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was soll dieser ewige Wachstum?

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  1. was soll dieser ewige Wachstum?

    Autor: tearcatcher 24.01.20 - 12:03

    was soll dieser ewige Wachstum eines Unternehmens?

    so sehr wachsen, dass man am Ende als ungeliebter Monopolist da steht und bedroht wird, zerschlagen zu werden?

    klar ... da vergehen schon mal gerne Jahre/Jahrzehnte ... aber rational vernünftig erklärbar ist das nicht

  2. Re: was soll dieser ewige Wachstum?

    Autor: Automagisch 24.01.20 - 12:08

    Hast du dir mal Teslas Masterpläne angeschaut? Die sind nicht erreichbar, wenn man pro Jahr nur eine Handvoll Fahrzeuge produziert.

  3. Re: was soll dieser ewige Wachstum?

    Autor: sofries 24.01.20 - 12:26

    tearcatcher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > was soll dieser ewige Wachstum eines Unternehmens?
    >
    > so sehr wachsen, dass man am Ende als ungeliebter Monopolist da steht und
    > bedroht wird, zerschlagen zu werden?
    >
    > klar ... da vergehen schon mal gerne Jahre/Jahrzehnte ... aber rational
    > vernünftig erklärbar ist das nicht

    Ich schalte mental immer ab, wenn jemand Begriffe wie "ewiges Wachstum" als etwas negatives betrachtet ohne sich damit beschäftigt zu haben. Jedes Unternehmen sollte auf Wachstum achten. Es gibt natürlich Arten von Wachstum, die sehr riskant sein können, etwa wenn sie in Antizipation auf Marktentwicklungen erfolgen, die nie eintreffen, aber bei einer vernünftige und ausgereifte Wachstumstrategie führt zu mehr Auswahl für die Konsumenten, mehr Arbeitsplätzen und mehr Geld für die Inhaber/Anteilseigner.

    Wachstum bedeutet auch nicht zwangsläufig Monopolismus. Wenn ein Unternehmen einen Wachstumsmarkt ermittelt und einsteigt, führt das im Regelfall dazu, dass viele Konkurrenten einsteigen und verschiedene Nischen abgreifen oder sich über Features und Preise absetzen.

    Das sieht man im Smartphonemarkt sehr gut. Apple hat mit dem ersten iPhone den Markt besonders relevant gemacht und obwohl es bei den Betriebssystemen nur iOS und Android gibt, hat man bei Smartphones die Wahl unter hunderten von Herstellern zu allen möglichen Preisen. Heutzutage kann man sich ein Top Xiaomi Gerät für 100¤ kaufen, was ordentlich fürs Surfen, Youtube und WhatsApp ist. Man kann sich auch ein iPhone 11 Pro Max für 1250¤, was einer der besten Kameras, ein sehr gutes OLED Display und mit dem A13 das stärkste SoC hat. Dazwischen findet man aber auch preiswertere Topgeräte von OnePlus, Samsung, Huawei, LG, HTC, Sony usw usf.

    Irgendwann stagniert ein bestehender Markt und Hersteller suchen nach neuen Märkten, was dort wieder für größere technologische Entwicklungen sorgt (siehe aktuell kabellose Kopfhörer).

  4. Re: was soll dieser ewige Wachstum?

    Autor: wiseboar 24.01.20 - 12:58

    sofries schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > tearcatcher schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > was soll dieser ewige Wachstum eines Unternehmens?
    > >
    > > so sehr wachsen, dass man am Ende als ungeliebter Monopolist da steht
    > und
    > > bedroht wird, zerschlagen zu werden?
    > >
    > > klar ... da vergehen schon mal gerne Jahre/Jahrzehnte ... aber rational
    > > vernünftig erklärbar ist das nicht
    >
    > Ich schalte mental immer ab, wenn jemand Begriffe wie "ewiges Wachstum" als
    > etwas negatives betrachtet ohne sich damit beschäftigt zu haben. Jedes
    > Unternehmen sollte auf Wachstum achten. Es gibt natürlich Arten von
    > Wachstum, die sehr riskant sein können, etwa wenn sie in Antizipation auf
    > Marktentwicklungen erfolgen, die nie eintreffen, aber bei einer vernünftige
    > und ausgereifte Wachstumstrategie führt zu mehr Auswahl für die
    > Konsumenten, mehr Arbeitsplätzen und mehr Geld für die
    > Inhaber/Anteilseigner.
    >
    > Wachstum bedeutet auch nicht zwangsläufig Monopolismus. Wenn ein
    > Unternehmen einen Wachstumsmarkt ermittelt und einsteigt, führt das im
    > Regelfall dazu, dass viele Konkurrenten einsteigen und verschiedene Nischen
    > abgreifen oder sich über Features und Preise absetzen.
    >
    > Das sieht man im Smartphonemarkt sehr gut. Apple hat mit dem ersten iPhone
    > den Markt besonders relevant gemacht und obwohl es bei den Betriebssystemen
    > nur iOS und Android gibt, hat man bei Smartphones die Wahl unter hunderten
    > von Herstellern zu allen möglichen Preisen. Heutzutage kann man sich ein
    > Top Xiaomi Gerät für 100¤ kaufen, was ordentlich fürs Surfen, Youtube und
    > WhatsApp ist. Man kann sich auch ein iPhone 11 Pro Max für 1250¤, was einer
    > der besten Kameras, ein sehr gutes OLED Display und mit dem A13 das
    > stärkste SoC hat. Dazwischen findet man aber auch preiswertere Topgeräte
    > von OnePlus, Samsung, Huawei, LG, HTC, Sony usw usf.
    >
    > Irgendwann stagniert ein bestehender Markt und Hersteller suchen nach neuen
    > Märkten, was dort wieder für größere technologische Entwicklungen sorgt
    > (siehe aktuell kabellose Kopfhörer).

    +1
    Leute, die aus Prinzip gegen Wachstum wettern, haben unser System (was sicherlich seine Fehler hat) nicht verstanden. Wir kennen nix besseres. Und statistisch betrachtet tut uns Wohlstand gut.

  5. Re: was soll dieser ewige Wachstum?

    Autor: ssj3rd 24.01.20 - 13:40

    Soll Tesla etwa anfangen zu stagnieren oder gar schrumpfen? Wem bringt das was?

  6. Re: was soll dieser ewige Wachstum?

    Autor: Omnibrain 24.01.20 - 14:40

    > was soll dieser ewige Wachstum eines Unternehmens?
    >

    Wachsen ja nicht ewig - siehe VW. Sagen Sie im nächsten Satz ja selber, versteh nicht wieso die Wachstumskritiker sich ständig selber widersprechen.

    > so sehr wachsen, dass man am Ende als ungeliebter Monopolist da steht und
    > bedroht wird, zerschlagen zu werden?
    >

    Man wird nicht zerschlagen - passiert höchst selten. Auch Monopolist ist höchst selten. VW hat ein Monopol genau wo ?

    > klar ... da vergehen schon mal gerne Jahre/Jahrzehnte ... aber rational
    > vernünftig erklärbar ist das nicht

    Es ist rational vernünftig erklärbar, wenn man die Erklärung versteht:

    Man hat ein gutes Produkt X, besser als die Angebote der Konkurrenz Y1…Yn, dann wird man mehr gekauft und kann das Produkt verbessern. So verkauft man immer mehr X - die Konkurrenz holt idR. auf und lernt dazu, aber wenn man besteht über Jahre und Jahrzehnte überlebt man und wird ein Riesenkonzern.

    Dann kommt jemand mit Produkt Z, dass so weit anders ist, dass Produkt X quasi überflüssig ist, aber die Firma will nicht Produkt Xz entwickeln, weil Produkt X sich noch gut verkauft und man sich so selber das Wasser abgraben würde.
    Der Entwickler von Produkt Z wird größer, wächst und *repeat*. Das Spiel beginnt von vorne.

    Manchmal kommen die großen Firmen mit Produkt K daher und überleben - gutes Beispiel Mircrosoft die vom Betriebssystemhersteller zum Cloudanbieter geworden sind. Oder Apple von Computern über Musikdienst zu Telefonhersteller.

    In ihrem präferierten Wirtschaftssystem würden wir immer noch durch den Wald rennen, um den besten Stein für einen Faustkeil zu suchen, der so schön ist wie der vom Großvater den er mit ins Grab nahm.

  7. Re: was soll dieser ewige Wachstum?

    Autor: Huegelstaedt 24.01.20 - 15:54

    wiseboar schrieb:
    > +1
    > Leute, die aus Prinzip gegen Wachstum wettern, haben unser System (was
    > sicherlich seine Fehler hat) nicht verstanden. Wir kennen nix besseres. Und
    > statistisch betrachtet tut uns Wohlstand gut.


    Auch wenn man die geäußerte Kritik durchaus als sehr oberflächlich betrachten kann und man den Wachstumsdynamiken, insbesondere auf Firmenebene, sehr viel positives abgewinnen kann, vermute ich einfach mal, dass du dich mit den systemimmanenten Widersprüchen eines vollkommen auf Wachstum ausgelegten Wirtschaftssystems nicht sonderlich tiefgreifend beschäftigt hast. Sonst würdest du solche übersimplistischen Aussagen nicht tätigen.
    1. Unser komplettes Geldsystem ist 100 %ig auf Wachstum ausgelegt, wenn es zu einem Zustand kommt, in dem praktisch kein Wachstum mehr vorhanden ist - sebst wenn alles sowohl ökologisch als auch aus arbeitsökonomisch (d.h. keine Massenarbeitslosigkeit) nachhaltig geschieht - ist es nur eine Frage der Zeit bis der Bankensektor in sich zusammenbricht. Realistischerweise braucht es noch nicht mal Nullwachstum, sondern schon geringe Wachstumsraten reichen aus, um Verschuldungsdynamiken auszulösen, die unseren Wohlstand gefährden.
    2. Kapital akkumuliert sich immer schneller als das BIP steigt. Das war eigentlich immer so und kann mit durch enormen poltiischen Willen eingehegt werden, was aber nicht passiert, denn Kapital = Einfluss. Daraus entsteht eine Unterkonsumptionsdynamik, die sich in steigender Staatsverschuldung, abnahme von renditeträchtigen Anlageformen und Krisen niederschlägt. Paradoxerweise versuchen wir gerade dieses Problem zu lösen indem wir noch mehr Geld in die Fianzmärkte pumpen. Was aber langfristig nicht funktionieren kann.
    3. Die Verwerfungen führen dazu, dass sich Staaten versuchen auf Kosten der Nachbarn zu sanieren (*hust* Deutschland *hust*), was aber nur zu noch größeren Ungleichgewichten führt und letztlich die Staaten in einen knallharten Wettbewerb um Märkte gegeneinander ausspielt, der aber wesentlich weniger produktiv ist als gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.
    4. Da selbst die Krisen und die Art wie wir diese bewältigt haben nur insignifikant dazu beigetragen haben den Widerspruch in 2. aufzulösen, steigt die Unzufriedenheit innerhalb der Bevölkerung und damit die Wahrscheinlichkeit, dass internationale Konflikte ausbrechen. Diese Konflikte führen dann zu einer massiven Zerstörung von Wohlstand, vernichten aber in einem noch viel größeren Umfang das akkumulierte Kapital und schaffen damit rentable Anlagemöglichkeiten und den Nährboden damit man wieder ein paar Jahrzehnte so tun kann als ob der wachstumsorientierte Kapitalismus hervorragend funktioniert, da er ja innerhalb relativ kurzer Zeit die Trümmer des Krieges - den er selbst zu verantworten hat - beseitigt und neuen Wohlstand geschaffen hat (und ja ich weis, es gibt auch immer Gründe für Krieg die außerhalb einer ökonomischen Betrachtung liegen).
    5. Verringtertes Wachstum war neben der kompletten Leugnung das Argument Nummer 1 um gegen Veränderungen wegen des Klimawandels zu agitieren. Dieses Argument mag falsch sein, aber es sagt doch einiges aus, wenn es in unserer Zeit schon ausreicht ein Szenario zu zeichnen, in dem der Wachstum geringer ausfällt, um Entscheidungsträger von verantwortungsvoller Politik abzuhalten.
    6. Die Verelendungsprozesse in den unteren Dezilen der Einkommensverteilung, die durch 2. und 3. ausgelöst werden eignen sich auch hervorragend dazu verantwortungsvolle Poltik als Elitenpolitk zu brandmarken und Fortschritt zu verhindern (siehe Rechtsparteien überall auf der Welt).

    Ja, Wachstum ist an sich erstmal was gutes. Aber ungebremstes Wachstum ist Krebs. Und ich weis genau, wenn wir wieder eine Finanzkrise haben werden - und ich behaupt einfach mal es ist nur eine Frage der Zeit - dann wird die Bereitschaft unproduktives Kapital durch Steuern aus den Märkten zu nehmen und durch produktive, nachhaltige Investitionen die Wirtschaft anzukurbeln noch mehr sinken und das obwohl es eine deutlich bessere Krisenstrategie wäre als die EZB anzuweisen Kapitalisten mit Zentralbankgeld totzuwerfen.
    Neben den üblichen Verdächtigen, die gegen so eine Poltik auf die Barrikaden gehen würden, birgt diese Strategie auch die Gefahr, dass Kapital aus der Wirtschaft abgezogen wird, wenn andere Länder nicht ebenso verfahren. Ich persönlich vertrete die Position, dass die positiven Effekte die negativen einer möglichen Kapitalflucht mehr als nur überwiegen. Aber wenn man sowieso schon 100 % der Kapitalisten gegen sich hat und damit auch 95 % der Medien, kann man noch so lange argumentieren, das Narrativ des Schreckens wird sich durchsetzen in dem Deutschland vollkommen abgehängt werden könnte, weil es die guten Investoren vergrault.

    So jetzt brauch ich einen Tee um meinen Puls wieder zu beruhigen.

  8. Re: was soll dieser ewige Wachstum?

    Autor: wiseboar 24.01.20 - 19:27

    Huegelstaedt schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > wiseboar schrieb:
    > > +1
    > > Leute, die aus Prinzip gegen Wachstum wettern, haben unser System (was
    > > sicherlich seine Fehler hat) nicht verstanden. Wir kennen nix besseres.
    > Und
    > > statistisch betrachtet tut uns Wohlstand gut.
    >
    > Auch wenn man die geäußerte Kritik durchaus als sehr oberflächlich
    > betrachten kann und man den Wachstumsdynamiken, insbesondere auf
    > Firmenebene, sehr viel positives abgewinnen kann, vermute ich einfach mal,
    > dass du dich mit den systemimmanenten Widersprüchen eines vollkommen auf
    > Wachstum ausgelegten Wirtschaftssystems nicht sonderlich tiefgreifend
    > beschäftigt hast. Sonst würdest du solche übersimplistischen Aussagen nicht
    > tätigen.
    > 1. Unser komplettes Geldsystem ist 100 %ig auf Wachstum ausgelegt, wenn es
    > zu einem Zustand kommt, in dem praktisch kein Wachstum mehr vorhanden ist -
    > sebst wenn alles sowohl ökologisch als auch aus arbeitsökonomisch (d.h.
    > keine Massenarbeitslosigkeit) nachhaltig geschieht - ist es nur eine Frage
    > der Zeit bis der Bankensektor in sich zusammenbricht. Realistischerweise
    > braucht es noch nicht mal Nullwachstum, sondern schon geringe
    > Wachstumsraten reichen aus, um Verschuldungsdynamiken auszulösen, die
    > unseren Wohlstand gefährden.
    > 2. Kapital akkumuliert sich immer schneller als das BIP steigt. Das war
    > eigentlich immer so und kann mit durch enormen poltiischen Willen eingehegt
    > werden, was aber nicht passiert, denn Kapital = Einfluss. Daraus entsteht
    > eine Unterkonsumptionsdynamik, die sich in steigender Staatsverschuldung,
    > abnahme von renditeträchtigen Anlageformen und Krisen niederschlägt.
    > Paradoxerweise versuchen wir gerade dieses Problem zu lösen indem wir noch
    > mehr Geld in die Fianzmärkte pumpen. Was aber langfristig nicht
    > funktionieren kann.
    > 3. Die Verwerfungen führen dazu, dass sich Staaten versuchen auf Kosten der
    > Nachbarn zu sanieren (*hust* Deutschland *hust*), was aber nur zu noch
    > größeren Ungleichgewichten führt und letztlich die Staaten in einen
    > knallharten Wettbewerb um Märkte gegeneinander ausspielt, der aber
    > wesentlich weniger produktiv ist als gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.
    > 4. Da selbst die Krisen und die Art wie wir diese bewältigt haben nur
    > insignifikant dazu beigetragen haben den Widerspruch in 2. aufzulösen,
    > steigt die Unzufriedenheit innerhalb der Bevölkerung und damit die
    > Wahrscheinlichkeit, dass internationale Konflikte ausbrechen. Diese
    > Konflikte führen dann zu einer massiven Zerstörung von Wohlstand,
    > vernichten aber in einem noch viel größeren Umfang das akkumulierte Kapital
    > und schaffen damit rentable Anlagemöglichkeiten und den Nährboden damit man
    > wieder ein paar Jahrzehnte so tun kann als ob der wachstumsorientierte
    > Kapitalismus hervorragend funktioniert, da er ja innerhalb relativ kurzer
    > Zeit die Trümmer des Krieges - den er selbst zu verantworten hat -
    > beseitigt und neuen Wohlstand geschaffen hat (und ja ich weis, es gibt auch
    > immer Gründe für Krieg die außerhalb einer ökonomischen Betrachtung
    > liegen).
    > 5. Verringtertes Wachstum war neben der kompletten Leugnung das Argument
    > Nummer 1 um gegen Veränderungen wegen des Klimawandels zu agitieren. Dieses
    > Argument mag falsch sein, aber es sagt doch einiges aus, wenn es in unserer
    > Zeit schon ausreicht ein Szenario zu zeichnen, in dem der Wachstum geringer
    > ausfällt, um Entscheidungsträger von verantwortungsvoller Politik
    > abzuhalten.
    > 6. Die Verelendungsprozesse in den unteren Dezilen der
    > Einkommensverteilung, die durch 2. und 3. ausgelöst werden eignen sich auch
    > hervorragend dazu verantwortungsvolle Poltik als Elitenpolitk zu
    > brandmarken und Fortschritt zu verhindern (siehe Rechtsparteien überall auf
    > der Welt).
    >
    > Ja, Wachstum ist an sich erstmal was gutes. Aber ungebremstes Wachstum ist
    > Krebs. Und ich weis genau, wenn wir wieder eine Finanzkrise haben werden -
    > und ich behaupt einfach mal es ist nur eine Frage der Zeit - dann wird die
    > Bereitschaft unproduktives Kapital durch Steuern aus den Märkten zu nehmen
    > und durch produktive, nachhaltige Investitionen die Wirtschaft anzukurbeln
    > noch mehr sinken und das obwohl es eine deutlich bessere Krisenstrategie
    > wäre als die EZB anzuweisen Kapitalisten mit Zentralbankgeld totzuwerfen.
    > Neben den üblichen Verdächtigen, die gegen so eine Poltik auf die
    > Barrikaden gehen würden, birgt diese Strategie auch die Gefahr, dass
    > Kapital aus der Wirtschaft abgezogen wird, wenn andere Länder nicht ebenso
    > verfahren. Ich persönlich vertrete die Position, dass die positiven Effekte
    > die negativen einer möglichen Kapitalflucht mehr als nur überwiegen. Aber
    > wenn man sowieso schon 100 % der Kapitalisten gegen sich hat und damit auch
    > 95 % der Medien, kann man noch so lange argumentieren, das Narrativ des
    > Schreckens wird sich durchsetzen in dem Deutschland vollkommen abgehängt
    > werden könnte, weil es die guten Investoren vergrault.
    >
    > So jetzt brauch ich einen Tee um meinen Puls wieder zu beruhigen.

    Danke für den ausführlichen Beitrag.
    Ich bin persönlich ziemlich empfindlich was unreflektierte Kapitalismuskritik angeht, aber diesem Post kann ich viel abgewinnen

    Ich hab mich wohl damit beschäftigt, und bin sicherlich nicht mit den Maßnahmen der EZB einverstanden. Fakt ist, dass die Märkte einfach nicht das tun wollen, was einem die Wirtschaftstheorien erzählen. Sonst wäre es durch die Gelder der EZB schon lange zu einer massiv erhöhten Inflation gekommen. Aber da will ich mich gar nicht mehr zu viel rein begeben, politisches Pfuschen hat noch keinem System geholfen.

    Es wird gerne mit Geld und Wachstum argumentiert. Mir geht es um das Fundament dahinter. Was ist Geld? Nix anderes als eine Idee: das ein anderer Mensch für dich etwas macht. Er gibt dur einen Apfel, er putzt für dich etc etc. Ich bekomme Geld indem ich für andere was mache, ich Verbraucher Geld wenn ich von jemand anderes was brauche. Unternehmen sind ein Haufen Leute die gemeinsam an etwas arbeiten. Punkt.
    Also was ist Wachstum? Entweder mehr Wert für andere schaffen (mehr verdienen), oder weniger brauchen um dasselbe zu bekommen, Punkt 2 ist mir wichtig: das ist nämlich Effizienz und Fortschritt. Und daran erkenn ich nix negatives, das Fundament ist gut.

    Natürlich gilt es bestimmte Extrema nicht zuzulassen - aber selbst ein Monopol ist wurscht wenn die Stellung nicht wettbewerbsverzerrend ausgenutzt wird. Die Gesetzgebung ist hier aber sicherlich noch zu lasch.

    Also nein, ich sehe kein Problem wenn eine Firma ungebremst wächst. Das bedeutet sie schafft unheimlich viel Wert für unheimlich viele Menschen, nämlich die Kunden und den Besitzern. Und solange keine moralisch verwerflichen Dinge dabei geta n werden (die es politisch zu verhindern gilt) ist das ok so.

    Ruhig Blut und viel Spaß mit deinem Tee ;)

  9. Re: was soll dieser ewige Wachstum?

    Autor: senf.dazu 26.01.20 - 12:09

    Ist doch gar kein Wachstum - nur gähnend laangsaamer Umbau auf EE ..

    Davon abgesehen - erzähl mal den Armuts-Mrd auf der Erde das wir keine Wachstum mehr brauchen ..

    Oder unserer jüngeren Generation inkl. Greta das wir keine Umbau unserer Technik brauchen ..



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.01.20 12:11 durch senf.dazu.

  10. Re: was soll dieser ewige Wachstum?

    Autor: Fernando-05 16.02.20 - 08:39

    TESLA kann noch mal um den Faktor 10 wachsen, dann bauen sie alle 8 Sekunden ein Auto.
    Weltweit werden aber pro Sekunde 4 Stück gebaut, da ist noch gewaltiges Potential nach oben.

    Bald eine Million TESLA Autos!
    https://www.live-counter.com/tesla-motors/

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