinsetzt holt man das jemals wieder rein? Meldungen wie diese sind einfach nur der Vollständigkeit halber hier damit man nicht dutzende Seiten an zu surfen muss um seine Lücken zu stopfen.

  11. Re: Schlecht recherchiert

    Autor: Bubbleman 20.05.17 - 11:06

    Hallo

    Ich möchte es nochmal betonen und mich selbst zitieren:
    >So einen Artikel empfinde ich als Stimmungsmache. Und zwar ganz egal um welchen Betrieb es geht.
    Man beachte besonders den zweiten Satz.

    Ein Artikel/Autor der etwas anprangert und damit dazu geeignet ist etwas oder jemanden zu schädigen, sollte Wert darauf legen, dass die darin genannten Fakten nachvollziehbar und belastbar sind.
    Mir ist es GANZ EGAL ob es um Tesla, BMW, Siemens oder BASF geht.
    Eine absolute Zahl, die vermeintlich skandalös hoch ist, zu nennen ohne eine Relation herzustellen empfinde ich als unseriös. Wenn ich beim TÜV oder einer Berufsgenossenschaft beschäftigt wäre, könnte ich die genannten Zahlen wohl aus mir selbst heraus interpretieren. Bin ich aber nicht.
    Ich vermute, dass so ein Artikel bei der breiten Leserschaft eine Meinung sät oder sprießen lässt.

    Ich empfehle den gelegentlichen Besuch von http://uebermedien.de/

  12. Re: Schlecht recherchiert

    Autor: Bubbleman 20.05.17 - 11:30

    Die Zeit zum Editieren war abgelaufen, daher zweites Posting:

    Ich habe eine 60 sek. "Recherche" durchgeführt, die sicher nicht sauber und valide ist, nur um mein eigenes Interesse etwas zu befriedigen:
    http://www.dguv.de/de/zahlen-fakten/au-wu-geschehen/au-1000-vollarbeiter/index.jsp

    Vielleicht (!) können diese Zahlen ganz grob (!) miteinander ins Verhältnis gesetzt werden:

    Die BG Holz und Metall meldet 2015
    36,97 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1000 Vollarbeiter.
    oder
    23,55 Meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1 Mio. geleisteter Arbeitsstunden.

    Annahme: 1 meldepflichtiger Arbeitsunfall=1 Krankenwageneinsatz

    Tesla: 10000 Arbeiter x 8 Std/Tag (Mittelwert?) x 365 Tage = 29.200.000 Arbeitsstunden/Jahr

    Krankenwagen 100x in 3 Jahren = 34x pro Jahr plus 50x (Annahme) "viele Notrufe wegen Verletzungen und anderer medizinischer Probleme." = 84x Krankenwagen pro Jahr.
    Also 84 Einsätze pro 29.200.000 Arbeitsstunden/Jahr = 2,87 Einsätze pro 1.000.000 Arbeitsstunden/Jahr

    Natürlich ist das alles nicht 1:1 miteinander zu vergleichen, gibt aber vielleicht einen kleinen Anhalt über was wir hier reden.

  13. Re: Schlecht recherchiert

    Autor: Butterblum 20.05.17 - 16:43

    Bubbleman schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Zeit zum Editieren war abgelaufen, daher zweites Posting:
    >
    > Ich habe eine 60 sek. "Recherche" durchgeführt, die sicher nicht sauber und
    > valide ist, nur um mein eigenes Interesse etwas zu befriedigen:
    > www.dguv.de
    >
    > Vielleicht (!) können diese Zahlen ganz grob (!) miteinander ins Verhältnis
    > gesetzt werden:
    >
    > Die BG Holz und Metall meldet 2015
    > 36,97 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1000 Vollarbeiter.
    > oder
    > 23,55 Meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1 Mio. geleisteter Arbeitsstunden.
    >
    > Annahme: 1 meldepflichtiger Arbeitsunfall=1 Krankenwageneinsatz
    >
    > Tesla: 10000 Arbeiter x 8 Std/Tag (Mittelwert?) x 365 Tage = 29.200.000
    > Arbeitsstunden/Jahr
    >
    > Krankenwagen 100x in 3 Jahren = 34x pro Jahr plus 50x (Annahme) "viele
    > Notrufe wegen Verletzungen und anderer medizinischer Probleme." = 84x
    > Krankenwagen pro Jahr.
    > Also 84 Einsätze pro 29.200.000 Arbeitsstunden/Jahr = 2,87 Einsätze pro
    > 1.000.000 Arbeitsstunden/Jahr
    >
    > Natürlich ist das alles nicht 1:1 miteinander zu vergleichen, gibt aber
    > vielleicht einen kleinen Anhalt über was wir hier reden.
    Warum nimmst du nicht einfach die 36irgendwas hochgerechnet auf 10.000?
    Wären 369x3 knapp 1100 Arbeitsunfälle in 3 Jahren. Oder habe ich jetzt einen Denkfehler?

    Aber ja, der Vergleich hinkt. Weder weißt du, wieviele Stunden die Arbeiter bei Tesla ran müssen (angeblich mehr als 8h). Noch werden selbst die Amis 365 Tage im Jahr arbeiten.
    "Holz&Metall" ist ein sehr breites Arbeitsfeld. Das umfasst alle Unternehmen, Arbeitnehmer, die in der Herstellung von Holz/Metall involviert sind und die Industrie, die Holz/Metall be-, oder verarbeitet.
    Gerade im Vergleich sollten die Arbeitnehmer im Auto-, oder Maschinenbau in hochtechnisierten, automatisierten Fabriken mit Kollege Industrieroboter weitaus weniger unfallgefährdet sein, als jemand in einem Sägewerk, am Bau, in einer Stahlhütte. Wenn der AG seine Hausaufgaben macht.
    "Kotflügel fällt!" ist jetzt kein Wortsinn der jedem geläufig wäre.

    Tesla gibt zu, dass die Arbeitssicherheit ausbaufähig ist und man diese zum Wohle der Massenproduktion runterschraubt, um die Kunden zu bedienen. Mehr müssen sie garnicht sagen, alles andere ist Interpretation und Zahlenspiel.

  14. Re: Schlecht recherchiert

    Autor: thinksimple 20.05.17 - 17:29

    Das ist schon sehr grob verglichen. Ein meldepflichtiger Arbeitsunfall ist nicht gleich Krankenwagen. In DE zählt auch der Weg zur Arbeit dazu. Jede Verletzung in der Arbeit oder auf dem Weg zur oder von der Arbeit die eine Arbeitsunfähigkeit von min. 3 Tagen nach sich zieht ist zu melden. In den USA ist das anders. Wer in US auf dem weg zur Arbeit ausrutscht und sich den Fuß bricht und mehrere Wochen krank ist hat Pech. Lohnfortzahlung gibt's eh nicht. Und in die Arbeitssicherheitsstatistik kommt das auch nicht rein.

    Wenn alles andere autonom ist, ist der Mensch dann noch autonom?

  15. Re: Schlecht recherchiert

    Autor: Bubbleman 21.05.17 - 12:51

    > Warum nimmst du nicht einfach die 36irgendwas hochgerechnet auf 10.000?
    > Wären 369x3 knapp 1100 Arbeitsunfälle in 3 Jahren. Oder habe ich jetzt
    > einen Denkfehler?

    Hast keinen Denkfehler Das sind schlicht zwei unterschiedliche Berechnungsgrundlagen. Der Vollständigkeit halber.
    1. Meldepflichtige Arbeitsunfälle pro 1000 Vollarbeiter
    2. Meldepflichtige Arbeitsunfälle pro 1.000.000 Arbeitsstunden

    zu 1: Würde auf die Zahlen im Artikel, unter Beibehaltung meiner Annahmen hochgerechnet bedeuten
    -> Tesla: 84x Krankenwagen pro Jahr bei Belegschaft von 10.000
    -> DE: 369,7 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 10.000 Vollarbeiter

    zu 2: Mit 8 Stunden Arbeitszeit weiß man nicht, stimmt. Vielleicht kommen die 8 Stunden im Durchschnitt aber hin wenn man es als Jahresmittel über alles annimmt. Würden Sie noch mehr arbeiten, würden sich die Zahlen weiter zu Gunsten Tesla verschieben.

    Aber egal. Mir geht es nicht darum einen Konzern zu verteidigen, sondern darum für mich raus zu finden wie ich die im Artikel genannten Zahlen einordnen kann.
    Für mich komme ich zu dem Schluss, dass die Rate an Arbeitsunfällen bzw. Erkrankungen am Arbeitsplatz bei Tesla nicht skandalös höher ist als in anderen Betrieben. Gleichzeitig ist eine Minimierung immer anzustreben.

  16. Re: Schlecht recherchiert

    Autor: chefin 22.05.17 - 11:23

    Bubbleman schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Zeit zum Editieren war abgelaufen, daher zweites Posting:
    >
    > Ich habe eine 60 sek. "Recherche" durchgeführt, die sicher nicht sauber und
    > valide ist, nur um mein eigenes Interesse etwas zu befriedigen:
    > www.dguv.de
    >
    > Vielleicht (!) können diese Zahlen ganz grob (!) miteinander ins Verhältnis
    > gesetzt werden:
    >
    > Die BG Holz und Metall meldet 2015
    > 36,97 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1000 Vollarbeiter.
    > oder
    > 23,55 Meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1 Mio. geleisteter Arbeitsstunden.
    >
    > Annahme: 1 meldepflichtiger Arbeitsunfall=1 Krankenwageneinsatz
    >
    > Tesla: 10000 Arbeiter x 8 Std/Tag (Mittelwert?) x 365 Tage = 29.200.000
    > Arbeitsstunden/Jahr
    >
    > Krankenwagen 100x in 3 Jahren = 34x pro Jahr plus 50x (Annahme) "viele
    > Notrufe wegen Verletzungen und anderer medizinischer Probleme." = 84x
    > Krankenwagen pro Jahr.
    > Also 84 Einsätze pro 29.200.000 Arbeitsstunden/Jahr = 2,87 Einsätze pro
    > 1.000.000 Arbeitsstunden/Jahr
    >
    > Natürlich ist das alles nicht 1:1 miteinander zu vergleichen, gibt aber
    > vielleicht einen kleinen Anhalt über was wir hier reden.

    Diese Annahme ist sowas von Falsch.

    Ich führe bzw bin mit verantwortlich für unser Unfalltagebuch der BG. Wir haben da 50 Einträge und noch keinen Krankenwagen. In Deutschland kommt selbst das Pflaster, weil man sich den Finger an der Zange klemmt und es blutet oder sich mit dem Cuttermesser verletzt, in dieses Tagebuch.

    Krankenwagen kommt wenn derjenige nicht mehr mit Bordmitteln auf die Füße zu bringen ist. Also ca 1% der Eintragungen. Hier in Deutschland ist ein Krankenwagen am Werkstor richtig dicker Verlust. Wenn die BG ihre Beiträge von 2,1 auf 2,3% anhebt und man hat 10.000 Mitarbeiter mit 3000 Euro/Schnitt kostet der BG Beitrag 6Euro/Mitarbeiter und Monat mehr. Fast 1 Million Euro kommen dann im Jahr dazu. Diese "kleine" Anhebung hat man sich schnell gefangen. 2 Betriebe weiter sind die Beiträge um 0,4% gestiegen als ein Mitarbeiter sich am Plasmaschneider tödlich verletzt hat. Und das obwohl dieser Mitarbeiter weder die Notausvorrichtung beträtigt hat und auf Service geschaltet noch den Kollegen bescheid gesagt wie es vorschrift ist. Er ist einfach hinter die Absperrung gegangen. Die Türe mit dem Sicherheitsschalter hat die Anlage erstmal still gelegt. Er wollte wohl ein Blech zurecht schieben oder was reinigen. Die Türe ist zugefallen, die Anlage startete alleine. Hier hätte wohl ein seperater Startbefehl das Unglück verhindert. Nun gibt es diesen. Das öffnen der Türe wäre ohne Notaus nicht möglich gewesen, aber das war auch umgebaut worden.

    Alles in allem: 100% Freispruch für die Firma, trotzdem hohe Beiträge seitdem. Deswegen wird hier viel besser auf Arbeitssicherheit geachtet. Nicht das die nicht auch Gewinngeil wären, aber dank BG-Beiträge macht man mehr Gewinn wenn man weniger Unfälle hat.

    Daher die obigen Zahlen bitte als absolute Zahlen aller Vorkommnisse ansehen. Und die BG besteht drauf (auch wenns nicht grundsätzlich so gemacht wird) das jedes Pflaster und jeder Messerschnitt Eingetragen werden muss

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