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Keine Ahnung, aber davon viel. Bye bye 100 Jahre Erfahrung...

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  1. Keine Ahnung, aber davon viel. Bye bye 100 Jahre Erfahrung...

    Autor: Christian HA 11.11.20 - 15:00

    Tja, seit 7 - 9 Jahren ist bekannt, dass (mindestens) 70 % der aktuell Beschäftigten in der Automobilbranche gehen dürfen. Nichts Neues an der Front, auch wenn man jetzt blöd aus der Wäsche guckt und so tut als wüsste man von nichts.
    Und als ob man 7 Jahre Rückstand nur annähernd aufholen kann.

    Daimler selbst wurde das 2015 höchstpersönlich und öffentlich (CAE Daimler Conference 07/2015) auf's Brot geschmiert, dass das aktuelle Personal überflüssig und die Produkte eine Sackgasse sind. Da wurde noch laut gelacht im Publikum. Die autistischen Spinner eben, die da komisches Zeug fabulieren. Und dieser Musk obendrein.
    Jetzt kann man sich eher über die Manager kaputtlachen, die ernsthaft meinen: 10x Geld * 10x Devs = 100x Entwicklungszeit. Oh man... Keine Ahnung von Softwareentwicklung, aber davon viel.

    "Groß ist dagegen die Euphorie der Konzernmanager, die lauthals ankündigen, führend in der Elektromobilität, dem automatisierten Fahren und in der Vernetzung der Fahrzeuge werden zu wollen."

    Naja, Klappern gehört halt zum Handwerk. Was sollen sie auch sonst machen? Sich ernsthaft eingestehen, dass ihre Firmen bald nur noch rudimentär vorhanden sein werden? Da kann man sich ja auch direkt die Kündigung abholen.

    "Gleichzeitig sprach er vom Sparen: Um 20 Prozent sollen die Kosten reduziert werden, unter anderem beim Personal sowie Forschung und Entwicklung. Einerseits Leute entlassen, andererseits eine Führungsrolle beanspruchen: Wie soll das funktionieren?"

    Ganz einfach: Weil man das aktuelle Personal nicht mehr dafür braucht. Oder: Seit wann sind Ingenieure und Maschinenbauer Chemiker und Informatiker? Ansonsten ist das halt wie schon vor Jahren das übliche Luftschloss: Wir brauchen Luft/Raumfahrttechniker? Na dann lass doch einfach ein paar arbeitslose Erntehelfer umschulen...

    Ironischerweise wird es die auf dem Factory Floor dieses Mal erst so mitten drin erwischen - davor wird erst einmal ordentlich in der Mitte rasiert: besagte Maschinenbauer, Ingenieure, "100 Jahre Erfahrung" eben.
    Denn irgendjemand muss den Schrott von VW & Co. ja noch zusammen bauen und Tesla hat sich nicht ohne Grund in Deutschland positioniert, um Zugriff auf die Massen an freiwerdenden Fachkräften zu haben.

  2. Re: Keine Ahnung, aber davon viel. Bye bye 100 Jahre Erfahrung...

    Autor: Incognito 11.11.20 - 16:49

    Ja, es hätten sicher alle von der Belegschaft, Aufsichtsrat, Gewerkschaften bis zum Staat Verständnis dafür gehabt, wenn in den "fetten" Jahren VW 40% der Belegschaft rausgekegelt hätte, um eine etwaige Elektro/AI Revolution vorzuwirken.

    Wenn ich solche Kommentare lese, schmerzt mir der Sehnerv vom vielen Augenrollen. Hier in Deutschland wollen alle aufgrund "sozialer" Gerechtigkeit dicke (lese: faire) Gehälter selbst für den Gabelstaplerfahrer. Unter dieses Mantra wurden Autos in den letzten 30 Jahren entwickelt - gefördert von Staat und Bevölkerung. Die Gewinnmarge soll natürlich auch stimmen.

    Man muss hier dem Management und Ingenieuren kaum etwas vorwerfen. Beispielsweise durch das Promoten in Hollywood streifen und die erfolgreiche Vermarktung von höherpreisigen Autos wie SUVs oder Crossovers hat man es geschafft, dass Heinz Müller für 9 Stunden am Tag Mutter A auf Schraube B dreht und dafür 3300 Brutto + Betriebsrente + 13. Monatsgehalt erhält. Gleichzeitig haben es die deutschen Autobauer in fast jeder Hinsicht erreicht, die Konkurrenz zu verdrängen.

    Es ist doch klar, dass eine brandneue Firma wie Tesla von "Ground-up" sich anhand ihrer Paradigmen strukturiert und deshalb erfolgreicher ist. Es wäre wohl ein Armutszeugnis, wenn ein behäbiger Riese wie VW oder BMW agiler auf die neue Welt einstellt, wie der der sie "erfunden" hat, oder? Bis jetzt hat man nunmal viel wert auf Maschinenbau und E-Technik gelegt. Diese Ingenieure braucht man jetzt nicht mehr, oder zumindest nicht in diesem Umfang. Jede Ingenieur weiß, dass ein bestehendes System auf neue Umgebungen anzupassen aufwändiger ist, als ein neues zu bauen. Soll man also ala Musk higher und fire mentalität einführen und den sozialen Charakter in den Wind schiessen? Soll man ungelernte Fachkräfte einstellen, um Autos in Lada-Qualität zu produzieren?

    Ich denke man macht es sich hier zu einfach.

  3. Re: Keine Ahnung, aber davon viel. Bye bye 100 Jahre Erfahrung...

    Autor: Christian HA 11.11.20 - 17:54

    Sorry, aber Sie haben nicht verstanden worum es geht. Typisch für das Problem.

    Incognito schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja, es hätten sicher alle von der Belegschaft, Aufsichtsrat, Gewerkschaften
    > bis zum Staat Verständnis dafür gehabt, wenn in den "fetten" Jahren VW 40%
    > der Belegschaft rausgekegelt hätte, um eine etwaige Elektro/AI Revolution
    > vorzuwirken.
    Es geht nicht darum die Belegschaft rauszuekeln, sondern dass ich eben keine Kutschenbauer (mehr) brauche, wenn ich eine Dampfmaschine bauen muss. Dieses Personal ist dann eben... wortwörtlich mit der Zeit gegangen.

    > Man muss hier dem Management und Ingenieuren kaum etwas vorwerfen.

    Doch, genau da sitzt der Vorwurf. Wenn ich als Management die Zeichen der Zeit nicht sehe und lieber auf die Lobbyismuskarte setze, dann... habe ich eben Pech gehabt. Zudem wurden diese Änderungen von vielen Seiten - extern, intern - in den letzten 10 Jahren bei unseren großen Autobauern wiederholt angestoßen - nur, siehe besagtes CES Video, wusste man es halt immer besser und hatte gut Lachen.
    Das geht solange gut, bis man von der Realität eingeholt wird. Nokia, Kodak, IBM, Karstadt, Quelle, ... Alles Schlauberger an der Spitze mit "Läuft doch, warum sollte man etwas ändern?" und "Diese Spinner..." Einstellungen. Hauptsache die Gehälter bleiben dick, nicht wahr?

    Ansonsten: youtu_be _zcOnxdiE_I?t=2967 - ab Minute 49. Und einfach nochmal auf's Uploaddatum gucken. Schlussreaktion von Daimler sagte ebenfalls alles.

    > Es ist doch klar, dass eine brandneue Firma wie Tesla von "Ground-up" sich
    > anhand ihrer Paradigmen strukturiert und deshalb erfolgreicher ist.

    Teslas Erfolg hat nichts mit Teslas Struktur zu tun, sorry. Das erinnert mich an 08/15 BWLer Geschwurbel, wo wenn die Prozesse stimmen, das Produkt schon von alleine kommt.

    > Jede Ingenieur weiß, dass ein bestehendes System auf neue Umgebungen anzupassen aufwändiger ist, als ein neues zu bauen.

    Es wird überhaupt kein bestehendes System auf neue Umgebung angepasst. Hier handelt es sich um ein komplett neues Framework, dessen Funktion man hierzulande nicht versteht. Car-as-a-Service könnte man BWLer-Deutsch sagen. Das hat in den Köpfen von klassischen "Hardwareverkäufern" ohne Logikaufsatz überhaupt keinen Platz. Oder einfacher gesagt: Mit "Was?" man von A nach B kommt ist völlig zweitrangig, ein autonomes Fahrzeug kann man auch aus Pappe bauen - drinnen liegt man eh am Bett oder sitzt am Tisch. Das "Wie?" entscheidet über den Erfolg. Warum war wohl für Tesla der Deal mit Disney & Co wichtiger als irgendein technischer Vorsprung, hm?

    >Soll man ungelernte Fachkräfte einstellen, um Autos in Lada-Qualität zu produzieren?

    Sie denken auch, dass ein Abschluss den man vor X Jahren mal irgendwo mit 3 Stunden Konzentration geholt hat auch nur irgendetwas wert ist, oder? Oder 100 Jahre Erfahrung... im Kutschenbau bei einem Dampfmaschinenbauer.
    Das ist natürlich auch übertrieben bzw. das andere Extrem, aber in modernen Firmen macht sich der Wert eines Mitarbeiters nicht an irgendwelchen im Grunde nichtssagenden Abschlüssen fest, sondern anhand konstanter Leistungsfeststellungsverfahren. Und wer da praktisch mithalten kann, der bekommt eben auch ein hohes Grundgehalt auch ohne theoretische Befähigung.

    Willkommen im 21. Jahrhundert.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 11.11.20 18:01 durch Christian HA.

  4. Re: Keine Ahnung, aber davon viel. Bye bye 100 Jahre Erfahrung...

    Autor: Luk_E 11.11.20 - 20:42

    Sie haben von der Autimobilindustrie anscheinend nicht so viel Ahnung. BMW Kutsche und Tesla Dampfmaschine, sorry aber das ist einfach nur brillantes Marketing und Hype dem du zum Opfer fällst.

    1. Tesla und Erfolg, das ist aktuell nur eine Momentaufnahme an der Börse und Tesla verdient quasi nichts, deren Absatz ist ein Witz gegenüber vielen anderen etablierten Automobilbauern, sogar den ganz kleinen. Aktuell Hype mit Potential, mehr nicht.

    Tesla wird nebenbei auch nicht annähernd mit dem gleichen Maßstab bewertet wie es bei den etablierten der Fall ist. Das ist Welpenschutz.
    Wenn Sie sich im Fahrzeugbau auskennen würden, würden Sie wissen, dass etwas zu bauen 50% sind, die gute Qualität zu erreichen und dann noch zu halten sind die anderen 50%, die deutlich schwereren.

    Auch die Elektromobilität an sich ist derzeit ein Hype, sie ist zukunftsträchtig aber erst auf lange Sicht. Nachdem die einfach zu "elektrifizierbaren" weg sind wirds zäh, vorerst.

    Das ist auch der Grund weshalb die Großen auch weiterhin auf den Verbrenner setzen. Zurecht.

    Es wäre zudem sehr engstirnig zu meinen, dass sich alles hier auf dem Deutschen Markt abspielt, das Gegenteil ist der Fall. Schon mal was von Tata Motors oder Mahindra gehört ?
    Die sind beide grösser als Tesla ;)

    Das Automobil ist dennoch nahezu durchentwickelt, mit dem einfachen E Antrieb umso mehr. Die IT ist da einer der letzten Spielplätze auf denen man sich aktuell austoben kann (in der Spitze). Man lebt ohnehin schon von neuen Designs und Kleinigkeiten die grossen Sprünge werden seltener.

    Allerdings, es werden immernoch Massen an Ingenieuren und Technikern damit beschäftigt sein neue Modelle zu kreieren und umzugestalten, das passiert nicht von selbst.
    Es ist der geringere Anteil in der Vorentwicklung, viell. 10 oder 15 % der Rest ist mit neuen "Applikationen" beschäftigt.

    Und was den Abschluss angeht, falsch ! Der Akademische Abschluss befähigt eben zu mehr als nur dem Fach. Programmieren lernen kann ein 8 Jähriger aber um tiefgründiges Systemverständnis aufzubauen bedarf es schon etwas mehr. Es gibt Ausnahmen aber in der Regel sieht man keine geschulten Ex-Arbeitslosen Systemarchitekten. Eher wird sich dort ein umgecshulter E Tschniker vorfinden. Erfahrungen, alleine in einem Branchenumfeld und den Prozessen sind zudem Gold wert. Das ist wohl eher der Grund weshalb ein Musk gerne in Deutschland Autos bauen will, hier bekommt er alles was er braucht, vor allem was er noch nicht hat.

    Man sollte auch nicht so tun als wären aktuelle Maschinenbau Ingenieure und E Techniker komplett IT fremd.

    Ein Grosses Schiff ist halt träge, das ist ganz normal aber wenns erstmal in Fahrt ist dann mit Dampf. Die Automobilindustrie ist ständig im Wandel und das gehört dazu, seit Jahrzehnten.

    Aber bla bla bla.. das macht echt müde aussen stehenden Interna zu erklären.

    Ich hoffe das reicht.

    Auf der anderen Seite, schlafen kann sich niemand erlauben, aktuell sehe ich das aber nicht. Die Zukunft des Automobils ist unklarer denn je, v.a. was den Antrieb angeht. Koexistenz wird es wohl werden. Der nächste grosse Meilenstein ist autonomes fahren aber das dauert noch etwas länger......sicher

  5. Re: Keine Ahnung, aber davon viel. Bye bye 100 Jahre Erfahrung...

    Autor: Incognito 11.11.20 - 21:46

    Christian HA schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sorry, aber Sie haben nicht verstanden worum es geht. Typisch für das
    > Problem.

    Sie brauchen sich nicht entschuldigen. Denn sie haben nicht verstanden, worum es geht. Typisch für dieses Problem.

    > Es geht nicht darum die Belegschaft rauszuekeln, sondern dass ich eben
    > keine Kutschenbauer (mehr) brauche, wenn ich eine Dampfmaschine bauen muss.
    > Dieses Personal ist dann eben... wortwörtlich mit der Zeit gegangen.

    Mit der Zeit "gegangen"? Also entweder ist ihre Argumentation:
    "Man muss die Belegschaft anpassen. Sprich: Leute kündigen, weil ein E-Auto viel weniger manuelle Arbeit benötigt, etc." Womit sie mir nicht widersprechen.

    oder

    "Das Ganze hat sowieso keinen Sinn, weil ein Kutschenbauer keine Dampfmaschine bauen kann." In diesem Fall verstehe ich nicht warum Sie sich überhaupt die Mühe machen, diesen Text zu verfassen. Wenn das Schicksal deutscher Autobauer sowieso besiegelt ist, warum darüber diskutieren? Nur des Klugschiss willen?

    > Ansonsten: youtu_be _zcOnxdiE_I?t=2967 - ab Minute 49. Und einfach nochmal
    > auf's Uploaddatum gucken. Schlussreaktion von Daimler sagte ebenfalls
    > alles.

    Ich weiß nicht, was sie mir sagen wollen. Ein Manager sagt das, was die Leute hören wollen? Suprise! Was soll er den sagen? "Wir müssen erst mal Stellen abbauen und ja, eingespart wird auch ordentlich. Wir sind jetzt ein Softwareunternehmen." Solche trumpistischen Sprüche kann sich ein Musk leisten, der ähnlich wie bspw. Uber in erster Linie eine Idee verkauft und Geschäftszahlen nur eine Nebenrolle spielen. Aber es geht wohl kaum bei jemanden, der die Verantwortung über 300k Mitarbeiter hat und sicherstellen muss, dass jedes Auto, das vom Band rollt auch Gewinn bringt. Ob er wirklich so denkt, wie er es sagt ist zu bezweifeln aber das Gleiche gilt auch für Musk. Denn glauben Sie, dass Elon Musk auf twitter Memes postet weil die "so episch" sind oder einfach weil er sich Millenials anbiedern will?

    > Teslas Erfolg hat nichts mit Teslas Struktur zu tun, sorry. Das erinnert
    > mich an 08/15 BWLer Geschwurbel, wo wenn die Prozesse stimmen, das Produkt
    > schon von alleine kommt.

    Auch hier glaube müssen Sie sich nicht entschuldigen, denn ich glaube nicht, dass Sie verstehen was ich meine.

    Eine Firma ist immer nach dem Produkt strukturiert, dass sie herstellt. Das ist kein "BWLer Geschwurbel", sondern simpelste Unternehmensführung.

    Tesla ist bzw. wird ein Service-Unternehmen. Es wird wie in fast allen Softwareschmieden agil und Produkt-getrieben gearbeitet. Selbst das vermeintlich Hardware-Produkt (Model S,3,X,etc.) wird in kurzen Zyklen inkrementell erweitert. Wenn ich Mitarbeiter Rezessionen auf "Blind" durchlese bestätigt sich auch, dass diese im "3 Wochen Sprint"-Takt durch den Wolf gedreht werden. Auch das Elektroauto ist von der Technik simpel und kaum noch optimierbar, deswegen wird auf Software als USP gesetzt. Das deckt sich mit der enormen Anzahl von Software-Ingenieuren. Es benötigt keinen BSc um hier die Parallelen zwischen Produkt und Struktur von Tesla ziehen zu können.

    Währenddessen ist VW, BMW (aber auch Toyota, etc.) ein Projekt orientiertes Unternehmen. Es wird viel stärker im "Wasserfall" iteriert und alle zwei Jahre ein neues Auto erzeugt. Es benötigt aufgrund der vielen Einzelteile ein wesentlich umfangreichere Supply-Chain. Viele Menschen werden hier für Kommunikation und Organisation benötigt um sicherzustellen, dass alle Hand in Hand arbeiten. Das wäre in einem "Rotor-Stator" Betrieb absoluter Overhead.

    > Es wird überhaupt kein bestehendes System auf neue Umgebung angepasst. Hier
    > handelt es sich um ein komplett neues Framework, dessen Funktion man
    > hierzulande nicht versteht. Car-as-a-Service könnte man BWLer-Deutsch
    > sagen.

    Auch hier haben Sie abermals nicht verstanden um was es geht. Das bestehende System (Unternehmenstruktur von VW, Toyota, etc.) muss auf ein neue Umgebung (Software ist USP, "Car-as-a-Service") umgebaut werden. Während die Struktur von Tesla schon in diese neue Umgebung hineingewachsen ist.

    > Grunde nichtssagenden Abschlüssen fest, sondern anhand konstanter
    > Leistungsfeststellungsverfahren. Und wer da praktisch mithalten kann, der
    > bekommt eben auch ein hohes Grundgehalt auch ohne theoretische Befähigung.

    Auch hier verkennen sie die Realität. Als jemand der selbst in einem Silicon Valley Unternehmen arbeitet, kann ich Ihnen gerne mitteilen, dass hier auf Abschlüsse Wert gelegt wird. Denn fast alle meiner amerikanischen Kollegen sind von Elite-Universitäten. Das steht natürlich nicht im Konflikt mit einer leistungsgetriebenen Firmenphilosophie. Man muss sich hier das deutsche Bild aus dem Kopf schlagen, dass Studenten solcher Eliteuniversitäten ihre Karriere geschenkt bekommen. Nichtsdestotrotz bleibt mein Punkt bestehen, dass bei Tesla auf Qualität physischer Ware nur niedrige Priorität gelegt wird. Ich bezweifle, dass der Durschnittskunde von VW, ähnliches Handeln aus Sympathie verzeihen würde.

    Letzten Endes wollte ich mit meinem Kommentar nur aussagen, dass es wesentlich mehr Arbeit und Zeit benötigt, den Kurs einer SMS VW oder HIJMS Toyota zu ändern als das Gummiboot Tesla. Wer meint, dem wäre nicht so, sollte sich auf das Verfassen von Forumbeiträgen auf Golem.de beschränken.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.11.20 21:54 durch Incognito.

  6. Re: Keine Ahnung, aber davon viel. Bye bye 100 Jahre Erfahrung...

    Autor: Legendenkiller 12.11.20 - 08:44

    Volker Pispers hat das schon vor 10-15 Jahren vorgerechnent das die Leute 2050 alle 2 Monate ein Neues Auto kaufen müssten, damit VW niemand entlassne "muss"

    Günter Dück hält auch seit 15 Jahren bezahlte Vorträge bei Autokonzernen und sagt denn immer "klar könnte ihr einfach weiter machen... aber dann gibt 2050 kein Merzedes oder BMW mehr" und "frieden eurer Asche" ...

    Auch der Individualverkehr ist mit 7 Mrd oder gar 10 Mrd Menschen nicht machbar.
    Wenn man Autonome Autos als Taxis nimmt braucht man auch nur noch 20% von den aktuellen Autos weil ja die Auslastung hochgeht.
    Ein privates Auto steht 95% der Zeit rum und Rostet. Ein autonomes Taxi kommt locker auf 25% Auslastung, steht aber immer noch 75% rum.


    Es ist also alle Zeit bekannt gewesen, wenn man es sehen wollte.
    Corona beschleunigt das nur gerade um ein paar Monate.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.11.20 08:47 durch Legendenkiller.

  7. Re: Keine Ahnung, aber davon viel. Bye bye 100 Jahre Erfahrung...

    Autor: Luk_E 12.11.20 - 12:22

    Legendenkiller schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Volker Pispers hat das schon vor 10-15 Jahren vorgerechnent das die Leute
    > 2050 alle 2 Monate ein Neues Auto kaufen müssten, damit VW niemand
    > entlassne "muss"
    >
    > Günter Dück hält auch seit 15 Jahren bezahlte Vorträge bei Autokonzernen
    > und sagt denn immer "klar könnte ihr einfach weiter machen... aber dann
    > gibt 2050 kein Merzedes oder BMW mehr" und "frieden eurer Asche" ...
    >
    > Auch der Individualverkehr ist mit 7 Mrd oder gar 10 Mrd Menschen nicht
    > machbar.
    > Wenn man Autonome Autos als Taxis nimmt braucht man auch nur noch 20% von
    > den aktuellen Autos weil ja die Auslastung hochgeht.
    > Ein privates Auto steht 95% der Zeit rum und Rostet. Ein autonomes Taxi
    > kommt locker auf 25% Auslastung, steht aber immer noch 75% rum.
    >
    > Es ist also alle Zeit bekannt gewesen, wenn man es sehen wollte.
    > Corona beschleunigt das nur gerade um ein paar Monate.

    Das mit der Reduktion der Fahrzeuge ist reine Spekulation bzw. veraltet, der Großteil neuerer Studien hat zum Ergebnis, dass der Bedarf an Fahrzeugen sogar steigt mit der völligen Autonomie. Ist deutlich komplexer als es mal schien.. vor jahren.

    Nur weil irgendein random guy irgendeine Meinung hat bedeutet das nich lange nicht dass er es besser weiss als eine ganze Ruege von top Managern bzw. eine ganze Branche.

    Das Problem des endlosen Wachstums ist allgemein bekannt und betrifft selbstverständlich nicht nur die Automobilindustrie. Irgendwann muss man auch jeden Tag nen neues Handy kaufen..
    Das ist eine Systemfrage der Wirtschaft und des Kapitalismus und ist hier hart am Thema vorbei.

    Ich denke Incognito hat das schon ganz gut gezeichnet. Es ist weder rosig noch ein Weltuntergang.

  8. Re: Keine Ahnung, aber davon viel. Bye bye 100 Jahre Erfahrung...

    Autor: Christian HA 13.11.20 - 13:45

    Luk_E schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sie haben von der Autimobilindustrie anscheinend nicht so viel Ahnung.
    Nope, nur 12 Jahre Erfahrung.

    >BMW
    > Kutsche und Tesla Dampfmaschine, sorry aber das ist einfach nur brillantes
    > Marketing und Hype dem du zum Opfer fällst.
    Ok, egal welche einfachen Bilder man bemüht, einer... Nochmal: Es geht um den Innovationssprung. BMW: Stupide Hardware. Tesla: "Intelligente" Hardware. Jetzt verstanden?

    Ansonsten eine einfache Frage: Welches Framework nutzt BMW für die interne Logik? Wo steckt die Wertschöpfung?

    > 1. Tesla und Erfolg, das ist aktuell nur eine Momentaufnahme an der Börse
    > und Tesla verdient quasi nichts, deren Absatz ist ein Witz gegenüber vielen
    > anderen etablierten Automobilbauern, sogar den ganz kleinen. Aktuell Hype
    > mit Potential, mehr nicht.
    Sie haben halt nicht nur keine Ahnung von Frameworks, sondern auch warum diese mehr wert sind als Hardware. Oder vom Finanzmarkt. Der Börsenkurs ist immer eine Wette auf zukünftige Gewinne.

    Aber klar, deswegen nochmal die Frage: Mit welchen nachgelagerten Services verdient ein klassischer Autobauer anschließend Geld? Wo steckt der Großteil der Wertschöpfung?

    > Wenn Sie sich im Fahrzeugbau auskennen würden, würden Sie wissen, dass
    > etwas zu bauen 50% sind, die gute Qualität zu erreichen und dann noch zu
    > halten sind die anderen 50%, die deutlich schwereren.
    Deswegen bekommt man seitens der Etablierten wohl auch die Qualität nicht gebacken, trotz 100 Jahren Erfahrung. ;)

    > Das ist auch der Grund weshalb die Großen auch weiterhin auf den Verbrenner
    > setzen. Zurecht.
    Wie geht autonomes Tanken?


    > Und was den Abschluss angeht, falsch ! Der Akademische Abschluss befähigt
    > eben zu mehr als nur dem Fach.
    Genau, Akademiker auf dem Factory Floor. Sie kennen sich wirklich gut aus.

    >Das ist wohl eher der Grund weshalb ein
    > Musk gerne in Deutschland Autos bauen will, hier bekommt er alles was er
    > braucht, vor allem was er noch nicht hat.
    Ja, z. B. bald jede Menge erfahrene Factory Floor Arbeitskräfte. VW & Co. werden in den nächsten Jahren ja 'ne Menge freisetzen. Falls Sie es nicht glauben wollen, werfen Sie doch mal einen Blick zurück (Google), wie die Aussagen hinsichtlich der Personalstruktur von vor 2, 3, 4 Jahren seitens unserer Autobauer waren. Und inwiefern diese noch gelten.

    Daneben ist Deutschland einfach logistisch gesehen der ideale Ausganspunkt. Einfach mal mit Wirtschaftsgeographie beschäftigen und warum Deutschland niedrigere Logistikkosten hat als jedes andere Land.

  9. Re: Keine Ahnung, aber davon viel. Bye bye 100 Jahre Erfahrung...

    Autor: Christian HA 13.11.20 - 14:00

    Incognito schrieb:
    > "Man muss die Belegschaft anpassen. Sprich: Leute kündigen, weil ein E-Auto
    > viel weniger manuelle Arbeit benötigt, etc." Womit sie mir nicht
    > widersprechen.
    Nein, Sie verstehen es immer noch nicht: Ich brauche für ein z. B. E-Auto nicht nur weniger Mitarbeiter (in der Fertigung), sondern völlig andere in der Entwicklung, in der mittleren Ebene. Und aus einem Maschinenbauer machen Sie keinen Chemiker, aus einem Ingenieur keinen Mathematiker.

    > Wenn das Schicksal
    > deutscher Autobauer sowieso besiegelt ist, warum darüber diskutieren? Nur
    > des Klugschiss willen?
    Ich habe auf Ihren Kommentar geantwortet, der wohl nur um der Peinlichkeit willen abgegeben wurde?

    > Ob er
    > wirklich so denkt, wie er es sagt ist zu bezweifeln aber das Gleiche gilt
    > auch für Musk.
    Da ich die Ehre hatte mit dem werten Herrn, samt Konsorten, im persönlichen Austausch zu stehen: Ja, der denkt wirklich so. Kaum zu glauben für Sie, dass jemand vom bisherigen Geschäftsmodell grundlegend überzeugt ist und alles Neue skeptisch sieht? Weil ja sonst das Gegenteil bei der deutschen C-Level Ebene, gefühltes Durchschnittsalter 64, ist?

    > Tesla ist bzw. wird ein Service-Unternehmen. Es wird wie in fast allen
    > Softwareschmieden agil und Produkt-getrieben gearbeitet. Selbst das
    > vermeintlich Hardware-Produkt (Model S,3,X,etc.) wird in kurzen Zyklen
    > inkrementell erweitert. [...] Auch das Elektroauto ist von der Technik simpel
    > und kaum noch optimierbar, deswegen wird auf Software als USP gesetzt.

    Ok, immerhin herrscht hier Verständnis vor, denn richtig: Für Tesla ist das Vehikel nur die Hardware, über die kein Geld generiert wird. Nur: Die Software ist nicht der USP, sondern das wo die Profite lauern.

    Einfacher: Womit verdient man mehr? Mit dem Verkauf eines Smartphones (Hardware) oder indem man das Framework (Android/Store; iOS/Store) besitzt? Verdiene ich mit dem Verkauf eines PCs, der zugehörigen Software oder SaaS Dienstleistungen mehr? Jeff Bezos verident sein Geld mit dem Verkauf von Büchern oder mit dem Framework?

    > Auch hier haben Sie abermals nicht verstanden um was es geht. Das
    > bestehende System (Unternehmenstruktur von VW, Toyota, etc.) muss auf ein
    > neue Umgebung (Software ist USP, "Car-as-a-Service") umgebaut werden.

    Woher nehmen, wenn nicht stehlen?


    > Denn fast alle meiner amerikanischen
    > Kollegen sind von Elite-Universitäten. Das steht natürlich nicht im
    > Konflikt mit einer leistungsgetriebenen Firmenphilosophie.

    Komisch dass viele meiner Kollegen bei einem bekannten Konzern mit A... fast ausschließlich Quereinsteiger sind. Auch wenn, und da gebe ich Ihnen recht, man als HiWis trotz der eigenen Historie gerne auf die jeweiligen Abschlüsse bei der Auswahl schaut. Stimmt die Leistung nicht, ist aber auch das nachrangig.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.11.20 14:13 durch Christian HA.

  10. Re: Keine Ahnung, aber davon viel. Bye bye 100 Jahre Erfahrung...

    Autor: Christian HA 13.11.20 - 14:10

    Luk_E schrieb:
    >
    > Das mit der Reduktion der Fahrzeuge ist reine Spekulation bzw. veraltet,
    > der Großteil neuerer Studien hat zum Ergebnis, dass der Bedarf an
    > Fahrzeugen sogar steigt mit der völligen Autonomie. Ist deutlich komplexer
    > als es mal schien.. vor jahren.
    Genau, weil... wenn die Auslastung bei einer gleichbleibenden Menge an Nutzern nach oben geht, steigt der Bedarf ebenso. Ich weiß schon, warum mein Prof uns damals vor BWLern und ihrem Mathematikverständnis gewarnt hat. :D

    > Nur weil irgendein random guy irgendeine Meinung hat bedeutet das nich
    > lange nicht dass er es besser weiss als eine ganze Ruege von top Managern
    > bzw. eine ganze Branche.
    Wie gut es die Topmanager wissen, sieht man ja. Wenn man den Sumpf trocken legen will,...

    Siehe davor: Bitte noch einmal die Aussagen dieser Topleute der letzten Jahre nachgooglen. Vielleicht fällt eine gewisse Diskrepanz auf.

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